The Man Who Fell to Earth

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Of all of David Bowie’s trippy musical sojourns throughout the years, his German version of the song Heroes still stands out. Maybe the sadness and resignation of bits like the famous signature refrain – “We could be heroes, just for one day” – simply works better in German, the rougher cadences capturing the song’s grittiness and melancholy better than the softer syllables of the original English. Or maybe the German version just feels right, for the obvious reason that the song’s protagonists seem to find themselves floundering in a divided Berlin in the middle of the Cold War.

I really don’t know. I also didn’t know Bowie had cancer (did you?), which is why the news of his passing yesterday came out of absolutely nowhere.

Even though he had released a new album on his birthday just a few days ago, Bowie had pretty much faded from my radar over the past few years. But in my head he remained the way he had always been: an ever-present fixture – someone who’d surely always be around when we needed him, as immovable, as indestructible, as music itself. So now it’s surreal that he’s gone.

The German Foreign Office sent out a Tweet in English yesterday: “Goodbye, David Bowie. You are now among Heroes. Thank you for helping to bring down the wall.”

Bowie did indeed have a thing for Germany. He lived in Berlin during the wild 1970s, bunking with Iggy Pop and pedaling his bike regularly around Schöneberg and Kreuzberg. He recorded Low and Heroes there. Maybe that’s why Heroes, the song, works so well in German. The title is, after all, a nod to Kraftwerk’s spin-off band, Neu!, and clearly the swirling angst of a still divided German capital had settled firmly into Bowie’s psyche and songs.

When Bowie preened and posed through his now legendary set at The Concert for Berlin near the Reichstag later in 1987, thousands of Germans trapped behind the wall in the East crowded in close to hear Ziggy Stardust croon from the other side, the free and hopeful and magical side just a few scant meters beyond the concertina wire. And, as the story goes, some wept, and Bowie wept, and a kind of electrical charge zapped through East Berlin, jolting a demoralized people clamoring in unison for real heroes.

Not to force the metaphor too much, but David Bowie helped bring down a few walls – some musical, some cultural; and yeah, also, quite possibly, one a massive eyesore of Soviet masonry that had once sliced Germany’s capital in two.

Goodbye, David Bowie. And yes, vielen Dank.

 

„Es ist alles wie ein Traum“

Ich treffe mich mit Ahmad in Altona.  Anfangs starrt er auf sein Handy und ist sehr unruhig. Ich möchte ihm eine Rhabarberschorle aus dem Edeka mitbringen, er lehnt dankend ab. „Bevor mein Bruder sicher bei mir ist, kann ich irgendwie gar nichts zu mir nehmen – ich habe riesige Angst um ihn, er ist erst 16.“ Sein Handy vibriert und klingelt laufend. Er entschuldigt sich. „Das sind meine Eltern, die machen sich solche Sorgen“.

Ahmad ist 22 und seit vier Wochen in Hamburg. Er wohnt in einer Unterkunft im Hamburger Norden, zusammen mit seinem älteren Bruder. Sein jüngerer Bruder (16) ist vor ein paar Tagen in Wien gelandet und hat kein Geld für ein Ticket nach Hamburg, er schläft  auf der Straße. Ahmad ist ununterbrochen am Organisieren. Noch während wir sprechen, findet sich über die Facebookgruppe „Unterstützung für Flüchtlinge – Netzwerk Hamburg“ eine Mitfahrgelegenheit einen Tag drauf. Ahmad fällt sichtlich ein Stein vom Herzen.

Wir laufen die neue große Bergstraße entlang, setzen uns auf eine Bank.  „Ich hatte Angst, wie die Menschen mich hier aufnehmen, man hört ja einiges. Aber wir werden sehr nett und respektvoll von allen behandelt.“ In der Unterkunft teile er sich ein großes Zimmer mit neun weiteren Leuten. „Es ist ok, aber anstrengend, einige der Leute nerven ziemlich. Aber egal, besser als Krieg.“

