Hamburgs Kontorhäuser

Hamburgs Kontorhäuser gehören seit 2015 zum UNESCO-Welterbe und sind längst zum Wahrzeichen der Hansestadt geworden. In ihrer Entstehungszeit waren sie vor allem Symbol einer sich dynamisch entwickelnden Metropole. Das Kontorhaus mit all seinen spezifischen architektonischen Facetten, Formen und Besonderheiten spiegelt die Ingenieurkunst und die Bauästhetik dieser Epoche wider.

Verhaltene Eleganz und zurückhaltender Luxus – Charakteristika hanseatischer Kaufleute – zeigen insbesondere die Interieurs der Häuser. Die einzigartigen Treppenhäuser, Eingangshallen und Foyers, die besondere Gestaltung von Stufen und Geländern ziehen Jahr für Jahr Scharen Architekturbegeisterter und Touristen an.

Treppenhaus im Hirschfeld Haus am Neuen Wall 19 im Stadtteil Neustadt, staircase in Hirschfeld House at Neuer Wall 19 in the city-district Neustadt

Eingangshalle im Hapag Lloyd Gebaeude, entrance lobby in Hapag Lloyd builidng

Die vielen Komponenten im Inneren, aber auch die Fassaden der Bürohäuser hat der Hamburger Fotograf Michael Pasdzior in beeindruckenden Bildern in dem schönen Bildband Welterbe  Kontorhäuser  dokumentiert. Der ganze künstlerische Zauber der Kontorhäuser wird mit Hilfe der exakt recherchierten Texte von Autor Bernd Allenstein verständlich. Sie erzählen von der Baugeschichte, vom Charakter der städtischen Umgebung, in denen die Häuser stehen und erinnern aber auch an längst vergessen geglaubte Geschichten.

Die Auswahl der Kontorhäuser bietet dem Leser einen spannenden Einblick in die Entwicklung des Hamburger Kontorhauses von der Jahrhundertwende bis zum Zweiten Weltkrieg und liefert nicht nur Architekturbegeisterten Wissenswertes, sondern lässt auch Hamburg-Kenner Besonderheiten und bisher Unbekanntes entdecken.

 

Ach, wie verstörend, spannend, großartig ist doch das Älterwerden

Mein Lieblingsthema im Moment. Eigentlich ist das Älterwerden eine zutiefst demokratische Sache. Alle werden älter: der Postbote, das Baby, der Pubertärling, der Manager mit dem SUW, die jungen Frauen, die Nachbarn, ja, und ich. Endlich mal etwas, das wirklich jeden betrifft. Tolle Sache also.

Wenn ich, Ende 50, zurückgucke: So viel Wissen und Erfahrung gemacht, so viele Gedanken gedacht und Worte gesagt, Fehler gemacht, viel geschämt, gelernt daraus. Soviel geliebt, gelebt, mit Männern, ohne Männer. Ehen geschlossen, Ehen geschieden, mit Freundinnen gequatscht. Tonnen von Schuhen verschlissen, Hunderte Bücher gelesen. Geld verdient und Geld verzockt. Kinder groß gemacht, Chefs überlebt, Sträucher gepflanzt, zahllose Probleme gelöst und genauso viele geschaffen. Menschen genervt, Menschen getröstet, Liebe gefunden, Liebe verloren, kübelweise Tränen gelacht. Angst durchstanden, Zweifel zerkaut. Lebenslügen zerschreddert und falsche Erwartungen gleich mit. Welch ein Fundus an Sein!

Viel zu schade für „Anti Aging“, zu schade zum Wegglätten, weglasern, wegmachen. Warum soll ich so tun, als wäre ich nicht ich? Aber was bin ich denn nun? „Silver Surferin“, nee. „Seniorin“? Bitte nicht. Weder die praktische Kurzhaarfrisur, noch das Beige und der Gesundheitsschuh treffen mein Lebensgefühl. Ich will auch nicht auf Kreuzfahrt gehen, keine Fahrradtouren mit E-Motor machen. Ich lebe noch.

