Joy Fielding @ Harbourfront Literatur Festival

von 29. September 2016 0 , , Permalink 0

Besonders bei Frauen ist die kanadische Autorin Joy Fielding außerordentlich beliebt. Am Dienstag war sie in Hamburg auf dem Harbourfront Literaturfestival zu Gast und schon im Aufzug zum Übel und Gefährlich war die Welt weiblich. Kurz glaubten wir, Frau Fielding führe mit uns hinauf in den vierten Stock, eine Leserin meinte sie vom Foto in der Zeitung wieder zu erkennen und nickte verschwörerisch in ihre Richtung.

Die drei Seiten einer Malerin

von 23. September 2016 0 No tags Permalink 18
Ein Gastbeitrag von Klaus D.

Bettinas  Landschaften, Stillleben und  Porträts

„Dieses Werk von mir spiegelt mich wirklich wider – vielleicht stecken in den Motiven auch meine sechs Leben“, sinniert die Malerin Bettina Hagen. Ihre anderen fünf Leben sind schnell aufgezählt: Modelkarriere, eigener Modeladen in Hamburg, Mitinhaberin des Restaurants DREI TAGESZEITEN in Hamburg, Autorin des Kinderbuchs „Fritz  im Himmel“  (über ihren verstorbenen Hund) und Ehefrau nach 37 Jahren wilder Ehe.

 Selbstporträt der Malerin

Selbstporträt der Malerin

Doch die Malerin, die übrigens auch noch heute mit 70 Jahren die gleiche Frisur trägt wie als 20-Jährige, hat vor allem immer das gemacht, was ihr liegt. In ihren Bildern spiegelt sich ihre Welt sehr klar und gerade wider. Ihre Landschaften und ihre Stillleben zeigen die Sonnenseiten des Lebens, farbenfreudig und strukturiert. „Ja, ich male gegen den Trend und ich lebe auch so“, bestätigt  Bettina, die wiederum auch die Kontinuität im Leben schätzt.

Ihr Leben ist tatsächlich auch so verlaufen. Sie hat mit berühmten Fotografen wie Sarah Moon, Barry Lategan und  Mode-Designern wie Pierre Cardin, Yves Saint Laurent in Paris, London, New York und Mailand gearbeitet,  wurde in Magazinen wie „Vogue“ und „Elle“ veröffentlicht.

bettina-hagen-3

Sie hatte eine mehrjährige Liaison mit dem Sänger Leonard Cohen,  trotz oder gerade wegen der engen Beziehung zu ihrem Lebensgefährten und  heutigem Mann sowie Partner  Ralph Larouette, mit dem sie damals in einer offenen Beziehung lebte.

Bei ihren Porträts geht sie einen anderen Weg: Sie arbeitet Widersprüche heraus, zeigt die zwei Gesichter, die beiden Seiten eines Menschen. Also eine andere Sichtweise mit der sie hinter die Fassade sehen will. Auf den zweiten Blick  gibt es  manchmal eben eine andere Wahrheit. Oder sie verbindest Leute miteinander, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Diese Verbindungen schafft die Malerin auf ihre ganz eigene Weise mit einem spielerischen Charakter.

Bilder – für die Seele, für die Sinne

Ausstellung in der Galerie Chaco, Zeise Hallen, Friedensallee 7-9, Hamburg Altona, bis zum 15. 10.2016

 

 

 

 

Lili Reynaud Dewar im Kunstverein

von 19. September 2016 0 No tags Permalink 12
Lili Reynaud Dewar, Performance: Teeth, Gums, Machines, Future, Society, 2016, Memphis

In ihrer ersten großen Einzelausstellung im Kunstverein in Hamburg verknüpft die französische Künstlerin Lili Reynaud Dewar  Science-Fiction mit Rapmusik sowie Diskursen in einer Installation, die gleichsam den Ausstellungsraum füllt und seine Grenzen erweitert. Das Kernstück der Ausstellung bildet eine großformatige Videoarbeit, die das Vor und Während einer Performance in Memphis, Tennessee, zeigt. Auf einer muschelförmigen Betonbühne werden Auszüge aus einem sozialistisch-feministischen Manifest rezitiert, während vier lokale Stand-up-Komiker dazu improvisieren. Dieses Stimmengewirr wird zusätzlich von einem Noise-Musiker untermalt.

