Suzanne Vega in der Fabrik

von 2. Oktober 2016 0 , , Permalink 4
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Foto: Richard Huber

Die New Yorker Sängerin und Songschreiberin mit der hellen, warmen Stimme Suzanne Vega hat sich mit Hits wie „Luca“ und dem A-cappella-Song „Tom’s Diner ins musikalische Gedächtnis ihrer Fans gebrannt. In zwei Wochen erscheint mit „Lover, Beloved: Songs from An Evening With Carson McCullers“ ihr neues Album, das sie jetzt auf einer Deutschlandtournee vorstellt.

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Jazz im Oberhafen

von 2. September 2015 0 , , Permalink 7

Das Tolle am Jazz ist ja, dass er so stark mit der Improvisation lebt. Es ist gar nicht so einfach zu sagen, was Jazz auszeichnet. Das Tonsystem? Die Noten sind dieselben, die auch in der klassischen europäischen Musik gespielt werden. Das lässt sich auch für Melodik und Harmonien sagen. Die Rhythmen sind oft anders, es wird geswingt und gegroovt. Das stimmt schon.* Vor allem aber lebt der Jazz in all seinen Spielarten davon, dass sich die Musik im Moment des Zusammenspiels entwickelt. Jazzer halten sich nicht sklavisch an Noten. Nee, sie improvisieren, jammen, spielen nach dem Gefühl des Augenblicks und den Vorlagen der Mitspieler. Wie gut, dass der Saxophonspieler Benjamin Koppel, Kirk Knuffke am Kornett, Toby Andersson am Bass und Ferenc Nemeth am Schlagzeug alles gestandene Jazzspieler sind. Denn am vergangenen Samstag standen sie zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Nach nur anderthalb Tagen Probe.

Tina Heine begrüßt die Gäste

Die Elbjazz-Macher rund um Tina Heine hatten zu einem neuen Tracks 424-Konzert in die gleichnamige Halle am Oberhafen eingeladen. Allein die Halle 424 ist einen Besuch wert. Jedes Mal bisher war sie anders und jedes Mal ganz poetisch dekoriert. Hier lächelt ein weißer Engel still auf das Publikum, dort bilden knorrige Äste ein Hirschgeweih. Das Ende eines lauen Sommerabends bahnte sich an, als das erwartungsfrohe Publikum langsam in die Halle kam. Tina Heine zündet eben noch ein paar Kerzen an, es wurde Wein ausgeschenkt und Quiche gereicht. Alles so, wie ich es mir bei einer netten Einladung unter Freunden wünscht.

Und dann betreten die vier Musiker die Bühne, hinter ihnen schickt die Sonne das letzte warme Abendlicht in den Raum. Und alles klingt richtig. Warm und leise tropfen die warmen Töne des Kornetts in den Raum, immer wieder angetrieben von Benjamin Koppels Saxophon. Gelegentlich setzt Ferenc Nemeth auf seinen Schlagzeugen den Rhythmus, unterstützt vom sonoren Bass Toby Anderssons, der irgendwann die rhythmische Führung übernimmt, bis das Saxophon sich in den Vordergrund spielt. Improvisiert wirken höchstens die lustigen Ansagen von Benjamin Koppel: „Hi … oh dieses Mirko riecht nach kaltem Kaffee, ähm, unser nächster Song heißt „Go“ aber es wäre nett, wenn Sie dablieben.“ Schließlich wollen die vier Jungs unbedingt weiter spielen, das spüren wir im Publikum in jeder Minute.

Am Ende des zweiteiligen Konzerts kündigt Benjamin Koppel das letzte Stück an: „Wir spielen jetzt noch einen Song und dann werden wir von der Bühne gehen. Aber es wäre sehr nett, wenn Sie sich an die Konvention halten könnten, um eine Zugabe zu klatschen. In Wahrheit haben wir nämlich noch einen Song im Gepäck, den wir sehr gerne für Sie spielen möchten.“ Wir haben uns nicht an die Gepflogenheiten gehalten. Und auch nach dem nun aber wirklich als letztem Stück geplanten Song so lange geklatscht, bis die Musiker wieder auf die Bühne kamen.

  • *Aber im Zweifel kommen auch Triolen und Rhythmus – Verschiebungen schon mal in der Klassik vor.
    ** Natürlich hat er es eigentlich auf englisch gesagt. Also etwa so: „Hi … oh this Microphon smells of old coffee, ähm, our next song is called „Go“ but it would be nice if you stayed.“

Halleluja!

Wer singt, betet doppelt, heißt es. Und auch wer nicht beten will, sollte sich das kirchenmusikalische Ereignis, das Hamburg am Wochenende erwartet, nicht entgehen lassen: Der Mendelssohnschor singt Händels Messias.

Widersprüchlich? Nein, denn der Chor, der dieses Jahr 18 wird, hat mehr als seinen Namensgeber im Repertoire. Brahms‘ Liebeslieder-Walzer, Bachs Weihnachtsoratorium, Carl Orffs „Carmina Burana“ und sogar Trinklieder aller Epochen decken die rund 90 Sängerinnen und Sänger ab.

Diesen Samstag lädt der Mendelssohnchor nach Barmbek in die Sankt-Sophien-Kirche. Gemeinsam mit dem Kantatenchor St. Georgen aus Waren/Müritz geben sie den majestätischen Melodien Händels in der Hansestadt eine Bühne. Die Zusammenarbeit ist auch ein klein wenig historisch im Jubiläumsjahr der Deutschen Einheit: Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, eine ost-westdeutsche Kooperation, die vor 25 Jahren nicht möglich gewesen wäre.

Der Messias gilt als Händels populärstes Werk; in nur drei Wochen soll er es komponiert haben. In England, wo Händel lange Zeit seines Lebens wirkte, erheben sich Zuhörer sogar, sobald das weltbekannte Halleluja in D-Dur erklingt, eine Tradition, die angeblich König George II. zurückgehen soll.

Wenn auch Sie das Halleluja live hören wollen (ich verspreche, Sie werden es erkennen!), sei Ihnen das Konzert des Mendelssohnchors empfohlen:

Samstag, den 24. Januar 2015, um 19 Uhr in der Katholischen Pfarrgemeinde Sankt Sophien, Weidestraße 53, in 22083 in Hamburg-Barmbek. Karten kosten 21,- € erm. 14,- €  und können unter karten@mendelssohnchor-hamburg.de reserviert werden.