Charlotte Gainsbourg kommt in den Mojo Club

Charlotte Gainsbourg ist Schauspielerin und Tochter berühmter Eltern, aber all das kann man ebenso getrost vergessen, wenn man sich auf ihre Musik einlässt. Dann spürt man nämlich, dass sie auch eine begnadete Sängerin und Texterin ist.

Charlotte Gainsbourg hat das fast Unmögliche geschafft, nämlich in die Fußstapfen ihrer in Frankreich seit langem verehrten Eltern Serge Gainsbourg und Jane Birkin zu treten, und sich trotzdem als souveräne und eigenständige Künstlerin zu etablieren. Gainsbourg veröffentlichte ihren ersten Song bereits im Alter von 12 Jahren, damals noch auf einem Album ihres Vaters. Es folgten fünf eigene Alben. Auf ihrem letzten Album „Rest“ knüpft sie an den laziven Chanson an, wie ihn Serge Gainsbourg perfektionierte. Wobei Charlotte Gainsbourg auf dann doch wieder ihr ganz eigenes Ding macht und dem Chanson mit sphärischem Pop und funky Beats anreichert und ihn dadurch modernisiert. Im März stellt die 46-Jährige ihre neuen Songs in Deutschland bei zwei Konzerten in Hamburg und Berlin live vor.

Am 21. März kommt die französisch-britische Ausnahmekünstlerin, die in New York wohnt, in den Mojo Club.

Charlotte Gainsbourg im Mojo Club, Reeperbahn, Hamburg

21. März 2018, Einlass 19 Uhr

Warum lacht Herr W.?

Am 9. Januar 2018 eröffnet der preisgekrönte Dokumentarfilm „Warum lacht Herr W.?“ das diesjährige Programm des St. Pauli Dokumentarfilmsalons mit einer Aufführung im Kino B-Movie.
Der Künstlerportraitfilm ist eine gemeinsame Produktion drei Hamburger Künstler der Ateliergemeinschaft Die Schlumper und der Berliner Filmemacherin Jana Papenbroock.

Während das umstrittene Bundesteilhabegesetz zur Aufhebung der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt aktuell in Kraft tritt, führt der Film bereits spielerisch vor, wie Inklusion funktionieren kann.

Herr W. (Horst Wässle) ist ein Mann, der oft und gern aus vollem Herzen lacht. Zusammen mit seinen Freunden Herrn K. (Bernhard Krebs) und Herrn G. (Michael Gerdsmann), sind sie Mitglieder einer Hamburger Ateliergemeinschaft von autodidaktischen KünstlerInnen mit unterschiedlichen Behinderungen.

Anstatt Kunst als Befreiungsmöglichkeit von der normativen Gesellschaft zu interpretieren, wie die meisten „neurotypischen“ KünstlerInnen, ist Kunst ihnen im Gegenteil ein Mittel, um an der Gesellschaft teilzuhaben und sich als Gemeinschaft zu solidarisieren. Was wie eine Gesellschaftsutopie wirkt, in der KünstlerInnen sich unterstützen anstatt miteinander im Wettbewerb zu stehen, funktioniert in dieser Gemeinschaft mit subversiver Heiterkeit.

Der Film ist eine inklusive Produktion, die gemeinsam mit den sich außergewöhnlich poetisch und gewitzt ausdrückenden Protagonisten, die mit ihren eigenen Videokameras drehten, realisiert wurde.

Die gebürtige Hamburgerin Jana Papenbroock arbeitet als freiberufliche Filmemacherin und Videokünstlerin in Berlin. Sie studierte Film und Medienkunst in Paris und Köln an der Kunsthochschule für Medien. Ihre anthropologischen Arbeiten, die um Themen der Repräsentation, Subjektivierung und unterschiedlichen Auslegungen des Begriffs des Sozialen kreisen, wurden auf internationalen Filmfestivals und in Galerien gezeigt und ausgezeichnet. Sie konzentriert sich in ihrer Arbeit auf kooperative, „neurodiverse“ und experimentelle Produktionsweisen.

Der Salon und die Bar sind ab 18:30 Uhr geöffnet. Filmbeginn ist um 20:00 Uhr. Es empfiehlt sich Plätze zu reservieren.