Lili Reynaud Dewar hat in den vergangenen Jahren ein komplexes Werk entwickelt, das beständig um die Begriffe der kulturellen, sozialen und auch emotionalen Identität kreist, wobei sie immer wieder auf verschiedene künstlerische und gesellschaftliche Freiheitsbewegungen und Subkulturen des 20. Jahrhunderts zurückgreift. Sie bricht ganz bewusst mit Konventionen und Traditionen, um diese zu untersuchen und einen Denkraum zu erschaffen, in dem die Betrachter sich ihr eigenes Bild machen können und müssen.

Eine Reise nach Georgien. Über Swanetien und Lile Pilpani.

 

Seit etwa 30 Jahren war ich nicht mehr in Swanetien. Ich hatte Angst die Veränderungen dort zu sehen und deshalb entschied mich lange nicht zurückzukehren. In den letzten sieben bis acht Jahren boomt  der Tourismus in Swanetien.

11Aus aller Herren Länder kommen immer mehr Touristen dort hin. Die Veränderungen, die ich gesehen habe, hat Swanetien bisher gut bewältigt.

Panorama von Tetnuldi aus

Panorama von Tetnuldi aus

Für den Wintertourismus sind die Skipisten und Lifts ausgebaut worden. Im Sommer kann man mit dem Lift auf den Hazwali oder den Tetnuldi hochfahren und das großartige Bergpanorama bewundern. Auch die Straßen in Swanetien wurden inzwischen gut ausgebaut. Es ist jetzt nicht mehr schwierig dort zu fahren. Beim guten Wetter fliegen drei Mal am Tag kleine Flugzeuge von der Hauptstadt Tbilisi (Natakhtari) aus bis Mestia.

 Natürliche Bedingungen und historische Faktoren haben Georgien in mehrere Provinzen unterteilt. Eine davon ist Swanetien, nord-westlich gelegen, mit wunderschönen Bergen, wie dem 4.700m hohen Ushba, dem  4.850m hohen Tetnuldi und den 5.000m hohen Dshangitau und Schkhara. An das Swanetien-Gebirge grenzt der 4.010 m hohe Berg Laila, das Egrisi-Gebirge und das Letschchumi-Gebirge.

051bcbde2968

Dank meiner Familie und Freunden in Georgien hatte ich das Glück schon früher Zeit in Swanetien verbracht zu haben und das hat tiefe Eindrücke hinterlassen und mich geprägt. Damals bin ich mit meinem Vater zusammen mit einen kleinen Flugzeug oder Hubschrauber durch die Berge zu Dreharbeiten geflogen. Manchmal bin ich mit ihm durch die abenteuerlichen Straßen zu den Expeditionen für die Restaurierungsarbeiten in Swanetische Kirchen gefahren. Ich habe dort Ausgrabungen mitgemacht und wunderschöne antike Goldketten in der Hand gehalten.

Die Kirchen sind wirklich einzigartig!  Kleine, oft winzige Basilika frühchristlicher Zeit verbergen bis heute Schätze, die man in den großen Museen der Weltmetropolen ausstellen würde. Die Swanen waren immer ein freies, herrenloses Volk in Georgien, das durch die geographische, schwer zugängliche Lage ein eigenes Lebenssystem entwickelt hat.

Ushguli

Lile Pilpani in der Kirche

Lile Pilpani in der Kirche

Georgische Könige haben oft die Heiligtümer vor den dauernden Überfällen in Swanetien versteckt. Bis heute bewahren die Familien ihre Schätze in den unscheinbaren kleinen Kirchen auf. Hier ist die ganze christliche Kultur Vorderasiens präsent. Importierte Kunst und Kulturgegenstände, aber auch eigenes, eine besondere Art von swanetischer christlicher Kultur. Man stelle sich vor: Swanen eingeschlossen von Schnee, in ihren Türmen und Kirchen sitzend und malend mit ihren Pigmenten, Silber und Gold, aus den eigenen Flüssen und Edelsteinen aus aller Welt. Sie malen Fresken und Ikonen, illustrieren Bücher und schnitzten Gebrauchsgegenstände mit sakralen Symbolen.

