Die Theaternacht Hamburg

von 30. August 2017 0 No tags Permalink 3

Am 9. September findet die 14. Theaternacht in Hamburg statt. Wie in jedem Jahr eröffnen rund 40 Theater die neue Spielzeit mit einem gemeinsamen Paukenschlag. Dabei zeigen die Theater eine ganze Nacht lang ihre Vielfalt, ihre Einzigartigkeit und ihre Unverwechselbarkeit. Die Besucher erleben dabei aktuelle Aufführungen und erhalten schon vorab exklusive Einblicke in kommende Produktionen und Premieren der Theater. Im Programm: aufwändige und puristische Inszenierungen, Traditionelles und Avantgardistisches, Gesprochenes und Gesungenes, Tragisches und Komödiantisches, Getanztes und Improvisiertes.

Jedes Theater ist für die Gestaltung seines Programms in dieser Nacht selbst zuständig. Mit dabei sind die großen wie die kleinen Bühnen der Hansestadt und zeigen, dass das Netzwerk der Hamburger Theaterszene sehr dynamisch ist.

Ein Ticket wird bei 300 Programmpunkten und 40 Theater akzeptiert. Es öffnet  die Türen zu allen Spielstätten und dient am Veranstaltungstag als Fahrschein für alle 50 Shuttlebusse. So kommt man bequem und günstig durch die Nacht und kann sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: eine  Nacht voller Inszenierungen.

Im ALTONAER THEATER wird „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, nach dem Roman von Joachim Meyerhoff uraufgeführt. Das Ensemble um Jonas Anders, Kai Maertens und Robert Zimmermann zeigt Ausschnitte aus der Produktion, welche am Vortag Premiere feiert.

Das THALIA THEATER Alstertor zeigt unter anderem Ausschnitte aus “Tartuffe” von Molière, der Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit in der Regie von Stefan Pucher (Premiere 08.09.2017), während das THALIA GAUSS.STRASSE exklusive Einblicke in Christiane Jatahys Inszenierung von Bernard-Marie Koltès „In der Einsamkeit der Baumwollfelder“ gewährt. (Premiere 16.9.2017)

Das ganze Programm gibt es hier.
Der Preis für das Ticket: 15 € im Vorverkauf, bei allen teilnehmenden Theatern ohne Gebühren.

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Das unbekannte Kapitel. Wolfgang Herrndorfs Bilder

von 23. August 2017 0 No tags Permalink 1

Der Autor Wolfgang Herrndorf (1965 bis 2013) wurde mit seiner Ausreißergeschichte Tschick weltberühmt und erhielt für seine Bücher, u. a. für den Roman Sand renommierte Auszeichnungen.

Dass er jedoch vor seiner Schriftstellerkarriere ein Kunststudium abgeschlossen hatte und als Maler und Zeichner für verschiedene Verlage und Magazine arbeitete, ist weniger bekannt. Er war Illustrator zahlreicher Bücher und arbeitete als Karikaturist für die Satiremagazine Titanic und Eulenspiegel sowie für den Tagesspiegel.

Als Karikaturist hielt Herrndorf mit seiner Spottlust der Gesellschaft den Spiegel vor. Es ist Herrndorfs unbestechlicher Blick gewesen, der die Schönheit der Natur, aber auch die Skurrilität des Lebens und die bizarren Facetten der menschlichen Gesellschaft aufdeckte. Er war nicht nur als Autor, sondern auch als bildender Künstler ein Beobachter, Gestalter und Erzähler.

Eine aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Stade zeigt über 140 Arbeiten von Herrndorf, um den Bestsellerautor als bildenden Künstler zu präsentieren.

Kunsthaus Stade, Wasser West 7, 21682 Stade – Die Ausstellung im  läuft noch bis zum bis 3. Oktober 2017.

Lange Nacht der Literatur

Meistens denken wir uns Literatur als eine eher stille Angelegenheit. Eine Autorin schreibt leise und konzentriert an einem Schreibtisch, vielleicht mit Blick in die Natur zwecks besseren Nachdenkens. Ein Leser sitzt in einem Ohrensessel und vertieft sich in die Buchstabenwelt eines Romans. Jahrhundertlange, ach was: Jahrtausendelang war das anders: Märchen, Sagen und Geschichten wurden erzählt und weiter erzählt.

