Mischa Maisky

zählt zu den ganz großen Cellisten unserer Zeit. Er tourt zurzeit durch Deutschland und gibt zwei Konzerte auf dem Schleswig-Holstein Musikfestival.

 „Ich bin in Lettland geboren, in Russland aufgewachsen und nach Israel repatriiert – nicht emigriert, das ist ein psychologisch wichtiger Unterschied. Ich wohne in Belgien, spiele ein italienisches Cello mit französischen und deutschen Bögen, ich benutze deutsche und österreichische Saiten, ich fahre ein japanisches Auto, habe eine schweizer Uhr und trage eine indische Halskette. Meine erste Frau war Amerikanerin – niemand ist unfehlbar –, meine zweite Frau ist Italienerin, aber ihr Vater stammt aus Sri Lanka. Ich habe vier Kinder, die in Paris, in Brüssel, in Italien und in der Schweiz geboren sind – vielleicht reise ich zu viel. Wenn ich gefragt werde, wo ich zu Hause bin, antworte ich: Überall da, wo die Menschen klassische Musik mögen. Heute bin ich in Berlin zu Hause, morgen in Madrid, gestern war es Paris. Auch wenn es ein schwieriges Leben ist, ist es doch faszinierend“,sagte er in einem Interview mit dem Magazin concerti.

Mischa Maisky wurde 1948 in Riga, geboren und bekam seinen ersten Unterricht am Cello im Alter von acht Jahren. Bereits 1965 machte er das erste Mal von sich reden, als er beim nationalen sowjetischen Musikwettbewerb den ersten Preis bekam.

Später gewann er den internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und wurde am Konservatorium von Rostropovich in die Meisterklasse aufgenommen. Als seine Schwester 1969 nach Israel ins Exil ging, wurde Maisky vom damaligen Sowjet-System als Staatsfeind eingestuft und in ein Arbeitslager gesteckt. Mehr als zwei Jahre lang konnte er sein Instrument nicht anrühren, bis er es schaffte sich nach Israel abzusetzen.

Nach weiterem Unterricht gelang es Maisky, sich international auf den großen Konzertbühnen zu profilieren und seitdem spielt er auf den großen Bühnen und Festivals der Welt. Der Cellist hat von Anbeginn seiner Karriere der Emotionalität in der Musik eine immens hohe Bedeutung beigemessen. Über die Musik mit dem Publikum zu kommunizieren, es emotional zu berühren, das ist immer seine Botschaft.


Mi 15.07.2015 | 20:00 Uhr |Wotersen | Reithalle –Schleswig-Holstein Musikfestival Alice Sara Ott, Klavier – Mischa Maisky, Violoncello –Lily Maisky, Klavier –David Orlowsky Trio
So 02.08.2015 | 19:00 Uhr |Hamburg | Laeiszhalle | Schleswig-Holstein Musikfestival Mischa Maisky, Violoncello – Israel Camerata Jerusalem – Avner Biron, Dirigent

Foto von Mischa Maisky: Hideki Shiozawa

Hélène Grimaud

Hélène Grimaud, Foto: Mat Hennek

Die französische Star-Pianisten ist leidenschaftlich und hingebungsvoll und spielt Klavier mit einem starken, fast poetischen Ausdruck und technischer Perfektion. Aber mehr als das: Sie ist ein Multitalent und eine starke, sehr engagierte und eine sehr schöne Frau. Als Natur- und Tierschützerin setzt sie sich für Wölfe ein und gründete das Wolf Conservation Center in New York State. Sie setzt sich aber auch für sozialen Wandel ein und ist Mitglied der Organisation »Musicians for Human Rights«, einem weltumspannenden Netzwerk von Musikern, das sich für Menschenrechte stark macht. Obendrein schreibt sie auch noch Bücher.

