Hanna Schygulla liest Fassbinder »Im Land des Apfelbaums«

Anlässlich des 70. Geburtstages von Rainer Werner Fassbinder (*31.5.1945) liest Hanna Schygulla aus seinen ersten Werken.

In »Im Land des Apfelbaums« begegnet man in knapp fünfzig Gedichten und einigen Kurz-geschichten dem Künstler, der später die Kulturwelt wie kein Zweiter erstaunen ließ. Wir finden hier den 17-jährigen Fassbinder, der schon Zeichen setzt; den verzweifelten, gebeutelten, sehnsüchtigen Visionär und unaufhaltsamen Rebell. Seine ersten Gedichte lassen schon den zukünftigen Fassbinder erahnen. Den Fassbinder, der den Boden, auf dem er steht, umpflügt, um das unterste zu oberst zu kehren.

2_HannaSchygulla_c_jimrakete

Hanna Schygulla liest Fassbinder am: 19/6/2015 / 20 Uhr im SchauSpielHaus -Karten unter Tel. 040.248713 / kartenservice@schauspielhaus.de /
Fotos: Hanna Schygulla © Jim Rakete / Schirmer und Mosel

Welt-Klimakonferenz – Ein Projekt von Rimini-Protokoll

Vom 30. November bis zum 11. Dezember 2015 wird in Paris die 21. Weltklimakonferenz, die COP 21, stattfinden. Experten und Politiker sind sich einig: dies muss die entscheidende Konferenz werden, es ist die letzte Möglichkeit der Weltgemeinschaft, sich auf verbindliche Lösungsansätze zu verständigen, um die Erwärmung der Erde in den nächsten Jahrzehnten im viel besprochenen 2-Grad-Limit zu halten. Die jährlich stattfindenden Klimakonferenzen – „Conferences of the Parties“ (COP) – sind politische und mediale Großereignisse mit einer eigenen Struktur und Dramaturgie. Es wird um Zahlen und Formulierungen gerungen, Allianzen werden geschmiedet, Aktionspläne in Gang gesetzt – und vieles wird in kleinen Gruppen neben dem Hauptplenum verhandelt. Was im Original in drei Wochen abläuft, hat das Künstlerkollektiv Rimini Protokoll zu einer dreistündigen, modellhaften Simulation zusammengefasst.

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll. Auf dem Foto: Dr. Vera Schemann © Visarut Namsiripongphan / Kunstschule Wandsbek

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll. Auf dem Foto: Dr. Vera Schemann © Visarut Namsiripongphan / Kunstschule Wandsbek

Die Zuschauer nehmen dabei die Position der Delegierten ein, sie treffen sich zum Plenum im großen Saal des SchauSpielHauses, gehen in kleineren Gruppen durch das gesamte Theater zu länder- und themenspezifischen Meetings. Geführt werden sie dabei von achtzehn Experten aus der Klimaforschung, aus der Politik und von gesellschaftlichen Organisationen, die Hintergründe und Fakten zum Ringen um eine internationale Klimapolitik präsentieren. Wie kommt es zu den Resolutionen bei einer Klimakonferenz? Wie verlaufen die Abstimmungen, und wie treffen die 196 Delegationen einstimmige Entscheidungen? Wie werden einzelne Länder gezielt überhört? Welche Delegationen sind die Blockierer – die Dinosaurier des Tages? Bei der »Welt-Klimakonferenz« im SchauSpielHaus bekommen die Zuschauer nicht nur die wichtigsten Fakten von Experten präsentiert, sie können vor allem die Konflikte, den Diskurs der widerstreitenden Meinungen und Interessen hautnah erleben.

12_wkk_rangfoyer_Melina Wagner

Jede Vorstellung wird an die aktuelle Situation der Verhandlungen zwischen und während der Klimakonferenzen angepasst, so dass an jedem Abend immer auf dem neuesten Stand der Entwicklungen diskutiert und verhandelt wird.

Zum letzten Mal in dieser Spielzeit:  Am: 11/6/2015 / 20 Uhr / SchauSpielHaus

Fotos: Melina Wagner und  © Visarut Namsiripongphan / Kunstschule Wandsbek

Ulrich Matthes liest Balladen

Foto: Ulrich Matthes, Copyright: privat

Wurden Sie zu Schulzeiten auch dazu verdonnert, »Das Lied von der Glocke« auswendig zu lernen? Wenn ja: Gehen Sie zur Lesung von Ulrich Matthes – Wenn nein: Gehen Sie erst recht!

