Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch

Anlässlich des 500. Todesjahres von Hieronymus Bosch beleuchtet das Bucerius Kunst Forum, wie seine phantastischen Szenerien der Hölle und drastischen Schilderungen des Sündhaften die niederländische Kunst des 16. Jahrhunderts prägten. Gezeigt werden über 90 Arbeiten von Künstlern der folgenden Generation, die Boschs Bildsprache aufgriffen, über die Druckgraphik verbreiteten und weiterentwickelten.

Fünfhundert Jahre nach seinem Tod wird Hieronymus Bosch international in Superlativen geehrt. Seine Heimatstadt ’sHertogenbosch zeigte bis vor wenigen Tagen eine große Retrospektive und Ende Mai eröffnet die Bosch-Ausstellung in Madrid.

Dass Bosch eher als Exzentriker, gar pathologischer Fall oder Vorläufer des Surrealismus galt, lässt leicht übersehen, wie berühmt und einflussreich er bereits zu Lebzeiten und im Jahrhundert nach seinem Tod war. Diesem Aspekt widmet sich Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch.

Die Bildschöpfungen und Sujets von Hieronymus Bosch wurden von Künstlern der folgenden Generation rezipiert und erreichten vor allem über das im 16. Jahrhundert aufblühende Medium der Druckgraphik eine enorme Reichweite.

Sie zeigen die irrwitzigen Monster der Unterwelt, mahnen vor Sünden und Lastern, illustrieren Sprichwörter und ironisieren menschliche Dummheiten. Als um 1600 die Angst vor Verdammnis und Hölle nachlässt, richten sich die moralisierenden Szenen auf das Diesseits, und die erschreckenden Mischwesen wandeln sich zu unterhaltsamen Grotesken.

Bruegel, Pieter (1525–1569)(Invnetor), Heyden, Pieter van der (1530–15729(Stecher) zugeschrieben: Das Schlaraffenland; Kupferstich und Radierung auf Bütten, 210 x 283 mm (beschnitten), SKD Kupferstich-Kabinett Dresden A 30294 Bastelaer 147, Hollstein Dutch ]Flemish III.283.147 ? Foto: Herbert Boswank

Bruegel, Pieter (1525–1569)(Invnetor), Heyden, Pieter van der (1530–15729(Stecher) zugeschrieben: Das Schlaraffenland; Kupferstich und Radierung auf Bütten, 210 x 283 mm (beschnitten), SKD Kupferstich-Kabinett Dresden A 30294 Bastelaer 147, Hollstein Dutch ]Flemish III.283.147 ? Foto: Herbert Boswank

Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch vom 4. Juni bis 11. September 2016 im BUCERIUS KUNSTFORUM
Etwa 80 Kupferstiche und Radierungen. Diese werden ergänzt durch rund 15 Gemälde und geschnitzte Architekturelemente, die zum Teil erstmals öffentlich gezeigt werden.

LITERATUR IN DEN  HÄUSERN DER STADT

von 16. Mai 2016 0 No tags Permalink 8

 

HAZEL BRUGGER (C) JESSICA WIRTH

Kulturförderer und Wortbegeisterte laden in private Räume, Büros, Lofts, Gärten und auf Dachterrassen ein. Festival-Gastgeber begrüßen Autoren, Schauspieler und Publikum und bieten damit der Literatur eine außergewöhnliche Plattform. Hamburger Gastgeber ihre privaten Räume für die Literatur. Von Blankenese bis Barmbek können Gäste an den unterschiedlichsten Orten auf Künstler wie Hanns Zischler, Katharina Hacker oder Hazel Brugger treffen. Die hanseatische Verbundenheit macht aus jeder Literaturveranstaltung eine ganz besondere Begegnung.

Die persönliche Atmosphäre und der enge Kontakt zwischen Autor, Schauspieler, Sprecher, Publikum und Gastgeber zeichnen die besonderen Literaturveranstaltungen aus. Im Anschluss an die Lesungen laden die Gastgeber Künstler und Gäste zu einem geselligen Austausch ein. Gegenseitiges Kennenlernen und Gespräche über die Lesung bereichern das Literaturerlebnis. Mit dem Festival „Literatur in den Häusern der Stadt“ werden Autoren gefördert und gleichzeitig das bürgerschaftliche Engagement und der Salongedanke gestärkt.

