MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE

Ein sensibles Drama des georgisch-deutschen Regieduos Nana Ekvtimishvil und Simon Gross  (DIE LANGEN HELLEN TAGE) über den Wunsch einer Frau nach einem eigenen Leben: Kurz nach ihrem 52. Geburtstag beschließt Manana, aus der engen Drei-Zimmer-Wohnung, die sie sich mit ihren Eltern und den erwachsenen Kindern teilt, in eine eigene  Wohnung zu ziehen. Die Familie ist entsetzt und fassungslos. Was keiner versteht: Manana geht es gar nicht so sehr um eine Trennung von ihrem Mann. Die ruhige Frau, die gerne liest und Gitarre spielt, möchte endlich, nach einem Leben im Schatten der Familie, einen Raum für sich.

„Manana reißt die Fenster in ihrer neuen Wohnung auf und wird sie nicht mehr schließen. Entfernter Straßenlärm, fröhliches Vogelgezwitscher und sanfte Windgeräusche bilden den Klang ihres neuen Lebens. Die 52-Jährige hat ihre Familie verlassen. Ohne Begründung. Ohne Streitereien. Tatsächlich scheint es keine konkreten Gründe für ihren Auszug zu geben. Wird sie nach dem Warum gefragt, schweigt sie und gibt die Frage zurück. Es ist eher das Gefüge der Familie an sich, dem sich Manana entziehen will. Die Rollen, die man zu spielen hat, die Funktionen, die man übernimmt, damit der Betrieb läuft, die aber auch dazu führen, dass man selbst untergeht oder übersehen wird. Nun sitzt Manana am offenen Fenster, spielt Gitarre und singt georgische Lieder. Deren melancholischer Rhythmus fließt in den Film ein. Wann immer ihre Wege sie in die alte Familienwohnung führen, scheint alles beim Alten zu sein, die Großmutter backt Huhn, der Großvater denkt über den Tod nach, die erwachsenen Kinder warten darauf, dass ihr Leben endlich losgeht, ihr Ehemann Soso raucht Kette, und der Kleiderschrank quietscht nach wie vor.« (Berlinale 2017)

Der Film wurde sowohl auf dem  Sundance Film Festival, als auch auf dem Berlinale Forum im letzten Jahr begeistert aufgenommen. Zudem gewann der Film auf dem GoEast Festival den Preis für „Beste Regie“ und den FIPRESCI Award.

Ia Schugliashvili in der Hauptrolle wurde als „Beste Frauenrolle“ bei verschiedenen Festivals gekürt.

 Metropolis Kino, Samstag 7. April 2018 19.00 Uhr. Die Hauptstellerin ist anwesend.

Hier einige Pressestimmen:

Berauschend (Spiegel Online) Ekvtimishvili und Gross zeigen die Schwierigkeit, gerade aus einem vordergründig wohlwollenden Patriarchat auszubrechen, das seinen Frauen Lieder singt.

Ihre Feinfühligkeit dabei erinnert an den großen Otar Ioselliani, heute 83. Die Hauptdarstellerin Ia Shugliashvili ist eine Entdeckung (Berliner Zeitung)

„My Happy Family“ macht die patriarchalische Bevormundung der Frauen auf unterhaltsame Weise dingfest. (Tagesspiegel) 

Unbedingt zu entdecken (Elle)

Ein überwältigender Film (L´obs)

In ihrem aktuellen Forums-Beitrag „My Happy Family“ gelingt es dem georgisch-deutschen Regieduo nun mit prägnanten Momentaufnahmen und in atmosphärisch dichten Bildern, die Entwicklung Mananas filmisch überzeugend zu inszenieren. (taz)

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