„Das bewegende Porträt einer Familie im Konflikt zwischen Israel und Palästina“

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Ein vor Kurzem erschienenes Buch über ein absolut aktuelles Thema: Als die Sonne im Meer verschwand von Susan Abulhawa. Die Autorin erzählt in ihrem zweiten Roman von heimatlosen Familien, von Krieg, Frieden und auch Hoffnung.

Susan Abulhawa, als Kind palästinensischer Flüchtlinge in Kuweit und Jordanien aufgewachsen, weiß, wovon sie schreibt. Vor dem Hintergrund eigener Erfahrung schildert sie die Suche der amerikanischen Psychologin Nur nach ihrer Heimat als einen Teil der palästinensischen Tragödie. Die Suche endet in Gaza. Die Not der Flüchtlinge dort ist für Nur ein Schock. Doch endlich lernt sie ihre Wurzeln kennen und spürt zum ersten Mal so etwas wie Geborgenheit. Immer tiefer taucht sie in die Geschichte ihrer Familie ein, die untrennbar mit dem politischen Konflikt zwischen Israel und Palästina verflochten ist. Und sie ahnt, dass sich ihr Leben in Gaza für immer verändern wird …

Ein ernstes und überwältigendes aber zugleich sehr unterhaltsames und aufschlussreiches Buch, welches sich zu lesen lohnt!

Und für alle die, wie ich auch, mehr über die Hintergründe des Werkes und die Autorin selber erfahren möchten, wäre die Lesung aus Als die Sonne im Meer verschwand mit Susan Abulhawa und Oda Thormeyer am 08. Juni 2015 in der Hamburger Hafencity sicherlich interessant! Weitere Infos zu dieser Veranstaltung gibt es auf www.harbourfront-hamburg.com.

»Abulhawa verleiht dem Konflikt zwischen Israel und Palästina ein menschliches Gesicht.«
Publishers Weekly

 

Verheissung

Krimi geht immer. Von Jussi Adler Olsen sowieso. Und wenn auch noch Kommissar Carl Mørck die Ermittlungen in einem spannenden Fall übernimmt, könnte das doch nun wirklich schon fast eine Garantie für ein gutes Buch sein… Finden Sie auch?

Dann habe ich heute mal wieder einen absolut heißen Buchtipp mit passender Lesung noch in diesem Monat für Sie!

Im April kommt der sechste Fall für das Sonderdezernat Q in die deutschen Buchläden:
Verheißung
17 Jahre lang recherchierte der Polizeikommissar Christian Habersaat, um den Fall einer kopfüber in einem Baum hängenden toten Frau zu lösen – vergeblich! Kurz nachdem er Carl Mørck um Hilfe in diesem mysteriösen Fall bittet kommt er ums Leben und auch sein Sohn stirbt nur wenig später. Mørck und seine Assistenten übernehmen den Fall und begeben sich selbst in tödliche Gefahr…

In seinem sechsten von zehn geplanten Büchern, das übrigens auf der dänischen Insel Bornholm spielt, verspricht der Autor Jussi Adler Olsen viele bisher nicht gelüftete Geheimnisse der Protagonisten preiszugeben und scheint zudem ein äußerst überraschendes Ende für uns bereit zu halten…

Hier geht es zur ausführlicheren Leseprobe.

Noch vor der Veröffentlichung von Verheissung. Der Grenzenlose stellt Jussi Adler Olsen seinen neuesten Krimi bei uns in Hamburg vor. Die Festivalmacher des Harbour Front Literaturfestivals sind auch außerhalb der eigentlichen Festivalsaison nicht untätig und haben gemeinsam mit dtv und der Buchhandlung Heymann die Lesung am Montag, den 16. März 2015, im Audimax der Universität Hamburg organisiert. Der Autor wird auf der Bühne von Margarete von Schwarzkopf als Moderatorin und Peter Lohmeyer, der den deutschen Text liest, unterstützt.

Karten sind auch über die Website des Harbour Front Literaturfestivals zu erwerben.

Seine Inspiration zu diesem neuen Buch nahm der Autor nach eigenen Angaben übrigens aus den nächtlichen Tarot-Sendungen im spanischen TV-Programm, dementsprechend mystisch angehaucht dürfte die Story sein.