Als ich früher in Swanetien war -und das ist manchmal heute noch so- wollten die Swanen ihre Kirchen für die Besucher nicht immer aufschließen. Man brauchte mehrere Empfehlungen und dann auch noch die Einwilligung vom Kirchenwart. Ich kann meinen ersten Besuch in einer Kirche kaum mit Worten beschreiben, als mir damals endlich nach mehreren Anfragen aufgemacht wurde.

Fresken aus Lendjeri, Swanetien

Fresken aus Lendjeri, Swanetien

Atemberaubend! Die Bedeutung dieses Wortes habe ich damals kennengelernt und seit dem möchte ich dieses Wort nur noch sehr selten benutzen. Wenn man diesen Raum betritt, schauen dich die originalgroßen, gemalten, biblischen Figuren auf Augenhöhe  an. Man hat das Gefühl sogar ihren Atem zu hören. Man nimmt die Stille  wahr oder den Klang der Ewigkeit und man versteht auf einmal, dass die Seele unendlich ist. Die Engel sind genau so groß wie man selbst, jeder Schritt fühlt sich an wie in Schwerelosigkeit.

img_8372Es entsteht ein Gespräch, ohne Wörter,  ohne Zeit und Entfernung. Man spürt den Kontrast von kühlen statischen Wänden und der Luft drinnen und draußen und ein Sonnenstrahl erscheint wie  eine Schwelle vom Jenseits ins Hier.

Vom Goldreichtum Swanetiens wusste schon der griechische Geschichtsschreiber Strabon zu berichten: Die Sturzbäche des Winters spülten das Gold ins Tal, und die Swanen sammelten es in durchlöcherten Trögen und haarigen Fellen, worauf auch der Mythos vom goldenen Vlies zurückzuführen ist.

Lile trifft Nachbarn in Lendjeri

Lile trifft Nachbarn in Lendjeri

Swanen gehen heute noch auf Goldsuche. Eine Verwandte meiner Freundin Lile Pilpani hat gerade 21 Karat herausgeholt.

Lile ist eine Schauspielerin im Staatlichen, traditionsreichen Mardjanischwili Theater in Tbilisi. Ihr Nachname Pilpani ist ein für Georgier schön klingender Swanetischer Nachnahme. Mit ihren roten Haaren, ihrer Fröhlichkeit, ihrem Optimismus und ihrer Anständigkeit  wirkt sie wie eine Freiheitskämpferin. Zudem hat sie vielfältige Talente im Kunsthandwerk, Design und der Goldschmiede.

Lile besitzt ein kleines Haus in Lendjeri bei Mestia in Swanetien, das sie gerne als ein Hostel betreiben möchten. Sie ist gerade fertig mit dem Umbau und das Schild „Hostel JOGO“ ist gerade aufgehängt worden. Liles kleines Hostel ist auf malerische Weise umschlossen von schneebedeckten Bergen. Alle Dörfer in Swanetien sind eigenartig und jedes für sich besonders. Lendjeri hat eine ganz weiche und pastorale Ruhe.

Liles Heufelder

Liles Felder in Heschkili

Es ist ideal für Reisende, die Landschaft und Kultur zusammen erleben möchten. Hier kann man am Ufer des Enguri spazieren gehen und in einer kristallklaren Lagune baden. Lile möchte ab nächsten Sommer  den Betrieb ihres Hotels aufnehmen.

img_8822

Koruldi

 

Wie die berühmte georgische Polyphonie alle Stufen der Musikentwicklung aufweist, so spiegelt sich in der Landschaft Georgiens die christlich europäische Kulturgeschichte wider und spannt einen Bogen vom Archaischen, wie man es  in Swanetien noch findet, bis zum modernen Stadtleben wie in Tiflis.

Ich sehe diesen höchsten besiedelten Ort Europas als ein Symbol für unsere gemeinsame Europäische Kultur und dieses Land zu beschützen sollte immer eine Aufgabe sein.

Unser Verein organisiert Reisen in ganz Georgien.

