Per App besondere Läden in Hamburg entdecken

Auch im Zeitalter großer Handelsketten und Online-Shops hat das Stöbern in kleinen alternativen Läden seinen Reiz nicht verloren. Oftmals wissen wir jedoch nicht genau, wie viel unser Viertel wirklich zu bieten hat und welche Seitenstraße sich vielleicht besonders lohnt erkundet zu werden. Aber, es gibt sie noch – die kleinen Läden mit Charme.

Zwei junge Hamburger haben dafür eine App namens FINDELING entwickelt, die als Wegweiser zu Hamburger Geheimtipps abseits des Mainstream dienen soll. So soll ausgefallenen kleinen Geschäften zu mehr Aufmerksamkeit im Internet verholfen und der „buy local“-Gedanke gefördert werden.

Die App für iPhone und iPad funktioniert zunächst wie eine Suchmaschine: Über eine Produkt- oder Markensuche kann gezielt nach passenden  Geschäften um Umkreis gesucht werden. Wurde ein neuer Lieblingsladen entdeckt, kann man diesem folgen, um alle Neuigkeiten und Angebote dieses Geschäfts in der App zu erhalten. FINDELING will so als Inspirationsquelle vor dem Einkaufsbummel dienen und zum Ladenbesuch in der Nachbarschaft einladen.

Bei FINDELING lassen sich aktuell etwa 150 Geschäfte im Hamburger Südwesten, vor allem in den Stadtteilen Sternschanze, St. Pauli, Altona und Eimsbüttel finden. Die App steht  kostenlos für iOS-Geräte oder unter www.findeling.de zur Verfügung.

Neuigkeiten

Offbeat „Yoga“ mit live Musik vom Ensemble Resonanz

Foto: Francois Zuidberg, Ensemble Resonanz

Ein Yogakurs mit Lisa Stepf zwischen Beethoven und Schubert, live gespielt vom Ensemble Resonanz.

Der Abschluss der Offbeat-Saison des Ensemble Resonanz ist ein besonderes Experiment für die Ohren: Das Ensemble Resonanz spielt zweimal das Adagio aus dem Streichquartett in cis-Moll von Ludwig van Beethoven, dazwischen wird 75 Minuten Hatha-Yoga gemacht. Wer mitmacht kann der Frage nachgehen: Hören wir sitzend in Konzert-Manier anders wie im Liegen, körperlich entspannt und konzentriert?

Pressekonferenz Ensemble Resonanz im Medienbunker in der Feldstrasse, Hamburg, 22.Mai 2014

Ensemble Resonanz im Medienbunker in der Feldstrasse, Hamburg

Mittwoch, 10.06.2015, 19 Uhr, Resonanzraum St. Pauli im Bunker, Feldstraße 66, Hamburg . Eintritt € 10. Um Anmeldung wird gebeten an offbeat@ensembleresonanz.com.

Strange Flatmates: Where the Fab Four Meet the Holy Trinity

St.Joseph Church in Hamburg-St.Pauli
Ein Beitrag von Ryan Gresham. Der ELBSALON.de hat einen neuen Autor. Ryan Gresham wird ab jetzt regelmäßig Beiträge schreiben. Ryan ist Amerikaner und lebt schon sehr lange im Hamburg. Er ist freiberuflicher Autor und schreibt am liebsten auf Englisch. Da sicherlich die meisten unserer Leser Englisch verstehen und sich unsere englischsprachigen Leser feuen werden, lassen wir die Texte im Original. Viel Spaß beim Lesen!

When John Lennon famously lobbed one of his PR grenades in the mid-60s by saying that the Beatles were bigger than Jesus, he was, of course, just fudging: the ranks of Christians had swelled to over a billion by then, while Lennon’s quartet, already descending from their apex, hadn’t moved half that number of albums. Not bad from the ex-mop tops, naturally, but less messianic than reported.

One might wonder how many Beatles nuts, while sailing down Hamburg’s Große Freiheit from beginning to end some evening, recall Lennon’s comment. That’s because the well-worn St. Pauli jaunt, and one-time Lennon playground, starts at the Beatles memorial at the Reeperbahn intersection, but finishes (at least the really loud and lurid stretch of it) at another monument to superstardom: St. Joseph Catholic Church. Passersby will find the high brick facade of the rather diminutive Baroque chapel quietly watching over them from behind a low wall and iron gate – and, fittingly, staring down one of the Beatles’ earliest Hamburg haunts: Bruno Koschmider’s now legendary Kaiserkeller club across the street.

The picture is, of course, rife with weirdness: a shrine to Hamburg’s illegitimate English sons sparkles at one end of the road, while an homage to the Christian God’s one and only son hunkers down at the other; odd bookends on a kooky thoroughfare. In fact, a hall of worship silently lurking amid the neon and noise of an amped-up circus like the Große Freiheit is a good example of what makes Hamburg such an interesting town: a city where old and new often knock heads in a running spat over attention and relevancy.