Hélène Grimaud gibt Klavierkonzerte auf der ganzen Welt, oft mit berühmten Dirigenten. In Hamburg präsentiert sie  ein facettenreiches Solo-Programm rund um das Element »Wasser« – mit Werken von Debussy, Ravel und Liszt. Vor zwei Jahren habe ich Hélène Grimaud zum ersten Mal in Berlin live spielen gehört und war regelrecht gefangen von ihr. Meine Empfehlung: Schnell noch eine der restlichen Karten sichern.

Hélène Grimaud, Die Meisterpianisten,  8. Juni 2015 um 19.30 h / Elbphilharmonie Konzerte, Laeiszhalle Hamburg

 

Hilary Hahn

Hahn Hilary – Foto: Michael Patrick OLeary

Die Amerikanerin Hilary Hahn war ein Geigenwunderkind. Im Alter von zehn Jahren hat Hilary Hahn das vierte Violinkonzert von Henry Vieuxtemps zum ersten Mal gespielt – ein Stück, das vor technischen Teufeleien nur so strotzt. Seither fühlt sich die Ausnahmegeigerin mit dem eleganten, klaren Ton dem belgischen Komponisten besonders verbunden. Kein Wunder, schließlich war Vieuxtemps selbst ein begnadeter Geiger, galt in jungen Jahren gar als Nachfolger des großen Paganini. Nun, 25 Jahre später, hat Hilary Hahn mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen undPaavo Järvi eine phänomenale Aufnahme des Werkes vorgelegt. Das Orchester, das auch auf der Bühne für seine absolute Hingabe an den Solisten bekannt ist, begleitet sie am 6. Mai in die Laeiszhalle und umrahmt Vieuxtemps‘ romantisch-virtuose Klangwelt mit Beethovens Egmont-Ouvertüre und Schuberts Großer C-Dur-Symphonie.

Mittwoch, 6. Mai / 20 Uhr / Laeiszhalle / Großer Saal
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen • Hilary Hahn • Paavo Järvi

Was gibt’s zu Mittag? – Kultur als Pausensnack

Während circa 200 Gäste sich eine erholsame Auszeit von der Arbeit gönnten, zeigten heute vier Musiker im Foyer der Laeiszhalle, womit sie sich ihr täglich Brot verdienen: Klassische Musik, einmal im Monat, dienstags um 12:30 Uhr auch im Pausenformat von bekömmlichen 30 Minuten. So ein Kultursnack zwischen Mails, Telefon und der Hektik im Büro war wunderbar entspannend und auch sättigend. Denn jeder Zuhörer der Lunchkonzerte darf entweder die eigene Brotzeit mitnehmen oder das Angebot der Laeiszhalle, von Suppe bis belegte Laugenstangen, wahrnehmen.

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Beim 6. Lunchkonzert begeisterten Hovhannes Baghdasaryan und Nina Ziermann mit ihren Violinen, Bruno Merse mit der Viola und Ruodi Li am Violoncello mit Werken von Robert Schumann bis Mike Curtis. Zwischendurch wippten alle Füße der teilweise auf dem Boden zuhörenden Besucher zu „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Veronika, der Lenz ist da“ und ließen sich von den Hamburger Symphonikern auf die immer wärmer werdenden Temperaturen in unserer Hafenstadt einstimmen. Das nächste Lunchkonzert findet genau am Dienstag nach Frühlingsbeginn, am 24. März, statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Joshua Bell und das Washington Post Experiment


Joshua Bell gehört zweifellos zu den berühmtesten Geigern der Welt. 1985 feierte er sein Debüt in der Carnegie-Hall und ist seitdem mit fast allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten unserer Zeit aufgetreten. Zurzeit leitet der US-amerikanische Violinist für drei Jahre die renommierte Academy of  St Martin in the Fields, die auf Barockmusik und Wiener Klassik spezialisiert ist. Am 16. Januar 2015 gibt Joshua Bell mit diesem exzellenten britischen Kammerorchester ein Konzert in der Laeiszhalle, für das es noch ein paar wenige Karten gibt.

Vor rund acht Jahren inszenierte die Washington Post mit Joshua Bell ein Experiment, über das der Journalist Gene Weingarten eine Reportage schrieb, die mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde.

