Imkern in der Großstadt. Rauf auf’s Dach!

Bienenstöcke auf dem Dach in Brooklyn, New York

Das Imkern in der Stadt wird im häufiger und soll auf die Not eines der wichtigsten Tiere der Welt aufmerksam machen. 2006 wurde erstmals über eine neue Art des Bienensterbens berichtet, den „Colony Collapse Disorder“, bei dem Bienenvölker auf mysteriöse Weise aus ihren Stöcken verschwinden.

Selbst in der Megastadt New York werden jetzt mit großem Erfolg Bienen gezüchtet. Bei meinem letzten Besuch habe ich mir die Bienenstöcke auf dem Dach der Brooklyn Waldorf School angesehen, wo die Bienen prächtig gedeihen.

Zum Glück machen sich  immer mehr Organisationen weltweit für die Honigbienen stark. Eine von ihnen ist die Gruppe „Hamburg summt“.

Das Ökumenische Forum HafenCity und die Initiative „Hamburg summt! “ laden am 30. August im Rahmen von „Sommer in der Hafencity“  ein: „Rund um die Biene“ heißt das Programm, das  in Kooperation mit Greenpeace präsentiert und erlebbar gemacht wird. Für die Ökumenische Hausgemeinschaft ist die Bienenkiste auf der Dachterrasse ein Symbol zur Bewahrung der Schöpfung. Bienen, Blumen, Pflanzen auf der Dachterrasse können am Tag der offenen Tür in begleiteten Führungen besichtigt werden (16:30, 17:30, 18:30 Uhr), denn es ist wichtig, dass Städter ihr Herz für Bienen entdecken. So können auch mehr Menschen den Ökolandbau unterstützen, denn meisten Verbraucher leben in der Stadt.

Das Imkern in der Stadt hat inzwischen Kultstatus und hat sogar viele Vorteile. In der Stadt gibt es weniger Pestizide als auf dem Land, die Tiere finden viel länger Nahrung und es ist allgemein wärmer. Über Abgasrückstände im Honig muss man sich angeblich keine Sorgen machen müssen, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bienen die Schadstoffe abbauen können. Mehr kann man beim „Bienentalk“ am 30.8. um 16.15 Uhr mit den Imkern Gunnar Weidt und Erhard Klein erfahren.

Das Weltcafé ElbFaire im Ökumenischen Forum bietet an dem Tag übrigens leckere Honig-Spezialitäten an.

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Auch Kinder können bei dieser Veranstaltung alles rund um die Bienen erfahren, einen Schleier aufsetzen und auch mal Honigbienen aus der Nähe betrachten.

Imkern in der Großstadt -Eine Veranstaltung  in Kooperation mit Hamburg summt! , Greenpeace e.V., dem Imkerverein Kiekeberg und Hamburger Imkern  im Rahmen von „Sommer in der HafenCity“
Sonntag, 30. August 2015,  16.00-19.30 Uhr im Ökumenischen Forum Hafencity, Shanghaiallee

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Yoga im Gartendeck in St. Pauli

Das Gartendeck ist ein wunderbar bunter urbaner Garten in der Großen Freiheit, neben dem Indra: 1100 qm Dachfläche, 400 qm Grünstreifen, rund 650 Bäckerkisten, ein Container, zwölf Schaufeln, zwei Schubkarren, 172 verschiedene Pflanzensorten, drei Bienenvölker, vier Komposthaufen und eine Wurmkiste. Allen voran ist das Gartendeck ein Ort, an dem gemeinschaftliche Strukturen wiederbelebt werden: Nachbarn lernen sich kennen, gärtnern gemeinsam und gestalten auf diese Weise den ganzen Stadtteil mit.

Gartendeck St.Pauli 2014

Gartendeck St.Pauli 2014

Jeden Freitagnachmittag von 17.30 h bis 19.00 h wird im Gartendeck in St. Pauli Yoga gemacht. Heute gibt es Hatha Flow Yoga, in der kommenden Woche Kundalini Yoga. Yogamatte mitbringen und spenden!

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Gartendeck, Große Freiheit, St. Pauli, Hamburg

Grün! Raus! Jetzt!

