„SULIKO“ und die georgische Tafelkultur in Hamburg

Unlängst wurde in Hamburg das erste georgische Restaurant eröffnet. Das war überfällig, denn den meisten Metropolen der Welt gibt es georgische Restaurants schon lange.

„Mit der Eröffnung unseres Restaurants im Herzen von Hamburg wollen wir Ihnen ein Gefühl der Gastfreundlichkeit und Festlichkeit vermitteln“, steht auf der Webseite des Restaurants.

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Kisiskhevi, Georgien

Täglich und überall wird in Georgien ein Trinkspruch erhoben – auf die Liebe und die Sehnsüchte, auf die Götter und die Mythen. Gastfreundschaft ist einer der Inhalte der georgischen Tafelkultur. „Der Gast ist Gottes Gesandter“ – dieser Spruch, in Georgien gebräuchlich, stellt in seinem christlichen Verständnis eine natürliche Fortsetzung archaischer Traditionen dar. Mehr über die Tafelkultur in Georgien erfahren Sie hier.

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Auf nach Georgien!

Unsere ELBSALON-Bloggerin Marika, eine georgische Pianistin, Sabine, vier weitere Freunde und ich werden am kommenden Wochenende nach Georgien reisen. Unter der Führung von Marika und ihrem Bruder Gia Lapauri, einem georgischen Filmemacher, werden wir zwei Wochen lang dieses kleine Gebirgsland erkunden.

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Marika Lapauri-Burk

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Gia Lapauri in Kappadokien/Türkei

Die Republik Georgien liegt jenseits der ausgetretenen Pfade zwischen dem Schwarzen Meer im Westen und dem majestätischen Kaukasus im Osten. Im Süden grenzt das Land an die Türkei, Armenien und Aserbaidschan und im Norden an Russland.

Georgien verfügt über eine reiche Kultur der Volksmusik und des Tanzes und hat eine köstliche, herzhafte Küche und  die älteste Weinbautradition der Welt. Das Wort Wein stammt sogar von dem georgischen Wort „vinho“ ab. Die hügelige und bergige Landschaft ist berauschend schön.

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Gia beim Fotografieren im Kaukasusgebirge

Wir beginnen unsere Reise in der Hauptstadt Tiflis und brechen von dort auf Land und Leute kennenzulernen. Wir werden auf Landgasthöfen bei Bauern wohnen und unsere Reise endet auf dem Weingut Schuchmanns, das ein deutscher Auswandere zu einem komfortablen Hotel mit Restaurant ausgebaut hat.

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Schuchmann Weingut und Hotel in Georgien

Vielleicht schaffen wir es von dort einen Post zu schreiben, ansonsten berichten wir, wenn wir zurück sind. Wer sich auch für eine Reise nach Georgien unter der Reiseleitung von Gia oder Marika interessiert, kann eine Email an info(at)lile.de senden.

 

Sonnengruß im Mittelmeer

Die beiden Hamburger Yogalehrerinnen Sünne (30) und Rhona (28) bieten erstmals ein exklusives Yoga-Retreat an. In einer wunderschönen Villa, die in einem Naturschutzgebiet von Ibiza gelegen ist, können Teilnehmer vom 6. bis 13. Juni 2015 unter Anleitung in einem Garten mit Blick aufs Meer Yoga (Jivamukti, sowie Still Flowing und Yin Yoga) und Meditation lernen und praktizieren.

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Anschließend kann man im hauseigenen Pool schwimmen, der bei klarem Wetter einen Blick bis nach Formentera bietet.

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Eine Köchin bereitet gesundes, frisches Essen zu und neben dem Programm bleibt genug Zeit, die magische Insel zu erkunden oder einfach die Seele baumeln zu lassen. Mit im Programm: Eine Exkursion zu Es Vedra, Ibizas höchsten magischen Punkt mit anschließendem Abendessen im dortigen Ashram und ein Picknick am Strand unterm Sternenhimmel. Unterkunft in schönen, großzügigen Zweier-Zimmern in der Villa. Die Teilnehmerzahl ist auf acht Personen begrenzt. Es gibt nur noch wenige Plätze…

Mindfulness – Yoga und Meditations-Retreat –

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Infos: Email: suennelm (at) gmail.com oder von Rhona: Email r.springer.farrington (at) gmail.com.

