Der Mann, die Akropolis, die Liebe – drei glückliche Tage in Athen

Athen, Äskulap

Ich habe mich verliebt. In die Stadt, in der dieser melancholisch dreinschauende Mann steht. Dieser Blick, diese Haare, diese Wucht. Diese Brust. Ja, Hamburg, ich bin dir fremdgegangen.

Ich habe mich in Athen verliebt,  dieser Mann steht im Archäologischen Museum und schaut schon sehr lange dort vor sich hin.. Dieses Museum ist ein Ort, den jeder einmal im Leben besuchen sollte – vor allem die Skulpturensammlung, und darin vor allem die Bildhauer der Klassik. Ein Traum. An jeder Arbeit, die dort ausgestellt ist, sieht man: Diese Männer (waren immer Männer) haben den Menschen geliebt, seine Physik, sein Wesen. Mich hat das berührt.

Ich habe mich in  diese Stadt verliebt, weil kein Klischee auf sie passt. Ja, da sind die Folgen der Krise, Armut, abgeschrabbelte Straßenzüge, Menschen, denen man ansieht, dass sie um ihre Existenz ringen müssen. Trotzdem verströmt die Stadt eine fast heitere Unaufgeregtheit.  Cafes auf jedem Meter, in denen Menschen sitzen, schwatzen, diskutieren. Kleine Restaurants, Bars. Verwinkelte Straßenzüge, in denen sich Lädchen an Lädchen reiht, oftmals von bezirzender Schrulligkeit, mit Waren darin, die aus der Zeit gefallen scheinen. Lebendigkeit, angenehm temperiert und völlig unaggressiv.

Und dann stolpert man an jeder Ecke man über alte Steine, die  nicht nur irgendwie alt sind, sondern nichts weniger symbolisieren als die Wiege unserer westlichen Denk- und Wertewelt. Die stehen da einfach herum, als wäre nichts. Und obendrüber thront die Akropolis, seit 2500 Jahren, irgendwie lässig und unfassbar schön im Abendlicht.

Unterwegs, beim Herumtreiben zwischen Monastiraki und Omonia-Platz war dann diese Wandmalerei.  „no justice, no peace“ und oben am Rand: „Meine Liebe“ – wie kommt das dahin?  Wer hat das geschrieben? Auch das: Es steht einfach so herum, als wäre nichts. Wie der Äskulap und die Akropolis.

Athen, Graffiti

Alle fragen mich, ob ich als Deutsche von Griechen angemacht worden bin, wegen EU-Merkel, EU-Spardruck, Troika. Nein, bin ich nicht.  Ich fühlte mich glücklich und aufgehoben in dieser Stadt, drei schöne Tage lang im Mai.

Mein Hotel: Hotel Central, Plaka, ruhig gelegen, sensationelle Dachterrasse mit Blick auf die Akropolis, ansonsten Business-Charme. Liegt ruhig und etwas abseits der Touristenmeile, kleine charmanten Läden, Bars, Cafes drumherum.

Einfacher, preiswerter, auch gut: Hotel Tempi, schön gelegen an einem der nettesten Plätze der Innenstadt: Angenehme Bars und Cafés, eher studentisch-hip

Akropolis