Daran knüpft die Lange Nacht der Literatur in Hamburg an. Am zweiten September werden Autoren und Schriftstellerinnen an 42 Veranstaltungsorten in und um Hamburg aus ihren Werken vorlesen. Um 17 Uhr geht es los. Mit Gisa Pauly zum Beispiel. Die liest im Pinneberger Bücherwurm aus ihrem Sylt Krimi „Vogelkoje“. In Barmbek liest Mechthild Borrmann um 18 Uhr aus ihrem Roman „Trümmerkind“. Henning Sußebach liest zur selben Zeit in Winterhude aus seinem Reportageband „Deutschland ab vom Wege“. Nur eine halbe Stunde später, um 18:30 Uhr beginnt Fatma Aydemir bei Cohen + Dobernigg im Karoviertel aus ihrem Roman „Ellenbogen“ vorzulesen. Um 19 Uhr wird Stevan Paul aus seinem Roman um den Kochkünstler „Der große Glander“ lesen, in Hamm in der Buchhandlung „Seitenweise“. Die spätesten Veranstaltungen starten um 20 Uhr, etwa das moderierte Gespräch „Mord ohne Grenzen“ von Orkun Ertener und Merle Kröger in der Zinnschmelze in Barmbek. Um 22 Uhr klingt die Lange Nacht der Literatur im Kulturhaus 73 auf der Schanze aus.
Alle Lesungen finden Sie hier.

UMSONST UND DRAUSSEN: KONZERTKINO DER ELBPHILHARMONIE

von 11. August 2017 1 No tags Permalink 3
Foto: Maxim Schulz

Eine knappe Woche im August lang beamt die Elbphilharmonie nach draußen und bietet dort Public Viewing von fünf Konzerten an. Erstmals werden Konzerte aus dem Großen Saal der Elbphilharmonie live auf den Vorplatz übertragen.

Von Sonntag, den 27. bis Donnerstag, den 31. August werden in Echtzeit die Aufführungen von vier internationalen Orchestern gezeigt: das Shanghai Symphony Orchestra mit Stargeiger Maxim Vengerov, das Baltic Sea Philharmonic unter Kristjan Järvi, das Gustav Mahler Jugendorchester unter Ingo Metzmacher und das Ensemble Anima Eterna Brugge.

Am 1. September eröffnet dann das NDR Elbphilharmonie Orchester mit der traditionellen »Opening Night« seine neue Konzertsaison. Auch dieses Konzert mit Chefdirigent Thomas Hengelbrock und Schauspieler Klaus Maria Brandauer wird unter freiem Himmel beeim Outdoor-Konzertkino zu erleben sein.

Damit beim Public Viewing auch das entsprechende spätsommerliche Draußen-Feeling aufkommt, gibt es sogar Sitzkissen, auf denen man es sich auf den zur Elbe hin absteigenden Treppenstufen gemütlich machen kann.

Die Termine des Elbphilharmonie Konzertkinos:

Sonntag, 27. August: Shanghai Symphony Orchestra 

Konzert für Violine und Orchester »Butterfly Lovers«

Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Anmoderation ab 19:30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

Kristjan Jaervi, Dirigent, Copyright www.peterrigaud.com

Dienstag, 29. August: »Waterworks«

Baltic Sea Philharmonic (Ltg. Kristjan Järvi)

Georg Friedrich Händel: Wassermusik (Auszüge)

Stücke von Philip Glass und Gene Pritsker

Anmoderation ab 19:30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

Mittwoch, 30. August: »Turangalîla«

Gustav Mahler Jugendorchester (Ltg. Ingo Metzmacher)

Turangalîla-Sinfonie für Klavier, Ondes Martenot und Orchester

Anmoderation ab 19:30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

Donnerstag, 31. August: »The Gershwin Project«

Anima Eterna Brugge (Ltg. Jos van Immerseel)

George Gershwin: Rhapsody in Blue Ein Amerikaner in Paris / Sinfonische Fantasie Catfish Row / Orchestersuite aus der Oper »Porgy and Bess« The Man I Love / Lady, Be Good! I got Rhythm / Girl Crazy My man’s gone now / Porgy and Bess By Strauß / The Show is On

Freitag, 1. September »Opening Night«,

Teil I und II NDR Elbphilharmonie Orchester (Ltg. Thomas Hengelbrock) / Klaus Maria Brandauer

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60 Egmont op. 84 / Schauspielmusik mit Rezitationen

Anmoderation ab 19:30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

 

Harbour Front Literaturfestival 2017

Hamburg wird vom 13. September bis zum 15. Oktober erneut das Ziel zahlreicher nationaler und internationaler Autoren, die beim Harbour Front Literaturfestival 2017 an den schönsten Locations im und um den Hafen herum lesen.

Es werden insgesamt 79 Veranstaltungen aller Genres präsentiert – darunter die wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes. Die Cap San Diego ist auch dieses Jahr wieder Zentrum des Festivals. Die Luken 4 und 5 werden abendlich bespielt und das Bordbistro ist Treffpunkt nach den Veranstaltungen.