Ich bin gespannt und freue mich auf den 16. März!

Frank Schätzing: „Breaking News“

9783462045277Im März veröffentlichte der Autor Frank Schätzing seinen neuen Roman „Breaking News“ und landete prompt auf Platz 1 der Bestsellerlisten.

Das Buch ist eine „atemberaubende Mischung aus Polit-Thriller und Familiensaga“ (Spiegel).

Wo immer die Welt brennt – Starreporter Tom Hagen ist an der vordersten Front dabei, zu jedem Risiko bereit. Bis er in Afghanistan den Bogen überspannt. In einer einzigen, mörderischen Nacht verliert er alles, Renommee, Geld, Zukunft. Drei Jahre später bietet sich in Israel die Gelegenheit zum Comeback. Doch was ein journalistischer Coup zu werden verspricht, entwickelt sich unversehens zu einer Hetzjagd durch die explosivste Region der Welt. Auf der Flucht vor Geheimagenten und Killern kämpft Hagen ums nackte Überleben – gegen eine Verschwörung, deren Anfänge ins koloniale Palästina zurückreichen, in eine von Mythen durchzogene Epoche, als die Saat für den Nahostkonflikt gelegt wurde…

Dieser Text ist auf dem Umschlag des Hörbuchs „Breaking News“ zu lesen und genau dieses – übrigens: Vom Autor persönlich signiert! – Hörbuch darf ich heute zwei Mal an Sie verlosen. Alles was Sie dafür tun müssen: Eine Mail an hallo@elbsalon.de schreiben – und als freiwillige Aufgabe: Schauen Sie doch mal auf die Homepage unseres Kooperationspartners Harbour Front Literaturfestival und/oder auf dessen Facebook-Seite.

Übrigens: Am 27. Septemer 2014 liest Frank Schätzing im Audimax der Universität Hamburg aus seinem neuesten Werk. Die Lesung ist untermalt von einem eigens dafür konzipierten Dolby-Surround-System und von live gesungenen Liedern der israelischen Sängerin Ofri Brin. Mehr Infos zu diesem Event finden Sie hier.

Viel Glück!

 

Thomas Hettche „Die Pfaueninsel“

Hettche, Thomas COVER Pfaueninsel

Heute wird es phantasievoll: Ich stelle Thomas Hettches neuen Roman „Die Pfaueninsel“ vor. Das Buch erschien vor einigen Tagen, am 21. August 2014.

Aber vorher ein kurzes Wort zur Historie der Pfaueninsel, die im Volksmund auch „Perle im Havelmeer“ genannt wird: Ursprünglich diente das Eiland Friedrich Wilhelm I. als Platz für seine Kaninchenzucht und hieß Kaninchenwerder. Erst Friedrich Wilhelm II. siedelte Pfauen auf der Insel an, deren Nachfahren noch heute dort leben und für Interessierte anzuschauen sind. Auf der Insel wurde durch den Zimmermeister Johann Gottlieb Brendel von 1794 bis 1797 ein Schloss errichtet, das der Königsfamilie fortan als Sommerresidenz diente. Der Park wurde von 1821 bis 1834 von dem preußischen Gartenkünstler und Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné nach dem Vorbild englischer Stiche gestaltet und mit wertvollen botanischen Gewächsen und Tiergehegen bestückt. Ebendiese Landschaftsgestaltung prägt auch heute noch die Pfaueninsel.

Thomas Hettches Roman spiel auf dieser Insel, zur Zeit Königin Luises und über ihren frühen Tod am 19. Juli 1810 hinaus. Es ist eine Zeit, zu der neben allerlei exotischen Tieren unter anderem auch ein Südseeinsulaner und Zwerge auf der Insel leben. Thomas Hettche läßt diese vergangene Welt wieder auferstehen, in deren Mittelpunkt er die kleinwüchsige Marie stellt, das historisch belegte Schloßfräulein der Pfaueninsel.

Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen nach dieser Begegnung auf der Pfaueninsel, am 19. Juli 1810, ist die junge Königin Luise tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit dem entsetzten Ausruf der Königin: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die zwischen den Befreiungskriegen und der Restauration, zwischen Palmenhaus und Menagerie, Gartenkunst und philosophischen Gesprächen aufwächst und der königlichen Familie bei deren Besuchen zur Hand geht, erzählt Thomas Hettche von der Zurichtung der Natur, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und der Empfindsamkeit der Seele und des Leibes.

