Another Brick in the Wall?

The Wall, West Berlin’s Kreuzberg district, 1972. Photo: © picture-alliance/dpa

Autor: Ryan Gresham. If the West were to put it to a vote today, Vladimir Putin would rank high on a list of world leaders we love to hate. Russia’s oily neo-tsar seems bent on being deceitful and a bully as a matter of course now, and he still does his stomping and preening unchecked and with impunity. But we could lodge the same complaints against half the world’s leaders. What makes Putin special is the muscle at his command – T-90 tanks, Tu-95 strategic bombers, and Cossack militias come to mind – and his longing for the glory of bygone eras.

Alarm bells chimed when Putin, in a 2008 parliamentary speech, lamented the demise of the Soviet Union. When he annexed Crimea and resurrected the term “Novorossiya” – a nod to the Russian Empire that means “New Russia” – those same bells shrieked. And now here we are, 25 years after the end of the Berlin Wall, wondering where Russia’s head of state is headed – and what’s going on in his head.

What does Putin really think, one wonders, about Stalin’s Great Purge? Or of Bolshevik spin-offs like Mao and Pol Pot popping up in Stalin’s wake? What does he honestly make of Soviet-damning literature like Aleksandr Solzhenitsyn’s “The Gulag Archipelago”, or Arthur Koestler’s “Darkness at Noon”? How does he feel, even, about the metaphysical musings in Dostoyevsky’s work? Answers to such questions might be helpful in forecasting Putin’s next moves – and useful in gleaning the mindset of his presumably hand-picked successor.

When I think of the Soviets I often think of my friends from eastern Germany. One friend’s father used to tell me, over a bottle of brandy on many occasions, about the old DDR days. He liked to tell one story in particular, about his friend and neighbor who disappeared one afternoon after being snatched by the Stasi – “einfach verschwunden!” my friend’s father would shout in amazement – only to reappear months later, petrified to tell anyone what had happened. I also sometimes think about another friend’s father – a leader in Alexander Dubček’s Prague Spring – who was tortured by the Soviets for his opposition to the 1968 invasion of Czechoslovakia. What would Putin, an ex-KGB colonel, say to both of them?

When I first came to Hamburg many years ago you’d still see the occasional “Ami Go Home!” poster plastered on walls and lampposts in the left-leaning Schanzenviertel. (The snarky sign, big in the east, was inspired by a 1950s Ernst Busch song calling for American troops still in the country to beat it, in case you’re not familiar with it.) Whenever I spotted one, I would wonder if the wisdom of such a sentiment had really been adequately considered and recorded for posterity. After all, those American military personnel who hung around Germany right after World War 2 not only had the good sense to call out a Soviet ideology going haywire, but also the chutzpah to build their own wall – of defensive tanks and troops – to back that sentiment up. But this all prompts another question: Does Putin still believe that western European and American Cold War policy was entirely misguided – as he professed to do when he was a cold warrior on the other side of the Wall?

Much in the world today that was brick and mortar is now made of bits and bytes. And it’s conceivable that future large-scale barriers to people’s freedoms might be virtual rather than physical. Do such things interest Vladimir Putin? Is Putin our comrade, or is he intent on placing new bricks in entirely new kinds of walls?

LICHTGRENZE: Heute Abend steigen die weißen Ballons in den Nachthimmel von Berlin!

25 Jahre Mauerfall – 25 Minuten Ballonaufstieg
9. November 2014 | ab 19 Uhr

  • Zahlreiche Aktionen entlang der Strecke
  • Prominente Paten geben Startsignal am Brandenburger Tor
  • Umfassende Dokumentation und Übertragung im TV
  • Jeder kann online mitmachen: www.fallofthewall25.com

Vom 7. bis zum 9. November 2014 wird das innerstädtische Berlin von der Bornholmer Straße über den Mauerpark und die Gedenkstätte Bernauer Straße, zum Reichstag, vorbei am Brandenburger Tor und Checkpoint Charlie bis zur East Side Gallery vorübergehend geteilt: 8.000 weiße, leuchtende Ballon bilden die LICHTGRENZE entlang des ehemaligen Mauerverlaufs, die noch einmal an die Teilung Berlins von vor 25 Jahren erinnert. Die LICHTGRENZE wird durch ihre starke, emotionale visuelle Kraft die Dimension und auch die Brutalität der Mauer in Erinnerung rufen. Zum Höhepunkt des Jubiläums lassen die Ballonpaten in einer spektakulären Gemeinschaftsaktion diese auf der ganzen Länge der Installation – unter anderen am Brandenburger Tor, im Mauerpark und an der East Side Gallery – in den Himmel steigen.

Innerhalb von 25 Minuten steigen zu Beethovens 4. Satz der 9. Sinfonie, der „Ode an die Freude“, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, die Ballons der LICHTGRENZE nach einer ausgeklügelten Dramaturgie parallel an verschiedenen Orten auf. Das Startsignal geben der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und prominente Paten am Brandenburger Tor. Schlusspunkte des Ballonaufstiegs sind die Oberbaumbrücke und die Bösebrücke/Bornholmer Straße.

Weitere Informationen zum Streckenverlauf und zur Choreographie des Ballonaufstiegs hier klicken.

 

Mauerfall: Wo waren Sie heute vor genau 25 Jahren?

Geschichte fand auch schon OHNE Internet, Smartphones, WLAN, Soziale Medien, Privatfernsehen statt! Vom Mauerfall erfuhren wir alle erst am guten alten öffentlich-rechtlichen Fernseher. Wir hatten ja nichts damals.