Wir haben keine Sprache für das Älterwerden, wir sind so unfassbar verkrampft. Wir belabeln das Älterwerden, als wäre es so eine Art Krankheit, als wäre es toxisch. Hallo!

Ich sehe anders aus als mit 30 und fühle mich schön, mein Hirn arbeitet frisch – ohne „trotzdem“. Ich habe eine Zukunft, die wird kürzer, aber das geht ja schließlich allen so, siehe oben. Sie ist deshalb nicht minder lebendig, nicht minder intensiv. Wie hat der wunderbare, kluge Roger Willemsen einmal gesagt: „Das Leben lässt sich nicht verlängern, aber es lässt sich verdichten.“

Wir können jede Sekunde damit anfangen, Neues beginnen. Sehnsüchte verwirklichen, in Angriff nehmen, was während der sogenannten Rush hour des Lebens zu kurz gekommen ist. Es war doch nie Zeit zwischen Kinder erziehen/Haus bauen/Job. Das irre Privileg der späteren Jahre ist, dass Energie frei wird und der Blick raus aus dem heimischen Kokon nach draußen gehen kann. Was kann ich tun, um die Welt ein bisschen besser zu machen? Diese einfache naive Frage birgt mehr Anregung und Abenteuer als die nächste Reise auf dem Kreuzfahrtschiff. Die Denkschablonen aufknacken, scheinbar eherne Gewissheiten in Frage stellen – und schon rockt das Leben. Brauchen wir den ganzen Kram um uns herum? Welche Rituale, mit denen wir uns eingerichtet haben, sind wirklich wichtig? Welche Menschen, mit denen wir gewohnheitsmäßig unsere Zeit verbringen, verdienen diese Zeit? Worauf freuen wir uns im nächsten Jahr? Auf was in unserem Leben sind wir stolz? Auf was nicht?  Manchmal habe ich das Gefühl, dass mich das Älterwerden näher an die Essenz der Dinge führt. Das finde ich verstörend, spannend, großartig. Über all das möchte ich reden. Wer macht mit?

Stille! Annette Meincke-Nagy & Marc Bronner

Stille! lautet der Titel der Ausstellung mit Werken der in Hamburg lebenden Künstler Annette Meincke-Nagy und Marc Brönner. Die Vernissage in der HOLTHOFF-MOKROSS Galerie war rappelvoll und viele Besucher begeistert von den neuen Werken.

In unserer reizüberfluteten Welt sehnen wir uns ja oft nach Stille und sowohl die Figuren von Annette Meincke-Nagy, als auch die Personen in den Bildern von Marc Bronner, halten inne, schweigen und sinnieren. Die Pappmaché-Büsten der Hamburger Künstlerin wirken ein wenig wie aus der Zeit gefallene Tagträumer, die durch ihre Unaufdringlichkeit und Introvertiertheit und ihre schlichte, schweigende Ästhetik besonders reizvoll wirken.

Interessant ist die Ausstellung auch durch die Kombination mit den neuen Gemälden von Marc Bronner. Die kleinformatigen Öl-Arbeiten greifen den Fotorealismus der 70er Jahre auf. Auch die von ihm dargestellten melancholischen Personen scheinen in Stille erstarrt und die nostalgischen Kulissen, die an alte deutsche Krimiserien erinnern, lassen uns fragen, was sie wohl zu verschweigen haben.

Marc Bronner

Seine typischen Bilder entstehen in einem zeitaufwendigen von minuziöser Präzision geprägten Malprozess die seine Werke sowohl real als auch irreal erscheinen lassen.

Stille – Annette Meincke-Nagy & Marc Bronner in der HOLTHOFF-MOKROSS Galerie – Fischers Allee 70
22763 Hamburg

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. November 2017

Salman Rushdie liest in der Elbphilharmonie

Foto: ©Beowulf Sheehan

Im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals stellt Rushdie seinen neuen Roman GOLDEN HOUSE vor.

