Max Pechstein

von 24. Juni 2017 0 No tags Permalink 6

In der wunderbaren Ausstellung Max Pechstein zeigt das Bucerius Kunst Forum bis zum 3. September Werke des deutschen Expressionisten in einer Einzelschau.

Die Schau präsentiert in fünf Kapiteln, wie sich Pechsteins Stil mit jedem Aufenthaltsort veränderte und weiterentwickelte, darunter Paris, Berlin und Dresden, Monterosso in Italien und Palau in der Südsee.

Max Pechstein rezipierte als einer der ersten deutschen Künstler die Ausdrucksmittel des französischen Fauvismus und wandelte sie in einen eigenständigen expressionistischen Stil um. Nach einem künstlerisch prägenden Parisaufenthalt war er in Dresden und Berlin maßgeblich an der Bildung des „Brücke“-Stils beteiligt. Später fanden auch Elemente des Kubismus Eingang in sein Werk. Neben dem Großstadtleben war es insbesondere die unberührte, einsame Natur, die Pechstein immer wieder inspirierte: zunächst in Nidden, später in seinen „pommerschen Paradiesen“ in Leba und Rowe.

 

Auf der Südseeinsel Palau fand er für kurze Zeit den vollkommenen Einklang mit der Natur. Geprägt von seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg malte er zu Beginn der 1920er Jahre vermehrt Landschaften, Stillleben und Portraits. Seine farbintensiven expressionistischen Bilder gehen auf seinen Aufenthalt im italienischen Monterosso zurück.

Die Erfahrungen, unter dem NS-Regime als „entarteter“ Künstler diffamiert zu werden, prägten sein Spätwerk, das häufig menschenleere, dramatische Landschaften zeigt.

Bucerius Kunstforum, Rathausplatz, Hamburg

Ab ins Backhaus!


Wir haben es gerade getestet: Es ist bei Hitze angenehm kühl und wenn es wieder kälter ist wunderbar gemütlich.

Das ehemalige Backhaus am Waldrand ist ein besonders schöner Ort zum Entschleunigen und Entpannen. Es wird allen gefallen, die Stille mögen oder als Ausgleich zum hektischen Stadtleben suchen. Es liegt in einem winzigen Dorf in Niedersachsen, in der Nähe der Lüneburger Heide, ca. eine Stunde von Hamburg entfernt.

Das rustikale kleine Häuschen hat eine ländlich-nostalgische Atmosphäre. Mit dem noch im Original enthaltenen Brotbackofen, handgefertigten Terracotta-Fliesen, Holzdielen und schönen alten Möbelstücken strahlt es Lässigkeit und Gemütlichkeit aus.

Auf einer kleinen Terrasse mit Blick ins Grüne kann gefrühstückt werden und für den Abend gibt es einen überdachten Sitzplatz mit Grillmöglichkeit. Das gesamte Grundstück ist umzäunt, so dass Hunde frei herumlaufen können.

3a4281ac-f998-4133-b253-ee9ca030983e

 

Man schläft im großen Schlafzimmer im Giebelraum über dem alten Backofen. In einem anderen Schlafzimmer im Erdgeschoss gibt es ein weiteres Doppelbett. Insgesamt können bis zu fünf Personen hier übernachten. Für den Kaminofen steht hinter dem Haus ausreichend Brennholz zur Verfügung.

Das Alte Backhaus hat sehr sympathische Eigentümer, die auch gerne Tipps für Ausflüge in die Umgebung geben. Es kann über FeWo direkt gebucht werden.

87bb560d-edfe-4a1f-95a5-d62af8fab513

Altes Backhaus, in Haarsdorf

Lasst uns über ein echt fieses Gefühl reden

 

Im Moment beschäftige ich mit Wut. Beruflich, weil es ein spannendes journalistisches Thema ist. Und privat, weil ich manchmal jemandem gern eine reinhauen möchte. Und dann nicht einmal den Mut finde, Pieps zu sagen. Weil: Man macht das ja nicht. Man ist ja lieb und kultiviert und so ausgeglichen. Und so cool. Ich nicht. Ich bin nicht cool. In mir wühlt manchmal der Ärger, und ich weiß nicht, wohin damit. Ich gehe dann raus, renne durch den Wald, oder gieße mir einen Wein ein und rauche. Ganz schlecht, ganz falsch.

