DANCING GRANDMOTHERS

von 29. November 2016 0 No tags Permalink 5
Foto: Young-Mo Cheo

Eine Ode an das Leben ist das Stück der die südkoreanischen Choreografin und »Pina Bausch von Seoul« Eun-Me Ahn. Sie nimmt mit DANCING GRANDMOTHERS die Gesellschaft ihres Heimatlandes tänzerisch unter die Lupe. Das Ensemble besteht aus Tänzern und Tänzerinnen von Ahns Compagnie und koreanischen Großmüttern (und einem Großvater), die die Truppe während ihrer Recherchereise durch Südkorea kennenlernte. In ihren Körpern der fand Eun-Me Ahn die harschen Biografien und Lebensbedingungen wieder, die den 2. Weltkrieg, den Koreakrieg sowie die rasche Technologisierung des Landes miterlebt haben, wie in lebenden Geschichtsbüchern, in denen (Lebens-) Geschichte eingeschrieben ist. DANCING GRANDMOTHERS oszilliert zwischen Zartheit und Komplexität, zwischen Virtuosität und Humor und verbindet die unterschiedlichen Körpersprachen der jungen und alten Akteure. Der Abend endet in einem rauschhaften Trans-Generationen-Rave, zu dem auch das Publikum eingeladen ist.

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  • Mi, 07.12.2016 20:00 [Premiere]
    Kampnagel – K6
  • Do, 08.12.2016 20:00 
    Kampnagel – K6
  • Fr, 09.12.2016 20:00 
    Kampnagel – K6
  • Sa, 10.12.2016 20:00 
    Kampnagel – K6

Die Schule der Frauen

von 18. November 2016 0 No tags Permalink 7
Produktionsfotos © Thomas Aurin

Endlich habe ich in dieser Woche  die von Herbert Fritsch großartig inszenierte Beziehungskomödie „Die Schule der Frauen“ im Schauspielhaus gesehen und bin, wie der Rest des Publikums, total begeistert. Wie bei alle vorherigen Aufführungen war der Saal ausverkauft und das Publikum tobte geradezu  als das Stück endete.

Herbert Fritsch, der bis vor einiger Zeit selber Schauspieler war, hat aus Molieres 1662 uraufgeführte Komödie in eine brüllend komische Slapstick-Satire verwandelt in der Joachim Meyerhoff, der den Protagonisten Arnolphe spielt, einmal mehr brilliert.

Das Stück war Molières erste große Verskomödie und ihm selbst war damit der Durchbruch vom genialen Schauspieler und Theatermacher zum großen Theaterdichter geglückt. „Schule der Frauen“ war auch seine erste große Charakterkomödie : Sie handelt von dem besessenen Junggesellen und Zyniker Arnolphe, der sich über die Untreue der Ehefrauen und die Charakterlosigkeit der Ehemänner in Paris empört. Damit ihm erspart bliebe selbst ein Gehörnter zu werden, ging er strategisch vor. Er nahm das arme, vierjährige Bauernkind Agnes als Mündel an und ließ es dreizehn Jahre lang in einem Kloster zu Gehorsam und Weltfremdheit erziehen, um sie später zu heiraten. Doch die zu Beginn der Komödie siebzehnjährige Agnes verliebt sich in den jungen Horace und treibt damit den berechnenden Macho Arnolphe schier in die Verzweiflung.

Deutsches Schauspielhaus Hamburg, "DIE SCHULE DER FRAUEN" von Molière
Übersetzt und bearbeitet von Sabrina Zwach Premiere: 5.4.2014 Regie und Bühne:Herbert Fritsch, Kostüme:Victoria Behr, Musik:Ingo Günther, Licht:Annette ter Meulen, Dramaturgie:Sabrina Zwach, Michael Propfe, v.l.: Karoline Bär (Agnès), Bastian Reiber (Horace), Copyright (C) Thomas Aurin Gleditschstr. 45, D-10781 Berlin Tel.:+49 (0)30 2175 6205 Mobil.:+49 (0)170 2933679 Veröffentlichung nur gegen Honorar zzgl. 7% MWSt. und Belegexemplar Steuer Nr.: 11/18/213/52812, UID Nr.: DE 170 902 977 Commerzbank, BLZ: 810 80 000, Konto-Nr.: 316 030 000 SWIFT-BIC: DRES DE FF 810, IBAN: DE07 81080000 0316030000

Die naive Kindfrau Agnès wird großartig von Karoline Bär gemimt. Der größte Star des Abends ist aber Joachim Meyerhof als Arnolphe, in der größten und anstrengendsten Rolle, die Molière geschrieben und gespielt hat. Sie ist eine Paraderolle für ihn, da sie so unglaublich vielfältige emotionale Facetten hat.