Zugegeben, durch den Anfang des ziemlich überdrehten und überspitzten Romans musste ich mich durchkämpfen, aber dann lässt er einen nicht mehr los. Golden House erklärt unsere verwirrende Welt so treffend, unterhaltsam und weitsichtig wie wenige Romane es können. Der brillante indisch-britische Geschichtenerzähler, der mit allen literarischen Wassern gewaschen ist, erfasst den heutigen irritierenden Zeitgeist und zeichnet mit größter Detailgenauigkeit ein treffendes Bild unserer Zeit in dieser mit Klischees gespickten Kriminalgeschichte.

Im Kern von Salman Rushdies Thriller steht eine amerikanische Einwanderergeschichte. Aus der Perspektive des New Yorker Filmemachers René Unterlinden schildert Rushdie die Geschichte eines Familienclans um den Patriarchen und Immobilienhai Nero, und seiner drei Söhne, die in die direkte Nachbarschaft zum Ich-Erzähler einziehen.

Der Protagonist Nero Golden kommt aus einem Land, dessen Namen er nie wieder hören wollte, seit er mit seinen drei erwachsenen Söhnen  nach New York gezogen ist und sich eine junge Russin zur Frau genommen hat. Der junge Filmemacher René, der nebenan wohnt, ist zunächst fasziniert von der Familie, die ihm besten Stoff für ein Drehbuch liefert: Aufstieg und Fall eines skrupellos ehrgeizigen, narzisstischen und mediengewandten Schurken, der Make-up trägt und sich die Haare färbt. René Unterlinden wird zum Zeugen und Chronisten des dekadenten Treibens im Golden House und später auch zum Mitwirkenden an einer Tragödie, die klassische Ausmaße annimmt und in einem apokalyptischen Feuer endet.

Salman Rushdie, der heute in New York lebt, erfasst diese Stadt und ihre Bewohner und zeichnet mit großer Erzählkunst ein Bild davon. Dieser Roman zeigt aufs Neue, dass Rushdie einer genialer Geschichtenerzähler ist.

Harbour Front Literaturfestival – Salman Rushdie: Golden House

Lesung in der Elbphilharmonie, Großer Saal

15. Oktober 2017 um 20.00 h

Foto: Maxim Schulz

Premiere in Berlin: Knigge in Kabul

UFA – Upset Feminists of Afghanistan ist eine Gruppe feministischer Männer aus Afghanistan, die das Unmögliche fordern: die Abschaffung des kapitalistischen Patriarchats, die Feminisierung von Politik, Wirtschaft und Kultur, einen neuen afghanisch-feministischen Knigge. Ihre Strategie: mit kritischer Theorie und Puppenspiel die totale Umwälzung der Verhältnisse.

Es spielt das afghanische Theaterkollektiv AZDAR/PARWAZ, bestehend aus: Gulab Jan Bamik, Said Edris Fakhri, Abdul Mahfoz Nejrabi, Sulaiman Sohrab Salem und Homan Wesa.

Die Schauspieler und Puppenspieler von AZDAR/PARWAZ leben in Kabul und sind für acht Monate in Deutschland. “Knigge in Kabul” ist eines von drei Projekten, die sie hier realisieren. In Afghanistan ist das Kollektiv bekannt für seine Märchenbearbeitungen („The Goat And The Wolf“, „Hans Im Glück“), dramatisierte Erzählungen („Le Petit Prince“, „Tale Of A Tiger“) und ihre politischen Stücke („Heart Beat – Silence After The Explosion“).