Die Wut, unser stärkstes und, ist ja wahr, potenziell zerstörerischstes Gefühl. Sie ist gar nicht wohl gelitten. Mädchen lernen das früh: Sei lieb, sei brav, passe dich an. Rumbrüllen? Macht man nicht, Türen knallen, fluchen, kreischen – no! Die erwachsenen Mädchen (die Jungs haben immerhin den Fußball) machen dann Achtsamkeits- und Entspannungskurse. Sie üben, ihre miesen Wallungen mit Abstand zu betrachten, wertfrei und freundlich zu beobachten und vorbeifließen zu lassen im Strom des alltäglichen Irrsinns. Ist ja auch sinnvoll. Wäre ja nicht gut, wenn hier jeder, allem, was da gärt, seinen Lauf ließe. Der erwachsene Mensch, vernunftbegabt und diszipliniert, hat sich am Riemen zu reißen, sonst funktioniert das Zusammenleben nicht, siehe Wutbürger, die dann Trumps wählen oder AfD. Nein, ein Wutbürger will ich nicht sein. Aber ein Wutmensch, ein gepflegter, ja, das will ich sein, manchmal.

Betrachten wir dieses Gefühl. Wütend sind wir, wenn uns etwas gewaltig gegen den Strich geht. Wenn uns einer nervt und piesackt, respektlos und gemein behandelt. Wenn wir uns anstrengen und doch gegen die Wand laufen. Wenn wir kein Gehör finden. Wenn jemand über unsere Grenzen latscht, uns ausnutzt, betrügt, missachtet. Und was ist dann? Wir sind gefrustet, ärgerlich, strunzwütend. Die Wut ist wie ein Wächter am Grenzzaun, der aufpasst und bereit ist, aufzubegehren und Stopp zu schreien: Bis hierhin und nicht weiter. Auch das: Ist doch eigentlich ganz sinnvoll. Warum nur sind wir so darauf getrimmt, diese Impulse wegzudrücken?

Neulich saß ich in einem Workshop über friedliches Reden und die etwa 15 Anwesenden wurden gefragt, über welches Gefühl sie am dringendsten reden wollten. Na, Angst, dachte ich. Irrtum. Bei „Wut“ schossen die Arme in die Höhe: Darüber wollten sie reden, alle. Denn sie schlucken und schlucken, um ja die Wucht zu bezwingen, die da dräut. Wie geht das denn auch, angemessen und gepflegt wütend zu sein? Wir üben es ja nicht. Ich ja auch nicht. Und das Ergebnis ist: kein Mut zur Wut.

Diese schlimme starke Emotion ist gar nicht das Problem, die ist ja da, die haben wir. Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen. Wir wollen authentisch sein, wir wollen Position beziehen, wir wollen rausholen aus dem Leben, was geht. Aber diesen einen Treiber, der uns auf unserem Weg begegnet – Ärger, Frust, Wut –, den drücken und therapieren wir weg. Wir schlucken sie herunter, und je mehr wir davon schlucken, je freundlicher und gelassener wir sein wollen, je intensivier wir atmen und meditieren, desto gefährlicher wird dieses Gebräu. Also noch mehr atmen! Mache ich auch, denn ich habe Angst vor dem Vulkan, der da ausbrechen könnte. Wenn der explodiert, bleibt kein Halm mehr stehen. Denke ich und drücke weg, Techniken gibt es ja zu Hauf. Und verpasse wieder eine Chance, Klartext zu reden, Position zu beziehen: Schluss hier, nicht mit mir! Freundlich bin ich, feige, bin ich. Wut zu zeigen kostet Mut. Wut macht einen nackt. Da fällt die „Ich bin so nett, ich ruhe in mir“-Fassade, plopps, herunter und sichtbar werde: ich. In der Wut zeige ich mich, nicht schön.

