Teresa Bergman @ Lange Nacht der Museen

Eigentlich wollten wir so viel. Denn es gab ja auch so viel zu entdecken: Unter dem Motto „Forsch Dich durch die Nacht“ hatten 59 Museen vergangenen Samstag zur Langen Nacht der Museen geladen. 870 Veranstaltungen standen zur Auswahl. Zum Beispiel hätte ich mich sehr gerne auf die Spur von Giftmischerinnen im Altonaer Museum begeben. Fast genauso gerne wollte ich mir die ethnologische Forschungspraxis der Fünfziger Jahre im Museum für Völkerkunde anschauen.

Tja, das alles muss ich ein anderes Mal tun. Wir haben uns noch einen Teil der riesenhaften Bilder von Roberto Longo angeschaut. Ich war geflasht von seinem schwarz-weißen Adlerkopf. Auch das gemalte Triptychon mit dem Flüchtlingsboot und den Wassermassen fand ich sehr beeindruckend. Die Ausstellung „Proof“ in den den Deichtorhallen werde ich mir noch einmal in Ruhe anschauen müssen. Bis 27. Mai wird sie zum Glück noch gezeigt.

Ziemlich schnell hatten wir nämlich keine Zeit mehr. Um halb neun sollte Teresa Bergman im Rahmen der Kooperation der Langen Nacht der Museen mit Elbjazz in der Kunsthalle auftreten. Teresa und ihre Musiker haben uns dann so beeindruckt, dass wir leider nichts anderes mehr tun konnten.

Ihre warme Stimme singt, schmeichelt, scattet durch die Tonfolgen und liegt überhaupt ganz wunderbar auf dem Klangteppich, den ihr Pier Ciaccio an den Schlagzeugen, Martin Buhl am Bass und Matt Paull am Flügel und Keyboard legen. Über zwei Stunden verausgabt sich die Sängerin im fröhlichen Jumpsuit, sie betanzt, sie bespielt die kleine, feine Bühne im Werner-Otto-Saal der Hamburger Kunsthalle. Immer im Dialog mit Tammy und Luna, ihren beiden Gitarren. Beides Mädchen, wie sie erzählt um die weibliche Quote auf der Bühne zu schaffen. Die beiden untermalen ihr musikalische Gespräch mit den drei Jungs auf der Bühne und uns auf den Stühlen gegenüber. Und ihr Publikum geht mit, lauscht unterhalten, moovt ein wenig mit. – „Sitztanzen“ nennt Teresa es. Die Musiker nehmen uns mit, spielen begeistert, so sehr, dass Teresa gegen Ende im Eifer des Gefechts mehrfach bitte: „Ach bitte bleibt doch noch ein wenig.“ Und das tun wir sehr, sehr gerne.

Am ersten Wochenende im Juni findet das diesjährige Elbjazz Festival statt. Einen wunderbaren Grund hinzugehen, haben wir gerade kennen gelernt.

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