Saal_Heimathafen_Neukölln (c)Verena_Eidel

Knigge in Kabul

Inszenierung: Max Martens
Text und Konzept: Jana Papenbroock
Projektmanagement: Julia Haebler

Heimathafen Neukölln, Berlin, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin, Tel, +49305-682-1333

FR 06.10. 2017 19:30 UHR |STUDIO (Premiere)

Sa 07.10.2017 19:30|STUDIO

LA FLEUR: DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE

Das Stück DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE der Berliner Regisseurin Monika Gintersdorfer und des ivorischen Choreografen Franck Edmond Yao feiert am Donnerstag dieser Woche auf Kampnagel sein Deutschlanddebüt. Gemeinsam sind die beiden Teil des erfolgreichen Tanz- & Performancekollektivs Gintersdorfer/Klaßen. Mit La Fleur gründeten sie im Jahr 2016 eine brandneue Compagnie – mit internationalen Tänzer*innen, DJs, Schauspieler*innen und Showbizstars. Die erste Produktion der Gruppe DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE feierte im Mai 2017 bei den Wiener Festwochen Uraufführung.

Mit DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE stellen LA FLEUR zugleich ein neues Genre vor: als „getanzte Literatur“ geht das Stück zurück auf „Das Mädchen mit den Goldaugen“ des französischen Autors Honoré de Balzac. Vor 215 Jahren geboren schuf er in seinen Romanen ein umfassendes Sittengemälde Frankreichs, in dem er die Bestrebungen aller Gesellschaftsschichten in einem sich erst etablierenden Kapitalismus beschreibt. Seine scharfen Beobachtungen der wirtschaftlichen Ungleichheiten und der machtorientierten Gesetze der Großstadt kommen aus seinem direkten Erleben. Unablässig transformiert er eigene Verstrickungen in seine Romanfiguren. Im Team von La Fleur finden diese Figuren eine aktuelle und reale Entsprechung: so stammen die Spieler*innen unter Anderem aus der Elfenbeinküste und den sogenannten Banlieues, den sozialen Brennpunkten in den Pariser Vorstädte. In den westlichen Metropolen ankommend begegnen sie, in den Metropolen des Westens angekommen, nicht nur einer Mischung aus Luxus und Moden, Haltungen und Styles, sondern auch einer auf Abschottung beruhenden Einwanderungspolitik und einer unsichtbaren, aber wirksamen Klassentrennung, die ihrem sozialen Aufstieg im Wege steht. Die Künstler*innen geben sich mit diesen Beschränkungen aber nicht ab: auf der Bühne wie im wahren Leben wechseln sie ihren Status nach Belieben, frei nach dem Prinzip: „Bestimme selbst, wer du sein willst“.

Künstlerisches Team und Besetzung: Monika Gintersdorfer (Gründerin LA FLEUR/Regie), Franck Edmund Yao (Choreografie), Katia Flouest, Annick Choco, Cora Frost, Elise Graton, A. Kone, Lino Makebo, Meko, Mishaa, Reyod, Madou Sanguin, Marion Siefert, Matthieu Svetchine, Elisabeth Tambwe, Christin Vahl,  Carlos Gabriel Martinez

LA FLEUR: DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE- Kampnagel, Jarrestraße, Hamburg

  • Do, 05.10.2017 20:00 [Deutschlandpremiere]
    Kampnagel – K2
  • Fr, 06.10.2017 20:00 
    Kampnagel – K2
  • Sa, 07.10.2017 20:00 
    Kampnagel – K2

Heisenberg

von 3. Oktober 2017 0 No tags Permalink 1

Der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg formulierte in seiner Unschärferelation die Grundlagen der Quantenphysik: Jedes Ding wird, wenn man sich ihm immer weiter nähert, irgendwann unscharf. Man beeinflusst auch bereits durch die Beobachtung die »Wirklichkeit« und legt sie auf eine bestimmte Realisierung fest. Simon Stephens, einer der wichtigsten zeitgenössischen Dramatiker Großbritanniens, nimmt diese wissenschaftlichen Beobachtungen zur Grundlage für sein Stück „Heisenberg“.