DAS 16. FESTIVAL VOM 1.- 5. JUNI 2016.Das vollständige Programm.

Bildschirmfoto 2016-05-16 um 08.59.28

 

MI 1. JUN  FESTIVALERÖFFNUNG, BEGINN 19:00 Uhr
Samstag 4. Juni, 19.00 h — Hazel Brugger passiert –Poetry Slam
Bernhard Fischer-Appelt, fischerAppelt, Waterloohain 5, 22769 Hamburg-Altona

In ihrem ersten abendfüllenden Programm zieht Hazel Brugger aus, die Welt zu verbessern. Wenn nicht für immer, dann doch immerhin für einen Abend. Virtuos und stets bescheiden brüskiert und berührt sie, kreiert wilde Geschichten aus dem Nichts und findet schöne Worte für das Hässliche. Mit ihrem verspielten Charme penetriert sie kompromisslos die Psyche jedes Zuschauers – und der hat auch noch Spaß daran. Schonungslos, detailverliebt und mit viel Herz zerlegt Brugger die Welt in Einzelteile. Und führt ihr Publikum dabei stets über einen schmalen Grat. Mal still, mal wild, aber immer sehr komisch. Hazel Brugger wurde 1993 als Tochter einer Deutschen und eines Schweizers in San Diego (US-Staat Kalifornien) geboren und wuchs in Dielsdorf im Kanton Zürich auf. Spätestens seit sie 2013 die Schweizer Meisterschaft im Poetry Slam gewann, gehört sie zu den schillernden Figuren der Slammer-Szene.

 TICKETVERKAUF für Hamburg: Jana Bütow Tel. 0221.963 099 82 Email: festival@kunstsalon.de und im NDR Ticketshop im Levantehaus Mönckebergstr. 7, 20095 Hamburg montags–freitags 10–19 Uhr samstags 10–18 Uhr

James Morrison im Stadtpark

James Morrison meldet sich zurück auf Tour und gibt ein Open Air Konzert im Stadtpark! Sein neues Album ›Higher Than Here‹ weist Morrison erneut als grandiosen Songschmied von eindringlichen, und dazu höchst persönlichen Tracks aus. Seine bisherigen Hits sind längst moderne Klassiker; Songs wie ›Wonderful World‹, ›You Make It Real‹, das Duett mit Nelly Furtado ›Broken Strings‹ und das  seelenvolle ›You Give Me Something‹.

Am schönsten glimmt die gewagte Gefühls-Gratwanderung bei der Single-Auskopplung ›Demons‹: Urbane Beats und Sounds treffen auf einen hymnisch-ekstatischen Refrain. Doch auch die weiteren Songs treffen ins Schwarze – großes Kino für die Ohren. Ein perfekter Konzertabend im Stadtpark ist quasi garantiert.

 

James Morrison – Hamburg, Stadtpark Open Air – Do, 09.06.16, 19:00

Daniel Röhns neues Bild einer vergangenen Welt

von 8. Mai 2016 0 Permalink 5

Der österreichische Musiker Fritz Kreisler prägte ein neues Genre. Passend zur Schallplattentechnik der Zwanziger Jahre schrieb er Stücke, die nicht länger als drei Minuten dauerten – und traf damit den Puls seiner Zeit. Der Geiger Daniel Röhn lässt diese Salon-Welt Kreislers wieder auferstehen.

Aus der Musik heraus entsteht im Konzert ein neues Bild einer vergangenen Welt: Daniel Röhn erweckt das Flair des alten Wien, den New Yorker Glamour – wie auch die Roaring Twenties in Berlin zu neuem Leben.

Tief verwurzelt in der Orchester-Tradition nahm Daniel Röhn 14-jährig sein Studium an der Münchner Musikhochschule auf. Ausgezeichnet als Stipendiat in der Anne-Sophie Mutter Stiftung und der Stradivari Society in Chicago begeisterte Daniel Röhn in Soloprogrammen und als Kammermusikpartner – u.a. in der New Yorker Carnegie Hall.