Wenn Sie Lust haben dorthin zu reisen, kontaktieren Sie uns:

Laguna in Lendjeri

Laguna in Lendjeri

 

Email: info@lile.de,

Tel: +40 40 389 2222

Koburdi

Koruldi

Fotos: Robin Burk, Gia Chanaduri

bunkersalon

von 6. September 2016 0 No tags Permalink 21

Wie klingt der Kosmos? Was hat Glauben mit Musik zu tun? Und was sind Resonanzerfahrungen? Die neue von Ensemble Resonanz und VAN Magazin kuratierte Gesprächsreihe bunkersalon rückt mit Gästen aus Philosophie, Kunst und Wissenschaft unseren Hörsinn und die Begegnung mit dem Fremden in den Mittelpunkt. Die Musik meldet sich dabei immer wieder selbst zu Wort, ob live oder von Ensemble-Bratscher Tim-Erik Winzers DJ-Pult.

3dccc5be-8c69-4240-be36-3fc67667d2f3

Bei einem Glas Rotwein mündet der Abend im platonischen Gelage des offenen Austauschs an der resonanzraum-Bar.

Die neue Gesprächsreihe über das Hören und das Fremde startet am 21. September mit einem Salon zum Thema »Galaxy – is the universe out of tune«? Es diskutieren der Astrophysiker Dominik Schwarz und der Weltallspezialist und Künstler Felix Kubin mit dem Dramaturgen Patrick Hahn über den Klang des Universums und die Galaxie als Inspirationsraum.

Nicht erst seit Joachim-Ernst Berendts Nada Brahma

von 1983 erforschen die Menschen in Teilchenphysik und Meditation die Schwingungshaftigkeit des Kosmos. Und nicht erst seit ein wissenschaftlicher Essay über die Weite des Alls dem Komponisten Georges Lentz 2002 für Wochen den Boden unter den Füßen weggezogen hat, sind dessen Werke rar wie bewohnte Planeten im Sonnensystem. Ist der Kosmos Musik? Oder umgekehrt? Und wenn ja, in welcher Stimmung?

Zu jedem Bunkersalon gibt es auf der Plattform Henry einen Podcast zum Thema. Die Reihe Bunkersalon ist angedockt an die Konzertreihe Resonanzen in Laeiszhalle und Elbphiharmonie.

»Galaxy – is the universe out of tune« – Gespräche über das Hören und das Fremde – zwischen Wissenschaft, Philosophie und Musik.

Mit Prof. Dr. Dominik Schwarz (Astrophysiker), Felix Kubin (Weltallexperte und Künstler) und Tim-Erik Winzer (Ensemble Resonanz). Moderiert von Patrick Hahn.

Mi 21.09.2016, 19:00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr – resonanzraum St. Pauli, Feldstraße 66, 20359 Hamburg

SCIENCE SLAM im Mojo Club

von 17. August 2016 0 No tags Permalink 3

Geballte Wissenschaft verpackt in spannenden und anschaulichen Vorträgen: Das gibt es beim Science Slam. Junge Wissenschaftler verlassen die Labore und Hörsäle und präsentieren eigene Forschungsprojekte auf den Bühnen der Clubs, Theater und Kneipen.

Jeder Nachwuchswissenschaftler hat beim Science Slam zehn Minuten Zeit, die Zuschauer mit allen Mitteln der Kunst zu verzaubern – und das ist wichtig: Denn das Publikum bildet die Jury und kürt den Sieger des Abends.

Der nächste Science Slam findet während der Hamburger Klimawoche (25. September 2016 bis 2. Oktober 2016 ) statt und möchte die Menschen von dem persönlichen und globalen Nutzen der Nachhaltigkeitsziele überzeugen.

Studierende und Nachwuchswissenschaftler aller Fächer kommen dabei aus ihren Laboren und Bibliotheken und wagen sich auf die Bühne. Sie präsentieren ihr eigenes Forschungsprojekt in einem unterhaltsamen, populärwissenschaftlichen Vortrag. Alle Hilfsmittel sind erlaubt – egal ob klassische Powerpoint-Präsentationen, Requisiten wie beispielsweise Musikinstrumente oder Experimente. Das Publikum bildet die Jury und entscheidet, wer am Ende des Abends zum Sieger gekürt wird. Dabei geht es nicht vorrangig um den wissenschaftlichen Wert der Arbeit, sondern vielmehr um die Frage: wer schafft es am besten, Sinn und Ziel seiner Forschungsbemühungen unterhaltsam und verständlich auf die Bühne zu bringen?

