Vier Schwestern, 40 Jahre: So schön sind die Spuren des Lebens

Nicholas Nixon, 1975

Nicholas Nixon, 1975, New Canaan, Connecticut

Eines Tages, es ist fast 40 Jahre her, fragte der amerikanische Fotograf Nicholas Nixon seine Frau, ob er sie und ihre drei Schwestern fotografieren dürfe. Er durfte, und daraus entstand ein Projekt, das ihn ein Leben lang begleitete. Jedes Jahr fotografierte er die Schwestern seitdem, 40 Bilder. Immer in der selben Reihenfolge stehen sie und schauen mit dem gleichenpräsenten Blick ins Bild. Es ist, als  schauten sie einen direkt an: Hallo, hier sind wir, Heather, Mimi, Bebe und Laurie. Bebe, die Zweite von rechts, ist die Frau des Fotografen. 40 Bilder: Es ist faszinierend, die Entwicklung dieser Gesichter zu sehen, in den ersten Jahren verändern sie  sich kaum, nur langsam weicht der Schmelz; man schaut zu, wie  das Leben sich eingräbt, und dann kommen die Spuren des Alters plötzlich ganz schnell, wie im Zeitraffer. Was beeindruckt, über all die Jahre, ist die Schönheit dieser Frauen, die Klarheit und Intensität ihres Blicks. Und die Verbindung, die aus jedem Foto spricht: Wie sie dastehen, sich beiläufig anfassen, das zeugt von einer lebenslangen Intimität, die neidisch macht. Aber wer sagt, dass es wirklich so ist. Was ihnen im Leben widerfahren ist, ob sie geliebt, gelitten, ihr Glück gefunden haben, darüber sagen die Fotografien  nichts. Und auch ihre wahren Gefühle zueinander – da halten die vier Schwestern dicht.

Im November stellt Nixon seine Serie im MoMa in New York aus (liebe Hamburger, gerade im November lohnt sich ein Trip nach NY…)

Diese beiden Fotos stammen von der Website des New York Times Magazine www.nytimes.com. Alle 40 sind hier zu sehen, inklusive der  letzten Aufnahme, die Nicholas Nixon zum ersten Mal präsentiert.

Nicholas NIxon, 2014

Nicholas Nixon, 2014, Wellfleet, Massachussets
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