HOLLY HERNDON: EVERYWHERE AND NOWHERE

Holly Herndon, Foto: CR Bennet Perez

 Die Soundwelten der US-amerikanischen Musikerin Holly Herndon bestehen aus Klangfragmenten des Alltags wie Skype-Konversationen, Tastatur-Geräuschen oder subtilen und übersteigerten Körperbewegungen. Herndon beschäftigt sich dabei mit Themen wie Überwachung, digitalem Aktivismus und Gesellschaftstheorien. Ihre Arbeiten entstehen oft in Zusammenarbeit mit künstlerischen Vordenkern wie dem Medienkünstler Mathew Dryhurst. everywhere and nowhere ist die neuste Arbeit von Herndon, die im Kunstverein in Hamburg Premiere feiert. Die Soundinstallation zeigt in Kombination mit Videoarbeiten den aktuellen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Praxis. Beide Künstler nutzen in ihren Soundarbeiten das Internet als Ressource und sampeln mit selbstprogrammierter Software ihre digitalen Umgebungen.

Holly Herndon wurde in Tennessee, USA, geboren und war Teil der Berliner Minimal Technoszene, bevor sie als Stanford-Doktorandin nach San Francisco an das Center for Computer Research in Music and Acoustics ging. Mathew Dryhurst arbeitet als Künstler in Los Angeles und Berlin. Er kooperiert regelmäßig mit Holly Herndon und ist Mitbetreiber des Berliner Labels PAN.

Im Anschluss an die Eröffnung im Kunstverein eröffnet am 5.8. um 18 Uhr das Internationale Sommerfestival Kampnagel in Hamburg. Am 20.8., 22 Uhr stellt Holly dort ihr neues Album Platform vor.

HOLLY HERNDON: EVERYWHERE AND NOWHERE in Zusammenarbeit mit Mathew Dryhurst – Kunstverein Hamburg 6.8. – 13.9.2015 – Eröffnung: 5.8.2015, 17 Uhr

Hamburg im Sommer: Kulturtipps für die beste Zeit, die Stadt zu genießen (No. I)

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„A PARADISE BUILT IN HELL“, Ausstellungsansicht (Foto Fred Dott)

So langsam verabschieden sich die meisten Hamburger in die Ferien. Die Stadt leert sich sichtbar. Die beste Zeit, den summer in the city entspannt zu genießen. Die Galeristin Nanna Preußners empfiehlt einen Besuch in der aktuellen Ausstellung A PARADISE BUILT IN HELL, die noch bis zum 7. September im Kunstverein zu sehen ist.

Frau Preußners, warum empfehlen Sie einen Besuch der Ausstellung A PARADISE BUILT IN HELL?

Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Konzept einer diskursiven Vermittlung filmkünstlerischer Arbeiten. Bettina Steinbrügge, die neue Direktorin des Kunstvereins, ist eine neugierige Frau, die das Geschehen, die Energie der Gegenwart in Kunst und Gesellschaft zu verstehen versucht und den Ausstellungsort als Experimentierfeld versteht. In der eigens für diese Ausstellung konzipierten Architektur werden im Laufe des Sommers über 70 Filme im 16mm-Format gezeigt. Täglich um 18 Uhr wird ein neuer Film gezeigt, beispielsweise am 12.7. STATE LEGISLATURE von Frederick Wiseman, oder am 13.7. IN DIE ERDE GEBAUT von Ute Aurand. Erstaunlich sind Fülle und inhaltliche Tiefe im Umgang mit dieser analogen Filmtechnik in der heutigen Filmproduktion. Als Besucher haben wir die Möglichkeit nach jeder Filmvorführung mit den jeweiligen KünstlerInnen, FilmemacherInnen und TheoretikerInnen zu diskutieren, die über Skype zugeschaltet werden. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes!

Und mit welchem Programm eröffnet Ihre Galerie nach der Sommerpause?

Damit das Sommerloch nicht zu langweilig wird, zeige ich vom 12. bis 30. August in der Ausstellung WHITE SENSATION ausschließlich weiße Arbeiten meiner drei Galeriekünstler Joe Barnes, Mats Bergquist und Angela Glajcar. Das zentrale Thema der Ausstellung ist es, die unbunte Farbe Weiß in vielen ihrer möglichen Schattierungen, farbigen Nuancen und lichtbedingten Veränderungen als eine Möglichkeit der Kunst in ihren Grundbegriffen zu erleben. Am 22. August öffnen wir drei Galeristinnen im Galeriehaus Klosterwall 13 unsere Türen für ein Sommerfest, zu dem Sie herzlich eingeladen sind! Und am 12. September starten wir gemeinsam mit weiteren Galerien im Kontorhausviertel in die Herbstsaison. Ich zeige erstmalig in einer Einzelausstellung Werke des Bildhauers Jo Schöpfer. Darauf freue ich mich schon sehr!

A PARADISE BUILT IN HELL, noch bis 7. September im Kunstverein, Klosterwall 23 (1. Stock), Di bis So 12 bis 18 Uhr