All denjenigen von Ihnen, die mehr als nur das Buch lesen wollen, denen Berlin aber zu weit weg ist, empfehle ich Thomas Hettches Lesung, am 18. September 2014, in der Hamburger Kirche St. Katharinen.

Außerdem ist „Die Pfaueninsel“ am 07. September 2014 Thema bei Denis Scheck in der ARD Sendung „druckfrisch“!

 […] seit Kehlmanns Vermessung der Welt habe ich keinen Erzähler mehr so souverän mit Ideen spielen sehen …]

(Denis Scheck, Deutschlandfunk)

Alles wird gut, und zwar morgen!

Wer kann schon wissen, dass man auch im Chaos das Glück finden kann?

Bücher[Mahoni, Toni: Alles wird gut, und zwar morgen. Galiani Berlin, 2014.]
 

Der Protagonist Toni Mahoni (alkoholgeschädigt) findet sich jäh mit dem Ende seiner Beziehung konfrontiert. Sein Freund Meta Mallorca überredet ihn, Urlaub auf dessen Lieblingsinsel zu machen… Nichts Besonderes eigentlich, bis beide auf einer rauschenden Party der Schönen und Reichen landen und Toni in einem Anfall von Liebeshunger eine wertvolle Statue kaputt macht. Blöd, dass der Villeninhaber „irgendein hohes Tier“ im spanischen Kulturministerium und die Statue, eigentlich ansässig im Nationalmuseum, nur „geliehen“ ist. Mahoni hat sich also nullkommanix zum einen handfesten Ärger und zum andern einen Deal mit den handgreiflichen Söhnen des Ministers eingehandelt: Als „richtig berühmter Bildhauer“ ausgegeben macht er sich daran, einen würdigen Ersatz für das zerstörte Kunstwerk zu finden. Und dieses Vorhaben entpuppt sich zu einer regelrechten Odyssee, die ihn und alle, die ihm helfen wollen, für eine ganze Zeit in Atem hält!

Absolut komisch, irgendwie abgefahren und sehr unterhaltsam! Mein Tipp, wenn es mal keine schwere Kost, sondern eine lustig-leichte Geschichte sein soll. Vielleicht im Sommerurlaub, für diejenigen von Ihnen, die den noch vor sich haben?!

Und natürlich kann ich Ihnen auch mal wieder sagen, wo und wann Sie den Autor live erleben können: Na klar, beim Harbour Front Literaturfestival! Toni Mahoni liest am 14. September 2014 im Nochtspeicher.

 

 

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Der Buchmarkt in Zahlen & Hamburg als Literaturstadt

BücherFoto: Jonas Wölk

„Man muss ja schließlich wissen, womit man es zu tun hat“, sage ich immer und deswegen kommen wir heute mal zu ein paar Zahlen, Daten und Fakten rund um mein allerliebstes Thema: Literatur.

Im vergangenen Jahr, also 2013, haben die deutschen Verlage insgesamt 81.919 Titel in Erstauflage herausgebracht. Zählt man die Neuauflagen hinzu, dann waren es sogar 92.600 Titel. Bei 10.978 dieser Werke handelte es sich um Taschenbücher. Hierbei steht Belletristik mit 33,8% Anteil am Gesamtumsatz an erster Stelle der Warengruppen. Es folgen Kinder- und Jugendbücher mit 15,8% und Ratgeber mit 14,5%. Ausgehend von der Titelproduktion der Erstausgaben belegt Hamburg für das Jahr 2013 den dritten Platz des Rankings der wichtigsten Verlagsorte. 4.661 neue Werke wurden von unseren Verlagen herausgegeben. Vor uns, auf den zweiten Platz, schaffte es München (8.238) und den Titel „Wichtigster Verlagsort“ holte sich Berlin (9.278). [Quelle: Börsenblatt]

Bleiben wir mal in Hamburg: Neben den großen Verlagshäusern, wie Hoffmann und Campe, Rowohlt, dem Carlsen-Verlag oder der Oetinger-Gruppe, gibt es in der Hansestadt auch zahlreiche kleinere Verlage. Im Bereich Kinder- und Jugendbuch ist unserer Stadt führend und auch als Talentschmiede für Illustration und Graphic Novel einzigartig in Deutschland.

