Platz im Kopf – Selbstangeleitete Meditation per App

Eine Reise kann ja so bereichernd sein. Für mich war es meine letzte Reise in die USA. Ich wollte schon immer mit selbst-angeleiteter Mediation anfangen. Nicht nur die 5-10 Minuten, die die Yogalehrerin einlegt, bevor es mit der Stunde losgeht. Sondern richtige Meditation, die mir Kraft geben kann wenn ich sie brauche, die ich selbst bestimmen und vor allem an meinen Tagesablauf anpassen kann. Aber wie es so ist: Irgendwas hatte immer Priorität, irgendwie waren da immer vorrangige Themen. Meditation ist schließlich nicht lebensnotwendig.

Dann kam diese Reise in die USA, an die Westküste, dorthin, wo Technologieunternehmen, „Startups“, gerade wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es klingt wie ein Paradox, aber gerade dort hat gefühlt jeder Zweite den ich kennengelernt habe mit Meditation zu tun gehabt. Und jeder zweite von diesen Zweiten benutzt für die selbst-angeleitete Meditation eine App: Headspace.

Die sanfte Stimme von Andy, dem Gründer der App, ent-mystifiziert Mediation zunächst in einer zehn-tägigen, kostenlosen Probesession. Leider kann die App bis jetzt nur Englisch, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie früher oder später auch in anderen Sprachen über den Atlantik, bzw. den Pazifik, schwappt. Die 10 Probetage waren für mich gerade genug um zu merken, dass es dort draußen ein ganzes Universum gibt, das mir guttun könnte, und das ich mir mal genauer ansehen will. Ab dem 10. Tag kostet die App dann ungefähr soviel wie ein Kaffee bei Starbucks – im Monat. Für mich ist es das wert. Meditation ist nicht lebensnotwendig. Aber sie macht mein Leben und das der Menschen um mich herum sehr viel besser.

Mein Tipp gegen die Büffel im Kopf

Viele Hamburger sind jetzt in den Ferien. Andere bleiben hier und ärgern sich weiter über Staus, U-Bahn-Ersatzverkehr und die eine oder andere Nervensäge im Job. Dagegen hilft: Gelassenheit. Aber wie geht das? Wie wird man gelassen, wenn der Vordermann die Ampelfarbe nicht schnallt? Nein, einfach ist es nicht, aber es lässt sich üben: mit Meditation und anderen Übungen der Achtsamkeit. Der Dalai Lama musst auch ein Leben lang üben, bis er so wurde, wie er ist: Ruhe und Heiterkeit in Person. Hier sind einige der Erkenntnisse, die Wissenschaftler über die Wirkung dieser Techniken gewonnen haben:

  1. Wer meditiert ist besser in der Lage, von stressigen Erlebnissen Abstand zu nehmen
  2. Der Wille, eine Veränderung oder ein Vorhaben durchzuhalten, wächst
  3.  Negative Gefühle (Wut, Ärger, Angst) nehmen ab. Reizbarkeit lässt nach
  4. Wir werden nachsichtiger und gnädiger mit uns selbst
  5. Meditation macht belastbarer
  6. Wir können uns besser konzentrieren
  7. Das Gehirn bleibt länger frisch

Um das zu erlangen, muss man nicht stundenlang im unbequemen Schneidersitz verharren. Es geht einfacher: Jeden Morgen 10 Minuten bequem sitzen, die Augen schließen und dem Atem lauschen: ein, aus, ein, aus. Und jetzt kommt’s: Auf Gedanken und Gefühlen nicht herumkauen, sonders sie weiterziehen  lassen, und wenn sie sich im Kopf festkrallen wollen, die Aufmerksamkeit immer wieder auf den Atem lenken. Immer wieder, immer wieder, ohne Druck, in aller Ruhe. Mit Geduld und Beharrlichkeit lässt sich das Gewölle von Ärger, Sorgen und sonstigem Furor zügeln und, ja, Gelassenheit kehrt ein. Der kleine Lama in uns lebt auf.

Die 7 Erkenntnisse habe ich aus einem Heft vom stern gefischt: Achtsamkeit & Gesundheit, in dem viel Interessantes und Nützliches über die Kunst der Gelassenheit steht. Leider ist es nicht mehr im Handel, man kann es sich aber als App bei iTunes bestellen.