The Fritz Kreisler Story – Daniel Röhn, Geige, Paul Rivinius, Klavier
 31. Mai 2016, 20.00 Uhr Hamburg, Laeiszhalle, Kleiner Saal

soirée und salon

von 2. Mai 2016 0 No tags Permalink 6

Die totale Abstraktion der Kunst, das ist die Musik

Für die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven war Musik ebenso wichtig wie die übrigen Kunstgattungen. Ab 1980 schuf sie musikalische Kompositionen, indem sie die in ihren Werken enthaltenen Datumsangaben in Musik umwandelte.

Als Hanne Darboven damit anfing, ihre Kalenderdaten in Musik zu verwandeln, entwickelte sie dafür eine ganz spezielle Art der Notation: Sie verknüpfte jede Ziffer von 0 bis 9 mit einer Position im musikalischen Fünfliniensystem (wobei von unten nach oben gezählt wird) und wandelte so die Ziffern jedes Datums in Noten um. Dabei überließ sie die Ausarbeitung von vielen Details dieses Prozesses anderen, denn sie verzichtete auf die Angabe von Notenschlüsseln und ließ die Tonhöhe der Halbtöne offen. So entstanden aus den übertragenen Daten repetitive Melodien, die sich jedoch in Tempo, Lautstärke und Artikulation entsprechend der Interpretation des Musikers unterscheiden.

Das Ensemble Resonanz spielt zu Hanne Darbovens 75. Geburtstag ihr Streichquartett op. 26.

Hanne Darboven

Gespräch und Führung: Dr. Reinhard Ermen, SWR Musikredakteur, und Dr. Petra Roettig, Einführung und Moderation: Dr. Stefan Brandt

Fr 06. Mai 18:30 Uhr 
Kunsthalle im Lichthof der Galerie der Gegenwart.

 

NILS WÜLKER & BAND

von 28. April 2016 0 No tags Permalink 8

Nils Wülker gehört mit seinem melodiösen, nie elitären Crossover-Sound zur Crème der deutschen Jazzmusiker. 2013 wurde er als „Instrumentalist des Jahres“ mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet. Vor Kurzem veröffentlichte er sein achtes Album  die Feuilletons des Landes überschlugen sich mit Lob und der Spiegel nannte den Trompeter ein deutsches Jazzwunder. Nach dem fantastischen und ausverkauften Konzert im letzten Jahr im Mojo gibt es endlich einen Nachschlag. Keep jazzin…

NILS WÜLKER & BAND

25.05.2016, Mojo Club, Reeperbahn 1, Hamburg

Weil wir längst woanders sind

Über Rasha Khayats vielschichtigen und zärtlichen Roman über Verortung – oder das, was wir Zuhause nennen.

Das Gefühl von Heimatlosigkeit kennt jeder. Den Schmerz von Heimweh, das Grundbedürfnis eines Ortes, einem Zuhause. Zuhause, auf kurz oder lang ein Kosmos, der Schutz bietet. Äußerlich und innerlich. Manchmal dauert die Suche ein Leben lang. Bei Layla, der Zwillingsschwester von Basil, nicht.

Die Geschichte wird erzählt aus Basils Sicht. Zeitlich versetzt sind die Perspektiven, die sich zum einen nach dem Entschluss Laylas Hochzeit, zum anderen in der gemeinsamen Kindheit der Geschwister abspielen. Dem Leser wird schnell das sehr innige und starke Band der Beiden bewusst. Und das unsichtbare Band der Geschwisterliebe bleibt auch nach der für Basil nur allzu schwer nachvollziehbaren Entscheidung Laylas, in der alten Heimat Saudi Arabien aus Prinzip einen arabischen Mann zu heiraten, bestehen.