Jeder in Deutschland weiß, wo er in der Nacht des 9. November 1989 gewesen ist und was er gemacht hat.

Ich war an dem Abend in Hamburg erst spät gegen zehn Uhr aus dem Büro nach Hause gekommen. Müde und abgespannt hatte ich noch vor, ein Angebot für einen Kunden zu schreiben. Die Zeit drängte und ich musste es am nächsten Morgen, Freitag früh, abgeben. Meine Ehefrau und unser neu geborener Sohn schliefen schon.

Um meinen Kopf etwas frei zu machen, schaltete ich den Fernseher ein. Das erste Bild, was ich sah, war ein schlecht ausgeleuchtetes Studio mit einigen aufgeregten berliner Journalisten, die konfus über etwas redeten. Offenbar eine improviserte Sendung. Zwischendurch hektische Schaltungen zum SFB-Reporter Robin Lautenbach, der draussen in der kalten Nacht vor einer Handkamera stand, und immer wieder den Satz wiederholte: „Also hier ist nichts los“. Ich verstand gar nichts. Auch einige andere Sender der dritten Programme zeigten die gleiche Sendung. Ich hatte die Sache mit Schabowski und der legendären Pressekonferenz einige Stunden vorher gar nicht mitbekommen.

Ich blieb fasziniert und gespannt an der Sendung kleben. Irgend etwas war passiert. Das verstand ich. Ich hatte aber immer noch keine Vorstellung, was es sein könnte. Es gärte in der damaligen DDR. Montagsdemonstrationen, Sprechchöre mit „Wir sind das Volk!“, schwarz-rot-goldene Fahnen aus denen Hammer und Zirkel ausgeschnitten waren, sogar die bundesdeutsche Nationalhymne wurde dabei gesungen. Das Undenkbare war eingetreten. Die Stimmung in diesen Tagen schwankte zwischen Euphorie – und Angst vor einer Eskalation und einem militärischen Eingreifen der Sicherheitskräfte der DDR.

Plötzlich während einer Aussenschalte auf den frierenden und völlig einsam vor der Mauer stehenden Lautenbach huschte ein junger Mann hinten durchs Bild, um wieder zurückzukommen. Lautenbach griff sich den Mann und fragte ihn, woher er komme. Von drüben? Nee, grinsend, er sei aus Westen. Minuten später jedoch kamen immer mehr Menschen ins Bild. Aus Berlin Mitte. Aus Treptow. Aus Pankow, Lichtenberg, Marzahn. Heftig in die Kamera winkend, lachend, singend und schreiend.

Der Rest ist Geschichte. Lautenbachs Kamerateam rückte immer näher an den Grenzübergang, drang in die Sperrzone ein, filmte live die glücklichen Gesichter und verdutzten Grenzer, die sichtbar bemüht waren, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.

Tagelang danach hing auch über Hamburg noch der Geruch der Zweitakter aus Schwerin, Zarrentin und den anderen grenznahen Orten, die am nächsten Morgen in die Hansestadt strömten. Es war der bisher grösste Moment der deutschen Geschichte. Auch für mich der bewegenste historische Augenblick, den ich persönlich erlebt habe.

Ein winziger Nachtrag noch: In dieser Nacht hatte ich mein Angebot noch fertig geschrieben. Noch vor dem endgültigen Mauerfall durch die Mauerspechte und kurz vor Mitternacht. Und ich habe den Auftrag am Folgetag erhalten.

Hier die Ereignisse der Nacht in der journalistischen Sicht und chronologischen Reihenfolge.

Und wo waren Sie in dieser Nacht?! Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?

Ai Weiwei – Evidence

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Portrait Ai Weiwei, 2012, © Gao Yuan

Trotz aller unfassbaren Anfeindungen in seinem Land hat sich Ai Weiwei entschlossen, seine weltweit größte Einzelausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin durchzuführen. Auf 3000 qm in 18 Räumen und im spektakulären Lichthof zeigt er Werke und Installationen, die eigens für den Martin-Gropius-Bau entstanden oder noch nie in Deutschland gezeigt wurden.

„Evidence“ nennt er seine Ausstellung, nach jenem Wort, welches uns aus amerikanischen Krimiserien bekannt ist: der Beweis, möglichst gerichtsfest. Es ist eine politische Ausstellung, die Ai Weiwei für Berlin in seinem einfachen und schönen Studio am dörflichen Stadtrand von Peking entwarf.

Ai WeiWei ist Künstler, Architekt und Politiker. Kaum eines seiner Werke kommt ohne versteckte Anspielungen aus, sei es auf die binnenchinesischen Verhältnisse, sei es auf ads große Thema „China und der Westen“. Man muss die historischen und politischen, oft ironischen Botschaften in seinen Werken lesen, die er gleichsam wie eine Flaschenpost in die Welt schickt.

Die Ausstellung Ai Weiwei – Evidence im Berliner Martin-Gropius-Bau ist ein großer Erfolg: Grund für die Ausstellungsmacher die Schau um eine Woche zu verlängern. Sie ist nun noch bis zum 13. Juli zu sehen. Nichts wie hin.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin

Kopie von mgb14_p_ai_weiwei_02_stools

Stools (Hocker), 2014 6000 hölzerne Hocker aus der Qing Dynastie (1644-1911), unterschiedliche Größen © Ai Weiwei