Die Schule der Frauen

von 18. November 2016 0 No tags Permalink 7
Produktionsfotos © Thomas Aurin

Endlich habe ich in dieser Woche  die von Herbert Fritsch großartig inszenierte Beziehungskomödie „Die Schule der Frauen“ im Schauspielhaus gesehen und bin, wie der Rest des Publikums, total begeistert. Wie bei alle vorherigen Aufführungen war der Saal ausverkauft und das Publikum tobte geradezu  als das Stück endete.

Herbert Fritsch, der bis vor einiger Zeit selber Schauspieler war, hat aus Molieres 1662 uraufgeführte Komödie in eine brüllend komische Slapstick-Satire verwandelt in der Joachim Meyerhoff, der den Protagonisten Arnolphe spielt, einmal mehr brilliert.

Das Stück war Molières erste große Verskomödie und ihm selbst war damit der Durchbruch vom genialen Schauspieler und Theatermacher zum großen Theaterdichter geglückt. „Schule der Frauen“ war auch seine erste große Charakterkomödie : Sie handelt von dem besessenen Junggesellen und Zyniker Arnolphe, der sich über die Untreue der Ehefrauen und die Charakterlosigkeit der Ehemänner in Paris empört. Damit ihm erspart bliebe selbst ein Gehörnter zu werden, ging er strategisch vor. Er nahm das arme, vierjährige Bauernkind Agnes als Mündel an und ließ es dreizehn Jahre lang in einem Kloster zu Gehorsam und Weltfremdheit erziehen, um sie später zu heiraten. Doch die zu Beginn der Komödie siebzehnjährige Agnes verliebt sich in den jungen Horace und treibt damit den berechnenden Macho Arnolphe schier in die Verzweiflung.

Deutsches Schauspielhaus Hamburg, "DIE SCHULE DER FRAUEN" von Molière
Übersetzt und bearbeitet von Sabrina Zwach Premiere: 5.4.2014 Regie und Bühne:Herbert Fritsch, Kostüme:Victoria Behr, Musik:Ingo Günther, Licht:Annette ter Meulen, Dramaturgie:Sabrina Zwach, Michael Propfe, v.l.: Karoline Bär (Agnès), Bastian Reiber (Horace), Copyright (C) Thomas Aurin Gleditschstr. 45, D-10781 Berlin Tel.:+49 (0)30 2175 6205 Mobil.:+49 (0)170 2933679 Veröffentlichung nur gegen Honorar zzgl. 7% MWSt. und Belegexemplar Steuer Nr.: 11/18/213/52812, UID Nr.: DE 170 902 977 Commerzbank, BLZ: 810 80 000, Konto-Nr.: 316 030 000 SWIFT-BIC: DRES DE FF 810, IBAN: DE07 81080000 0316030000

Die naive Kindfrau Agnès wird großartig von Karoline Bär gemimt. Der größte Star des Abends ist aber Joachim Meyerhof als Arnolphe, in der größten und anstrengendsten Rolle, die Molière geschrieben und gespielt hat. Sie ist eine Paraderolle für ihn, da sie so unglaublich vielfältige emotionale Facetten hat.

Das Stück bietet in der genialen Inszenierung von Fritsch jede Menge burlesk-komischen Szenen und Dialoge, die viele Lacher auslösen, wie die schrillen Auftritte des Pärchens Alain und Georgette, die Szene des Notars mit seinem unglaublich komischen Fachjargon und die Szene, in der Arnolphe, hin- und hergerissen zwischen Eifersucht und Neugier, ganz genau wissen will, was zwischen den beiden Verliebten vorgefallen ist.

Aber nicht nur die Schauspieler sind grandios, sondern auch die Kostüme und die Musik – eine mitreißende Mischung aus barocken Klängen und Elektronik.

Die nächste Aufführung findet am Dienstag,den 20. Dezember um 19.30 h statt.

Die Schule der Frauen von Molière im Schauspielhaus, Hamburg, Regie: Herbert Fritsch
Mit: Joachim Meyerhoff, Karoline Bär, Andreas Grötzinger, Josef Ostendorf, Martin Pawlowsky, Bastian Reiber, Bettina Stucky, Michael Weber.
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