Wenn das Gewissen am Nagel hängt

aumacher_kartonage12_0Cut Out – Dieter Loerwald zeigt seine dreidimensionalen Kartonagen in der galerie/lehmweg33. In die Diskussion um die gesellschaftliche Relevanz von Kunst bringt er eine neue Ebene ein: die der Sozialen Ästhetik.

 

Sie haben für Ihre Kunstwerke eine ungewöhnliche Preispolitik: Die eine Hälfte des Kaufpreises zahlt der Käufer direkt an Sie, die andere Hälfte soll er spenden. Was steckt dahinter?

Der Gedanke der Sozialen Ästhetik, die besagt, dass es zwei Werte gibt in einem Kunstwerk: Einen schöpferischen und einen ästhetischen Wert.

Und wie unterscheiden die sich?

Der schöpferische Wert ist die Begabung, die ein Mensch mitbringt. Diese setzt sich zusammen aus seinem Talent und den gestalterischen Fähigkeiten, die er erworben hat. Das ist also ganz eng mit dem Künstler verbunden. Der ästhetische Wert dagegen ist ein allgemeines kulturelles Erbe. Es hat sich nicht aus dem Denken eines einzelnen Schaffenden, sondern einer ganzen Gesellschaft entwickelt. Der Künstler bezieht sich auf dieses Erbe. Das ist aber weniger vom Künstler als viel mehr von der Gesellschaft geprägt.

Sie zeichnen Ihre Bilder deswegen sogar mit zwei Preisen aus.

Ja, weil jeder Teil an einen anderen Empfänger geht: Der Preis für den schöpferische Wert wird an den Künstler gezahlt. Der Preis für den ästhetischen Wert soll in die Gesellschaft zurückfließen.

In welcher Form?

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