Und ich meine nicht diese kleine, sexy Kreisch-Wut der Frauen, sondern dieses ungeschminkte, elementare Aufbegehren aus dem innersten Ur-Sud. Diese Schwester der Zerstörung, die gnadenlos, wild und böse ist. Wir tun anderen damit etwas an, weil wir meinen, dass sie uns etwas angetan haben. Wir reißen etwas auf, weil wir meinen, dass etwas überhaupt nicht in Ordnung ist. Wir sollten ihr einen Platz verschaffen und Pflege und Worte und Rituale. Natürlich haut sie rein, natürlich muss hinterher wieder aufgeräumt werden, entschuldigt, verziehen, geredet, in (neue) Ordnung gebracht werden. Wut schafft Kontakt, Reibung, Berührung. Sie gibt uns die Chance, miteinander zu begradigen, was verrutscht war. Wir Gelassenheits-Atmer verrennen uns in das Paradoxon der Wut: Je doller wir versuchen, sie zu bannen, desto unbeherrschbarer erscheint sie.

Ich plädiere hiermit für die Rehabilitierung der Wut. Für den Mut zur Wut, zur gepflegten, wohlgemerkt. Muss ich lernen, will ich lernen.

Noch eine Zigarette? Ja, aber das ist dann wirklich die letzte.

 

Café Johanna

Versteckt und fernab des Trubels liegt am Venusberg, angrenzend an das stets überfüllte Portugiesenviertel, das kleine Café Johanna. Es wird von den Freundinnen Sarah und Elli betrieben, die es vor über fünf Jahren eröffnet haben. Früher hatte hier die Vorgängerin und Namensgeberin Johanna Knuth einen Kiosk und Krämerladen.

Das originelle, unprätentiöse Café in dem eher schmucklosen 60er Jahre Bau hat einen ganz eigenen, spröden Charme. Die Wände sind aus geweißtem Waschbeton, die Möbel kommen zum Teil aus einer alten Schule und auf den Tischen liegen karierte Geschirrtücher, aber überall gibt es liebevolle Details.

Morgens gibt es hier eine wunderbares Frühstück, mittags steht auf einer Tafel die wechselnde, kleine Karte mit leckeren Salaten und Broten angeschrieben. Im Sommer kann man vor den großen Schaufensterscheiben auf schlichten Bierbänken die Südsonne genießen.

Nachmittags wird hausgemachter Kuchen und Joghurt mit frischen Früchten im Glas angeboten und auch der Kaffee und der Cappucino schmecken. Es ist meistens rappelvoll und trotzdem ist die Bedienung immer freundlich und man wird mit einem strahlenden Lächeln begrüßt.

Café Johanna, Venusberg 26, 20459 Hamburg

Erotische Kunst und Literatur in der Boutique Bizarre

Erotische Auftragsarbeiten und Burlesque Art der Künstlerin Sherin L’Artiste bilden die Schwerpunkte der kommenden Ausstellung in der Galerie der Boutique Bizarre, die am 8. Juni 2017 um 19.00 Uhr zur Vernissage einlädt. Passend zum Thema Erotik und Leidenschaft liest die Berliner Autorin Theresa S. Grunwald aus Ihrem Buch „Die Bändigung des Biestes“.

Ausstellungsdauer
8. Juni bis 24. Juli 2017

Boutique Bizarre. Reeperbahn 35. Hamburg. Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 02.00 Uhr

—— 0 ——

Die Bändigung des Biestes – Lesung

Theresa S. Grunwald, Autorin des Luxury Kink Blogs www.coeurdumal.com, wird mit Ihrer Präsenz und einer Lesung aus ihrem Buch „Die Bändigung des Biestes“ den Abend bereichern.


Erotik im Auftrag

Diese Ausstellung zeigt die intimsten Exponate, die Sherin auf ihrer Reise durch das Land der Erotik und Fantasie gesammelt habe. Aufträge erotischer Kunst führen sie nicht selten zu Bildideen, die ihr vormals fremd waren und eine außerordentliche Bereicherung ihrer Bilderwelt sind. Zum ersten Mal stellen ihre Kunstmäzene die Originale der Auftragsarbeiten zur Verfügung.


