Hélène Grimaud

Hélène Grimaud, Foto: Mat Hennek

Die französische Star-Pianisten ist leidenschaftlich und hingebungsvoll und spielt Klavier mit einem starken, fast poetischen Ausdruck und technischer Perfektion. Aber mehr als das: Sie ist ein Multitalent und eine starke, sehr engagierte und eine sehr schöne Frau. Als Natur- und Tierschützerin setzt sie sich für Wölfe ein und gründete das Wolf Conservation Center in New York State. Sie setzt sich aber auch für sozialen Wandel ein und ist Mitglied der Organisation »Musicians for Human Rights«, einem weltumspannenden Netzwerk von Musikern, das sich für Menschenrechte stark macht. Obendrein schreibt sie auch noch Bücher.

Hélène Grimaud gibt Klavierkonzerte auf der ganzen Welt, oft mit berühmten Dirigenten. In Hamburg präsentiert sie  ein facettenreiches Solo-Programm rund um das Element »Wasser« – mit Werken von Debussy, Ravel und Liszt. Vor zwei Jahren habe ich Hélène Grimaud zum ersten Mal in Berlin live spielen gehört und war regelrecht gefangen von ihr. Meine Empfehlung: Schnell noch eine der restlichen Karten sichern.

Hélène Grimaud, Die Meisterpianisten,  8. Juni 2015 um 19.30 h / Elbphilharmonie Konzerte, Laeiszhalle Hamburg

 

Coup Fatal

Foto: Chris van der Burght

Das hochkarätige Künstler-Team bestehend aus dem kongolesischen Countertenor Serge Kakudji, dem belgischen Komponisten Fabrizio Cassol und dem Star-Choreografen Alain Platel, der zuletzt mit dem mehrfach ausgezeichneten Stück TAUBERBACH auf Kampnagel zu sehen war, konfrontiert bildgewaltige Sprache mit den Arien von Georg Friedrich Händel und Christoph Willibald Gluck. Für ihre gemeinsame tänzerische Pop- ließen sie sich von der kongolesischen Bewegung der Sapeurs inspirieren, jene kongolesischen Dandys, die eine manieristische Eleganz und lebensbejahende Attitüde pflegen. COUP FATAL widersetzt sich dem alltäglichen Schmerz und dem kongolesischen Kriegsgräuel durch seine widersprüchliche Schönheit, ansteckende Vitalität und Lebenslust.

Mi, 27.05.2015 20:00 [Premiere] Kampnagel – K6

Do, 28.05.2015 20:00 
Publikumsgespräch mit den Künstlern nach der Vorstellung Kampnagel – K6

Fr, 29.05.2015 20:00 Kampnagel – K6

Sa, 30.05.2015 20:00 Kampnagel – K6

DER BÄR nach Anton Tschechow im Mojo

Der Mojo Club macht im März Theater. Zum ersten Mal seit Bestehen des neuen Clubs, werdenam 16. und 17. März die Tore für ein Theaterpublikum geöffnet. Der Regisseur Julian Schappei wird Anton Tschechows „DER BÄR“ zum Leben erwachen lassen. Ein Lustspiel aus dem 19. Jahrhundert in den Räumlen des Mojo Club zu inszenieren, ist eine echte Herausforderung. Zusammen mit seinem Ensemble taucht er das Stück in eine Club-Atmosphäre, die vom Zuschauer nahezu filmisch aufgenommen wird. Die Schauspieler Lo Rivera, Jan Katzenberger und Harald Burmeister verkörpern die drei Protagonisten.

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DER BÄR von ANTON TSCHECHOW ist die Geschichte der Witwe Pópowa (die sich nach dem Tod ihres Mannes dazu entschließt, die Welt nicht mehr zu sehen. Obwohl der Verstorbene sie oft schlecht behandelt und betrogen hat, verkündet sie, dass ihr das Leben nichts mehr wert ist.

