Die Dreigroschenoper

von 17. September 2015 0 Permalink 9

Liberté, Égalité, Fraternité – die Forderungen der französischen Revolution bleiben bis heute weitestgehend uneingelöst. Die sozialen Gegensätze verschärfen sich sogar zunehmend: Laut eines Oxfam-Berichts dieses Jahres wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2016 erstmalig mehr Vermögen angehäuft haben, als die restlichen 99 Prozent zusammen.

Das Thalia Theater macht die Frage nach den Werten der Aufklärung in einem immer schnelleren kapitalistischen Kreislauf zum Leitthema der Spielzeit 2015/2016.

Ausgerechnet mit einer kapitalismuskritischen Oper landete Bertolt Brecht mit gerade 30 Jahren 1928 einen Überraschungshit. Brechts Bild eines Großstadtmolochs erzählt aber auch von Menschen, die ums Überleben kämpfen, von korrupten Menschen, die über Schicksale richten, und von Menschen, die nach Gerech­tigkeit dürsten.

In Abwandlung des französischen Revolutionsmottos prangt derzeit „Freiheit – Großzügigkeit – Bleiberecht“ auf einem aktuellen Plakat des Thalia Theaters.

Diese Worten gehen einem vielleicht auch durch den Kopf, wenn man die Dreigroschenoper des Thalia-Hausregisseur Antú Romero Nunes sieht.

Die Neuinszenierung ist angelegt wie eine große Probe.Die Rolle des Mackie Messer ist für den 25-jährigen Sven Schelker, der auf der diesjährigen Berlinale für seine Rolle im Homosexuellen-Drama „Der Kreis“ gefeiert wurde, seine erste Hauptrolle auf der großen Bühne. Aber auch die anderen Darsteller und die Bühnenband soielen großartig. Daher sollte man die doppelbödige Inszenierung auf keinen Fall verpassen.

Die nächsten Aufführungen der Dreigroschenoper im Thalia Theater:
Do,24.09.201520:00 – 23:05 Uhr
Fr,25.09.201520:00 – 23:05 Uhr
Sa,10.10.201520:00 – 23:05 Uhr
So,11.10.201517:00 – 20:05 Uhr