In der „quantenphysikalischen Beziehungsstudie“ küsst Georgie in einem Londoner Bahnhof den fremden Mann Alex auf den Hals, und eine elektrisierende Liebesgeschichte beginnt: ein 75-jähriger Metzger mit irischen Wurzeln und ein quirliger Freigeist Anfang vierzig aus New Jersey. Alex, der seit über fünfzig Jahren auf seiner täglichen Routine beharrt, und Georgie, die beinahe sekündlich neue Geschichten erfindet und es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Als Georgie Alex bereits nach der ersten gemeinsamen Nacht um Geld bittet, um ihren Sohn in den USA ausfindig zu machen, trifft Alex eine überraschende Entscheidung.

Es spielen im Rahmen des Hamburger Theaterfestivals als Gast aus dem Düsseldorfer Schauspielhaus Caroline Peters sowie Burghart Klaußner. Regie führt die Schauspielerin und Regisseurin Lore Stefanek.

Heisenberg von Simon Stephens – Kampnagel, Jarrestraße, Hamburg

  • Mi, 04.10.2017 19:30 – K6
  • Do, 05.10.2017 19:30 – K6

 

Zehn Gründe, warum Pendeln gar nicht so übel ist

 

Berufspendler. Wie das schon klingt! Ich wohne außerhalb der Hamburger Stadtgrenze und fahre jeden Tag zu meiner Arbeitsstelle ins Zentrum. Morgens 25 Kilometer, abends 25 Kilometer. Mal im Auto, mal in der Bahn. Pendeln sei schlimm, habe ich jetzt mehrmals gelesen. Es mache Stress. Jeden Tag im Stau. Oder in der Bahn mit so vielen Menschen. Oh Gott. Und dann die viele schöne Zeit, die man in Fahrzeugen verplempert. So viel Verdruss, und am Ende: sterben Pendler früher. Liebe Mitpendler: Wollen wir das auf uns sitzen lassen?

Zehn Gründe für das Pendeln:

1. Im Auto: Endlich in Ruhe Radio hören: Politik, Gespräche mit spannenden Leuten, Lesungen. Musik, so laut man will, mitgrölen, keiner meckert. Herrlich.
2. Ungestört Gesichts- und Beckenbodengymnastik machen
3. Den Gedanken freien Lauf lassen (geht auch in der Bahn). Wo sonst kann man das?
4. Den Rücken mal so richtig von der Sitzheizung durchwärmen lassen. Jede Faser spüren.
5. Den Wechsel der Jahreszeiten beobachten. Den Himmel, die Wolken, das Licht.
6. In der Bahn: in Ruhe Zeitung lesen oder ein Buch. Bahnfahrer lesen viel!
7. Leute gucken. Gesichter beobachten, es gibt so schöne.
8. Gesprächen zuhören, irren Telefonaten. Nicht ärgern – zuhören! Im Theater bezahlt man Geld dafür.
9. Sich an der Vielfalt der Hautfarben erfreuen. Hamburg ist Weltstadt, darauf sind wir doch stolz.
10. Dem Gegenüber zulächeln, fast alle lächeln zurück. Der Tag ist gemacht.

Die Kraft der Worte – Safiye Can

Foto: Martin Kraft

Safiye Can ist eine viel beachtete Lyrikerin, die die Lyrik in Deutschland wieder populär macht. Am kommenden Samstag liest sie aus ihrem neuesten Buch „Kinder der verlorenen Gesellschaft“ im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals im Nochstspeicher.

Safiye Can ist Kind tscherkessischer Eltern und ist in Deutschland aufgewachsen. Ihre ersten Gedichte schrieb sie auf Türkisch. Heute ist sie eine Dichterin, die in deutscher Sprache schreibt und Literatur und Lyrik-Workshops für Schüler leitet. Mittlerweile hat sie ihren dritten Lyrikband „Kinder der verlorenen Gesellschaft“ veröffentlicht.