Burlesque Art

Burlesque ist eine ihrer liebsten Inspirationsquellen geworden. Neben einigen Arbeiten des Burlesque Kalenders 2018 werden einige Skizzen, die während des Hamburger Burlesque Festival 2017 entstanden sind, zu sehen sein. Ein wunderschönes Potpourri verschiedenster Charaktere und Darbietungen. Zeichnungen unserer lokalen Größen Belle La Donna, Eve ChampagneHedo Luxe, Golden Treasure, Nathalie Tineo (The Sinderellas) u.a. sind auch dabei. In diesen Arbeiten zeigt Sherin ihre ganz persönliche Wahrnehmung dieser Welt des Glamours und unendlicher Fantasie.

 

 

Lasst uns über Depressionen reden

 View image | gettyimages.com

 

Es trifft so viele, und nicht immer merkt man es ihnen an, jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Der Mann, der auf jeder Party mit seinem Witz die Leute unterhält, die junge Frau, der im Job keine Aufgabe zu viel erscheint. Nach außen funktionieren, innen die Hölle, und keiner merkt es. Wir denken oft, dass Depressive Menschen sind, die sich die Decke über den Kopf ziehen und kraftlos in der Ecke hängen. Das gibt es auch, aber das ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Junge sind betroffen wie Ältere, Männer wie Frauen. Arme, Reiche, fast jeden kann es treffen.
Und was ist eine Depression eigentlich? Wie grenzt sie sich von der Traurigkeit ab, von der Angst oder dem Ausgebranntsein, sprich Burnout?  Darüber wissen selbst viele Ärzte nicht Bescheid.

Viele Depressive fürchten den Morgen mehr als den Abend, die Lebenslust des Sommers setzt ihnen mehr zu als der Herbst. Sie empfinden keine Freude mehr, wo Gefühle waren, ist Stein.

Noch immer ist die Angst vor der Stigmatisierung groß, die Angst, sich zu „outen“, die Unsicherheit von Angehörigen, Freunden und Kollegen, damit umzugehen. „Reiß dich mal zusammen“, „Mach mal Urlaub“ – wohlgemeinte Ratschläge, die  überhaupt nicht helfen, im Gegenteil.
Und wer sich dann doch aufrafft und Hilfe sucht, einen Arzt, eine Therapie, der wartet oft erstmal ein paar Wochen auf einen Platz, auch so ein schwer fassbares Detail.

Kein heiteres Thema, nein. Aber so verdammt wichtig. Denn Depression ist eine der schlimmsten Krankheiten überhaupt. Auch, weil es so schwer ist, Worte zu finden. Auch weil es so schwer zu begreifen ist, was das genau ist, das sich in der Seele tut. Keine Hoffnung zu haben, im Nichts zu versinken. Depression ist eine tödliche Krankheit, denn eine erschreckend hohe Zahl von schwerst Betroffenen bringt sich um. Und zwar nicht im tiefsten Leidenstal, sondern sobald es ihnen gut genug geht, damit sie die Kraft, den Schritt zu tun. Ein schwer Depressiver, der plötzlich munter sein Leben ordnet – auf den sollte man achten.

Ich habe aus all dem gelernt, dass ich mit meinen Mitmenschen aufmerksamer sein will, hingucken will, wenn ich das Gefühl habe, da ist einer, der keine echte Freude mehr empfindet, der ist richtig einsam oder übernimmt sich permanent  oder lässt  keinen mehr an sich ran. Einen Beinbruch sieht man, für Krebs gibt es einen Namen, die tiefe Verzweiflung einer Depression, die sieht man oft erstmal nicht.

