Elbgold

Das Elbgold duftet verführerisch, besonders wenn es gerade frisch geröstet worden ist; denn es handelt sich nämlich bei diesem Schatz um besonders erlesene Kaffeebohnen. Die Betreiber des Cafés Elbgold kaufen im fairen Direkthandel feinsten Arabica aus den besten und nachhaltigsten Anbaugebieten der Welt. Meistens finden sie diese bei kleinen Kaffeebauern und Kooperativen und rösten sie dann im Hamburg selber. Dazu servieren sie Ciabattas, Baguettes oder Bagels, Fruchttörtchen, Käsekuchen und Tarts.

Das Café Elbgold, wo man rund 25 Sorten dieses köstlichen Kaffees kaufen und trinken kann, liegt etwas versteckt in den Schanzen-Höfen, neben der Bullerei von Tim Mälzer. Es hat einen ganz besonderen Charme, da das raue Industrie-Ambiente mit Holz und liebevollen Details viel Wärme bekommen hat.

04-bild-cafe-elbgold

Eigentlich sollten die 1896 errichteten Viehmarkthallen in denen auch das Elbgold liegt, abgerissen werden. Zum Glück machte sich aber der Fleischgroßmarkt auf die Suche nach Mitinvestoren und Mietern und sanierte die baufälligen Hallen. Inzwischen ist dort ein einzigartiger Mix an Mietern ansässig und auch das Publikum ist fast so bunt gemischt, wie die Schanze selber.

Elbgold_177_klein

Café Elbgold,  Lagerstraße 34c, 20357 Hamburg

Café Leonar zieht wieder an seinen Stammsitz Grindelhof 59 zurück

Genau 90 Wochen nach Abriss des alten  Stammsitzes zieht das Café Leonar von seinem Provisorium am Hallerplatz/Grindelhof  wieder an seine ursprüngliche Adresse am Grindelhof 59 zurück und eröffnet am Sonntag den 5. Oktober 2014 im Neubau frisch wieder seine Türen. Der Übergangsstandort ist ab Montag den 29. September 2014 geschlossen.

Das Café Leonar ist Frühstückscafé, Mittagstisch, Nachmittagstreffpunkt, Abendrestaurant, Nachtbar und literarischer Salon in einem. Es ist sehr beliebt nicht nur im Viertel, sondern auch über Hamburgs Grenzen hinaus. Es herrscht aber immer eine entspannte Atmosphäre, wobei bekannte Gesichter, Künstler, Literaten, Schauspieler und Sänger vom Publikum großzügig nicht besonders beachtet werden… Man ist ja schließlich Hamburger und cool.

Größer und schöner im neuen Haus, aber wie gewohnt mit geschätzter, leicht orientalisch angehauchter Küche und seinem berühmten jüdischem Literatursalon am Grindel einmal im Monat jeweils an einem Sonntag. Als Stammgast der ersten Stunde des Café Leonar freue ich mich auf die Wiederöffnung am kommenden Wochenende!

Wir berichten demnächst ausführlich über den jüdischem Literatursalon am Grindel und die neuen Räumlichkeiten.

Café Leonar, Grindelhof 59, 20146 Hamburg, (ab Sonntag den 5. Oktober 2014!)

Mo-Do: 08:00 – 00:00 Uhr
Fr: 08:00 – 01:00 Uhr
Sa: 09:00 – 01:00 Uhr
So: 09:00 – 22:00 Uhr

Landpartie: Vom Genueser Schiff ins Hessenstein

Wenn uns der Sinn nach Natur, Strand und Wellenrauschen steht, fahren wir manchmal am Wochenende ins Genueser Schiff. Der ungewöhnliche Name dieses kleinen Hotels, ist übrigens einem Gedicht von Friedrich Nietzsche entnommen. Den mochte nämlich die Gründerin dieses Hauses, Gräfin von Waldersee, besonders gerne, die 1950 am Rande des Fischerdorfes Hohwacht eine schlichtes Sommerhotel eröffnete. Inzwischen ist das romantische, reetgedeckte Haus generalsaniert und modernisiert und um das nahe dahinter gelegene „Genueser Landhaus“ erweitert worden.

Das Beste: Es liegt direkt am Meer und man kann hier lange ausschlafen, denn bis Mittags wird das Fühstück direkt an die hauseigenen Strandkörbe serviert, wenn man eine kleine Fahne hisst. Dort kann man dann gemütlich lesen, dösen oder einfach die Seele baumeln lassen. Natürlich kann man hier auch schwimmen, stundenlang am Strand spazieren gehen oder sich mal im Fliegenfischen versuchen.