Wie kommt eine junge, freiheitsliebende Frau darauf, einen Mann nicht aus Liebe, sondern aus Prinzip zu heiraten? Und das in einem Land, in dem die Frau wenige Rechte besitzt? Mit diesen Fragen hadert Basil und fühlt sich in der innigen Geschwisterbeziehung verraten. Vielleicht auch, weil er selbst mit seinem Studium nicht so recht voran kommt und sich auch in seiner Beziehung nicht so recht festlegen möchte. Oder kann. Auch die Mutter, Barbara, hadert. Sie macht sich Vorwürfe, denkt sie habe in der Erziehung versagt. Und sie hat Angst und fürchtet sich vor den Reaktionen der Anderen. Die große Verletztheit und Infragestellung ihrer erzieherischen Fähigkeiten, Layla ein liebevolles Zuhause gegeben zu haben, hindern sie daran, zur Hochzeit nach Saudi Arabien zu fliegen. Die Entscheidung Laylas, Freiheit gegen Wurzeln zu tauschen, ist mutig und stark. Viele verpassen es in dem Konstrukt, das wir Gesellschaft nennen, auf Ihr Herz zu hören und die ungeschriebenen Gesetze zu ignorieren. Oft besiegt vom Verstand, der den Wunsch nach einem gesellschaftlich soliden und sicheren Leben äußert. Layla wird sich im nahen Osten als Frau einschränken müssen. Freiheiten, wie dem Zeigen der Haare in der Öffentlichkeit, dem Autofahren oder Kinobesuchen, werden ihr dort verwehrt. Diese tauscht sie gegen eine liebevolle Familie und einem Platz, an dem sie sich heimatlich fühlt, Zuhause eben. Was sie dort findet, erzählt dieses Buch.

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Ohne zu bewerten was gut und schlecht ist, erzählt Rasha Kayat eine wundervolle Geschichte, in der Basil eine sehr tolerante, reflektierte, aufgeklärte und empathische Gesellschaft widerspiegelt. Ein Punkt, den sich, wenn überhaupt auch Rasha Khayat wünscht:

[…] Es geht mir darum, zu sagen, seid mal offen dafür, dass es da auch Menschen gibt, die Gefühle haben, die Liebe und die Sehnsüchte haben, die auch traurig sind, auch gesellschaftlichen Normen ausgesetzt sind, aus denen sie sich nicht befreien können, also, wenn ich überhaupt eine Lanze brechen wollte, was ich mir gar nicht so zum Programm mache, dann vielleicht das.

Cause home’s where this heart belongs.

Lesung in den Luken

Foto: ©MicArt63

Die Ausstellungsmacher von „Alle Art an Deck“ auf der Cap San Diego freuen sich auf ihr nächstes Event: Am Donnerstag, 28.4., um 19 Uhr lesen sechs starke Frauen in der Ladeluke 1 aus der Anthologie Weibsbilder. Die Autorinnen Maike Barth, Karin Braun, Christel Hildebrandt, Marion Hinz, Dagmar Mißfeldt und Anette Sørensen-Habel geben Texte über Weibsbilder, Damenporträts, Görenskizzen und Schlampen zum Besten. In diesen Geschich­ten tauchen Frauen jeder Art und Größe auf, in Situationen, mit denen nun wirklich keine rechnen konnte! Außerdem findet für Interessierte eine Führung durch die Ausstellung statt. Der Eintritt ist frei, das Buch an Bord erhältlich.
Weibsbilder Anthologie, Herausgeberinnen: Gabriele Haefs & Karin Braun, Edition Narrenflug: 2015

Jamie Woon

von 23. April 2016 0 Permalink 6

Der britische Sänger Jamie Woon hat eine wunderbar „soulige“, manchmal auch „bluesige“ Stimme. Wenn er singt, klingt es als nehme er einen mit auf eine Autofahrt nachts durch London, wenn einen wogende Bässe der Instrumentalinstrumente in seinen Stücken umgeben.

Viereinhalb Jahre nach seinem Debüt meldete sich der einstige Studienkollege von Adele und Amy Winehouse mit seiner Single „Sharpness“ zurück. »Making Time« heißt das dazugehörige Album. Auf diesem spürt er der Essenz des Soul nach und seine Stimme klingt noch wärmer als zuvor. Das sollte man sich live in der Laeiszhalle nicht entgehen lassen.

Jamie Woon guitar, vocals

Charlie Platt keyboard, Dan Gulino bass, synth, Dan See drums, Wilson Atie backing vocals

Sa, 23.04.16, 21:30 Uhr Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal
Johannes-Brahms-Platz, 20355 HAMBURG