Warum lacht Herr W.? – St. Pauli Dokumentarfilmsalon

B-Movie, Brigittenstraße 5, 20359 Hamburg

X-mas im Mojo Club

Alle Jahre wieder… folgen am Abend vor Weihnachten 10 Hamburger Freunde, DJs und Plattensammler dem Ruf des des Mojo und bringen das Beste was ihre Plattenkisten zu bieten haben auf den Teller. Nettes Neues und rares Altes, schön gediggt und handgepickt…

Und am Ersten Weihnachtstag geht’s dann weiter mit dem berühmten SOUL ALLNIGHTER. Nun mag der eine oder andere diesen Abend als Hamburgs traditionsreichste Clubnacht, als beständigstes Weihnachtsritual der Hansestadt bezeichnen, die Herren FAB BOBY TWO und STORCH bleiben unbeeindruckt und legen auf, was ihnen unter die Nadel kommt. Und so swingt und groovt es am Ersten Weihnachtsfeiertag gewaltig auf dem Parkett unter der Reeperbahn. Kenner freuen sich auf eine lange Tanznacht, Unwissende sollten die Chance nutzen. Die FAB BOY TWO zelebrieren seit einer viertel Ewigkeit am ersten Weihnachtsabend ihre Sichtweise der Soul Musik. Classic Soul, R&B und Soul-Jazz der großen Ära bedeuten Vielseitigkeit, dynamische Beats und Grooves. Die stimulierende Note dieser Vinyl Schallplatten wirkt garantiert.

23STAR – 23. Dezember 2018 im Jazz Café, Mojo Club, Einlass: 20:00 Uhr, Eintritt:Frei
SOUL ALLNIGHTER – 25. Dezember 2018 an 22:00 Uhr, Mojo Club, Ÿ Reeperbahn 1

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

von 3. Dezember 2017 0 No tags Permalink 5

Vor kurzem waren wir bei der Lesung von Joachim Meyerhoff in der Elbphilharmonie und haben uns wirklich köstlich dabei amüsiert. Das Publikum hatte viel zu lachen während der anderthalbstündigen Lesung aus seinem neuen Buch „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“,  in dem es vor allem um Sex und Liebe geht.

Am Anfang der Biografie Meyerhoffs stand eine Kindheit auf dem Anstaltsgelände einer riesigen Psychiatrie mit speziellen Freundschaften zu einigen Insassen und der großen Frage, wer eigentlich die Normalen sind. Danach verschlug es den Helden für ein Austauschjahr nach Wyoming in die USA. Fremd und bizarr brach die Welt in den Rocky Mountains über ihn herein.

Kaum zurück bekam er einen Platz auf einer hochangesehenen, aber  verstörenden Schauspielschule, und nur die Großeltern, bei denen er Unterschlupf gefunden hatte, konnten ihn durch allerlei alkoholischen Getränke und ihren großbürgerlichen Lebensstil vor größerem Unglück bewahren.

Im neuesten Band der Biographie ist der fragile und stabil erfolglose Jungschauspieler in der Provinz gelandet und begegnet dort Hanna, einer ehrgeizigen und sehr intelligenten Studentin. Es ist die erste große Liebe seines Lebens.

Wenige Wochen später tritt Franka in Erscheinung, eine Tänzerin mit dem starken Hang, die Nächte durchzufeiern und sich massieren zu lassen. Das kann Joachim Meyerhoff wie kein Zweiter, da es der eigentliche Schwerpunkt der Schauspielschule war. Und dann ist da  noch Ilse, eine Bäckersfrau, in deren Backstube er sich so glücklich fühlt wie sonst nirgendswo. Die Frage ist: Kann das gut gehen? Natürlich nicht!

Mehr wird nicht verraten, denn das Selberlesen macht garantiert viel Spaß.

 

Hamburgs Kontorhäuser

Fotos: Michael Pasdzior

Hamburgs Kontorhäuser gehören seit 2015 zum UNESCO-Welterbe und sind längst zum Wahrzeichen der Hansestadt geworden. In ihrer Entstehungszeit waren sie vor allem Symbol einer sich dynamisch entwickelnden Metropole. Das Kontorhaus mit all seinen spezifischen architektonischen Facetten, Formen und Besonderheiten spiegelt die Ingenieurkunst und die Bauästhetik dieser Epoche wider.

Verhaltene Eleganz und zurückhaltender Luxus – Charakteristika hanseatischer Kaufleute – zeigen insbesondere die Interieurs der Häuser. Die einzigartigen Treppenhäuser, Eingangshallen und Foyers, die besondere Gestaltung von Stufen und Geländern ziehen Jahr für Jahr Scharen Architekturbegeisterter und Touristen an.