Ahmad kommt aus Idlib in Nordsyrien. Er hat Jura studiert, noch ein Semester und er hätte seinen Abschluss gehabt. „Es war seit Jahren durch den Bürgerkrieg wirklich furchtbar in Idlib. Man musste  jeden Tag damit rechnen, dass man morgens zur Uni geht und abends nicht zurückkommt.“ Er zeigt auf einen Eisladen gegenüber von IKEA. „Stell dir vor, das Haus ist einfach morgen nicht mehr da.“ Viele Freunde seien gestorben, durch Bomben, weil sie eingezogen wurden oder an den falschen Polizisten geraten sind. „Wenn der deine Nase nicht mochte, konnte es sein, dass du spurlos verschwindest, bis deine Familie irgendwann erfährt, du seist tot. Dann kam vor einigen Monaten der IS nach Idlib. Da war dann alles vorbei, wer fliehen konnte, floh.“

Ob ich vom IS gehört hätte, fragt er. „Niemand in Syrien versteht, was da vor sich geht, wirklich niemand“, sagt er kopfschüttelnd. Seine Eltern hätten Unterschlupf auf dem Land gefunden, zusammen mit seiner schwangeren Schwester, und zumindest die Söhne angefleht, das Land zu verlassen. Erst die beiden älteren, und wenn sie es überlebten, der jüngere. So machten sich Ahmad und sein Bruder schweren Herzens auf den Weg – mit Hilfe einer abzockerischen Schlepperbande, 10 Tage im Dschungel verstecken, eine dieser abenteuerlichen Geschichten.

„Es ist wie ein komischer Traum“ sagt er. Das spürt man, hinter der höflichen, aufgeweckten und tapferen Fassade wirkt Ahmad nervös und gedankenverloren. „Ich vermisse meine Familie, meine Uni, meine Freunde, die Straßen. Aber es ist halt Krieg dort. Und ich mag Deutschland auch sehr, vor allem Hamburg, ich würde gerne hierbleiben. Im Moment weiß ich noch gar nichts, ob ich bleiben darf, ob ich in eine andere Unterkunft muss, ob mein Bruder bleiben darf… nichts ist sicher, das macht mir Angst.“

Er will so schnell wie möglich arbeiten, und später fertig studieren.  „Dieses Nichtstun gerade ist überhaupt nichts für mich“. Ahmad hat nun eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre, aber noch keine Arbeitserlaubnis. „Ich würde erstmal jeden Job machen, Straßen fegen, mir egal.“ Er könne die Leute nicht verstehen, die herkommen, nur um Geld zu beziehen. „Ich bin nicht hier für’s Geld, meiner Familie geht es finanziell gut, ich bin hier für eine Zukunft.“ Ahmad fängt demnächst Deutschunterricht an, hat sich über Facebook bereits privat ein Sprachtandem und ein paar Leute zum Musizieren gesucht – er spielt Klavier. Ein Keyboard hat er bereits geschenkt bekommen. „Ich will so schnell wie möglich die Sprache lernen, mich integrieren, deutsche Freunde finden. Aber ihr Deutschen seid ja immer so busy busy busy“, sagt er und lacht.

„Manche Sachen machen mir ehrlichgesagt auch Angst hier. Ich habe neulich am Bahnhof eine Jugendliche gesehen, die ihren Vater angeschrien hätte. In Syrien tun wir, was unsere Eltern sagen. Was wenn ich hier mal eine Familie gründe, und meine Tochter mich auch so anschreit?“

Aber das Thema eigene Familie sei eh noch nicht aktuell. Eine Freundin hatte Ahmad bisher nicht. „In Syrien spricht man ein Mädchen nicht einfach an, um sie kennenzulernen, dann wirst du komisch beäugt. Stattdessen gehst du zu ihren Eltern und fragst, ob du sie heiraten darfst.“ Ich schmunzel und erzähle ihm, dass sich bei uns die Leute immer erst acht Jahre kennenlernen wollen, bevor sie heiraten. Er lacht und sagt, das fände er besser, man soll sich schließlich auch lieben, wenn man heiratet. Ob er seine Eltern herholen will, frage ich „Ach ich weiß nicht. Einerseits ja, weil ich will, dass sie sicher sind. Aber ich weiß sie wären nicht glücklich hier. Mein Vater ist so einer, der geht zu Hause über die Straße und redet mit jedem, kennt jeden. Hier wäre er einsam.“

Als wir uns verabschieden, dankt er mir, dass er mir das erzählen durfte. Dabei habe ich doch zu danken. „Es war gut darüber zu reden“, sagt Ahmad. „Ich hoffe, hier kann es gut werden für mich und meine Familie, und ich schaffe es, mich einzuleben.. es ist alles so anders als zu Hause“. Mich überfällt erneut das Bedürfnis, ihm zu sagen, dass er sich etwas Zeit geben soll. „Wenn ich erst seit vier Wochen in deinem Land wäre, ich wäre völlig wirr im Kopf“, sage ich. Er lacht.