Mittages kann man in das nahegelegene wunderschöne Dorf Gut Panker gefahren und dort im gemütlichen Restaurant Ole Liese essen.

Ole Liese

Abends gehen wir dann meist ins Forsthaus Hessenstein, eins meiner Lieblingsrestaunts.

Hessenstein_original

Das Restaurant hat eine wirklich exzellente Küche und wird seit 25 Jahren von Peter Marxen bewirtschaftet, der lange den legendären Jazz Club Onkel Pös Carnegie Hall betrieben hat. Daher wird auch im Hessenstein wird nachts oft klasse Musik gespielt. Keep Jazzin’ heißt dann das Motto.

Ja, das Leben ist schön.

Genueser Schiff, Seestraße 18, 24321 Hohwacht

Forsthaus Hessenstein, Gut Panker, 24321 Panker

Hamburgs chillige Gondel

Was für eine perfekte Chill-Out-Plattform! Sie liegt mitten im Wasser, hat bequeme Liegestühle, eine venezianische Gondel und wird gerne von Schwanfamilien umkreist. Zu bewundern ist dieses Idyll vom Café und Restaurant Zur Gondel IMG_4208am Osterbekkanal aus. Das ist der gastronomische Ableger der Bootsvermietung Dornheim am Kaemmererufer in Winterhude. Richtig, das ist die mit dem aufrecht stehenden Schiffsrumpf und der urigen Kajüte, in der das Geschäftliche für die Kanu-Anmietung geregelt wird.

Früher war die Gondel ein besserer Imbiss mit entsprechendem Angebot, aber das hat sich deutlich geändert. Mittlerweile bekommt man hier einen leckeren Mittagstisch zu moderaten Preisen. Auf der kleinen Karte kann man montags bis freitags zwischen sechs meist internationalen Gerichten wählen. In den 7,50 bis 9,20 Euro sind ein kleiner gemischter Salat und ein Glas Rot- oder Weißwein (oder Wasser) schon mit drin. Beim Essen sitzen wir auf einer sonnigen Terrasse mit Blick aufs Wasser – und eben auf diese Lifestyle-Plattform. Nach dem Paddeln hat die Gondel natürlich auch geöffnet und bietet eine große Abendkarte.

Restaurant Zur Gondel, Bootsvermietung Dornheim, Am Kaemmererufer 25, 22303 Hamburg, Tel.: 040 2794184

IMG_4218

Alle Fotos: Rainer Thide

Mein Feierabendbier und gute Gespräche über Freundschaft

Café Miller, St. Pauli

Vor ein paar Tagen, es war ein herrlich warmer Abend, saß ich nach der Arbeit vor dem Café Miller in St. Pauli, um bei einem Bier meinem Kopf zu entspannen. Das Café Miller ist  eine kleine etwas schrummelige und angenehm unaufgeregte Bar mit einem guten Angebot an Getränken, guter Musik und guten Sandwiches. Eine Freundin, die St.Pauli gut kennt, hat mir diese Kneipe mal gezeigt, und nach einem vollen Tag im Medienbusiness mit seinen Eitelkeiten Angestrengtheiten genieße ich es, in dieser völlig anderen Umgebung ein Weilchen „abzuhängen“. Während ich nun mein Bier trank, diskutierten am Nebentisch drei junge Männer und unterhielten sich über Freundschaft. Wieviel Verbindlichkeit darf eine Freundschaft verlangen? Darf eine Freundin, die heiratet, erwarten, dass man quer durch Deutschland fährt, um dabei zu sein, auch wenn einem gerade nicht danach ist und man etwas anderes vorhat? Wieviel Freiheit darf eine Freundschaft kosten? Und wieviel Pflege darf sie beanspruchen? Einmal im Jahr entspannt zusammen sein, sei ihm doch viel lieber, als regelmäßige gequälte Verabredungen, sagte einer. Das Ritualisierte stoße ihn ab, man soll sich treffen, wenn an Lust hat, und wenn das nur einmal im Jahr sei, dann sei es gut. Echte Freundschaft verlange kein ritualisiertes Beisammensein. Die anderen stimmten ihm zu. Ich habe das anders gelernt: Zur Pflege einer Freundschaft gehört, dass man sich regelmäßig begegnet. Auch wenn man  sich manchmal aufraffen muss. Für eine Freundschaft muss man etwas einsetzen, wenn die Freundin heiratet, ist man dabei, gar keine Frage. Die jungen Männer mit den Käppis sehen das anders. Sie sehen diese Notwendigkeit nicht, ihr Freundschaftsbegriff ist unverbindlicher. Sie haben offenbar keine Angst, dass eine Freundschaft verbleicht, wenn man sich nicht ständig darum kümmert. Oder ist es ihnen egal? Das glaube ich nicht, weil sie mit einer solchen Ernsthaftigkeit darüber diskutierten. Sie vertrauen darauf, dass ihre eher lässige Definition von Verbindlichkeit einer Bindung nicht im Weg steht. Das finde ich interessant. Eigentlich hätte ich mich gern zu ihnen gesetzt, um mit zu diskutieren. Ich hätte gern mehr von ihnen  gehört.