Treppenhaus im Hirschfeld Haus am Neuen Wall 19 im Stadtteil Neustadt, staircase in Hirschfeld House at Neuer Wall 19 in the city-district Neustadt

Eingangshalle im Hapag Lloyd Gebaeude, entrance lobby in Hapag Lloyd builidng

Die vielen Komponenten im Inneren, aber auch die Fassaden der Bürohäuser hat der Hamburger Fotograf Michael Pasdzior in beeindruckenden Bildern in dem schönen Bildband Welterbe  Kontorhäuser  dokumentiert. Der ganze künstlerische Zauber der Kontorhäuser wird mit Hilfe der exakt recherchierten Texte von Autor Bernd Allenstein verständlich. Sie erzählen von der Baugeschichte, vom Charakter der städtischen Umgebung, in denen die Häuser stehen und erinnern aber auch an längst vergessen geglaubte Geschichten.

Die Auswahl der Kontorhäuser bietet dem Leser einen spannenden Einblick in die Entwicklung des Hamburger Kontorhauses von der Jahrhundertwende bis zum Zweiten Weltkrieg und liefert nicht nur Architekturbegeisterten Wissenswertes, sondern lässt auch Hamburg-Kenner Besonderheiten und bisher Unbekanntes entdecken.

 

Ach, wie verstörend, spannend, großartig ist doch das Älterwerden

Mein Lieblingsthema im Moment. Eigentlich ist das Älterwerden eine zutiefst demokratische Sache. Alle werden älter: der Postbote, das Baby, der Pubertärling, der Manager mit dem SUW, die jungen Frauen, die Nachbarn, ja, und ich. Endlich mal etwas, das wirklich jeden betrifft. Tolle Sache also.

Wenn ich, Ende 50, zurückgucke: So viel Wissen und Erfahrung gemacht, so viele Gedanken gedacht und Worte gesagt, Fehler gemacht, viel geschämt, gelernt daraus. Soviel geliebt, gelebt, mit Männern, ohne Männer. Ehen geschlossen, Ehen geschieden, mit Freundinnen gequatscht. Tonnen von Schuhen verschlissen, Hunderte Bücher gelesen. Geld verdient und Geld verzockt. Kinder groß gemacht, Chefs überlebt, Sträucher gepflanzt, zahllose Probleme gelöst und genauso viele geschaffen. Menschen genervt, Menschen getröstet, Liebe gefunden, Liebe verloren, kübelweise Tränen gelacht. Angst durchstanden, Zweifel zerkaut. Lebenslügen zerschreddert und falsche Erwartungen gleich mit. Welch ein Fundus an Sein!

Viel zu schade für „Anti Aging“, zu schade zum Wegglätten, weglasern, wegmachen. Warum soll ich so tun, als wäre ich nicht ich? Aber was bin ich denn nun? „Silver Surferin“, nee. „Seniorin“? Bitte nicht. Weder die praktische Kurzhaarfrisur, noch das Beige und der Gesundheitsschuh treffen mein Lebensgefühl. Ich will auch nicht auf Kreuzfahrt gehen, keine Fahrradtouren mit E-Motor machen. Ich lebe noch.

Wir haben keine Sprache für das Älterwerden, wir sind so unfassbar verkrampft. Wir belabeln das Älterwerden, als wäre es so eine Art Krankheit, als wäre es toxisch. Hallo!

Ich sehe anders aus als mit 30 und fühle mich schön, mein Hirn arbeitet frisch – ohne „trotzdem“. Ich habe eine Zukunft, die wird kürzer, aber das geht ja schließlich allen so, siehe oben. Sie ist deshalb nicht minder lebendig, nicht minder intensiv. Wie hat der wunderbare, kluge Roger Willemsen einmal gesagt: „Das Leben lässt sich nicht verlängern, aber es lässt sich verdichten.“

Wir können jede Sekunde damit anfangen, Neues beginnen. Sehnsüchte verwirklichen, in Angriff nehmen, was während der sogenannten Rush hour des Lebens zu kurz gekommen ist. Es war doch nie Zeit zwischen Kinder erziehen/Haus bauen/Job. Das irre Privileg der späteren Jahre ist, dass Energie frei wird und der Blick raus aus dem heimischen Kokon nach draußen gehen kann. Was kann ich tun, um die Welt ein bisschen besser zu machen? Diese einfache naive Frage birgt mehr Anregung und Abenteuer als die nächste Reise auf dem Kreuzfahrtschiff. Die Denkschablonen aufknacken, scheinbar eherne Gewissheiten in Frage stellen – und schon rockt das Leben. Brauchen wir den ganzen Kram um uns herum? Welche Rituale, mit denen wir uns eingerichtet haben, sind wirklich wichtig? Welche Menschen, mit denen wir gewohnheitsmäßig unsere Zeit verbringen, verdienen diese Zeit? Worauf freuen wir uns im nächsten Jahr? Auf was in unserem Leben sind wir stolz? Auf was nicht?  Manchmal habe ich das Gefühl, dass mich das Älterwerden näher an die Essenz der Dinge führt. Das finde ich verstörend, spannend, großartig. Über all das möchte ich reden. Wer macht mit?