Vor der altbekannten Kulisse von Hafenkränen und Überseecontainern, Docks und Werften entfaltet das Harbour Front Literaturfestival sein Programm mit deutschen und internationalen Autorinnen und Autoren und ihren neuen Büchern. Im neunten Jahr hält es Einzug in eine neue Location: die Elbphilharmonie. Bereits die Eröffnungsveranstaltung mit Peter Wohlleben, am 13. September 2017, um 20:00 Uhr, findet im Kleinen Saal des neuen Hamburger Wahrzeichens statt. Drei Lesungen im Großen Saal, am 15. Oktober 2017, folgen: Um 11:00 Uhr liest Joachim Meyerhoff aus „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“. Um 16:00 Uhr findet ein Gespräch zwischen John le Carré und Yassin Musharbash (DIE ZEIT) statt, das neueste Werk des Bestsellerautors, „Das Vermächtnis der Spione“, wird thematisiert. Um 20:00 Uhr liest Salman Rushdie aus „Golden House“.

Neben Lesungen mit namhaften deutschen Autorinnen und Autoren finden sich auch internationale Größen in Hamburg ein, unter anderem John le Carré, Ken Follett, Jo Nesbø, Salman Rushdie oder Deon Meyer.

2017 stellt die Türkei den thematischen Schwerpunkt dar: Die Literatur und die Freiheit des Wortes stehen bei dem diesjährigen Harbour Front Literaturfestival im Vordergrund. Das Festival will dazu beitragen, Brücken zu bauen.

Weitere Informationen zum Harbour Front Literaturfestival gibt es hier.

Michael Clark eröffnet das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel

von 27. Juli 2017 0 No tags Permalink 2

Das Internationale Sommerfestival findet drei Wochen im August auf Kampnagel und an ausgewählten Orten in Hamburg statt, und gehört zu den großen europäischen Festivals für zeitgenössische performative Künste aus der ganzen Welt. Das Festival präsentiert und/oder produziert jährlich über 50 verschiedene Arbeiten aus den Bereichen Tanz, Theater, Performance, Musik, Bildende Kunst und Film.

 Bereits zum zweiten eröffnet Michael Clarke das Festival und zeigt sein  neues Stück „To a simple Rock ‚n‘ Roll ….Song“ das zunächst mit eleganter Schönheit zu Erik Saties „Ogives“ beginnt, dann eine kraftvolle Energie zu  Patti Smiths Song „Land“ entwickelt und schließlich in einer triumphalen Hommage an David Bowie mündet.

Was David Bowie für die Popmusik war, ist der schottische Choreograf Michael Clark für den Tanz: ein ikonischer  Stilist mit schillernder Sexyness, dessen wildes Leben in glamouröser Kunst gipfelt. Clark begann seine Ausbildung in der Royal Ballet School und entwickelte dann mit Protagonisten der 80er-Jahre-Subkultur in London einen Tanzstil zwischen Ballett und Punk.

Clark kreuzte pointierte Ballettfiguren mit Laufsteg-Grandezza und stellte streng kontrapunktische Körperdrehungen stilisierten Alltags-Posen gegenüber: Tanz aus dem Geist der Popkultur, der ein völlig neues Publikum anzog und  konventionelles Ballett in den Schatten stellte. Nachdem Clark eine Auszeit genommen hatte, knüpft er heute an die Brillanz seiner frühen Arbeiten an.

 

MICHAEL CLARK COMPANY: TO A SIMPLE, ROCK ‚N‘ ROLL . . . SONG

Mi, 09.08.2017 20:00 [Deutschlandpremiere], Do, 10.08.2017 19:30 , Fr, 11.08.2017 19:30 , Sa, 12.08.2017 19:30 

Kampnagel – K6, Jarrestr. 20, Hamburg

Max Pechstein

von 27. Juli 2017 0 No tags Permalink 8

In der wunderbaren Ausstellung Max Pechstein zeigt das Bucerius Kunst Forum bis zum 3. September Werke des deutschen Expressionisten in einer Einzelschau.

Die Schau präsentiert in fünf Kapiteln, wie sich Pechsteins Stil mit jedem Aufenthaltsort veränderte und weiterentwickelte, darunter Paris, Berlin und Dresden, Monterosso in Italien und Palau in der Südsee.

Max Pechstein rezipierte als einer der ersten deutschen Künstler die Ausdrucksmittel des französischen Fauvismus und wandelte sie in einen eigenständigen expressionistischen Stil um. Nach einem künstlerisch prägenden Parisaufenthalt war er in Dresden und Berlin maßgeblich an der Bildung des „Brücke“-Stils beteiligt. Später fanden auch Elemente des Kubismus Eingang in sein Werk. Neben dem Großstadtleben war es insbesondere die unberührte, einsame Natur, die Pechstein immer wieder inspirierte: zunächst in Nidden, später in seinen „pommerschen Paradiesen“ in Leba und Rowe.