St. Joseph – which will celebrate its 300th birthday not too long from now – was the first Catholic church built in northern Europe after the Reformation. It’s also a fine example of early 18th century, single-nave Baukunst. You might want to check it out for those reasons alone. But you might also want to drop by to see how, at least in this corner of the world, Jesus and rock and roll are getting on.

St. Joseph Church, Große Freiheit 43, Hamburg

 

Mein Feierabendbier und gute Gespräche über Freundschaft

Café Miller, St. Pauli

Vor ein paar Tagen, es war ein herrlich warmer Abend, saß ich nach der Arbeit vor dem Café Miller in St. Pauli, um bei einem Bier meinem Kopf zu entspannen. Das Café Miller ist  eine kleine etwas schrummelige und angenehm unaufgeregte Bar mit einem guten Angebot an Getränken, guter Musik und guten Sandwiches. Eine Freundin, die St.Pauli gut kennt, hat mir diese Kneipe mal gezeigt, und nach einem vollen Tag im Medienbusiness mit seinen Eitelkeiten Angestrengtheiten genieße ich es, in dieser völlig anderen Umgebung ein Weilchen „abzuhängen“. Während ich nun mein Bier trank, diskutierten am Nebentisch drei junge Männer und unterhielten sich über Freundschaft. Wieviel Verbindlichkeit darf eine Freundschaft verlangen? Darf eine Freundin, die heiratet, erwarten, dass man quer durch Deutschland fährt, um dabei zu sein, auch wenn einem gerade nicht danach ist und man etwas anderes vorhat? Wieviel Freiheit darf eine Freundschaft kosten? Und wieviel Pflege darf sie beanspruchen? Einmal im Jahr entspannt zusammen sein, sei ihm doch viel lieber, als regelmäßige gequälte Verabredungen, sagte einer. Das Ritualisierte stoße ihn ab, man soll sich treffen, wenn an Lust hat, und wenn das nur einmal im Jahr sei, dann sei es gut. Echte Freundschaft verlange kein ritualisiertes Beisammensein. Die anderen stimmten ihm zu. Ich habe das anders gelernt: Zur Pflege einer Freundschaft gehört, dass man sich regelmäßig begegnet. Auch wenn man  sich manchmal aufraffen muss. Für eine Freundschaft muss man etwas einsetzen, wenn die Freundin heiratet, ist man dabei, gar keine Frage. Die jungen Männer mit den Käppis sehen das anders. Sie sehen diese Notwendigkeit nicht, ihr Freundschaftsbegriff ist unverbindlicher. Sie haben offenbar keine Angst, dass eine Freundschaft verbleicht, wenn man sich nicht ständig darum kümmert. Oder ist es ihnen egal? Das glaube ich nicht, weil sie mit einer solchen Ernsthaftigkeit darüber diskutierten. Sie vertrauen darauf, dass ihre eher lässige Definition von Verbindlichkeit einer Bindung nicht im Weg steht. Das finde ich interessant. Eigentlich hätte ich mich gern zu ihnen gesetzt, um mit zu diskutieren. Ich hätte gern mehr von ihnen  gehört.

Café Miller
Detlev-Bremer-Str. 16
20359 Hamburg – St. Pauli

Café Amphore

Nur wenige Besucher des Café Amphore wissen noch, dass hier früher mal ein bekannter und berüchtigter Sex-Club war, in dem sich, so der Mythos, selbst Mick Jagger und die Rolling Stones vergnügt haben sollen. Damals gab es noch nicht die schönen Außenplätze mit dem sensationellen Blick über dem Hafen, sondern nur den Club mit einer kleine Bühne und Séparées. Auf einer kleinen Bühne wurden Sex-Shows gezeigt und Gäste machten zu vorgerückter Stunde munter mit. Der Club bezeichnete sich, wegen seiner wilden Sex-Orgien auch als „Hafen der Lüste“ und Geschäftsleute, Medienmacher, Musiker, Politiker und andere Männer gaben sich hier die Klinke in die Hand. Jetzt gibt es hier von 10.00 h bis 15.00 h köstliches Frühstück, z. B. italienisches mit Ciabatta und Mortadella oder bayerisches mit Weißwurst und süßem Senf. Nachmittags gibt es Snacks und später eine kleine Abendkarte, alles zu fairen Preisen. Das Café drinnen ist eher schlicht und unspektakulär, aber die Lage und Atmosphäre draußen bei gutem Wetter machen das wett. Super zum Chillen und entspannen, Leute und Schiffe gucken., denn die Straße ist autofrei. Abends gibt es hier, in unregelmäßigen Abständen meist Donnertags, mit einem DJ von sieben bis Mitternacht, „early vibes“ und manchmal auch Live Musik-Performances. Das Café Amphore liegt in der Hafenstraße mitten in St. Pauli, das zum Glück immer noch seinen rauhen Charme und Hautgout hat.

 Café Amphore, Hafenstraße 140, 20359 Hamburg St. Pauli