Café Miller
Detlev-Bremer-Str. 16
20359 Hamburg – St. Pauli

Vesper im VJU

VJU VESPEREs gibt Dinge, die kann man wirklich nur in Wilhelmsburg erleben. Oder haben Sie schon einmal Abendbrot mit vielen kleinen Köstlichkeiten und einem absolut atemberaubenden Blick auf Hamburgs auf dem Dach eines Flakturms gegessen? Hört sich spannend an und ist es auch, denn obendrein kann man, mit etwas Glück und Offenheit, bei dem Dinner bei Kerzenlicht auch noch interessante Gespräche führen und neue Bekanntschaften machen, denn hier sitzen alle Gäste gemeinsam an langen Tafeln.

Das Ganze spielt sich einmal im Monat in 30 m Höhe im VJU ab, einem kleinen Café, oben auf dem Energiebunker in Wilhemsburg, der übrigens ebenfalls sehr sehenswert ist. Der monumentale Bunker, gebaut aus 80.000 Kubikmetern Stahlbeton, war 60 Jahre stillgelegt und wurde zur IBA mit einem riesigen Thermalspeicher ausgestattet. Mittlerweile versorgt dieser Energiebunker ein ganze Viertel mit klimafreundlicher Wärme und obendrein spiest das regenerative Kraftwerk Strom ins Hamburger Netz. Wer sich dafür interessiert, kann vor dem Dessert an einer Führung in die Energiezentrale im Kern des Bunkers teilnehmen, wo in einer Ausstellung die Geschichte des Flakturms bis zur Sanierung und Umgestaltung als Energiezentrale dokumentiert ist.

DSCI0453

Wer es morgen, am 19.8. nicht mehr schafft einen Platz zu ergattern, hat vielleicht Glück beim einem der nächsten Termine, am 16.9. oder 14.10.2014 dabei zu sein. Es lohnt sich.

innenraum

VJU im Energiebunker, Neuhöfer Straße 7, 21107 Hamburg,Tel. 0151 20515542
Infos und Anmeldung unter: http://www.ladoucecatering.com.

 

Ein Freibad im Central Park

Mein Lieblingsplatz ist nicht neu, schon ganz lange kein Geheimtipp mehr, aber jedes Mal eine kleine Sensation. Vorausgesetzt, das Wetter passt. An einem heißen Sommerabend gibt es kaum etwas Schöneres, als abends nach der Arbeit in das Naturbad im Stadtparksee zu springen. Beim ersten Eintauchen spürt man sofort: Das Wasser fühlt sich ganz weich an. Das liegt an dem günstigen PH-Wert, wie mir der Bademeister erklärt. „Das Wasser hat allerhöchste Qualität“, sagt Ben, der eigentlich aus Mönchengladbach kommt, aber hier nicht mehr weg will: „Das ist viel besser als in jedem anderen Freibad“. Denn der Stadtparksee ist ein Natursee. Kurz: Das Wasser ist einfach herrlich. Und dazu noch die gigantische Aussicht. Beim Schwimmen blickt man direkt auf die Wiese des Stadtparks mit seinen Grillfeuern und dem Planetarium – und vor allem auf einen unglaublich schönen Sonnenuntergang. Könnte fast der Scenic Pool eines New Yorker Luxus-Penthouses mit Central-Park-View sein. Einfach klasse, dass wir Hamburger so etwas mitten in der Stadt haben. Klar, man kann sich auch die 3 Euro Eintritt (Kinder zahlen die Hälfte) sparen und abends einfach in den „wilden“ Teil des Stadtparksees hüpfen. Das ist zwar billiger, hat aber auch seinen Preis – nämlich den, dass man mit Entenfedern, und manchmal auch schlimmer, um die Wette schwimmen darf. Dann doch lieber ein Bad mit anschließender Dusche (kalt), Gruppen-Umkleideräumen und unter den strengen Blicken des Bademeisters. Der sendet einen schrillen Signalton über das Wasser und fuchtelt mit den Armen: 20 Uhr – Badesaison für heute beendet. Manchmal geht es auch bis 21 Uhr, aber nur, wenn genügend Gäste im Wasser sind. „Sonst lohnt sich das nicht“, erklärt Ben. Ein Bad im Stadtparksee lohnt sich dagegen immer. Man fühlt hinterher einfach gut. Und wir schwören, uns ab sofort an jedem warmen Abend dazu aufzuraffen.

