Tondern im Advent

Copyright: U. Mathilde Ammermann

 

Es ist ja manchmal so, dass man sich Sachen vorstellen muss, wenn man ein Buch schreibt. Als ich zum Beispiel das Sylt-Buch geschrieben habe, löste der Frühling gerade den Winter ab. So weit so schön, Sylt ist prima im Frühling, noch besser im Sommer, finden die meisten und hat seine ganz eigene Stimmung im Herbst, finde ich. Denn da habe ich begonnen, auf der Insel für das Buch zu recherchieren. Zu einer gedanklichen, äh, Herausforderung*, wurde es, als ich über die Ausflüge schrieb, die man von Sylt aus unternehmen kann, nein: sollte.

Tondern in Süddänemark zum Beispiel

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Mittsommernacht auf Mandø

Sonne_WattMagisch: Die Nacht, in der die Sonne nicht untergeht und es nicht vollkommen dunkel wird. Warum sollte man in dieser „weißen Nacht“ schlafen? Das denken auch die 37 Einwohner der kleinen dänischen Marschinsel Mandø und luden zum Fest.

In diesem Jahr durften wir als einzige Fremde dabei sein. Die abenteuerliche Fahrt zur 8 km kleinen Insel ging bei Ebbe mit einem speziellen Traktorbus durchs Wattenmeer, in dem sich die Abendsonne spiegelte und glitzerte.

In einer großen Scheune wurden Bierbänke und Tische aufgebaut und es gab köstliches gegrilltes Salzlamm und reichlich Mandø Bier. Zur Sommersonnenwende wurde ausgelassen gesungen und später, nach heidnischem Brauchtum, ein großes Feuer gemacht, in dem eine Hexe samt Besen verbrannt wurde. Dem reichlichen Alkoholkonsum geschuldet war die Stimmung dann auch schon ein wenig pittoresk und erinnerte uns an ein Marthaler-Stück, aber auch das hatte auch seinen Reiz. Nach Mitternacht, bei der nächsten Ebbe, ging die Fahrt zurück. Und die Sonne ging bereits wieder auf. Magische Mittsommernacht auf Mandø.