Mehr Mut! Lachen wir der Angst ins Gesicht!

20 beherzte Tipps, wie wir mutiger werden können

  1. Engagiert euch. Übt Zivilcourage. Wenn ihr gegen Rassismus, Rechtsradikalität, und Ausländerfeindlichkeit seid, dann zeigt das und äußert eure Meinung.
  2. Legt los. Wählt auch mal einen harten Weg und tut das, was euch keiner zugetraut hat. Übt so lange, bis ihr es könnt. Jeder, der etwas besonders gut kann, hat es unendliche Male geübt. Das ist das ganze Geheimnis.
  3. Überwindet eure Ängste. Die meisten Ängste entstehen durch falsches Denken und falsche Angewohnheiten und werden auch dadurch aufrecht erhalten. Schaut eurer Angst ins Gesicht. Hinterfragt Erwartungen und Annahmen. Überwindet sie ein für alle Mal.
  4. Brecht aus eurer gewohnten Umgebung aus. Geht an Orte, an denen ihr noch nie wart. Macht etwas, was ihr noch nie getan habt. Routine führt euch immer und immer wieder an die gleichen Orte. Verlasst eure Komfortzone und gehet auf Entdeckungstour.
  5. Setzt euch für andere ein. Es gibt viele Menschen, die sich nicht verteidigen können, die nicht kommunizieren können und sich noch nicht einmal trauen, um Hilfe zu bitten oder ihre Rechte einzufordern. Helft ihnen.
  6. Haltet den Kopf hoch. Man muss nicht alle seine Emotionen zeigen, nicht jeder braucht immer zu wissen, wie es in eurem Innersten aussieht, wenn ihr eine beschissene Zeit durchmacht. Streckt euer  Kinn vor und guckt nach vorn. Es kommen wieder bessere Zeiten.
  7. Denken Sie dran: Es ist euer  Leben. Bleibt nicht beim Status Quo stehen. Überschreitet die unsichtbare, gedachte Linie und stellt euch vor, wer ihr sein möchtet. Wofür brennt ihr? Was sind eure geheimen Leidenschaften?
  8. Sucht die Nähe von Menschen, die euch gut tun. Befreit euch sich von schlechten Einflüssen. Sucht die Nähe von Menschen, die euch mitreißen, euch inspirieren, die positive Energie ausstrahlen, statt euch herunterzureißen.
  9. Steckt nicht den Kopf in den Sand. Wenn euch etwas unangenehm ist, ihr einfach zu faul seid, euch etwas lästig ist, obwohl es getan werden sollte und ihr euch nicht aufraffen könnt, gebt euch einen Ruck.
  10. Erkennt, wann Mut gefragt ist. Angst wird besonders dann virulent, wenn eigentlich Mut gefragt ist. Macht euch deshalb klar, wann ihr in einer “Mut-Probe” steckt. Akzeptiert, dass ihr durch eure Angst hindurch müsst.
  11. Seid optimistisch. Wer mutig sein will, muss darauf vertrauen, dass sein Gewinn größer ist als ein möglicher Verlust. Verstärkt deshalb eure Zuversicht, indem ihr eure Ziele fokussiert und Lösungen entwickelt. Dadurch verringern sich eure  Zweifel.
  12. Tut’s aus Liebe. Wer mutig sein will, braucht ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Wenn die Liebe groß genug ist, sind wir bereit Opfer zu bringen. Das ist manchmal erforderlich, wenn wir mutig sein wollen. Das kann die Liebe zu einer Sache, zu anderen Menschen, oder zu sich selbst sein.
  13. Alle Sicherheit ist trügerisch. Lernt Unsicherheiten auszuhalten. Wir müssen eine Lücke zwischen dem, was war, und dem, was sein kann oder sein wird, ertragen können. Wer immer auf Nummer Sicher gehen will, statt ein Risiko einzugehen, wird niemals mutig sein.
  14. Macht eine Plan B. Falls ihr mit eurem Plan A scheitert, setzt euren Plan B um. Es gibt keine Garantien, dass immer alles glatt läuft. Natürlich ist es auch hilfreich, wenn man Menschen hat, auf die man im Notfall zählen kann.
  15. Schaut euch die Statistiken an, auch die eures eigenen Lebens. Meistens habt ihr wahrscheinlich die richtigen Instinkte bewiesen und alles ist gut gegangen. Wenn wir die Risiken richtig einschätzen, dann gelingt das Wagnis höchstwahrscheinlich auch diesmal.
  16. Werdet unabhängiger. Es ist schwer, mutig zu sein, wenn wir von etwas oder jemanden abhängig sind und uns abhängig fühlen. Dann wird unser ganzer Fokus eher darauf gerichtet sein, den bestehenden Status Quo zu sichern. Es kann aber immer etwas schief gehen. Partner trennen sich, man kann seinen Job verlieren. Gestaltet eurer Leben so, dass ihr auch alleine zu helfen wisst.
  17. Ignoriert die Ticks und Tricks des Körpers, der euch unter Umständen von feuchten Händen bis Herzrasen so ziemlich alles bescheren kann, um euch vom Handeln abzuhalten. Legt los, wenn der richtige Augenblick gekommen ist, dann schwinden diese Symptome.
  18.  Steigt euch Stück für Stück und ruhig langsam. Mut kann man üben. Geht in kleinen Schritten vor. Irgendwann werdet ihr zurückblicken und euch kaum erinnern, was euch eigentlich Angst eingejagt hat.
  19. Geht noch mal einen Schritt zurück und beginnt von vorn, wenn es sein muss. Niemand ist perfekt und oft prägt unsere Vergangenheit unsere Zukunft. Wenn wir  selbstsicher, wagemutig, liebevoll, mitfühlend und ehrlich sein wollen, dann müssen wir wahrscheinlich daran arbeiten. Aber irgendwann, vielleicht spät, aber nicht zu spät, holen wir uns unser Leben zurück.
  20. Ruht euch aus, wenn ihr es braucht. Aber gebt nicht auf und werft die Flinte nicht ins Korn.