Als ich am Ende ein Foto von ihm schießen möchte, interessiert sich Ahmad sofort für meine Kamera. „Wieviele Megapixel? 18, cool. Ich würde auch gern Fotos machen.“ „Du, ich habe noch meine alte Digitalkamera zu Hause rumliegen, die kannst du gerne haben“. „Nein, nein“, wehrt er ab, „wenn dann möchte ich dir etwas dafür bezahlen, und das ist im Moment schwer.“ Wir einigen uns darauf, dass ich sie ihm leihe.

Das Interview führte ich mit Ahmad auf Englisch und habe es frei übersetzt. Ahmads Englisch ist gut – sein Vater ist Englischlehrer.

„Ich wollte mich durchsichtig hungern. Ich wollte nur noch weg.“

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Foto Waage e.V.

Tatjana, 29,  war eine Meisterin darin, ihre Umwelt über das zu täuschen, was mit ihr war: Ihr Leben bestand   aus Erbrechen, Essen, Erbrechen. Sie war essgestört, viele Jahre lang. Katja Riemann spricht Tatjanas Geschichte, zehn eindrucksvolle Minuten lang: Tatjana, die  als Kind mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Hamburg kam. Der die übergewichtige Mutter Druck machte, ja nie zuzunehmen: „Damit du niemals so aussehen musst wie ich.“

Tatjana entwickelte eine Essstörung, das war ihr Ausweg aus der familiären Misere.  „Ich habe alle Gefühle aufs Essen projiziert, egal ob Enttäuschungen oder Stress. Ich habe nur funktioniert, habe es jedem Recht gemacht, nur nicht mir selbst.“

„Das Essen hat nie gemeckert, das Essen war still“. Das ist so ein Satz, der hängen bleibt. Aishas Satz. Die Schauspielerin Nina Hoger liest ihre Geschichte. Auch Aisha, 25, fand Trost im Essen. Sich mit Essen vollzustopfen tröstete sie nach den Anfeindungen ihrer Familie, die sie als Kind wegen ihrer Fülligkeit demütigte und beschimpfte.  Aisha flüchtete in eine Bulimie, Essen und Erbrechen, bis zu zehn Mal am Tag. „Mein Vater hat immer alles kontrolliert. Die Essstörung konnte ich selbst kontrollieren“. Aber sie schämte und sie hasste sich dafür.

Die Schauspielerin Tine Wittler liest Kristina, Bestsellerautorin Susanne Fröhlich ist Cathrin.

Kristina, 19: Mit 17 fing sie mit einer Diät an, wog am Ende nur noch 39 Kilo. Sie zählte permanent Kalorien, recherchierte Kalorien, wog sich jeden Tag mehrmals. Es war das Wichtigste in ihrem Leben. Sie ließ sich von niemandem reinreden: „Ich will das jetzt so machen“. Sie hatte Haarausfall und fror ununterbrochen, aber „Hauptsache dünn“.

Cathrin, 24, übernahm sich in ihrer Tanzausbildung. Glich den Druck mit Essen aus: erst Hungern, dann Bulimie. „Jedes Mal, wenn ich ein Problem hatte, mit dem ich nicht umgehen konnte oder ein Gefühl, das ich nicht einordnen könnte, griff ich zum Essen.“ Sie fühlte sich dann wie abgeschaltet. Das Erbrechen war ein Fluchtweg. „Wenn ich einsam war, war das Essen ein Trost. Rastlosigkeit, Einsamkeit, Selbstzweifel wurden durch Essen und Erbrechen übertüncht. Mit dem Essen konnte ich diese Gedanken verdrängen“. Bei ihrer Mutter fand sie keine Hilfe, der Vater interessierte sich ohnehin nie für sie.

Worum geht es hier?

Essgeschichten heißt das Projekt des Hamburger Vereins Waage e.V., einem kleinen, feinen Fachzentrum für Essstörungen.

