„Willkommen auf Deutsch“: Appel ist überall

Foto: Pier 53

Stellen Sie sich vor, es würde beschlossen, in Hamburg-Mitte 36.000 Flüchtlinge unterzubringen. Vermutlich gäbe es darauf eine Reaktion der Anwohner. So war es auch in Appel, einem 400-Einwohner-Dorf im Landkreis Harburg. Dreiundfünfzig Asylsuchende sollten hier in einem ehemaligen Altenheim Platz finden. Carsten Rau und Hauke Wendler haben darüber einen Film gemacht. Eine Dokumentation, die ein Jahr lang beiden Seiten folgt: den Neuankömmlingen, die sich nach einem Zuhause sehnen und den Ortsansässigen, die sich von der Politik übergangen fühlen. Malik und Larisa genauso wie Herrn Prahm und Frau Oelker. Die Regisseure geben der Asylfrage Gesichter und Stimmen.

„Willkommen auf Deutsch“ schildert, was passiert, wenn der Nachbar plötzlich Syrer, Tschetschenin oder Pakistani ist. Der Dokumentarfilm zeigt die achtzigjährige Ingeborg, die sich rührend um die kleinen Flüchtlingskinder kümmert und nimmt den Zuschauer in der nächsten Szene mit auf die Gemeinderatssitzung, bei der die Bürgerinitiative versucht, das Flüchtlingsheim zu verhindern.

Das Geschehen spielt sich ganz in unserer Nähe ab: Im Landkreis Harburg, der sich zwischen der Lüneburger Heide und Hamburg erstreckt. Zwischen Backsteinhäusern, Weideland und dem täglich zweimal fahrenden Bus nach Winsen scheint hier die Welt noch in Ordnung zu sein. Bis das Weltgeschehen die Idylle einholt und die Landkreisverwaltung den Gemeinden Appel und Tespe Flüchtlinge zuteilt. Stellvertretend für 295 Landkreise in Deutschland zeigt der Film, wie ganz ’normale‘ deutsche Bürger mit Asylbewerbern umgehen – im Positiven wie im Negativen.  Was passiert, wenn Menschen aufeinander prallen, die sich fremd sind? Sehen Sie es ab sofort im Abaton.

 

Der Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“ läuft ab sofort im Abaton. Am 30. März um 20 Uhr kommem neben Regisseur Hauke Wendler auch Helga Rodenbeck (Runder Tisch Blankenese. Hilfe für Flüchtlinge), Claudia Pausch (Flüchtlingsinitiative am Holstenkamp) und Dietrich Gerster (Referent Menschenrechte und Migration ZMÖ) zur Vorstellung. Am 8.+29. April um 20 Uhr ist der Regisseur Hauke Wendler vor Ort. 

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