Eines Tages taucht der „Bär“bei der Pópowa auf, um noch offene Schulden des verstorbenen Gatten einzutreiben. Es kommt zu einem Streit zwischen den beiden: Pópowa hält es für „unnötige Geldangelegenheiten“ und Smírnow („Der Bär“) hat weder Zeit noch Geduld, mit ihr zu diskutieren. Die Auseinandersetzung eskaliert schlussendlich, Smírnow fordert die Pópowa zum Duell heraus. Als diese zustimmt, vollzieht sich bei Smírnow ein Sinneswandel. Er ist beeindruckt und sieht in der Pópowa nunmehr ein Objekt der Begierde…

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DER BÄR nach Anton Tschechow, 16.und 17.3.2015 im Mojo Club, Reeperbahn 1, Hamburg, Einlass ab 19.00 h

Was gibt’s zu Mittag? – Kultur als Pausensnack

Während circa 200 Gäste sich eine erholsame Auszeit von der Arbeit gönnten, zeigten heute vier Musiker im Foyer der Laeiszhalle, womit sie sich ihr täglich Brot verdienen: Klassische Musik, einmal im Monat, dienstags um 12:30 Uhr auch im Pausenformat von bekömmlichen 30 Minuten. So ein Kultursnack zwischen Mails, Telefon und der Hektik im Büro war wunderbar entspannend und auch sättigend. Denn jeder Zuhörer der Lunchkonzerte darf entweder die eigene Brotzeit mitnehmen oder das Angebot der Laeiszhalle, von Suppe bis belegte Laugenstangen, wahrnehmen.

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Beim 6. Lunchkonzert begeisterten Hovhannes Baghdasaryan und Nina Ziermann mit ihren Violinen, Bruno Merse mit der Viola und Ruodi Li am Violoncello mit Werken von Robert Schumann bis Mike Curtis. Zwischendurch wippten alle Füße der teilweise auf dem Boden zuhörenden Besucher zu „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Veronika, der Lenz ist da“ und ließen sich von den Hamburger Symphonikern auf die immer wärmer werdenden Temperaturen in unserer Hafenstadt einstimmen. Das nächste Lunchkonzert findet genau am Dienstag nach Frühlingsbeginn, am 24. März, statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

 Jazz Piano mit dem Tingvall Trio

Der Schwede Martin Tingvall lebt seit langem in Hamburg, wo er für Popmusiker der verschiedenen Gewichtsklassen musikalische Maßanzüge schneidert und in seinem eigenen Tingvall Trio eine Musik entwickelt, die geprägt ist von melancholischen Melodien aus seiner skandinavischen Heimat und einem romantischen Harmonieansatz. Martin Tinvall ist klassisch ausgebildet und infiziert von der Freiheit zum eigenen Ton, die der Jazz demjenigen bietet, der einen hat.

Jazz ist Interaktion, erst recht in diesem Trio, das in Schwung gehalten wird von der lateinamerikanischen Leichtigkeit des Kontrabassisten Omar Rodriguez Calvo und der gravitätischen Schwere der Rockakzente des Schlagzeugers Jürgen Spiegel. Jazz für den aufgeklärten Großstadtmenschen, stil- und reizvoll, leicht, süffig und charmant.

»Beat«, heißt das aktuelle Album des Tingvall Trios. Starke Melodien, famoses Ensemblespiel, keine Scheu vor der Nähe zur populären Musik. Zugleich eine unwiderstehliche Mischung aus tiefgehenden Kompositionen. Dabei erweitert Omar Rodriguez Calvo sein Soundspektrum dieses Mal in vielfältiger Weise durch gestrichenen Kontrabass, während der Schlagzeuger ein ebenso ungewöhnliches wie unerwartetes Instrumentarium von Sounds mit u.a. Waschbrett, Mülleimern, Bilderrahmen und Woodblock erzeugt.

Tingvall Trio, Jazz Piano, Elbphilharmonie Konzerte

Mi, 17. Dezember 20:00 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal

Der 45/7 VINYL CLUB

Das moderne Konzept Stücke einzeln als MP3 zu kaufen ist im Grunde nichts anders als die Idee der 7“ Single. Nur nicht greifbar.“ Der 45/7 VINYL CLUB wurde ins Leben gerufen um DJs, Labels und Musikliebhabern die Möglichkeit zu geben ihre persönlichen 7“ Highlights auf Vinyl zu präsentieren.Beheimatet ist das Projekt in Hamburg und die bisherigen Mixtpaes sind fast alle von Hamburger DJ’s gemacht worden. Auch die Cover Artworks hat ein Künstler aus Hamburg gestaltet.