Die Idee ist einfach und wirkungsvoll: Sechs Prominente geben sechs jungen Hamburger Frauen, die an schweren Essstörungen litten, ihre Stimme. In Takes von zehn bis 15 Minuten erzählen sie, wie alles kam: der Druck, die Einsamkeit, die Angst. Wie sie Ausgleich im Essen suchten und hineinglitten in den zerstörerischen Sog von Hungern, Schlingen, Erbrechen. Sie erzählen von Schlankheitswahn und Seelenpein, von immenser Willenskraft, von der Angst, um Hilfe zu bitten.  Weil sie dann Schwäche zeigen müssten.

„Ich wollte nur noch weg, mich durchsichtig hungern“, sagt die 24-jährige Helena, der die Sängerin Janine Meyer ihre Stimme lieh.

Eindrücklicher als jeder Zeitungsbericht vermitteln diese sechs Stimmen die Not essgestörter junger Menschen, von denen es hierzulande so unfassbar viele gibt.  Plötzlich versteht man, was sie in diese Krankheit treibt und was sie darin finden. Und man versteht, wie wichtig ein Verein wie Waage e.V. ist. Mädchen und junge Frauen, aber auch ihre Angehörigen finden hier eine Anlaufstelle, anonym und geschützt. Sie können anrufen, hingehen oder mailen, werden aufgefangen und, wenn sie bereit sind, weitergeleitet an kompetente Stellen, die ihnen aus der Krankheit heraus helfen können.

waage-hh.de ist die Website. In der Mediathek finden sich die hörenswerten Essgeschichten. Ein Take mit Nina Petri wird demnächst online gestellt, sechs Lesungen, in denen Angehörige zu Wort kommen, sind in Arbeit. Auch prominente Männerstimmen, die essgestörten Jungen und Mädchen Ausdruck verleihen, werden von den Waage-Leuten gesucht.

Flüchtlingshilfe am Esstisch – denn was verbindet besser, als gemeinsam zu essen?

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Foto: Casper Hedberg for The New York Times

 

Das ist Ebba Akerman, Schwedischlehrerin in Stockholm. Sie unterrichtet Flüchtlinge in Schwedisch. Eines Tages im letzten Sommer, nach einem Gespräch mit einem ihrer Schüler, wurde ihr klar, dass die meisten Flüchtlinge ihr Schwedisch kaum anwenden können, weil sie kaum Kontakt zu Schwedischen Menschen haben. Das darf nicht sein, das muss sich ändern, sagte Ebba sich, und hatte eine Idee: Was bringt Menschen leichter zusammen, als gemeinsam zu essen? Also lud sie Flüchtlinge zu sich nach Hause zum Essen ein und ermunterte Freunde und Bekannte, es ebenso zu tun. Sie gründete ein „Einladungsministerium“ und vermittelte immer mehr Kontakte. Mittlerweile kann sie sich vor Anfragen nicht retten, überall im Land organisieren Schweden solche Essen, viele Hundert sind es inzwischen. TV und Zeitungen berichteten, sogar die New York Times schrieb über Ebbas Projekt.

„Wir lassen die Menschen in unser Land, aber nicht in unsere Gesellschaft“, sagt Ebba.

Die Einladungen zum gemeinsamen Essen sind ein kleiner Schritt, aber oft mit großer Wirkung. Sie schaffen Begegnungen und Gespräche auf Augenhöhe, die Fremdheit weicht auf, auf beiden Seiten, zumindest für einen Abend. In der „Zeit“ dieser Woche wird im Dossier die Geschichte einer Geografielehrerin aus Syrien erzählt, die nach Schweden geflohen ist, und nach Monaten der Einsamkeit eine solche Einladung zum Essen annimmt. Ihre klammen Gefühle werden beschrieben, als sie die Treppe in die Wohnung hochsteigt, die Angst, was sie erwarten möge. Aber auch die Beklommenheit ihrer beiden Gastgeber. Wer kommt da? Was redet man? Und dann ergibt es sich, sie reden und lachen und essen den ganzen Lachsauflauf. Einen so schönen Abend hatten sie lange nicht mehr, das sagen alle drei. Es ist doch eigentlich so einfach: Etwas kochen, den Tisch decken, das kann jeder.
Auf ihrer Website www.invitationsdepartementet.eu erklärt Ebba Akerman ihr Projekt und bietet  Hilfe bei der Organisation an. Man kann sie anmailen. Sie selbst hat mittlerweile mehr als 40 Essen veranstaltet und eine Menge Erfahrung, die sie weitergeben kann.