Ihre Lyrikbände wurden schnell zu Bestsellern.

Safiye Can verschafft der Lyrik in Deutschland ein neues Gehör. Die Lyrik ist ihre Leidenschaft. 2016 erhielt sie für ihre bisherigen Lyrikbände den Else-Lasker-Schüler-Preis. In ihrer Begründung sagt die Jury: „So wie Anfang des 20. Jahrhunderts mit Else Lasker-Schülers Poesie ist mit Safiye Cans Gedichten ein neuer Ton in die deutschsprachige Lyrikgekommen.“ Cans lyrische Bildsprache „mit ihrer Magie und Suggestionskraft aus dem Spannungsfeld orientalischer und okzidentaler Kultur“ sei verwandt mit der der jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler. Can schreibt über Toleranz und Achtung, über Respekt, Freundschaft und die Liebe – originell, rhythmisch und zielsicher. Sie schreibt Gedichte, deren Worte sich im Leser festsetzen.

Lesung mit Safiye Can – Die Kraft der Worte- Harbourfront Literaturfestival

SAMSTAG 16.09.2017 — 21:00 Uhr im Nochtspeicher, Bernhard-Nocht-Str. 69, 20359 Hamburg

Foto vom Nochtspeicher: Pauli-Pirat

GENIUS LOCI – Vom (guten) Geist des Raumes

Copyright Ole Terslose, Genius Loci, Airbrushed 3-D-Print,

91 x 81 x 160 cm, 2017

 

GENIUS LOCI – Vom (guten) Geist des Raumes.

Kunst und Design aus Dänemark: 10. September – 15. Oktober 2017

Vernissage am Sonntag, 10. September 2017, 11.30 Uhr

 Stiftung Landdrostei, Dingstätte 23, 25421 Pinneberg,

geöffnet: Mi-So 11-17 Uhr, www.drostei.de

Kuratorin: Dr. Barbara Aust-Wegemund, ahc projects Hamburg

 

Anlässlich des 250jährigen Jubiläums beleuchtet die Drostei erstmals die zeitgenössische Kunst-und Designszene aus Dänemark. Enge kulturelle Verflechtungen zwischen Deutschland und Dänemark existieren seit Jahrhunderten. Die Kuratorin und Kunsthistorikerin Dr. Barbara Aust-Wegemund hat das Konzept zur Ausstellung entwickelt mit dem Titel, „Genius Loci – Vom (guten) Geist des Raumes“ und dänische Kreative aus den Sparten Bildende Kunst und Design eingeladen, die Drostei als Ausstellungsort zu bespielen. 

In der römischen Mythologie bezeichnete der GENIUS LOCI die Schutzgottheit eines Ortes oder eines Tempels, die auf Menschen und Orte positiv wirkte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo der GENIUS LOCI heute in Zeiten der Globalisierung zu finden ist, ob in virtuellen, realen, kollektiven Räumen, im Rückzugsraum des Privaten, im öffentlichen, urbanen oder natürlichen Raum einer gewachsenen Landschaft.

Copyright Mads Dahl Pedersen,

Nature Hand Made, Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm

Copyright Tine Bay Lührssen

Detail aus der Installation Focusing Something

 

Zu den Exponaten gehören Raumbezogene künstlerische Projekte, die in der Drostei entstanden sind und auf den Raum Bezug nehmen sowie Arbeiten aus den Ateliers von Ivan Andersen (Malerei), Claus Bjerre (Design), Nynne Faerch & Majken Mann (Design), Lise Harlev (Concept Art), Tine Bay Lührssen (Installation), Mads Dahl Pedersen (Malerei), Kirsten Schauser (Malerei), Hartmut Stockter (Installation), Ole Terslose (Computer/ Multimedia).

 

                                  Copyrights Design Duo Nynne Faerch/ Majken Mann,

                     RUGchair, Ahornholz, Wollfilz