Andris Nelson

Foto: Marco Borggreve

Der lettische Dirigent Andris Nelson ist ein Superstar der internationalen Musikszene. Nelsons begann seine Karrierein Riga als Trompeter. Später wechselte er ins Dirigierfach und wurde im Alter von 24 Jahren Chefdirigent an der Lettischen Nationaloper.

Als Andris Nelsons im September 2014 sein erstes Konzert als frisch gebackener Chef des Boston Symphony Orchestra leitete, gab es schon zum Antritt Standing Ovations.

Kurz zuvor hatte Nelsons schon die Aufgabe geschultert, die Konzerte des verstorbenen Claudio Abbado beim Lucerne Festival zu übernehmen.

Im September 2015 wurde er als designierter Gewandhauskapellmeister  vorgestellt. Nelsons wird das Amt ab der Spielzeit 2017/2018 übernehmen, er wird jedoch bereits in der Spielzeit 2016/2017 das legendäre Gewandhausorchester dirigieren.

In dieser Saison können die Hamburger Nelsons Qualitäten gleich zwei Mal erleben. Im November dirigiert er das Lucerne Festival Orchestra, das Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 und Mahlers Sinfonie Nr.5 spielen wird.

Im nächsten Frühjahr dirigiert er dann die 9. Sinfonie von Gustav Mahler, mit dem Boston Symphony Orchestra.

Sa 07.11.15 / 19.30 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal
Lucerne Festival Orchestra
Rudolf Buchbinder, Klavier
Andris Nelsons, Dirigent
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 C-Dur op. 15
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

Hélène Grimaud

Hélène Grimaud, Foto: Mat Hennek

Die französische Star-Pianisten ist leidenschaftlich und hingebungsvoll und spielt Klavier mit einem starken, fast poetischen Ausdruck und technischer Perfektion. Aber mehr als das: Sie ist ein Multitalent und eine starke, sehr engagierte und eine sehr schöne Frau. Als Natur- und Tierschützerin setzt sie sich für Wölfe ein und gründete das Wolf Conservation Center in New York State. Sie setzt sich aber auch für sozialen Wandel ein und ist Mitglied der Organisation »Musicians for Human Rights«, einem weltumspannenden Netzwerk von Musikern, das sich für Menschenrechte stark macht. Obendrein schreibt sie auch noch Bücher.

Hélène Grimaud gibt Klavierkonzerte auf der ganzen Welt, oft mit berühmten Dirigenten. In Hamburg präsentiert sie  ein facettenreiches Solo-Programm rund um das Element »Wasser« – mit Werken von Debussy, Ravel und Liszt. Vor zwei Jahren habe ich Hélène Grimaud zum ersten Mal in Berlin live spielen gehört und war regelrecht gefangen von ihr. Meine Empfehlung: Schnell noch eine der restlichen Karten sichern.

Hélène Grimaud, Die Meisterpianisten,  8. Juni 2015 um 19.30 h / Elbphilharmonie Konzerte, Laeiszhalle Hamburg

 

Hilary Hahn

Hahn Hilary – Foto: Michael Patrick OLeary

Die Amerikanerin Hilary Hahn war ein Geigenwunderkind. Im Alter von zehn Jahren hat Hilary Hahn das vierte Violinkonzert von Henry Vieuxtemps zum ersten Mal gespielt – ein Stück, das vor technischen Teufeleien nur so strotzt. Seither fühlt sich die Ausnahmegeigerin mit dem eleganten, klaren Ton dem belgischen Komponisten besonders verbunden. Kein Wunder, schließlich war Vieuxtemps selbst ein begnadeter Geiger, galt in jungen Jahren gar als Nachfolger des großen Paganini. Nun, 25 Jahre später, hat Hilary Hahn mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen undPaavo Järvi eine phänomenale Aufnahme des Werkes vorgelegt. Das Orchester, das auch auf der Bühne für seine absolute Hingabe an den Solisten bekannt ist, begleitet sie am 6. Mai in die Laeiszhalle und umrahmt Vieuxtemps‘ romantisch-virtuose Klangwelt mit Beethovens Egmont-Ouvertüre und Schuberts Großer C-Dur-Symphonie.