Stille! Annette Meincke-Nagy & Marc Bronner

Stille! lautet der Titel der Ausstellung mit Werken der in Hamburg lebenden Künstler Annette Meincke-Nagy und Marc Brönner. Die Vernissage in der HOLTHOFF-MOKROSS Galerie war rappelvoll und viele Besucher begeistert von den neuen Werken.

In unserer reizüberfluteten Welt sehnen wir uns ja oft nach Stille und sowohl die Figuren von Annette Meincke-Nagy, als auch die Personen in den Bildern von Marc Bronner, halten inne, schweigen und sinnieren. Die Pappmaché-Büsten der Hamburger Künstlerin wirken ein wenig wie aus der Zeit gefallene Tagträumer, die durch ihre Unaufdringlichkeit und Introvertiertheit und ihre schlichte, schweigende Ästhetik besonders reizvoll wirken.

Interessant ist die Ausstellung auch durch die Kombination mit den neuen Gemälden von Marc Bronner. Die kleinformatigen Öl-Arbeiten greifen den Fotorealismus der 70er Jahre auf. Auch die von ihm dargestellten melancholischen Personen scheinen in Stille erstarrt und die nostalgischen Kulissen, die an alte deutsche Krimiserien erinnern, lassen uns fragen, was sie wohl zu verschweigen haben.

Marc Bronner

Seine typischen Bilder entstehen in einem zeitaufwendigen von minuziöser Präzision geprägten Malprozess die seine Werke sowohl real als auch irreal erscheinen lassen.

Stille – Annette Meincke-Nagy & Marc Bronner in der HOLTHOFF-MOKROSS Galerie – Fischers Allee 70
22763 Hamburg

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. November 2017

Salman Rushdie liest in der Elbphilharmonie

Foto: ©Beowulf Sheehan

Im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals stellt Rushdie seinen neuen Roman GOLDEN HOUSE vor.

Zugegeben, durch den Anfang des ziemlich überdrehten und überspitzten Romans musste ich mich durchkämpfen, aber dann lässt er einen nicht mehr los. Golden House erklärt unsere verwirrende Welt so treffend, unterhaltsam und weitsichtig wie wenige Romane es können. Der brillante indisch-britische Geschichtenerzähler, der mit allen literarischen Wassern gewaschen ist, erfasst den heutigen irritierenden Zeitgeist und zeichnet mit größter Detailgenauigkeit ein treffendes Bild unserer Zeit in dieser mit Klischees gespickten Kriminalgeschichte.

Im Kern von Salman Rushdies Thriller steht eine amerikanische Einwanderergeschichte. Aus der Perspektive des New Yorker Filmemachers René Unterlinden schildert Rushdie die Geschichte eines Familienclans um den Patriarchen und Immobilienhai Nero, und seiner drei Söhne, die in die direkte Nachbarschaft zum Ich-Erzähler einziehen.

Der Protagonist Nero Golden kommt aus einem Land, dessen Namen er nie wieder hören wollte, seit er mit seinen drei erwachsenen Söhnen  nach New York gezogen ist und sich eine junge Russin zur Frau genommen hat. Der junge Filmemacher René, der nebenan wohnt, ist zunächst fasziniert von der Familie, die ihm besten Stoff für ein Drehbuch liefert: Aufstieg und Fall eines skrupellos ehrgeizigen, narzisstischen und mediengewandten Schurken, der Make-up trägt und sich die Haare färbt. René Unterlinden wird zum Zeugen und Chronisten des dekadenten Treibens im Golden House und später auch zum Mitwirkenden an einer Tragödie, die klassische Ausmaße annimmt und in einem apokalyptischen Feuer endet.

Salman Rushdie, der heute in New York lebt, erfasst diese Stadt und ihre Bewohner und zeichnet mit großer Erzählkunst ein Bild davon. Dieser Roman zeigt aufs Neue, dass Rushdie einer genialer Geschichtenerzähler ist.

Harbour Front Literaturfestival – Salman Rushdie: Golden House

Lesung in der Elbphilharmonie, Großer Saal

15. Oktober 2017 um 20.00 h

Foto: Maxim Schulz

Premiere in Berlin: Knigge in Kabul

UFA – Upset Feminists of Afghanistan ist eine Gruppe feministischer Männer aus Afghanistan, die das Unmögliche fordern: die Abschaffung des kapitalistischen Patriarchats, die Feminisierung von Politik, Wirtschaft und Kultur, einen neuen afghanisch-feministischen Knigge. Ihre Strategie: mit kritischer Theorie und Puppenspiel die totale Umwälzung der Verhältnisse.