Kurz vor acht Uhr morgens trat der damals 40 Jahre alte Geiger als Straßenmusiker verkleidet in einer Metro-Passage Washingtons auf. Joshua Bell spielte auf seiner mehrere Millionen teuren Stradivari 43 Minuten lang berühmte Stücke von Johann Sebastian Bach, Schubert, Sibelius und anderen Komponisten. Sein Auftritt wurde mit einer versteckten Kamera gefilmt und später ausgewertet: Von 1.097 Passanten, die an ihm vorbei liefen, sind ganze sieben Personen stehengeblieben, um ihm zuzuhören.

Nur eine einzige Person hat ihn erkannt und ihm 20 Dollar gegeben. Insgesamt wurden ganze 32,17  Dollar in den offenen Geigenkasten geworfen. Für einen der gefragtesten und gefeiertsten Musiker der Welt muss dieser denkwürdige Auftritt  eine Grenzerfahrung gewesen sein, was sowohl das  Werk als auch seinen Ruhm betrifft. Sein Status als vom Erfolg verwöhnter Virtuose ist sicherlich nicht ganz ohne Verstörung geblieben. Aber, wären sie stehen geblieben? Und wie viel hätten sie ihm gegeben?

Joshua Bell, Foto: Lisa_Marie_Mazzucco

Joshua Bell, Foto: Lisa_Marie_Mazzucco

Academy of St Martin in the Fields • Joshua Bell

Fr 16. Januar 2015,  19:30 / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal – Veranstalter: Elbphilharmonie Konzerte, ProArte

Academy of St Martin in the Fields 
Antoine Tamestit Viola
Joshua Bell Violine und Leitung

Johann Sebastian Bach: Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo a-Moll BWV 1041
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia concertante KV 364
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie g-Moll KV 550

Jazz Piano: Das Leszek Możdżer Trio

Der Jazz-Pianist Leszek Możdżer wurde mit Improvisationen über Themen seiner Landsleute Frédéric Chopin und Krzysztof Komeda berühmt und verbindet in seiner Musik das Schwere kunstvoll mit dem Leichten. Wenn der 1971 geborene Pole Leszek Możdżer heute als wichtigste Entdeckung des jüngeren polnischen Jazz und als einer der herausragenden Pianisten der internationalen Szene gilt, dann nicht zuletzt wegen seiner wegweisenden Grenzgänge zwischen Klassik und Jazz.

Leszek Możdżer ist ein Melomaniker, der sich in lyrischen Weiten am wohlsten fühlt, dort, wo die Melodie ihren Raum hat, sich zu voller Intensität aufzubauschen, ohne dass die Spannung zu groß wird. Im Kräftedreieck seines Trios mit dem Bassisten Lars Danielsson und dem Schlagzeuger Zohar Fresco hat Możdżer einen Weg gefunden, mit seiner Musik alle Gegensätze auszugleichen: ein moderner Jazzpianist mit einer klassisch geschulten Anschlagskultur.

Mozdzer_Danielsson_Fresco_Foto_Przemek_Krzakiewicz

Elbphilharmonie Konzerte in Kooperation mit der Karsten Jahnke Konzerten

Mo 12.01.15 / 20.00 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal

Igor Levit – Die Meisterpianisten

Der junge deutsch-russische Klaviervirtuose Igor Lewit gibt sein Debut bei den „Meisterpianisten“.  Er begeisterte bisher Hörer und Musikkritiker vor allem mit seinen anspruchsvollen Interpretationen der Beethoven-Klaviersonaten und der Bach-Partiten.

Der aus Nizhni Nowgarad stammende Pianist, der bereits mit drei Jahren Klavierunterricht erhielt, kam mit acht Jahren nach Deutschland. Er studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und absolvierte dort mit der höchsten Punktzahl, die je erreicht wurde. Beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv 2005 gewann er gleich drei Preise.

Bei seinem Konzert im Hamburg verbindet Igor Levit die letzte Sonate op. 111 von Ludwig van Beethoven mit den früheren Sonaten, op. 28 »Pastorale« und op. 54, sowie Werken von Johann Sebastian  Bach und Ferruccio Busoni.