Warum nicht auch in Hamburg? Die Hamburger zeigen sich sehr hilfsbereit, viele Initiativen bieten Flüchtlingen Unterstützung. Jemanden einzuladen und zu bewirten, um ihm (und sich selbst) für ein paar Stunden die Fremdheit zu nehmen, das wäre ein Beitrag, den auch die leisten können, die sonst zu wenig Zeit haben, sich zu engagieren.

Und Spaß macht es auch, wie die Fotos von Ebbas Website zeigen.
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MADE AUF VEDDEL: Design von der Elbinsel

MADE AUF VEDDEL ist in diesem Jahr beim Hamburger Marketingpreis HAMMA-Award, in der Kategorie „Soziales“ nominiert. Der Award, mit dem die Leistungen visionärer Markenmacher, tatkräftiger Unternehmer und innovativer Agenturen gewürdigt werden, wurde vom Marketing Club Hamburg in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Hamburg ins Leben gerufen.

MADE AUF VEDDEL entstand im Jahr 2008 durch eine Initiative der Hamburger Modedesignerin Sibilla Pavenstedt und des Vereins Förderwerk Elbinseln. Es ist seit langem einer meiner Lieblingsprojekte in Hamburg!

Herzstück ist ein ehemaliges Ladenlokal in der Veddeler Brückenstraße im Hamburger Stadtteil Veddel, wo sich Frauen mit Migrationshintergrund regelmäßig treffen und ausgebildet werden. Für sie geht es dabei nicht nur um das Eintauchen in die Welt der Mode, um Techniken wie Stricken, Häkeln oder Nähen, sondern auch um die Verbesserung von Lebensqualität. Ein Ort, wo soziale Barrieren überwunden werden und sich berufliche Perspektiven eröffnen. Zwölf Frauen arbeiten mittlerweile hier, fünf von ihnen in Festanstellung.

Made auf VeddelMADE AUF VEDDEL ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mode und die Integration ausländischer Frauen miteinander zu verknüpfen. Bei MADE AUF VEDDEL entstehen handgefertigte Kleidungsstücke und Accessoires von höchster Qualität. Jedes Stück ist ein Unikat und trägt stets ein Etikett mit dem Namen der Frau, die es hergestellt hat.

Nach dem Studium für Modedesign in Bremen in Paris wurde die gebürtige Bremerin mit italienischen Wurzeln 1990 bereits für ihre erste Kollektion mit gehäkelten Kleidern aus feinsten Gummifäden mit dem „Mode-Oscar“ der „Avantgarde“ in München ausgezeichnet. Im Anschluss arbeitete sie in Bremen und Paris, wo sie Atelier und Showroom eröffnete. Bereits früh gehörten internationale Prominente wie Jane Birkin, Laetitia Casta, Debbie Harry, Michelle Pfeiffer oder Franka Potente zu ihren Kundinnen. 1998 wurde ein Showroom in New York eröffnet sowie erstmals die Kollektion in Mailand präsentiert.

Sibilla Pavenstedt veranstaltet jedes Jahr zu Weihnachten ihren legendären, sehr gut besuchten Weihnachtsbasar in ihrem eigenen Atelier in Hamburg-St.Georg in der Langen Reihe 13, wo sie ihre berühmten gehäkelten Weihnachtskugeln aus der Veddeler Produktion gegen eine Spende zugunsten von MADE AUF VEDDEL verkauft. Immer eine schöne Gelegenheit, sie und ihre aktuelle Modekollektion kennen zu lernen, Freunde wiederzutreffen bei einem Glas Prosecco oder Petit four, Keksen und Sandwiches . Und jedes Jahr ist auch eine Gruppe ihrer Frauen dabei, die sehr freundlich lächelnd Auskunft über ihre Arbeit geben, während sie weiterhäkeln. Eine wunderbare warme und famliäre Atmosphäre. Ich gehe jedes Jahr nie ohne mit mindestens einer wunderschönen Weihnachtskugel nach Hause, die ich oft und gerne weiter verschenke! Wenn Sie auch dabei sein wollen, schreiben Sie eine E-Mail an den Verein oder an Frau Pavenstedt… Wir sehen uns dann vielleicht auf dem Weihnachtsbasar!