Theater der Welt

von 17. Mai 2017 0 No tags Permalink 4

Mit über 330 Veranstaltungen, 45 Produktionen aus fünf Kontinenten, davon 27 Ur- und Erstaufführungen, flankiert von einem breit aufgestellten Diskurs-, Musik- und Begleitprogramm, findet vom 25. Mai bis zum 11. Juni 2017 das größte internationale Theaterfestival statt, das es in Hamburg je gegeben hat.

Das Thalia Zelt im Baakenhöft ist Spielort für die Revue „In 80 Tagen um die Welt“ von Peter Jordan und Leonhard Koppelmann. Am ehemaligen Afrikaterminal steht der der Kakaospeicher, und wird mit seinen gigantischen 9000 Quadratmetern erstmals öffentlich zugänglich. Hier hat der samoanische Star-Regisseur Lemi Ponifasio mit den Proben zu seiner Eröffnungsproduktion „Children of Gods“ begonnen.

Für das musiktheatrale Communityprojekt über Kinder in Kriegsregionen führt er junge Performer aus Hamburg, einen Projektchor und Hamburger Musiker zusammen. Ergänzt wird das Programm um zwei beeindruckende und bildgewaltige Tanzproduktionen: „An Act of Now“ von der australischen Tanzcompagnie Chunky Move um Anouk van Dijk und „Du Désir d´Horizons“ des burkinischen Choreografen Salia Sanou.

Das Festivalzentrum heißt HAVEN und ist ein Ort der Phantasie, der Begegnung von Menschen und Ideen. Der MS Stubnitz verlegt seinen Ankerplatz zum HAVEN und lädt dort zu Partys, Diskussionen, Tagungen und Konzerten ein.

Weitere Informationen zum Festival gibt es hier:

Die amerikanische Künstlerin Alice Neel

Unsere Gastbloggerin Irene Mantel hat sich in New York die Ausstellung mit Arbeiten von Alice Neel in der Gallery David Zwirner angesehen. Eine Ausstellung mit Arbeiten von Alice Neel ist derzeit auch in London in der Victoria Miro Gallery zu sehen. Im Herbst werden die Deichtorhallen in Hamburg die beeindruckenden Werke von Alice Neel zeigen. Außerdem ist vor Kurzem das Buch Alice Neel – Painter of Modern Life“ in Deutschland erschienen.

Hier die Eindrücke und Erinnerungen von Irene:

 Alice Neel Uptown              

It shows works by the artist made during her five decades of living and working in upper Manhattan. In 1938 Alice Neel made her home in Spanish (East) Harlem,and, later, in the Upper West Side just south of Harlem, where she lived from 1962 until her death in 1984. This show, curated by Hilton Als, triggered memories in me.

I remember Alice Neel as she walked erect and slowly through the elegant halls of the Rudolf Steiner School, the Waldorf School, in Manhattan. I was teaching there when her four granddaughters attended this school.  Her two sons attended a generation earlier. Alice would not miss the annual school fairs, where she sketched the visitors in appreciation for the scholarships her sons were receiving. She could often be seen by the side of her son Richard’s wife Nancy.
When in 1980 the gallery across the narrow street from Steiner High School on East 78th Street displayed the nude self-portrait in its window, I, as a 26 year old teacher of German and art history,  was in awe. My students’  jaws dropped too. They giggled in embarrassment at its candor. It was breathtakingly daring and liberating. Her oldest granddaughter Olivia, in 7th grade at that time was already on the road to becoming a philosopher-scientist and was keeping her classmates on their toes with her polemical inquiries.

1980 Self Portrait, Oil on Canvas, 54 x 40 inches / 137.2 x 101.6 cm, National Portrait Gallery, Washington, D.C.

Later I lived down the street from Neel’s old rambling apartment where she had painted in the light-filled front room. It is a shrine today; access is granted only through the family. One still feels Neel’s presence. The furnishings that inhabited her paintings are left untouched. This is 300 W 107th Street, a few doors up from where I lived. I still follow Alice when I can.

Now on to the expansive Zwirner Galleries on East 19th Street between 10th and 11th Avenues. A number of  Neel’s personal possessions are displayed in neat vitrines at Zwirner: a well-read copy of Lenin, an autographed book by W. E. B. Du Bois, a handwritten letter to Fidel Castro asking permission to paint him in person, and some of her poems that are odes to Harlem. Her powerful paintings, with Hilton Als’ accompanying commentary, line the walls.