Der 45/7 VINYL CLUB steht für so ziemlich jedes Genre, welches auf 7“ gepresst wurde.Ob Soul, Jazz, Alternative, Hip Hop, Disco, House, Reggae oder Pop. Das Format ist derStar. Der Mix die Dramaturgie. Es geht nicht um Fertigkeiten, sondern das Gefühl fürMusik. Es geht nicht darum in Schubladen zu denken, sondern Schubladen zu öffnen –solange sich darin 7 Zoll große Schallplatten befindenDer 45/7 VINYL CLUB soll symbolisch für modernes Musikverständnis und traditionelles Handwerk stehen. Gast-Mixes von bekannten und unbekannten DJs und Musikliebhabern sind bereits auf Soundcloud zu hören. Eine Veranstaltungsreihe ist in Planung. Von Liebhabern für Liebhaber.

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Soundcloud 1 https://soundcloud.com/45-7-vinyl-club/457-03-artist-renegades-of-jazz

Soundcloud 2 https://soundcloud.com/45-7-vinyl-club

http://www.renegadesofjazz.com/

MONUMENT O: HAUNTED BY WARS (1913-2013) von Eszter Salamon beim Kampnagel Sommerfestival

Eszter Salamon

Grafik: Christine Rebet

Bis zum 24. August läuft auf KAMPNAGEL das INTERNATIONALE SOMMERFESTIVAL unter der Leitung von András Siebold und es werden wieder anspruchsvolle, spannende Aufführungen gezeigt. Morgen wird das Stück MONUMENT O: HAUNTED BY WARS (1913-2013) der in Ungarn geborenen Choreografin Eszter Salamon uraufgeführt. Die Inszenierung ist der Anfang einer Serie, in der sie Choreografie und Geschichte in Korrelation setzt. Eszter Salamon hat dafür Volkstänze auf allen Kontinenten dokumentiert, die in Kriegsgebieten und Konfliktzonen aufgetaucht sind und die sie in den Kontext der Kriege der letzten 100 Jahre setzt. Kriege in denen mehr als 100 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben, beginnend beim ersten Weltkrieg bis ins Jahr 2013. Eszter Salamon kreiert vollkommen neue, eindringliche Choreografien und setzt Tanz in Verknüpfung mit dem Raum als Kunstelement ein. Dunkel, surreal, von sechs Tanzkünstlerinnen und –künstlern eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Premiere Freitag, der 8.8. 2014, weitere Aufführungen Samstag, der 9.8. und Sonntag, der 10.8.2014, jeweils 20.30 h auf Kampnagel

Finding Vivian Maier

Man on Horse ©Vivian Maier_Maloof Collection

©Vivian Maier_Maloof Collection

„Wir alle bestimmen, was die Welt über uns erfährt. Doch ab wir wollen oder nicht – am Ende müssen wir Farbe bekennen. Es ist gut möglich, dass wir nichts über Vivian Maiers Leben und ihre Fotos wissen würden wenn es nach ihr gegangen wäre. Sie entschied sich für eine heimliche Existenz und versteckte ihre Kunst, solange sie lebte.

Doch wer seine Kunst verbirgt, vernichtet sie eben nicht. Vivian Maier bewahrte ihr Werk auf und überließ dessen Schicksal anderen. Es erging ihr wie Kafka, der bestimmt hatte, dass seine Schriften ungelesen verbrannt werden sollten: Falls sie sich – ausdrücklich oder unausgesprochen gewünscht hat, dass ihr Werk unsichtbar bleibt. Dann hat man diesen Wunsch ignoriert“, schreibt Regisseur Charlie Siskel über Vivian Maier.

Zusammen mit dem Regisseur John Maloof, der Fotograf, Historiker und Hauptkurator von Vivian Maiers Werk ist, hat er einen beindruckenden Film über Vivian Maier produziert. FINDING VIVIAN MAIER zeichnet das Porträt einer Frau, die ihr Leben für die Photographie lebte und dies bis zu ihrem Tod mit niemandem teilte. Heute gilt Vivian Maier, die in Chicago und New York lebte und als Nanny arbeitete, als eine der wichtigsten Street Photographer des 20. Jahrhunderts. Mit den in ihre Obhut gegebenen Kindern unternahm sie unzählige Streifzüge durch beide Städte und fotografierte Menschen in zufälligen, aber höchst berührenden Momenten. Der Regisseur John Maloof entdeckte ihre Fotos zufällig bei einer Versteigerung. FINDING VIVIAN MAIER ist eine spannende Spurensuche, da Vivian Maier sonst keine Spuren hinterließ und ein Geheimnis bleibt.

FINDING VIVIAN MAIER wird derzeit im Abaton, Passage und Zeise Kino aufgeführt.

Self Portrait ©Vivian Maier_Maloof Collection

©Vivian Maier_Maloof Collection