Do, 18. Dezember 2014 19:30 / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal

Veranstalter: Elbphilharmonie Konzerte, ProArte

 Jazz Piano mit dem Tingvall Trio

Der Schwede Martin Tingvall lebt seit langem in Hamburg, wo er für Popmusiker der verschiedenen Gewichtsklassen musikalische Maßanzüge schneidert und in seinem eigenen Tingvall Trio eine Musik entwickelt, die geprägt ist von melancholischen Melodien aus seiner skandinavischen Heimat und einem romantischen Harmonieansatz. Martin Tinvall ist klassisch ausgebildet und infiziert von der Freiheit zum eigenen Ton, die der Jazz demjenigen bietet, der einen hat.

Jazz ist Interaktion, erst recht in diesem Trio, das in Schwung gehalten wird von der lateinamerikanischen Leichtigkeit des Kontrabassisten Omar Rodriguez Calvo und der gravitätischen Schwere der Rockakzente des Schlagzeugers Jürgen Spiegel. Jazz für den aufgeklärten Großstadtmenschen, stil- und reizvoll, leicht, süffig und charmant.

»Beat«, heißt das aktuelle Album des Tingvall Trios. Starke Melodien, famoses Ensemblespiel, keine Scheu vor der Nähe zur populären Musik. Zugleich eine unwiderstehliche Mischung aus tiefgehenden Kompositionen. Dabei erweitert Omar Rodriguez Calvo sein Soundspektrum dieses Mal in vielfältiger Weise durch gestrichenen Kontrabass, während der Schlagzeuger ein ebenso ungewöhnliches wie unerwartetes Instrumentarium von Sounds mit u.a. Waschbrett, Mülleimern, Bilderrahmen und Woodblock erzeugt.

Tingvall Trio, Jazz Piano, Elbphilharmonie Konzerte

Mi, 17. Dezember 20:00 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal

Die Violinistin Vilde Frang

Die Norwegerin Vilde Frang ist erst 27 Jahre alt und zählt bereits zu den besten Geigerinnen der Welt. Sie und der deutsch-usbekische Pianist Michail Lifits, haben beide einen Teil ihrer Ausbildung in Deutschland absolviert. Michail Lifits studierte u.a. an der  Hochschule für Musik  in Hannover in Hannover und Frang Vilde bei Kolja Blacher an der Musikhochschule in Hamburg. Sie wird auch von der Stargeigerin Ann-Sophie Mutter gefördert und spielt eine wertvolle Geige aus deren Fundus. Vilde Frang und Michail Lifits sind ein gefeiertes eingespieltes Team und werden am 17. November in der Laeiszhalle Werke von Edvard Grieg, Franz Schubert, Witold Lutoslawski und im Jubiläumsjahr zum 150. Geburtstag auch ein Stück  von Richard Strauss spielen. Die letzten gemeinsamen Konzerte des Musik-Duos wurden von Kritikern hochgelobt.

Vilde Frang Violine, Michail Lifits Klavier

Elbphilharmonie Konzerte, Mo. 17. November, 20.00 h, Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal
Einführung mit Klaus Wiegmann: Mo, 19.15 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Studio E

 

Mit Pomp and Circumstances

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KlassikPhilharmonie Hamburg – Foto:Copyright Hinrich Schultze

Am 7. September ist es wieder soweit: Es pfeift, knaltt und trötet, wenn die KlassikPhilharmonie Hamburg als Highlight Edward Elgars “Pomp and Circumstances” bei dem “Hamburg Proms – Last Night” anstimmt. Vorbild für diese in Deutschland ausgelassenen Konzerte sind die berühmten Londoner »Last Night of the Proms«. Robert Stehli, Gründern und Dirigent der KlassikPhilharmonie holte die Idee nach Hamburg und löst damit Begeisterung aus.

Hamburg Proms – Last Night, So.7. September 2014, KlassikPhilharmonie, Laeiszhalle Hamburg/ Großer Saal