 

Auf der Südseeinsel Palau fand er für kurze Zeit den vollkommenen Einklang mit der Natur. Geprägt von seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg malte er zu Beginn der 1920er Jahre vermehrt Landschaften, Stillleben und Portraits. Seine farbintensiven expressionistischen Bilder gehen auf seinen Aufenthalt im italienischen Monterosso zurück.

Die Erfahrungen, unter dem NS-Regime als „entarteter“ Künstler diffamiert zu werden, prägten sein Spätwerk, das häufig menschenleere, dramatische Landschaften zeigt.

Bucerius Kunstforum, Rathausplatz, Hamburg

Manana Menabde in Hamburg

Manana Menabde öffnet eine Welt, die nationale Grenzen übersteigt und in der eine Sprache kursiert, die jedem Suchenden zugänglich ist. Verbunden mit der georgischen nationalen Liedkunst, schafft sie jedoch daraus etwas Neues. Sie ist ein Ménestrel, ein fahrender Sänger.

Sie singt von der Stille im Garten, von der Nachtigal und der Rose. Sie erzählt uralte Geschichten, streift sentimentale Romanzen, berichtet von alltäglichen Gegebenheiten.

Manana Menabde schreibt Filmmusik, Theaterstücke, arbeitet als Schauspielerin und Regisseurin in Moskau, Deutschland und Tbilisi.

Am 20. Juli haben Hamburger die Gelegenheit diese aussergewöhnliche Künstlerin in eine besondere Atmosphäre nah zu erleben.

Vor dem Konzert gibt es eine kurze Einführung in Georgische Musikgeschichte und Liedtradition von Marika Lapauri-Burk, Musikerin, Gründerin und Vorsitzende des Vereins LILE e.V

Im Foyer werden georgische Köstlichkeiten und georgischer Wein angeboten.

Alfred Schnittke Akademie ist schon seit 2007 eine kulturelle Bereicherung für Hamburg, dennoch für viele noch zu entdecken ist. Ein wunderschönes Haus im Herzen Altonas bietet interessante Veranstaltungen und Kurse an.  http://schnittke-akademie.de/

„Schaff ein Haus als Heimat für ein gewaltiges Lebenswerk, und lass junge Leute die Kunst eines der führenden Komponisten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgreifen, sich daran entwickeln und sie lebendig repräsentieren.“ (Holger Lampson über seine Intention zur Gründung der Alfred Schnittke Akademie International) 

Alfred-Schnittke-Akademie

Eintritt 10,-Euro (ohne Buffet)

20. Juli 2017, 20 Uhr, Einlass ab 19:30

Alfred Schnittke Akademie International

Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg

Organisation / Kontakt: Anna Vishnevska 01791302820

ANDREAS MÜHE – PATHOS ALS DISTANZ

von 29. Juni 2017 0 No tags Permalink 4

Das Haus der Photographie der Deichtorhallen zeigt erstmals das junge, vielversprechende Œuvre des Fotografen Andreas Mühe vor, dessen ästhetische Wahrnehmung von der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung geprägt ist.

Die Ausstellung »Pathos als Distanz« zeigt den Versuch eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes kommen in einer einzigartigen Inszenierung zusammen.

Mühes Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Jenseits von Heldenposen entsteht dabei bildnerisch geheimnisvolle Präsenz, so etwa in den Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen , dem italienischen Botschafter in seiner Vertretung oder den akribisch choreografierten Portraits von Künstlern und Politikern.

Die Fotografie wird bei Mühe zum Werkzeug, das einerseits geheimnisvolles »Pathos« und andererseits »Distanz« evoziert, um solch etablierte Bildformeln des Übertriebenen und der Distinktion zugleich aufs Korn zu nehmen. Formal ein Konzeptfotograf, der mit Bezug auf die Kunstgeschichte Sujets auflädt, ist Andreas Mühe doch inhaltlich ein Archäologe, der oftmals das, was unser kollektives Bewusstsein ausmacht, freilegt.

Totilas II, 2013

Der historische Kontext der Bilder verwischt, die Frage nach der Wiederholbarkeit des Momentums – wird in seinen Arbeiten sichtbar. Mühes Arbeiten verführen zu einem spontanen Urteil. Erst der genaue Blick verifiziert, ob es sich um eine subjektive Wirklichkeit handelt. Dass Andreas Mühe dabei aus seiner Biografie essentielle Wahrnehmungen schöpft und in Bilder umsetzt, steht dabei in keinem Widerspruch: Das Schöne, das Nähe schafft, wird gefüllt mit Inhalten, die innehalten lassen und Distanz schaffen. So entstehen Bilder aus einer rotierenden Gegenwart mit dem Blick zurück nach vorn.

ANDREAS MÜHE – PATHOS ALS DISTANZ
Ausstellung läuft bis zum  20. AUGUST 2017
HAUS DER PHOTOGRAPHIE, Deichtorhallen, Hamburg