Es werden übrigens immer Teilnehmer für die nächsten Veranstaltungen gesucht gesucht.

SCIENCE SLAM meets Hamburger Klimawoche

Einlass ab 19.30 h28.09.2016 – Mojo Club, Reeperbahn 1, Hamburg

INTERNATIONALES SOMMERFESTIVAL AUF KAMPNAGEL

von 10. August 2016 0 No tags Permalink 4
Fotos: Patrick Imbert

TENIR LE TEMPS von RACHID OURAMDANE

Eine der berühmtesten Kettenreaktionen der Kunstgeschichte ist Fischli/Weiß’ Film „Der Lauf der Dinge“.

 

Sie hat nun ihr Äquivalent im Tanz: ein mitreißender Schneeballeffekt mit 15 Tänzern und Tänzerinnen in TENIR LE TEMPS, das beim Sommerfestival auf Kampnagel aufgeführt wird.

Rachid Ouramdane ist ein französischer Choreograph, der  mit konzeptueller Strenge auch für große Ensembles und Bühnen expressiv-kraftvolle Arbeiten entwickelt.

Loin_de_Rachid_Ouramdane_2

Rachid Ouramdane – Foto: Patrick Imbert

Mit TENIR LE TEMPS zeigt er eine beeindruckende Arbeit über das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft in Krisensituationen: 15 Tänzer und Tänzerinnen befinden sich in einem durchchoreografierten System aus rhythmischen Bewegungen und Domino-Effekten – und finden darin trotzdem zu Momenten berührender Individualität.

Wie in dem Film „Der Lauf der Dinge“, wo eine Kettenreaktion zur spannungsgeladenen Reflektion über Gut und Böse, Abhängigkeit und Freiheit, Gesetz und Chaos wird, schafft Ouramdane eine bild- und temporeiche Meditation über existentielle Kräfteverhältnisse. Bereits in früheren Arbeiten hat Rachid Ouramdane Tanz immer auch politisch verstanden.

2200_Tenir_le_temps_credit_Patrick_Imbert_9

Seit zehn Jahren arbeitet er mit seiner Compagnie L‘A. an Stücken über die Folgen von Gewalt und über seine Geschichte als französischer Sohn algerischer Einwanderer.

2199_Tenir_le_temps_credit_Patrick_Imbert_8

TENIR LE TEMPS – Dauer: 60 Min.

Do, 25.08.2016 20:30[Premiere]
Publikumsgespräch – Kampnagel – K6

Fr, 26.08.2016 20:30 – Kampnagel – K6

Sa, 27.08.2016 19:30 – Kampnagel – K6

 

Jukka-Pekka Saraste und Jan Lisiecki

von 31. Juli 2016 0 No tags Permalink 3
Jukka-Pekka Saraste © Felix Bröde

Der Pinist Jan Lisiecki, Kanadier mit polnischen Wurzeln, verfügt mit seinen 21 Jahren über eine musikalische und menschliche Reife, eine Gedankentiefe und Klugheit, die ihn immun macht gegen Effekthascherei und falsches Pathos. Er ruht in sich und seiner Kunst, und das macht sein Spiel so ausdrucksstark und überwältigend. Er wurde für seine beeindruckenden Interpretationen bereits mit dem Leonard Bernstein Award ausgezeichnet. Im Rahmen des diesjährigen Schleswig-Holstein Musikfestivals spielt er mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester unter dem Dirigat des Finnen Jukka-Pekka Saraste, der sich insbesondere durch seine außergewöhnliche musikalische Tiefe und Integrität auszeichnet.

lisiecki_jan_4_mathias_bothor_1

Jan Lisiecki © Mathias Bothor

Auf dem Programm steht auch das in Deutschland selten aufgeführte Orchesterwerk Sternenfall des britischen Komponisten Ryan Wigglesworth.