 

Rhodos – eine Reise ins Blau

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Es ist das unglaubliche schillernde Blau, dass einen auf Rhodos in den Bann zieht. Hier ist  „unverstellter blauer Himmel“ wenn „der Schleier gefallen ist“. Es weckt unsere Sinne und bringt uns  „irgendwohin, hinter dieser Welt“  zum Träumen. Auf Rhodos werden verschiedene Kulturschichten sichtbar. Die Insel soll nach geologischen Forschungen durch Seebeben aus dem Mittelmeer gehoben worden sein. Diese wissenschaftliche Information wirkt auf mich nach wie ein Film, als ob das gerade vor kurzen für mich passiert wäre. Ahnungsvoll – ahnungslos zu werden und die Geschenke der Natur, einfache Dinge, einen Baum, einen Stein, die Erde, die Blumen, wie ein erstes Mal wahr zunehmen. Dieses  Gefühl wird vielleicht verstärkt durch, beinahe symbolische Bilder, die in ihrer Kargheit sowohl Vielfalt auch Komplexität vermitteln. Die Zusammenhänge sind reduziert und im einzelnen konkretisiert, in einzelnen Bäumen, die in einem besonderen goldenen Licht auf einem Felsen stehen, rostfarbige, karge kleine Gewächse, mit plötzlich auftauchenden prächtigen Farben. Ich fühlte eine Geborgenheit im ständigen Inselwind, in den wunderschönen Buchten oder auf dem höchsten Berg Ataviros (1.215 m), bei den Wasserquellen wie „epta Pigis“ oder im Tal der Schmetterlinge auf dieser Insel. Diese unerwartet auftauchenden wunderschönen Süßwasserquellen, angeblich die Lieblingsplätze der Nymphen, wirken wie ein Urbild der Sinne, die anscheinend durch den Kontrast des Strandes zu einem besonderen Erlebnis werden. „Und nun heißt es in den alten Mären, vor Zeiten, als Zeus und die Unsterblichen in die Erde geteilt, habe keiner in der wogenden See Rhodos gesehen, …“ . Die Symmetrien der antiken Städtebauten (Ausgrabungen von: Kammirou, Lindus, Rhodos) zwingen uns an unser Handeln und unsere Verantwortung zu überdenken.

Meine Empfehlung: Mieten Sie ein Auto – es lohnt sich! Im Inland der Insel gibt es ein paar kleine Dörfer, wie z. B. Aj. Issidoros zu besuchen, man kann die fast die leeren Wege der Insel befahren und genießen. Die Insel ist ja nur 38 km breit und 78 km lang. Nach guten Restaurants vorher bei Einheimischen fragen, denn das einfache Essen ist leider oft nicht sehr gut.

Am Nordeseestrand im Beach Motel

 

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Beach Motel in St. Peter-Ording am Morgen

Nach St. Peter Ording bin ich schon als Kind gefahren und mochte dort immer die großen Strände auf die man mit dem Auto fahren darf, die Dünen und die Pfahlbauten.

Direkt an der Auffahrt zum Hauptstrand und mit Meerblick über den Deich, liegt das Beach Motel, das letztes Jahr eröffnet hat. Der belebte Strandabschnitt dort zieht vor allem Wind- und Kitesurfer an, denn dieser Strandabschnitt ist als Surfschneise ausgewiesen. Für die Zielgruppen Surfer, Cliquen und Familien ist das Beach Motel auch konzipiert, aber natürlich steht es auch anderen Gästen offen.

In seiner Bauweise erinnert das Beach Motel etwas an die Strandhäuser der US-Ostküste, inklusive Holzveranden und großzügiger Fensterfronten. Darüber hinaus sorgen spezielle Parkplätze mit eigenem Wasser- und Stromanschluss für ein Motel-Gefühl: Auch ohne Einmietung in ein Hotelzimmer kann der Gast separate Räumlichkeiten mit Dusche, WC, Waschmaschinen und Trockner sowie Trockenräumen für Neoprenanzüge und weiteres Wassersport-Equipment nutzen – und muss nicht auf das Feeling verzichten, im eigenen Auto zu übernachten. Nebenbei schont er dabei seine Urlaubskasse.

Wen es an Schlechtwettertagen nicht raus an den Strand zieht, kann sich in die Finnische-, Bio- oder Dampfsauna entspannen.