Übrigens, Sie sind in guter Gesellschaft, wie es auf der Webseite heißt…

Die besten Botschafter sind alle Menschen, die Produkte von MADE AUF VEDDEL tragen. Darunter auch Prominente wie die Schauspielerinnen Barbara Auer, Katharina Abt, Liz Baffoe und Pheline Roggan, die Moderatorinnen Susan Atwell und Nina Ruge oder die Sängerin Graziella Schazad.

Wir wüschen MADE AUF VEDDEL viel Erfolg beim Hamburger Marketingpreis HAMMA-Award 2014!

Wenn Sie mehr Informationen über MADE AUF VEDDEL wünschen, den Verein bei ihrer Arbeit unterstützen möchten oder sich für die Kollektion interessieren, schicken Sie einfach eine E-Mail an info@madeaufveddel.de und werden Sie Fan ihrer Facebook Seite.
oder wenden Sie sich direkt an
Atelier Sibilla Pavenstedt
Lange Reihe 13, 20099 Hamburg
Telefon: +49 40 8060 2480
Telefax: +49 40 8060 2481

Ai Weiwei – Evidence

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Portrait Ai Weiwei, 2012, © Gao Yuan

Trotz aller unfassbaren Anfeindungen in seinem Land hat sich Ai Weiwei entschlossen, seine weltweit größte Einzelausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin durchzuführen. Auf 3000 qm in 18 Räumen und im spektakulären Lichthof zeigt er Werke und Installationen, die eigens für den Martin-Gropius-Bau entstanden oder noch nie in Deutschland gezeigt wurden.

„Evidence“ nennt er seine Ausstellung, nach jenem Wort, welches uns aus amerikanischen Krimiserien bekannt ist: der Beweis, möglichst gerichtsfest. Es ist eine politische Ausstellung, die Ai Weiwei für Berlin in seinem einfachen und schönen Studio am dörflichen Stadtrand von Peking entwarf.

Ai WeiWei ist Künstler, Architekt und Politiker. Kaum eines seiner Werke kommt ohne versteckte Anspielungen aus, sei es auf die binnenchinesischen Verhältnisse, sei es auf ads große Thema „China und der Westen“. Man muss die historischen und politischen, oft ironischen Botschaften in seinen Werken lesen, die er gleichsam wie eine Flaschenpost in die Welt schickt.

Die Ausstellung Ai Weiwei – Evidence im Berliner Martin-Gropius-Bau ist ein großer Erfolg: Grund für die Ausstellungsmacher die Schau um eine Woche zu verlängern. Sie ist nun noch bis zum 13. Juli zu sehen. Nichts wie hin.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin

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Stools (Hocker), 2014 6000 hölzerne Hocker aus der Qing Dynastie (1644-1911), unterschiedliche Größen © Ai Weiwei

Werkschau Ute und Werner Mahler in den Deichtorhallen

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Ute Mahler; Werner Mahler – Aus der Serie „Monalisen der Vorstädte“ Birna, Reykjavik, Copyright Ute und Werner Mahler

Good News: Die beeindruckende Werkschau der beiden exzellenten Fotografen Ute und Werner Mahler in den Deichtorhallen wird noch bis zum 6. Juli verlängert. Das Künstlerehepaar, das seit 40 Jahre zusammenlebt und auch zusammenarbeitet, hat die Fotografie in der DDR geprägt und revolutioniert, aber auch die Arbeiten, die nach dieser Zeit entstanden sind, sind sehr beeindruckend. Das erste gemeinsame Projekt   „Monalisen der Vorstädte“  entstand auf Reisen durch Europa und porträtiert junge Mädchen in Vorstädten der Metropolen.
Gefesselt haben mich auch die Dokumentar- und Landschaftsfotos von Werner Mahler und die Modeaufnahmen von Ute Mahler. Nicht verpassen.

Deichtorhallen, Deichtorstraße 1, 20095 Hamburg

040 321030

 

 

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Werner Mahler: Hauer unter Tage, Aus der Serie „Steinkohlenwerk Martin Hoop“, Zwickau, Sachsen, 1975, DDR, Copyright Werner Mahler