Es spielt das afghanische Theaterkollektiv AZDAR/PARWAZ, bestehend aus: Gulab Jan Bamik, Said Edris Fakhri, Abdul Mahfoz Nejrabi, Sulaiman Sohrab Salem und Homan Wesa.

Die Schauspieler und Puppenspieler von AZDAR/PARWAZ leben in Kabul und sind für acht Monate in Deutschland. “Knigge in Kabul” ist eines von drei Projekten, die sie hier realisieren. In Afghanistan ist das Kollektiv bekannt für seine Märchenbearbeitungen („The Goat And The Wolf“, „Hans Im Glück“), dramatisierte Erzählungen („Le Petit Prince“, „Tale Of A Tiger“) und ihre politischen Stücke („Heart Beat – Silence After The Explosion“).

Saal_Heimathafen_Neukölln (c)Verena_Eidel

Knigge in Kabul

Inszenierung: Max Martens
Text und Konzept: Jana Papenbroock
Projektmanagement: Julia Haebler

Heimathafen Neukölln, Berlin, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin, Tel, +49305-682-1333

FR 06.10. 2017 19:30 UHR |STUDIO (Premiere)

Sa 07.10.2017 19:30|STUDIO

LA FLEUR: DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE

Das Stück DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE der Berliner Regisseurin Monika Gintersdorfer und des ivorischen Choreografen Franck Edmond Yao feiert am Donnerstag dieser Woche auf Kampnagel sein Deutschlanddebüt. Gemeinsam sind die beiden Teil des erfolgreichen Tanz- & Performancekollektivs Gintersdorfer/Klaßen. Mit La Fleur gründeten sie im Jahr 2016 eine brandneue Compagnie – mit internationalen Tänzer*innen, DJs, Schauspieler*innen und Showbizstars. Die erste Produktion der Gruppe DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE feierte im Mai 2017 bei den Wiener Festwochen Uraufführung.

Mit DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE stellen LA FLEUR zugleich ein neues Genre vor: als „getanzte Literatur“ geht das Stück zurück auf „Das Mädchen mit den Goldaugen“ des französischen Autors Honoré de Balzac. Vor 215 Jahren geboren schuf er in seinen Romanen ein umfassendes Sittengemälde Frankreichs, in dem er die Bestrebungen aller Gesellschaftsschichten in einem sich erst etablierenden Kapitalismus beschreibt. Seine scharfen Beobachtungen der wirtschaftlichen Ungleichheiten und der machtorientierten Gesetze der Großstadt kommen aus seinem direkten Erleben. Unablässig transformiert er eigene Verstrickungen in seine Romanfiguren. Im Team von La Fleur finden diese Figuren eine aktuelle und reale Entsprechung: so stammen die Spieler*innen unter Anderem aus der Elfenbeinküste und den sogenannten Banlieues, den sozialen Brennpunkten in den Pariser Vorstädte. In den westlichen Metropolen ankommend begegnen sie, in den Metropolen des Westens angekommen, nicht nur einer Mischung aus Luxus und Moden, Haltungen und Styles, sondern auch einer auf Abschottung beruhenden Einwanderungspolitik und einer unsichtbaren, aber wirksamen Klassentrennung, die ihrem sozialen Aufstieg im Wege steht. Die Künstler*innen geben sich mit diesen Beschränkungen aber nicht ab: auf der Bühne wie im wahren Leben wechseln sie ihren Status nach Belieben, frei nach dem Prinzip: „Bestimme selbst, wer du sein willst“.

Künstlerisches Team und Besetzung: Monika Gintersdorfer (Gründerin LA FLEUR/Regie), Franck Edmund Yao (Choreografie), Katia Flouest, Annick Choco, Cora Frost, Elise Graton, A. Kone, Lino Makebo, Meko, Mishaa, Reyod, Madou Sanguin, Marion Siefert, Matthieu Svetchine, Elisabeth Tambwe, Christin Vahl,  Carlos Gabriel Martinez

LA FLEUR: DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE- Kampnagel, Jarrestraße, Hamburg

  • Do, 05.10.2017 20:00 [Deutschlandpremiere]
    Kampnagel – K2
  • Fr, 06.10.2017 20:00 
    Kampnagel – K2
  • Sa, 07.10.2017 20:00 
    Kampnagel – K2