Alice Neel showed her passion for Spanish Harlem and its residents by painting dignified African American and Latina mothers and their children. She painted artists, actors, poets, writers, the local boys and girls, every-day people, and the social activists. She lived as a white woman among people of color.  Neel was always ahead of her time. Even in the late 70s when I moved to New York City to teach, we were told not to cross 96th Street on the East side.
Here is a striking ballet dancer seen at Zwirner drawn in sensuous lines whose body looks as if it can just fold into itself.

Alice Neel, “Ballet Dancer” (1950) (© The Estate of Alice Neel, courtesy David Zwirner, New York/London)

You’ll also find drawings of the boy Georgie Arce whom she made the subject of portraits between 1950 to 1959 in oil and drawings. He went on errands for her and is shown in several drawings.  
In the 40s and early 50s she befriended left wing activists. The social critic and academic  Harold Cruse is seen in a sensitive, pensive portrait at Zwirner painted before he published “The Crisis of the Negro Intellectual.”  This book is still on the syllabus of university students in NY today. The activist, playwright and actress Alice Childress,  the first black woman to win a Tony nomination, appears in a gorgeous portrait.  

Alice Neel, Harold Cruse (c. 1950). © The Estate of Alice Neel. Courtesy David Zwirner, New York/London and Victoria Miro, London.

weiterlesen…

Mein schrecklich schönes Wohnprojekt

Foto: Hans-Jörg Deggert / pixelio.de

In Hamburg sprießen Wohnprojekte und Baugemeinschaften. In vielen Teilen der Stadt tun sich Menschen zusammen, um in Gemeinschaft zu leben: Alte, Junge, Familien, Singles, Paare kaufen vereint ein Grundstück, bauen Wohnungen, gestalten ihr Leben gemeinsam. Schöne Idee.

Ich lebe seit fast zehn Jahren in so einem Wohnprojekt, im Grünen. Wir pflegen gemeinsam ein großes Grundstück, auf dem in die Häuser mit den Wohnungen stehen, in den wir leben. Als ich damals dort eingerückt bin, waren die Häuser schon fertig. Als ich zur Besichtigung kam, saßen Menschen beim Grillen zusammen, schauten mir freundlich entgegen, die große Wiese blühte bunt. Eine Woche brauchte ich, um mich zu entscheiden, kratzte mein Geld zusammen, kündigte meine Eppendorfer Wohnung und kaufte mich rein.
Tja, so war das damals. Ich werde oft von Menschen, die das Alleinleben satt haben und die auch im Gemeinschaft leben möchten, gefragt: Na, wie isses? Und dann muss ich nachdenken: Ja, wie isses? Am Anfang viel Begeisterung. Hach, wir helfen einander. Die Alten den Jungen mit den kleinen Kindern. „Generationen übergreifend“ ist ja so eine dieser schönen Ideen. Hach, wir feiern zusammen, machen Feuer an unserer Feuerstelle, grillen zusammen, trinken Bier, quatschen. Helfen uns, haben Spaß miteinander, mögen uns.

Nun ja.