Das Stück bietet in der genialen Inszenierung von Fritsch jede Menge burlesk-komischen Szenen und Dialoge, die viele Lacher auslösen, wie die schrillen Auftritte des Pärchens Alain und Georgette, die Szene des Notars mit seinem unglaublich komischen Fachjargon und die Szene, in der Arnolphe, hin- und hergerissen zwischen Eifersucht und Neugier, ganz genau wissen will, was zwischen den beiden Verliebten vorgefallen ist.

Deutsches Schauspielhaus Hamburg, "DIE SCHULE DER FRAUEN" von Molière
Übersetzt und bearbeitet von Sabrina Zwach Premiere: 5.4.2014 Regie und Bühne:Herbert Fritsch, Kostüme:Victoria Behr, Musik:Ingo Günther, Licht:Annette ter Meulen, Dramaturgie:Sabrina Zwach, Michael Propfe, v.l.: Joachim Meyerhoff (Monsieur Arnolphe), Bastian Reiber (Horace), Michael Weber, Martin Pawlowsky, oben: Karoline Bär (Agnès), Copyright (C) Thomas Aurin Gleditschstr. 45, D-10781 Berlin Tel.:+49 (0)30 2175 6205 Mobil.:+49 (0)170 2933679 Veröffentlichung nur gegen Honorar zzgl. 7% MWSt. und Belegexemplar Steuer Nr.: 11/18/213/52812, UID Nr.: DE 170 902 977 Commerzbank, BLZ: 810 80 000, Konto-Nr.: 316 030 000 SWIFT-BIC: DRES DE FF 810, IBAN: DE07 81080000 0316030000

Deutsches Schauspielhaus Hamburg,
„DIE SCHULE DER FRAUEN“ von Molière
Übersetzt und bearbeitet von Sabrina Zwach
Premiere: 5.4.2014
Regie und Bühne:Herbert Fritsch, Kostüme:Victoria Behr, Musik:Ingo Günther, Licht:Annette ter Meulen, Dramaturgie:Sabrina Zwach, Michael Propfe,
v.l.:
Joachim Meyerhoff (Monsieur Arnolphe),
Bastian Reiber (Horace),
Michael Weber,
Martin Pawlowsky,
oben:
Karoline Bär (Agnès),
Copyright (C) Thomas Aurin
Gleditschstr. 45, D-10781 Berlin
Tel.:+49 (0)30 2175 6205 Mobil.:+49 (0)170 2933679
Veröffentlichung nur gegen Honorar zzgl. 7% MWSt. und Belegexemplar
Steuer Nr.: 11/18/213/52812, UID Nr.: DE 170 902 977
Commerzbank, BLZ: 810 80 000, Konto-Nr.: 316 030 000
SWIFT-BIC: DRES DE FF 810, IBAN: DE07 81080000 0316030000

Aber nicht nur die Schauspieler sind grandios, sondern auch die Kostüme und die Musik – eine mitreißende Mischung aus barocken Klängen und Elektronik.

Die nächste Aufführung findet am Dienstag,den 20. Dezember um 19.30 h statt.

Die Schule der Frauen von Molière im Schauspielhaus, Hamburg, Regie: Herbert Fritsch
Mit: Joachim Meyerhoff, Karoline Bär, Andreas Grötzinger, Josef Ostendorf, Martin Pawlowsky, Bastian Reiber, Bettina Stucky, Michael Weber.

Wie die Stolpersteine in Hamburg legalisiert wurden

Ein Gastbeitrag von Klaus D.

Erinnerungskultur: Das persönliche Engagement des Kunstsammlers Peter Hess

„Es ist das größte dezentrale Kunst-Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus nicht nur in Deutschland, inzwischen in ganz Europa“, stellt der Hamburger Kunstsammler Peter Hess sachlich, aber auch bestimmend fest. „Und alles wurde von Bürgern persönlich finanziert“ fügt er hinzu. Allein in Hamburg wurden von dem Kölner Künstler Gunter Demnig 5.100 seiner Stolpersteine verlegt, europaweit sind es inzwischen über 60.000 dieser 10 mal 10 Zentimeter kleinen Denkmäler in 14 Ländern.  Sie liegen auf den öffentlichen Fußwegen der Häuser, in denen zum Beispiel jüdische Bürger lebten, bevor sie ins KZ abgeholt wurden.