Dieser Park in Bangkok und was meine Mutter damit zu tun hat

Neulich war ich für ein paar Urlaubstage in Bangkok und ließ mich treiben durch  diese laute, irre, quicklebendige Stadt. Nahe des Königspalasts strandete ich in einem Park, ein schattiges öffentliches Areal, etwa viermal so groß wie der Hamburger Innocentiapark. Mitten drin war dieser Fitnessplatz. Alte Menschen turnten an schlichten Geräten, nichts Dolles, aber gut genug, um Arme, Rumpf und Beine zu kräftigen. Sie machten dort ihre Leibesübungen, manche von ihnen waren schon so betagt, dass nur noch kleine Bewegungen wie in Zeitlupe möglich waren. Jeder, wie er konnte. Dazwischen spielten Kinder, kickten Jugendliche und auf den Wegen drehten die Feierabendjogger ihre Runden. Südländische Feierabendheiterkeit. Und die Alten mittendrin, sie gehörten dazu.

Mich berührte das, ich konnte mich gar nicht satt sehen an diesen selbstverständlichen Miteinander. Wo gibt es das bei? Wo haben wir solche Orte, wo Alte und Junge sich im Alltäglichen so nahe kommen, ihre Dinge verrichten, nebeneinander ihren Platz haben?  Alte Menschen, hineingemischt in das  Leben.

Meine Mutter lebte in einem Altersheim, so wie das üblich bei uns ist. Es war ein angenehmes Heim, im Grünen gelegen. Wohngruppen,  ordentliche Betreuung rund um, alles ganz modern. Wir mussten uns um kaum etwas kümmern. Wir hatten ja auch vor lauter Arbeit gar keine Zeit. In dem Heim findet sie Ihresgleichen, Gespräche, Bewegung, Pflege und Anregung, so dachten wir uns das. Ich besuchte sie jede Woche, und mit der Zeit begriff, dass das Quatsch ist, was wir uns da ausdenken.

Wir schieben die Alten in eine Kunstwelt, weil wir keine Zeit haben, für sie zu sorgen. Und weil das ein unangenehmer Gedanke ist, und sowieso alles um dieses Thema herum unangenehm ist, verdrängen wir das lieber schnell. Kreisspiele mit Luftballon, Singen, Adventsbasar, Weihnachtsfeier, Keksteller – ist ja auch alles da. Aber es ist eine Mickey-Maus-Welt. Sie sind nur noch unter sich, sie nehmen an der Gesellschaft nicht mehr teil.  Wir schneiden sie ab von ihren gesellschaftlichen Bezügen, und denken, weil Alt gleich Alt ist, werden die es schon nett miteinander haben. Die wenigsten der Heimbewohner gingen noch nach draußen, sie sahen nichts anderes mehr als diese Räumlichkeiten und die anderen Alten.

Warten auf die nächste Mahlzeit und den Besuch der Verwandten, das überwiegend füllte die Zeit. Ich habe mich oft geschämt, wenn ich nach den Besuchen in mein Auto stieg und zurück in mein Leben fuhr.  In diesem Park in Bangkok musste ich daran denken. Es hätte meiner Mutter gefallen, das Turnen mittendrin.