Sa 13.08.2016 | 20:00 Uhr |Hamburg | Laeiszhalle

Schleswig-Holstein Festival Orchester

Jan Lisiecki Klavier, Dirigent Jukka-Pekka Saraste

Ryan Wigglesworth Sternenfall

Ludwig van Beethoven Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58

Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Bolschoi Babylon

von 24. Juli 2016 0 No tags Permalink 5

Gerade haben wir die packende Dokumentation Bolschoi Babylon des britischen Regisseurs Nick Read im Abaton Kino gesehen.

Im Jahr 2013 stand Moskaus Kulturszene unter Schock als ein maskierter Mann dem künstlerischen Leiter der weltberühmten Bolschoi Ballettkompanie, Sergej Filin, Säure ins Gesicht schleuderte. Der Schock wandelte sich in ein Trauma, als bekannt wurde, dass der Initiator des Anschlags ein Solotänzer aus den eigenen Reihen des Bolschoi Theaters war.

201632_310938_6_black1548x900

Der Vorfall führte der ganzen Welt vor Augen, was Insider schon lange wussten: hinter den Kulissen des prächtigen Theaters regiere Vetternwirtschaft, Intrigen, Eifersucht und Korruption.

Die Dokumentation lässt erahnen, dass der Anschlag ein kollektives Symptom war: die Spitze des Eisbergs in einem modernen Russland. Hinter den Kulissen des Bolschoi geht es um Blut, Schweiß und Tränen. Es ist ein Pulverfass für die persönliche und politische Rivalitäten ein gefährlicher Funke sein können.

Der Film untersucht die Machtkämpfe und politischen Intrigen, die sich entluden, aber auch das Ausmaß, in dem sich der Kreml in das staatliche Theater einmischt. Insbesondere zelebriert der Film aber die Belastbarkeit der Tänzer und die Anstrengungen des Bolschoi-Theaters, seinen Ruf wiederherzustellen.

6_68. BOLSHOI BABYLON SWAN LAKE

Dem Regisseur ist ein spannender Einblick in das Leben und Leiden der berühmtesten Ballettgruppe der Welt gelungen und er zeigt gleichzeitig in grandiosen Bildern, untermalt von großartiger Musik, Ausschnitte aus neuen Bolschoi Ballettproduktionen.

11_31. BOLSHOI BABYLON BOLSHOI EXTERIOR NIGHT

Betrachtet man das Bolschoi von außen, erahnt man kaum das gewaltige Ausmaß des Theaters. Da arbeiten 3000 Menschen, von denen nur 250 zur Ballettkompanie gehören. Es gibt Mitarbeiter des Opernensembles, Bühnenarbeiter, Orchestermusiker – sie alle haben innerhalb des Hauses ihre eigenen Dörfer. Doch was sie eint, ist die Bühne. So sagt auch ein Interviewpartner im Film: Die Bühne ist für sie „Gott, ihre Religion“

 

 

Kokoschka und die Zauberflöte

von 24. Juli 2016 0 No tags Permalink 1

Der gefeierte  Expression Oskar Kokoschka war das enfant terrible der Wiener Moderne. Einen großen Raum seines vielseitigen Werkes nahm die Bühne ein. Für die Oper entstanden umfangreiche Werkkomplexe mit Bühnenbildern und Kostümentwürfe.

Gleich zweimal stattete Kokoschka Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart) aus. Diese Oper regte mit ihren exotischen und mystischen Szenen nicht nur Musiker an, sondern forderte immer wieder auch bildende Künstler heraus. Das Libretto erzählt von Tempeln und Pyramiden, von ägyptischen Hallen, heiligen Hainen und idyllischen Gärten. Kokoschkas Zeichnungen für die Genfer Aufführung – rund 40 überwiegend große Arbeiten in bunten Kreiden – wurden 1970 für das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg erworben. Die Zeichnungen sind mit ihrem nervösen, mitunter skizzenhaft andeutenden und dann wieder heftig sich überlagerndem Strichgefüge typisch für das Spätwerk Kokoschkas. Sie wurden noch im selben Jahr in einer großen Kokoschka-Ausstellung gezeigt. Dieser für das Spätwerk Kokoschkas bedeu­tende Komplex ist bis 30. Oktober  nach über 30 Jahren jetzt wieder vollständig zu sehen.

Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

MKG_Pressebilder_Kokoschka_Papageno_Ausschnitt