Also, ich liebe Feuer. Wenn ich mal eines entzünde auf unserer großen Fläche mit Blick auf die Pferdewiese, kommt nach einer Stunde einer mit der Gießkanne und sagt, dass der Rauch in seine Wohnung zieht und ihn am Schlafen stört. Kann ich verstehen. Die Familien mit den Kindern sind  froh, dass sich ihre Kinder endlich mal austoben können, aber bitte schön, nicht zu laut, und das Spielzeug bitte abends wegräumen, man könnte ja drüber fallen. Und nicht mit dem Fußball auf die Beete. Und nicht mittags. Kann ich auch alles verstehen. Aber ist das der Sinn der Sache? Um den Standort des großen Trampolins gab es monatelange Diskussionen, weil: Irgendeiner fühlt sich immer gestört. Ein Marillenbäumchen zwischen die Autos pflanzen, nee, das geht nicht, das muss diskutiert werden, die Früchte könnten ja auf die Autos fallen. Es gibt regelmäßige Gartentage, das Grundstück muss ja gepflegt werden. Aber was heißt: gepflegt? Die einen wollen schnurgerade Rasenkanten und fegen wie der Teufel. Den anderen ist das schnurz. Schon gibt’s Ärger. Aber da man ja gemeinsam ist und so euphorisch begonnen hat, wird der nicht ausgesprochen, sondern man brumpft vor sich hin. Grützige Stimmung. Tach. Und dann die, die sich an nichts beteiligen. Die hinnehmen, dass andere die Arbeit machen, die zu keiner Sitzung kommen, während sich die anderen abends miteinander den Hintern platt sitzen.

Die Regularien einer solchen Wohn-Gemeinschaft sind eigentlich ganz einfach: Auf ordnungsgemäß abzuhaltenden Sitzungen, mit Tagesordnung und zu unterzeichnenden Protokollen, kann jeder sein Anliegen einbringen, dafür werden, und dann wird abgestimmt. Mal muss der eine schlucken, was er nicht will, mal der andere. Demokratie halt. Aber so einfach ist das ja nicht. Offenbar haben Menschen einen nur schwer zu stillenden Drang, sich zu empören, beleidigt zu sein, aufzurechnen, was sie geleistet haben und die anderen nicht. Und so verbröselt allmählich der Spaß.

Kurzum: In den zehn Jahren Wohnprojekt habe ich viel gelernt.
1. Man kommt aus seiner Haut nicht raus, auch ich nicht.
2. Beleidigtsein ist offenbar ein Genusszustand.
3. Alles besser wissen auch.
4. Gemeinschaft ist ein Konsumgut: Manche wollen einfach nur, dass andere die Arbeit machen.
5. Jeder hält sich für mordstolerant.
6. Manche Leute mag man einfach nicht.
7. Das einzig wirklich Wichtige ist eine belastbare Streitkultur.
8. Die Wenigsten können das: gut streiten.
9. Vor allem die Psychokursgestählten, glauben gern, dass sie es gut können. Stimmt aber nicht.
10. Man kann auch in Gemeinschaft verdammt einsam sein.
11. Ich würde es wieder machen.
Warum?
Weil es sozial gelenkig hält. Denn die Weisheit, dass man niemanden ändern kann, außer sich selbst, bewahrheitet sich hier auch.
Am Ende kommt es auf mich selbst an, wenn ich etwas erreichen will. Meine Toleranz, meine Initiative, meine Bereitschaft, etwas zu tun. Komfortzone? Geht nicht.
Nach zehn Jahren sind die Erwartungen gründlich abgeblättert, fast alle sind enttäuscht, der Grillplatz ist leer, die bunten Blumen sind abgeblüht. Wir sind auf Null. Vielleicht muss das so sein, damit es am Ende gelingt, vielleicht das normal. Aber das sagt einem vorher keiner.

 

Hygge Dänisch lernen

von 17. April 2017 0 No tags Permalink 2

Die dänische Buchautorin und Schauspielerin Anette Sörensen-Habel, die schon lange in Hamburg lebt, veranstaltet einen Workshop bei dem Deutsche entspannt Dänisch lernen können.Der Kurs dauert sechs Tage und findet auf der schönen Insel Fyn statt und es wird so viel Dänisch wie möglich gesprochen.

Zu dem Reetdachhaus, in dem der Workshop stattfindet gehören ein kleiner Wald, Moor, Seen und ein kleiner Pool.

Es wird zusammen gekocht, eingekauft und es werden Ausstellungen besucht. Im Workshop werden kleine Präsentationen vorbereitet und natürlich viel Dänisch gelernt: das Wichtige aber: hygger os sammen: Es wird einfach gemütlich. Hier gibt es Informationen zum Workshop, der vom 11. bis zum 16. Juni zum ersten Mal stattfindet, gibt es hier.