Mittwoch, 6. Mai / 20 Uhr / Laeiszhalle / Großer Saal
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen • Hilary Hahn • Paavo Järvi

Gwilym Simcock & Yuri Goloubev – Jazz Piano

Der vielfach preisgekrönte Gwilym Simcock, der am kommenden Dienstag im Hamburg auftritt, gilt als großes Talent der britischen Jazzpianisten-Szene. Kompetent und umfassend im klassischen Spiel wie im Jazz ausgebildet, ist er ein überzeugender Pianist und ein raffiniert schreibender Komponist. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Komposition und Improvisation, zwischen Interpretation und spontaner Formfindung. Unter den Musikern, deren Blick in beide Richtungen schweift, zählt der aus Wales stammende Pianist und Hornspieler Gwilym Simcock, zu den herausragenden Persönlichkeiten.

 Simcock_Gwilym_Foto_Eric_Richmond_querGyilym Simcock, Foto:Eric Richmond

Mit seinem Duo-Partner, dem in Moskau geborenen und klassisch ausgebildeten Bass-Virtuosen Yuri Goloubev, bringt er die das beste beider Welten auf einen Nenner. Beide Musiker sind der Überzeugung, dass sich gerade in der Duo-Besetzung ein großer Horizont kreativer Freiheiten öffnet.

Dienstag, 24. März 2015 20.00 Uhr, Gwilym Simcock & Yuri Goloubev- Jazz Piano, Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal,Veranstalter: ElbphilharmonieKonzerte

 

ePhil: Kangding Ray

Ray_Kangding_c_Krijn_van_Noordwijk

Der Elektronik-Künstler Kangding Ray kommt am 19. März für ein Konzert im KörberForum nach Hamburg. Der in Berlin lebende Franzose begreift Musik als Architektur. Ambient-Soundgebäude wandeln sich langsam, düstere Bass-Fundamente verschieben sich, Technobeats lösen sich in irreguläre rhythmische Zellen auf, Rave-Hymnen zerbröseln zu Melodiefetzen. Begleitet wird dieses »ePhil«-Konzert durch eine Installation von Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die im Foyer bereits ab 20 Uhr Musikvermittlung zum Anfassen bietet.

 ePhil: Kangding Ray,Elbphilharmonie Konzerte, Do 19.03. / 21.00 Uhr / KörberForum / Kehrwieder 12

Eintritt frei / Freitickets erhältlich ab dem 5. März auf www.elbphilharmonie.de (max. 4 Tickets pro Person buchbar)

Fazıl Say im Fokus

Der Pianist Fazil Say ist derzeit der prominenteste klassische Musiker der Türkei. Der  Starpianist berührt Publikum und Kritik seit 25 Jahren in einer Weise, wie sie rar geworden ist in der zunehmend materialisierten Klassik-Musikwelt. Seine Konzerte sind direkt, offen, und aufregend und berühren die Zuhörer emotional.

Fazil Say ist auch ein Kritiker der konservativen Regierungspartei und hat im vergangenen Jahr das harte Vorgehen der Polizei gegen Gezi-Demonstranten verurteilt. Auch mit seiner Musik bezieht er  Stellung zu aktuellen politischen Entwicklungen – oft zum Unmut religiös-konservativer Kreise in der Türkei. Ein Berufungsgericht bestätigte eine Bewährungsstrafe gegen Say  weil im letzten Jahr angeblich kritische Twitter-Nachrichten gesendet hat.Kürzlich twitterte nun der Pianist, dass zwei seiner Kompositionen aus dem staatlichen Orchesterprogramm gestrichen wurden.

Fazil Say, der 1970 in Ankara geboren und in Deutschland ausgebildet wurde, lebt heute in Istanbul, aber zu Hause ist er in der ganzen Welt. In den großen Konzerthallen von New York über Berlin bis Tokio wird er gefeiert für seine extrovertierten Interpretationen – und für seine eigenen Werke, die abendländische und orientalische Stilelemente zu raffinierten, verführerischen Klängen kombinieren.