Die Idee für diese Erinnerung an die während der NS-Herrschaft ermordeten Menschen kam 1994 von dem Kölner Künstler Gunter Demnig, der diese konzeptionellen Kunstwerke erfand: Eine soziale Skulptur,  jedes Exemplar selbst von ihm gefertigt und vor Ort eigenhändig verlegt. Anfangs arbeitete der Künstler in Köln und Berlin ohne behördliche Genehmigung, was zu Ärger führte. So wurden diese Stolpersteine anschließend wieder entfernt.

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Da wurde der Hamburger Kaufmann Peter Hess aktiv mit dem Ziel, dieses Einbetten der Stolpersteine in die Gehwege vor den betreffenden Häusern  zu legalisieren – also mit behördlicher Genehmigung zu ermöglichen. Doch wer ist in Hamburg dafür zuständig? Nein, nicht die Denkmalschutz-Behörde. Nein, nicht die Haus-Eigentümer (denn es handelt sich ja um öffentlichen Grund und Boden). Nein, nicht die Hamburger Kultursenatorin. Ja – natürlich: Das Tiefbauamt, denn alles, was öffentlich verlegt wird (wie z. B. Strom- und Wasser-Leitungen), muss vorher genehmigt werden. Dies hatte Peter Hess in seiner hanseatisch-nüchternen Weise festgestellt und fragte nach der Genehmigung.

Die Antwort war einfach: Erbringen Sie den Nachweis, dass die Steine rutschfest sind und keine Unfälle auf dem Gehweg verursachen. Nun denn, Peter Hess zeigte dem damaligen Bezirksamtsleiter Eimsbüttel, Jürgen Mantell, vor Ort,  wie die Messingplatte mit den Daten der jeweiligen Person auf einem Betonsockel fachgerecht einzementiert wird. Und endlich: Die offizielle Genehmigung war da. Genauso wurde dann auch in anderen Städten wie  Köln, Bielefeld, Berlin agiert und  Gunter Demnig konnte damit überall problemlos arbeiten.

Pasta was? Pasta Opera!

Als mir Doris die Chance gab, Pasta Opera hier auf elbsalon vorzustellen, entstand erst einmal ein großes Fragezeichen in meinem Kopf: In welche Kategorie passt das Event denn am besten? Musik, Theater oder Nachtleben? Das Spektakel vereint genauso viele Aspekte in sich wie es unsere Sinne anspricht. Pasta Opera bedeutet mehr als nur einen Opernbesuch. Es ist viel mehr eine Mitmachoper, eine Art Maskenball, ein fantastisches 3-Gänge-Menü, bei dem Liebe, Leidenschaft, Verzweiflung und Entzücken so dramatisch und hautnah in Szene gesetzt werden, dass jeder einzelne Besucher zum festen Bestandteil der Festgemeinschaft wird.

THE_BOX_pasta-operaVier hochkarätige Sänger (Sopran, Mezzo, Sopran, Tenor, Bariton) und ein Pianist in Rokoko-Kostümen, mit gepuderten Perücken begeistern stimmgewaltig und ausdrucksstark mit Arien und Ensembles aus Werken von Rossini, Puccini, Verdi, Mozart, Offenbach, Bizet, Beethoven und Catalani. Ich glaube, das Wort „fulminant“ bringt diesen Abend am besten auf den Punkt. Das Schöne für Hamburg: Die Intendantin des Dreiakters, Julia Regehr, bringt Pasta Opera nach fünf Jahren nun auch nach Hamburg. Und zwar am 12. November! Warum jetzt unser schönes Hamburg? „Ich liebe Hamburg! Hamburg ist eine Herausforderung! In einer Stadt, die von Konzerten in der Laeiszhalle und ab Januar auch in der Elbphilarmonie, weltbekannten Musicals und großartigen Operninszenierungen verwöhnt ist und dazu vor neuen inspirierenden Aufführungen nur so strotzt, mit meinem Format zu begeistern – das wird spannend. Ich bin ein bisschen aufgeregt, wie Pasta Opera in der Hansestadt ankommt“, so Regehr. Als Location hat sie sich den Concept Store THE BOX in Ottensen ausgesucht. Der Charm der ehemaligen Fabrikhalle, die heute als Shop für ausgesuchte Möbel, Ausstellungsfläche für zwei Gallerien und als Bühne dient, gibt Pasta Opera einen ganz neuen Flair. Wer genauso gespannt ist wie ich: Tickets gibt es ausschließlich in THE BOX.