Beach Motel, Am Deich 31, 258 St. Peter Ording

they would rock

theywouldrock_VisualisierungSchon mal auf der „Achse des Bösen“ gestanden? Und ein bisschen umgesehen? Und Menschen getroffen, die da wohnen? Dieses Buch lädt dazu ein! Eine Reise, 59 Tage im Iran. Eine Frau mit dem Rucksack – quer durchs Land. Überraschende Erlebnisse, Beobachtungen, Fundstücke – und vor allem Begegnungen: Hauptstädter und kurdische Dorfbewohner, Mullahs und anarchistische Studenten, Polizisten und Künstler, illegale Boyfriends und unzählige Ali Schumachers. Menschen, die „We are terrorists“-Witze machen – und Fremde spontan in ihre Familie einladen. Menschen, die den Austausch mit der Welt suchen – obwohl sie selbst oft hinter dem Image ihres Landes verschwinden. Menschen, die stolz auf ihr Land sind – und es gleichzeitig verlassen wollen. „If my people lived in another country, they would rock!“ so beschreibt es eine 16-jährige Iranerin. Nur eine von vielen Reisebegegnungen: Helena Henneken hat einen Love-Rock-Song auf die Menschen im Iran geschrieben. Ein persönlicher Einblick in die Welt hinter dem Schleier. Und ein Buch von „hinten nach vorn“ – in persischer Leserichtung.

Das Buch, das von der Designerin Frizzi Kurkhaus gestaltet wurde, ist auch sonst optisch sehr originell und ungewöhnlich, mit vielen authetischen Bildern ausgestattet und in Leinen gebunden.

Die Autorin Helena Henneken lebt in Hamburg, wo sie sie auch als Coach und Kommunikationstrainerin arbeitet.

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they would rock – Helena Henneken

Verlag Gudberg, Poolstraße 8, 20355 Hamburg, www.gudberg.de

 

Mittsommernacht auf Mandø

Sonne_WattMagisch: Die Nacht, in der die Sonne nicht untergeht und es nicht vollkommen dunkel wird. Warum sollte man in dieser „weißen Nacht“ schlafen? Das denken auch die 37 Einwohner der kleinen dänischen Marschinsel Mandø und luden zum Fest.

In diesem Jahr durften wir als einzige Fremde dabei sein. Die abenteuerliche Fahrt zur 8 km kleinen Insel ging bei Ebbe mit einem speziellen Traktorbus durchs Wattenmeer, in dem sich die Abendsonne spiegelte und glitzerte.

In einer großen Scheune wurden Bierbänke und Tische aufgebaut und es gab köstliches gegrilltes Salzlamm und reichlich Mandø Bier. Zur Sommersonnenwende wurde ausgelassen gesungen und später, nach heidnischem Brauchtum, ein großes Feuer gemacht, in dem eine Hexe samt Besen verbrannt wurde. Dem reichlichen Alkoholkonsum geschuldet war die Stimmung dann auch schon ein wenig pittoresk und erinnerte uns an ein Marthaler-Stück, aber auch das hatte auch seinen Reiz. Nach Mitternacht, bei der nächsten Ebbe, ging die Fahrt zurück. Und die Sonne ging bereits wieder auf. Magische Mittsommernacht auf Mandø.

 

 

Der Mann, die Akropolis, die Liebe – drei glückliche Tage in Athen

Athen, Äskulap

Ich habe mich verliebt. In die Stadt, in der dieser melancholisch dreinschauende Mann steht. Dieser Blick, diese Haare, diese Wucht. Diese Brust. Ja, Hamburg, ich bin dir fremdgegangen.

Ich habe mich in Athen verliebt,  dieser Mann steht im Archäologischen Museum und schaut schon sehr lange dort vor sich hin.. Dieses Museum ist ein Ort, den jeder einmal im Leben besuchen sollte – vor allem die Skulpturensammlung, und darin vor allem die Bildhauer der Klassik. Ein Traum. An jeder Arbeit, die dort ausgestellt ist, sieht man: Diese Männer (waren immer Männer) haben den Menschen geliebt, seine Physik, sein Wesen. Mich hat das berührt.

Ich habe mich in  diese Stadt verliebt, weil kein Klischee auf sie passt. Ja, da sind die Folgen der Krise, Armut, abgeschrabbelte Straßenzüge, Menschen, denen man ansieht, dass sie um ihre Existenz ringen müssen. Trotzdem verströmt die Stadt eine fast heitere Unaufgeregtheit.  Cafes auf jedem Meter, in denen Menschen sitzen, schwatzen, diskutieren. Kleine Restaurants, Bars. Verwinkelte Straßenzüge, in denen sich Lädchen an Lädchen reiht, oftmals von bezirzender Schrulligkeit, mit Waren darin, die aus der Zeit gefallen scheinen. Lebendigkeit, angenehm temperiert und völlig unaggressiv.