Und hinterher in Schumachers Biergarten. Fotos: Rainer

Und nach dem Baden hat man natürlich Hunger: Schumachers Biergarten. Fotos: Rainer

Schwimmen macht hungrig. In den Biergarten Schumachers sind es nur ein paar Schritte. Hier gibt es eine Wurst vom Grill mit wirklich gutem hausgemachten Kartoffelsalat, die fast schon legendären Kartoffelspalten, Weißbier – und einen sensationellen Blick auf die im Stadtpark versinkende Sonne. Summer in the City.

Naturbad Stadtparksee, Südring 5b, 22303 Hamburg

Meine Hamburg Perle

Perle 6

Alsterperle: Hier gibt es die passenden Getränke zu Hamburgs schönstem Sonnenuntergang. Fotos: Rainer

 

Perle 5Ich hab es natürlich gut. Hamburgs schönsten Sonnenuntergang erreiche ich in zehn Minuten mit dem Fahrrad. Das hat enorme Vorteile. Schließlich muss man auch an den Heimweg denken. Denn, was nützt der schönste Sonnenuntergang ohne ein Glas Wein in der Hand. Mein Lieblingsplatz ist eine von Hamburgs Perlen, die Alsterperle. Ein Stückchen Beach direkt an der Alster! Was ich außer der schönen Aussicht auf die Alster mit Hamburgs Skyline besonders mag, ist der spektakuläre Menschen-Mix, den man hier trifft. Vom 18-jährigen Alternativ-Girlie bis zur Beautydoc-gepimpten Business-Lady, vom Perle 4jungen Marketing-Schnulli in Segelschuhen bis zum sonnengegerbten Pensionär im Hawaii-Hemd – sie stehen alle hier rum, gucken aufs Wasser und sind irgendwie gut drauf. In der Alsterperle wird jeder ein bisschen hippie. Und das ist gut so. Obwohl die Hamburger ja als reserviert gelten, kommt man hier auch erstaunlich schnell ins Gespräch – ob man will oder nicht. Mein Gegenüber Ralf, Abteilung Attacke, verrät mir, dass er, obwohl er ja ein absoluter Auto-Narr ist, in Harvestehude nur einen Außenstellplatz gefunden hat, und zwar unter einer Linde. Jetzt muss er jeden zweiten Tag in die Perle 3Waschstraße. Was für ein Schicksal! Außerdem überlegt er die Anschaffung eines Uhrenbewegers, da er offenbar wertvolle Automatikuhren sammelt. Aber eigentlich soll ihm sein Schatzi (steht neben ihm, sagt aber nichts) den Beweger als „Überraschung“ zum nächsten Geburtstag schenken, was er bei dieser Gelegenheit aber schon mal „droppen“ will. Ja, und seine Süße arbeitet in der gleichen Firma wie er, er ist ihr Chef. Das geht zwar gut, aber auf Dauer doch nicht. Deshalb will er jetzt die Firma wechseln – aber auch der Karriere wegen.

Nach so einer Session in der Alsterperle kann man sich die nächste Folge der Geissens getrost sparen. Das wahre Leben ist einfach besser. Und gut, dass ich mit dem Fahrrad da bin…

Alsterperle, Eduard-Rhein-Ufer 1, 22087 Hamburg, Tel.: 040/22748273

Pastalozzi

 

Weil ich in direkter Nähe mein Büro habe, gehe ich mittags oft ins Pastalozzi. Der kleine Italiener im Portugiesenviertel hat eine kleine, aber feine Mittagskarte zu fairen Preisen, besser als die Spanier und Portugiesen nebenan: Hausgemachte Pasta und frischer Fisch mit köstlichen Saucen, dazu guter Wein. Die Einrichtung ist schon leicht schrabbelig, aber gemütlich. Der Service ist meist schnell und nonchalant, wenn es voll ist auch manchmal leicht forsch. Wenn der Besitzer Antonello gut aufgelegt ist, wird auf italienisch gescherzt und gelacht. Mittags trifft man hier viele Medien- und Agenturleute und irgendwie erinnert mich das Restaurant an die kleinen italienischen Restaurants in Downtown New York. Einen „Paten“  hab ich hier noch nicht gesehen, aber das liegt wohl daran, dass das Restaurant im harmloseren Portugiesenviertel liegt.

Pastalozzi, Reimarusstr. 10, 20459 Hamburg