 

„SULIKO“ und die georgische Tafelkultur in Hamburg

Unlängst wurde in Hamburg das erste georgische Restaurant eröffnet. Das war überfällig, denn den meisten Metropolen der Welt gibt es georgische Restaurants schon lange.

„Mit der Eröffnung unseres Restaurants im Herzen von Hamburg wollen wir Ihnen ein Gefühl der Gastfreundlichkeit und Festlichkeit vermitteln“, steht auf der Webseite des Restaurants.

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Kisiskhevi, Georgien

Täglich und überall wird in Georgien ein Trinkspruch erhoben – auf die Liebe und die Sehnsüchte, auf die Götter und die Mythen. Gastfreundschaft ist einer der Inhalte der georgischen Tafelkultur. „Der Gast ist Gottes Gesandter“ – dieser Spruch, in Georgien gebräuchlich, stellt in seinem christlichen Verständnis eine natürliche Fortsetzung archaischer Traditionen dar. Mehr über die Tafelkultur in Georgien erfahren Sie hier.

Schauspielhaus öffnet FAQ-Room

Frequently Asked Question ist auf vielen Websites die Rubrik, in der wiederkehrende Fragen beantwortet werden – Once and for all.
Das Schaupielhaus geht unter dieser Überschrift den politischen, sozialen und philosophischen Fragen unserer Zeit nach.
In Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Lesungen und Filmpräsentationen diskutierten Gäste wie Slavoj Žižek, Alexander Kluge oder Jenny Erpenbeck die unbequemen Themen der Gegenwart. Außerdem stellt das Schaupielhaus in dieser Reihe seine Inszenierungen aktueller, politischer Texte wie Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung« oder Ayad Akthars Stück »Geächtet« zur Diskussion.
Am 19. 10.2016 beschäftigt sich der Rechtsphilosoph Reinhard Merkel sich mit der Frage, wie hoch der Preis für eine demokratische Revolution sein darf. Kann ein demokratischer Regimewechsel mit militärischen Mitteln gerechtfertigt werden? Und: Welche Mitschuld tragen Europa und die Vereinigten Staaten an der Katastrophe des syrischen Bürgerkriegs?
Am 2. 11.2016 wird Carolin Emcke das Wort führen Gegen den Hass. Die neue Preisträgern des Friedenspreises des deutschen Buchhandels spricht sich in ihrem neuen Buch gegen das fremdenfeindliche Ressentiment, gegen die Unkultur des „man wird doch wohl mal sagen dürfen“, gegen die Gewalt und vor allem gegen die Logik des Reinen, die alle Fanatiker zur Zeit einnehmen.

ABC – Magazin Laden

Wie macht man eigentlich ein Magazin?

Magazin sterben – das beklagen viele Menschen in der Medienbranche. Einerseits, andererseits sind die Kiosk–Regale voller denn je. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass vieles aus Versatzstücken schnell zusammengeschustert wurde und wie sehr Magazine sich gleichen wie ein (Oster-)Ei dem anderen – ein paar andere Farben, einige Photoshopbilder und Tipps von „Wie werde ich fünf Pfund in fünf Tagen los?“ bis zu „Die 10 besten iPhone Hacks“.
Wer etwas anderes möchte, findet im Oktober und November im ABC Magazin Laden Abwechslung, Anregung und – nicht zuletzt – guten Kaffee. Der Pop-up-Store in der Weidenallee 61 biete Stadt-, Lifestyle-, Reise-, Gesellschafts-, Literatur-, Erotik-, Kultur-, Natur-, Food- und Wirtschaftsmagazine abseits des großen Verlags-Einerlei.
Zusätzlich zum sich ständig erweiternden Magazin Angebot finden regelmäßig Veranstaltungen statt: Heute Abend zum Beispiel erzählen die Macher des Hannoveraner Cameo Magazins wie Magazin Machen funktioniert.
Am 1. November gibt es von 16:00 – 19:00 einen Strickabend, der genau genommen ein Strick-Nachmittag ist: Knit happens.
Am 3. November wird Daniela Schröder aus ihren Reportagen lesen.