Es ist ein Glücksfall, dass diese charismatische Künstlerpersönlichkeit erneut Konzerte in Hamburg gibt: solo und im Duo mit dem aufgeweckten Cellisten Nicolas Altstaedt.

Der deutsch-französische Cellist Nicolas Altstaedt ist ein vielseitiger Musiker, dessen künstlerisches Repertoire sich vom klassische Cello bis zur Auftragsvergabe neuer Werke spannt. Fazil Say hat 2012 die Sonate »Dört Şehir – Vier Städte«, für ihn geschrieben.  In dieser temperamentvollen Komposition zeichnet Say musikalische Klangbilder unterschiedlicher anatolischer Städte.

Nicolas Altstaedt bringt mit Fazıl Say in Hamburg auch die Cello-Bearbeitung von César Francks berühmter Violinsonate A-Dur und Claude Debussys pastellfarbene Cellosonate d-Moll zur Aufführung.

Nicolas Altstaedt Cellist Foto: Marco Borggreve

Nicolas Altstaedt
Cellist
Foto: Marco Borggreve

Nicolas Altstaedt, Violoncello • Fazıl Say, KlavierKammermusik • Fazıl Say im Fokus – Elbphilharmonie Konzerte

So, 11. Januar 2015 20:00 / Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal

Einführung So, 19.15 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Studio E

Claude Debussy: Sonate d-Moll für Violoncello und Klavier
Fazıl Say: Dört Şehir / Vier Städte op. 41 (Sonate für Violoncello und Klavier)
Dmitri Schostakowitsch: Sonate d-Moll op. 40 für Violoncello und Klavier
César Franck: Sonate A-Dur M 8 (Fassung für Violoncello und Klavier)

Die Violinistin Vilde Frang

Die Norwegerin Vilde Frang ist erst 27 Jahre alt und zählt bereits zu den besten Geigerinnen der Welt. Sie und der deutsch-usbekische Pianist Michail Lifits, haben beide einen Teil ihrer Ausbildung in Deutschland absolviert. Michail Lifits studierte u.a. an der  Hochschule für Musik  in Hannover in Hannover und Frang Vilde bei Kolja Blacher an der Musikhochschule in Hamburg. Sie wird auch von der Stargeigerin Ann-Sophie Mutter gefördert und spielt eine wertvolle Geige aus deren Fundus. Vilde Frang und Michail Lifits sind ein gefeiertes eingespieltes Team und werden am 17. November in der Laeiszhalle Werke von Edvard Grieg, Franz Schubert, Witold Lutoslawski und im Jubiläumsjahr zum 150. Geburtstag auch ein Stück  von Richard Strauss spielen. Die letzten gemeinsamen Konzerte des Musik-Duos wurden von Kritikern hochgelobt.

Vilde Frang Violine, Michail Lifits Klavier

Elbphilharmonie Konzerte, Mo. 17. November, 20.00 h, Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal
Einführung mit Klaus Wiegmann: Mo, 19.15 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Studio E

 

„Greatest Hits“ – Festival für Zeitgenössische Musik auf Kampnagel

Vortex Temporum, Foto: Anne Van Aerschot

Gestern Abend waren wir bei der Lesung von Kent Nagano, der im kommenden Jahr die Nachfolge von Simone Young antritt und Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper wird. Der Amerikaner ist ein international erfolgreicher Dirigent und hat neben seiner Liebe zur Klassik ein Faible für zeitgenössische Komponisten und erzählte, dass es immer wieder  neue Werke in Auftrag gibt.

In den 1980er Jahren hat er mit dem renommierten London Symphony Orchestra Musik des Rockmusikers Frank Zappa eingespielt und er bricht immer wieder eine Lanze für unorthodoxe zeitgenössische Werke.