Und dann stolpert man an jeder Ecke man über alte Steine, die  nicht nur irgendwie alt sind, sondern nichts weniger symbolisieren als die Wiege unserer westlichen Denk- und Wertewelt. Die stehen da einfach herum, als wäre nichts. Und obendrüber thront die Akropolis, seit 2500 Jahren, irgendwie lässig und unfassbar schön im Abendlicht.

Unterwegs, beim Herumtreiben zwischen Monastiraki und Omonia-Platz war dann diese Wandmalerei.  „no justice, no peace“ und oben am Rand: „Meine Liebe“ – wie kommt das dahin?  Wer hat das geschrieben? Auch das: Es steht einfach so herum, als wäre nichts. Wie der Äskulap und die Akropolis.

Athen, Graffiti

Alle fragen mich, ob ich als Deutsche von Griechen angemacht worden bin, wegen EU-Merkel, EU-Spardruck, Troika. Nein, bin ich nicht.  Ich fühlte mich glücklich und aufgehoben in dieser Stadt, drei schöne Tage lang im Mai.

Mein Hotel: Hotel Central, Plaka, ruhig gelegen, sensationelle Dachterrasse mit Blick auf die Akropolis, ansonsten Business-Charme. Liegt ruhig und etwas abseits der Touristenmeile, kleine charmanten Läden, Bars, Cafes drumherum.

Einfacher, preiswerter, auch gut: Hotel Tempi, schön gelegen an einem der nettesten Plätze der Innenstadt: Angenehme Bars und Cafés, eher studentisch-hip

Akropolis

Un souvenir des bonnes memoires

ParisVisiteZufällig in meinem Portemonnaie wieder gefunden.

Bossa Nova in der Métro. Frische Baguette und Flûte nachmittags aus einer Boulangerie im Marais. Dazu Foie gras oder Käse. Unter einer Markise im Dauerregen im 7. Arrondissement mit einem Glas Weisswein und einer Schale eingelegter Kapern. Über den Dächern von Paris im Montmartre und Montparnasse. Der Blick über die Seine vom Trocadero und der Dreck an den Brücken. Der japanische Laden mit den schönen Schälchen gegenüber Bir-Hakeim. Das chinesische Strassenrestaurant in Clichy. Abends in einer eleganten Bar mit perfekten Cocktails und ausgesuchtem Service. Nachts französische Himbeeren von Monsieur Ibrahim. Café au lait und ein frisches Buttercroissant zum Frühstück am Tresen. C’est à ce moment-là, je pense à toi. Paris.

Tee auf der Bosporus Fähre

cayEs gibt Tage wie diesen, da möchte ich einfach auf einem der Holzbänke auf dem Achterdeck einer der alten Fähren sitzen, halbsteuerbord mit Blick auf die europäische Seite, den Kragen hochgeklappt, den Wind im Haar und vom Anleger „Eminönü“ unten in der Altstadt losfahren nach Norden, vorbei an der Galatabrücke, nach „Dolmabahce“ und „Ortaköy“ und dann weiter im Zickzack-Kurs zwischen Europa und Asien, vorbei an den Stadtteilen, alten Moscheen und gebrechlichen Holzvillen aus der Sultanszeit, die man am ausgestreckten Arm fast zu berühren glaubt in den Kurven der Meerenge, immer weiter nach Norden, unter den grossen Spannbrücken durch, wo die Stadt langsam immer ländlicher und grüner wird, von Anleger zu Anleger, wo jedesmal immer eine andere Gruppe fliegender Händler zusteigt, die im Wechsel, Jogurt, Süssigkeiten, Minzbonbons oder Gebäck den Reisenden anbieten, ein Glas heissen ungezuckerten schwarzen Tee in der Hand, immer weiter im zickzack, mit kurzen Pausen an den Anlegern, zwischen denen sich die schwere Fähre in den Abschnitten auf dem offenen Wasser gelegentlich abwechselnd je nach Wind sanft in die eine oder andere Richtung neigt, immer weiter, wo sich der Bosporus öffnet und man das Schwarze Meer schon ahnen kann, fast riechen, bis zur letzten Haltestelle „Anadolu kavagi“, um dort auszusteigen, einige wankende Schritte auf dem ungewohnt festen Boden zu gehen, bis zu den kleinen einfachen Restaurants, dort draussen auf den wackeligen Stühlen und Tischen zu sitzen, bei einem frisch gegrillten Barbunya mit Salat und vielleicht einem Duble, einem Raki mit beigestellter kleinen Karaffe mit Eis und Wasser, auf die wartende Fähre zu schauen und sie ohne mich zurückfahren zu sehen. Es gibt solche Tage. Heute ist so einer.