SCHWARZMARKT FÜR NÜTZLICHES WISSEN UND NICHT-WISSEN

Foto: Hannah Hurtzig

Mit ihrem SCHWARZMARKT FÜR NÜTZLICHES WISSEN UND NICHT-WISSEN ist die Kuratorin Hannah Hurtzig am Freitag, den 21.Oktober zum ersten Mal in Hamburg auf Kampnagel. Das Schwarzmarkt-Konzept ist einzigartig und funktioniert wie Wissensvermittlung als Speed-Dating: Insgesamt 100 überwiegend lokale Expert*innen bieten dem Publikum ihr spezifisches Wissen an. Wer mit einem Experten oder einer Expertin für ein 30-minütiges Einzelgespräch zusammenkommen möchte, kann sich diese Person am Veranstaltungsabend für 1 Euro buchen, oder die Sitzung ertauschen, erschachern oder sonst irgendwie ergaunern. Jeweils 30 Gesprächspaare sitzen sich an nebeneinander aufgereihten Tischen gegenüber. Nach einer halben Stunde erklingt ein Gong und die Konstellationen werden gewechselt.  Für alle im Publikum besteht außerdem die Möglichkeit, sich von der Zuschauertribüne aus über das Schwarzmarktradio einzelnen Gesprächen zuzuschalten.
In 14 Ländern und Städten von Nowosibirsk bis São Paulo war Hannah Hurtzig mit dem Schwarzmarkt bereits zu Gast, jeweils mit einem für die Region spezifischen Thema. Auf Kampnagel geht es um „Behinderung, Technokörper und die Frage der Autonomie“. Von Ableism bis Zukunft sind die eingeladenen Expert*innen unterschiedlichsten Themenbereichen zugeordnet. So erklärt der Hamburger Cyborg Patrick Kramer beispielsweise, wie er mit seinem Körper experimentiert, die Soziologie-Professorin Marianne Pieper spricht über Exklusionen und Inklusionen auf dem Arbeitsmarkt und der Schriftsteller Axel Brauns führt in die Welt des Autismus ein.

Nora Gomringer liest Grass

Jakob und Wilhelm Grimm erhalten im Jahr 1838 den ebenso großartigen wie riesengroßen Auftrag ein Wörterbuch der deutschen Sprache zu erstellen. Voller Eifer machen sich die Brüder ans Werk. Aberwitz, Angesicht, Atemkraft – fleißig sammeln sie Wörter und Zitate. Sie hoffen in etwa 15 Jahren das Werk zu vollenden. Barfuß, Bettelbrief, Biermörder – Herkommen und Verwendung erforschen die Beiden und verzetteln sich gründlich.

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Grass‘ Leben

Günter Grass erzählt entlang der Grimm’schen Begriffserklärungen von Leben und Zeitläuften der Brüder, Stationen ihres Lebens, Familie, Freunden, Werken (die Märchen!) und Wirken. 15 Jahre planten Jakob und Wilhelm für die Erarbeitung des Deutschen Wörterbuchs. Tatsächlich wird es erst 123 Jahr später zu Lebzeiten Günter Grass‘ fertig werden. Und so kommt auch Grass von der Grimm’schen Wortkunst immer wieder zum eigenen Leben und seinem 20. Jahrhundert.

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Grimms Wörter

Capriolen, Comödie, Creatur – am Ende ihres Lebens haben Jacob und Wilhelm Grimm nur wenige Buchstaben bewältigt. Und Günter Grass hat mit Grimms Wörter sein letztes Buch veröffentlicht. Daraus haben die Autorin und Poetry Slammerin Nora Gomringer und der Jazz Percussionist Günter „Baby“ Sommer ein Bühnenprogramm entwickelt. Das den Rhythmus und die Schönheit der Sprache feiern, die Fabulierkunst der Gebrüder Grimm und den typischen Sound von Grass feiert. Herausgekommen ist eine Text-Klang-Komposition, in der Worte und Musik ineinander fließen. Die Schlaginstrumente des Freejazzers Sommer treiben die Sprache der Dichterin vor sich her, die hier mal zart, mal knallend den Worten Günter Grass ihre Stimme leitet. Mal verstärken sich die beiden, dann lösen sie sich ab, dann besänftigen sie wieder. An Ende übernehmen die Gäste im kleinen Saal der Laeiszhalle und klatschen laut kräftig Beifall.

Wir sind die Guten

Oder etwa nicht? Meistens glauben wir auf der richtigen Seite zu stehen, weltoffen, tolerant und aufgeschlossen zu sein. Oft haben wir damit recht. Eine ganze Menge machen wir ja auch richtig. Viele Menschen engagieren sich für Flüchtlinge, gehen regelmäßig wählen und arbeiten – tragen ihren Teil zur Gesellschaft bei.
Wie wackelig genau dieses Selbstverständnis oft ist, zeigt Ayad Akhtars Kammerspiel »Geächtet«,