Wer bereits Fan zeitgenössischer Musik ist oder sich den Zugang dazu verschaffen will, braucht aber nicht auf Kent Nagano zu warten, sondern kann sich auf das Festival „Greatest Hits“ freuen, das vom 12. bis 15. November auf Kampnagel stattfindet. Brandneue Klänge werden hier Musikbegeisterte und Elektronik-Fans in den Bann ziehen. Dem österreichisch-schweizerischen Komponisten Beat Furrer, ist bei dieser Festivalausgabe ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Im Fokus stehen außerdem die Tanzperformance »Vortex Temporum« der belgischen Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker, die Hamburger Komponisten Manfred Stahnke und Georg Hajdu sowie drei große Produktionen mit elektronischer Musik: Robin Fox´ imposante »RGB Laser Show, Tim Hecker und Mouse on Marse. Mit dabei sind außerdem tonangebende europäische Ensembles wie das Klangforum Wien, das Ictus Ensemble und das Ensemble Resonanz.

Aber auch Kinder und Jugendliche kommen auf ihre Kosten – bei der Musiktheaterproduktion »Der blaue Autobus« nach dem berühmten Kinderbuchklassiker von James Krüss. Hamburger Schüler komponieren für das Festival, und Musiker begegnen im »Unter 4 Augen«-Wohnwagen jeweils einem Festivalgast. Vier dicht gepackte Festival-Tage voller neuem Beat.

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Fischer_Johannes_c_Boris_Breuer

»Greatest Hits« – eine Kooperation der Elbphilharmonie Konzerte mit Kampnagel, Jarrestarße 20, Hamburg

Brad Mehldau – Jazz Piano & Chris Thile – Mandolin

Brad Mehldau, Photo: Michael Wilson
Der ELBSALON hat eine neue Gastautorin. Irene aus New York schickt uns einen Tipp direkt aus dem Big Apple.

In September this year the Brooklyn Academy of Music, arguably New York’s most exciting cultural venue, hosted a 50th anniversary celebration of Nonesuch Records.

Unexpected collaborations of musicians from different worlds have long been one of the hallmarks of the President of this excellent American record label, Bob Hurwitz. “A perfect situation happen when an artist plays music the listener loves and it is like nothing else,” says Mr. Hurwitz.

That was my experience when I heard renowned pianist Brad Mehldau play with mandolinist Chris Thile. It was riveting! A rare once-in-a lifetime experience.

Mr. Mehldau is a pianist who feels equally at home with symphonic orchestras as he does with his jazz colleagues. He moves seamlessly from one genre into the next, and he is revered among students at Juilliard as he is in jazz clubs. Mr. Thile is a progressive-bluegrass virtuoso mandolist. He is also the singer for the Punch Brothers. As a duo they make you come alive like nothing else. The kinetic Mr. Thile intermittently charms the audience with commentary and hops about the stage in an ecstatic kind of dance; Mr. Mehldau is the cerebral counterpart.

Whatever you think you are doing on November 5, make sure you are not missing this extraordinary musical event!

Brad Mehldau – Jazz Piano & Chris Thile – Mandolin
Wednesday November 5, 8 pm Elbphilharmonie Konzerte, Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal

Wie klingt eigentlich Freundschaft?

…diese Frage beantwortet das Amsterdamer Ensembles Cello8ctet bei der Kinderkonzertreihe »Hereinspaziert!« In der Produktion Cellosturm erzählen sie ohne Sprache, aber mit fesselnder Musik, viel Humor und Einfühlungsvermögen sie eine packende Geschichte rund um die Themen Freundschaft und Einsamkeit. Kinder ab vier Jahren sind eingeladen sich gemeinsam mit einer einsamen Taube auf eine musikalische Reise zu begeben. Die Taube unternimmt immer wieder spannende Versuche im Dschungel, in der Wüste und über dem Meer neue Freundschaften schließen und die jungen Zuhörer können mitfiebern, ob ihr das gelingt. Wunderbar!
Cello8ctet Amsterdam: Cellosturm, Elbphilharmonie Konzerte ,Sonntag, 12. Oktober / 11 Uhr / Laeiszhalle / Kleiner Saal

Foto: Merlijn_Doomernik