Für an dieser Materie Interessierte findet, unter dem Titel „Die Buchmacher. Wie in Hamburg Literatur entsteht“, am 11. September 2014 eine kostenlose (!) Veranstaltung zur Hamburger Literaturszene im NDR Radio Haus statt. Weitere Infos hierzu finden Sie unter www.harbourfront-hamburg.com.

Und wer sich näher mit Hamburgs Spezialgebiet, Graphic Novel, auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich wärmstens den Internationalen Graphic Novel Salon, am 18. September 2014.

Jan Costin Wagner: „Tage des letzten Schnees“

Für meine allererste Buchempfehlung habe ich direkt mal ganz tief in die Krimi-Kiste gegriffen und eine ziemlich düstere, aber mindestens genauso meisterhafte Neuerscheinung einer meiner liebsten Kriminalautoren hervorgezaubert: „Tage des letzten Schnees“ von Jan Costin Wagner.

Drei lange Jahre liegen zwischen dem vierten (2011) und dem aktuellen Fall von Ermittler Kimmo Joentaa, aber das Warten hat sich gelohnt! Wagner präsentiert uns einmal mehr ein Werk, das mit äußerst glaubhaft und real dargestellten Figuren brilliert, sich einer Sprache bedient, die in ihrer Zurückhaltung und Stille eine solch gewaltige Wirkung auf den Leser hat, das einem nicht nur ein Mal der Atem stockt und aus kunstvoll verstrickten Handlungssträngen konstruiert ist, die sich schließlich zu einem grandiosen Ende verknüpfen. Der Autor stellt uns menschliche Abgründe dar, die zumindest mir bis dato undenkbar waren.

Anfang Mai, im finnischen Turku fällt der letzte Schnee.Kimmo Joentaa wird gleich zwei Mal gerufen: an einen Unfallort, an dem eine Elfjährige durch einen Unbekannten ums Leben gekommen ist, und an einen Tatort, an dem zwei unbekannte Tote auf einer Parkbank liegen, als würden sie schlafen. Für den Vater des bei dem Unfall verstorbenen Mädchens wird Kimmo Joentaa zum Begleiter in der Trauer, während er gleichzeitig daran arbeitet, die Unfallf lucht und den Doppelmord aufzuklären. Die Ermittlung führt Joentaa in ein fatales Beziehungsgeflecht, das Menschen, die ursprünglich nichts verband, schicksalhaft zusammengeführt hat: einen Architekten, der den festen Glauben an die Symmetrie des Lebens verliert, einen Schüler, der unauf haltsam auf einen Amoklauf zusteuert, eine junge Frau, die versucht, der Armut zu entkommen, und einen Investmentbanker, der sich im Dickicht seines Doppellebens verliert. Als Kimmo Joentaa die Linien, die diese Menschen verbinden, schließlich zu erkennen beginnt, ist es fast zu spät. Und erst dann begreift er, dass seine große Aufgabe nicht die Suche nach einem Doppelmörder ist, sondern eine, die ihm noch bevorsteht …

Gefunden habe ich diesen Text auf der Website des Galiani Verlages.

Reinhören kann man aber auch schon:

Und wer den Autor und das Buch live und in Farbe erleben möchte, der kann das am 16. September 2014 um 20:00 Uhr im Uebel & Gefährlich, wo Jan Costin Wagner im Rahmen des sechsten internationalen Harbour Front Literaturfestivals aus seinem neuesten Werk liest.

Übrigens: Jan Costin Wagner schreibt mit „Tage des letzten Schnees“ seinen fünften Kriminalroman der in Finnland spielt – obwohl er ein deutscher Schriftsteller ist! Rainer Moritz sagt dazu:

Man muss nicht allein auf skandinavische Autoren setzen, um brillante Kriminalromane zu lesen, die im Norden Europas spielen. Jan Costin Wagner hat dafür den überzeugenden Beweis erbracht, ein weiteres Mal.