Ulrich Matthes ist seit 2004 Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin und gehört zu den bedeutendsten Schauspielern des deutschen Theaters und Kinos. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den »Grimme-Preis« oder den Deutschen Theaterpreis »Der Faust« für seine Rolle in »Onkel Wanja«. Zwei Mal wurde er in einer Kritikerumfrage zum Schauspieler des Jahres gewählt. Ulrich Matthes arbeitet außerdem als Hörspiel- und Synchronsprecher. Seine Figuren zeichnen sich aus durch kluge Differenzierung, Ambivalenz und hohe sprachliche Virtuosität.

Am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg lädt nun Ulrich Matthes dazu ein, Schiller-Balladen wie »Der Handschuh«, »Der Taucher«, »Der Ring des Polykrates« und viele andere neu zu erleben und wiederzuentdecken.

Lesung am Freitag, 15. Mai 2015 um 20 Uhr im SchauSpielHaus

DIE RASENDEN zum vorläufig letzten Mal

Produktionsfotos © Klaus Lefebvre
Die viel beachtete Inszenierung von Karin Beier wird am Ostersonntag  zum vorläufig letzten Mal aufgeführt. Mit dem Antiken-Marathon „Die Rasenden“ hatte Karin Beier am im vergangenen Jahr die  Bühne des Schauspielhauses eröffnet.

Der rund sechseinhalbstündige Zyklus umfasst fünf antike Tragödien: „Iphigenie in Aulis“, „Die Troerinnen“ , sowie Aischylos’ Stücke „Agamemnon“ und „Die Eumeniden“ aus seiner Trilogie „Die Orestie“  und Hugo von Hofmannsthals „Elektra“.

62_rasenden_lefebvre

Die Stücke erzählen ineinander verschlungene Geschichten aus dem griechischen Geschlecht der Atriden, das verflucht scheint: Über Generationen herrscht hier das Prinzip der Blutrache, Opfer werden zu Inquisitoren, ein brutaler Kreislauf, der sich immer wieder durchsetzt, bis das gesamte Menschen- und Götterbild ins Wanken gerät. An der unruhigen Grenze der Entstehung unserer abendländischen Kultur gelagert, liefern diese Tragödien psychologische Einsichten, philosophische und religiöse Fragen, politische Analysen und Perspektiven, die uns bis heute beschäftigen.

32_rasenden_lefebvre

Die Inszenierung von Karin Beier richtet ihr Interesse vor allem auf das Verhältnis zwischen Religion und Politik, die Instrumentalisierung von Glauben, thematisiert aber auch das Ende der Metaphysik, die Folgen von Göttersturz und menschlicher Hybris. Schon in der Antike wurden die Tragödien als Mischung aus Oratorium, Chorgesängen, Tänzen und Wechselreden präsentiert.  Die musikalische Übersetzung in die Moderne hat das vielfach ausgezeichnete Hamburger Ensemble Resonanz übernommen.

6_rasenden_lefebvre

 

»Die Rasenden« Iphigenie in Aulis, Die Troerinnen, Die Orestie

Nach Euripides / Sartre / Aischylos / von Hofmannsthal

Sonntag, 5. April 2015 / 17.00 bis 23.30 Uhr / SchauSpielHaus, Dauer: ca. sechs Stunden, 30 Minuten, zwei Pausen

 

Poetry Slam Städtebattle: Hamburg vs. Berlin

Poetry Slam Städtebattle Hamburg vs. Berlin, Foto: Martin Brandes

Poeten und Slammer stürzen sich ins große Gefecht: Beim Poetry Slam Städtebattle geht es ums Ganze: Auf der Bühne des Schauspielhauses tritt die Hauptstadt der Republik gegen die Hauptstadt des Poetry Slams an. Doch die siegessicheren hanseatischen Wortakrobaten müssen sich anstrengen, denn die Berliner Szene hat sich gemausert und kann inzwischen ebenfalls mit hochkarätigen Dichtern auswarten.

Das Publikum kann sich auf einen spannenden Kampf freuen.

Bildschirmfoto 2014-10-02 um 17.03.21

 Poetry Slam Städtebattle in Kooperation mit Kampf der Künste

7. Oktober 2014 – 20:00 h Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39, Hamburg