Giora Feidmann

Am Anfang freut er sich ein Loch in den Bauch. Giora Feidmann betritt die Bühne in der Alten Maschinenhalle, umarmt sich selbst und freut sich mit seinem ganzen Körper über den begeisterten Applaus. Er hat noch keinen Ton gespielt, aber das Publikum ist schon jetzt aus dem Häuschen.

Dann wird es still. Seine Klarinette jubelt

mit dem Klezmer Musiker. Weich und warm ertönt Gershwins „Somebody loves me“, „Bei mir bist Du schön“, „In the Summertime“, Latin Jazz wie Duke Ellingtons „Caravan“ , die Jazz-Ballade „Beautiful Love“ von Victor Young, oder atmosphärischen Jazz wie „Crystal Silence“ von Chick Corea. Vieles kommt mir bekannt vor, aber es braucht doch einen Moment, bis ich die Stücke heraushöre. Da geht es mir wie den Meisten im Publikum. Feidmann hat mit seiner Jazz Experience die Klassiker des Swing so neu arrangiert, das selbst altbekannte Melodien nur hie und da durchschimmern aus einem Meer musikalischer Emotionen von melancholisch-optimistisch (Klezmer eben), lebensbejahend-fröhlich (Swing) bis zum Schwung und Temperament spanischer Gitarrenklänge (Latin Jazz). Reentko Dirks an der Gitarre gibt alles, umschmeichelt Feidmanns Klarinette, treibt den Rhythmus an, fliegt mit den Fingern über die Saiten, zupft, schlägt – und alle gehen mit. Bis die Saite reißt, einen Augenblick versucht er mit fünf Saiten weiter zu spielen, bis Giora Feidmann ihn erlöst. In seinem jiddischen Singsang erklärt er uns: „No, werde ich spielen ein Stickchen Musik für Sie, während Dirks eine neue Saite aufzieht.“ Ach, ist das schön wenn Herr Feidmann gemeinsam mit Stephan Braun, Guido Jäger und eben Reentko Dirks ein Stickchen für uns spielt.

P.S. In unterschiedlichen Besetzungen spielt Giora Feidmann kreuz und quer in Deutschland, schauen Sie hier, wann er in Ihrer Nähe vorbei schaut.
Und natürlich: Nächstes Jahr gibt es wieder ein Elbjazz Festival.

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