Als ich gestern durchs Blankeneser Treppenviertel stromerte und davon tagträumte, wen ich am liebsten aus seinem hübschen Häuschen werfen würde, um selber einzuziehen, merkte ich wieder: Hamburg ist gerade maximal grün! Grün wohin man nur sieht, sattes, gieriges, strotzendes Grün. Die Büsche, Bäume und Sträucher wissen gar nicht mehr, wohin mit all ihren saftigen Blättern und jungen Trieben… reinbeißen will man da. Pinke Rhododendren pieken einem fast schon penetrant ins Auge; lila Flieder, roter Klatschmohn, blaue Kornblumen balzen um die Wette. Bunt, prall, schön. Angeber. Und der Geruch erst.  Ein Rausch ist das. Natur-Porno, reine Therapie-to-go. Also danken wir dem blöden Nieselwetter der letzten Wochen, dass es unser Hamburg so fürsorglich gegossen hat, und uns den maximal grünen Frühsommer beschert. Das Schöne ist, dass man nicht mal weit rausfahren muss, kaum verlässt man das Haus, drängelt sich die erste Baumkrone ins Blickfeld. Wem das nicht reicht: hier ein paar Inspirationen für schöne Hamburg-Spaziergänge. In dem Sinne, genug gebloggt, Jacke an und raus.

Jon und Alex

Jon und Alex. Das sind diese beiden jungen Männer auf dem Photo. Ein Liebespaar, das einen zärtlichen Moment teilt. Aufgenommen in Alex‘ Wohnung in St. Petersburg in Russland – einem Land, in dem der Preis für schwule Liebe oft Ablehnung, Diskrimierung, Bestrafung und Gewalt ist.

Das Bild stammt vom dänischen Photographen Mads Nissen und ist das World Press Photo des Jahres. Die gesamte Ausstellung „World Press Photo“ ist, wie jedes Jahr, für einen Monat im Foyer von Gruner + Jahr zu bewundern. Sie hat gestern eröffnet. Mehr.

„Elbjazz FM“ sendet während des Festivals

Hansjörg Schmidt, Abgeordneter bei der Hamburgischen Bürgerschaft, berichtet eben in Facebook:

Gute Sache! Die Medienanstalt hat für die Dauer des „Elbjazz Festivals“ vom 28. bis zum 31. Mai 2015 die Zulassung für einen sogenannten Veranstaltungsrundfunk erteilt und die UKW-Frequenz 102,4 MHz für den Standort Hamburg/Hafen zugewiesen. Das Veranstaltungsprogramm „Elbjazz FM“ wird über das internationale Musikfestival berichten und insbesondere Jazzmusik übertragen.

Wir sagen: Cool. Stay tuned. Wir freuen uns auf das Elbjazz Festival in Hamburg.

Radio-Schätze zum Genießen (beim Bügeln zum Beispiel)

 

 

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Foto: WEBER ANITA/SIPA/DDP IMAGES/bild.de

Es gibt diese Samstagnachmittage, an denen man endlich dazu kommt, den großen Korb mit Bügelwäsche zu leeren, ganz in Ruhe mit einer Kanne Tee und: Radio. Dank Internet sind uns die Perlen fast aller öffentlich-rechtlichen Programme zugänglich. Zum Beispiel das Philosophische Radio auf WDR 5. Eine Stunde lang unterhält sich Moderator Jürgen Wiedicke mit einem Gast über alle möglichen Fragen und Phänomene des Lebens, nicht hochtrabend, sondern angenehm temperiert.

Diesmal ging es um Neid. Was ist das für ein Gefühl und was macht es mit uns? Kennen wir doch alle, dieses gallige Messen und Vergleichen: Warum hat die, was ich nicht habe? Wieso verdient der mehr? Warum ist er schöner/schlanker/erfolgreicher? Neid zehrt und nagt, ganz hässlich. Früher nannte man den Blick des Neiders den scheelen Blick, der zu verbergen sucht, was aus ihm quillt. Es gibt dieses wunderbares Foto: Der verstohlene Blick der jungen Sophia Loren auf das ausladende Dekollete von Jayne Mansfield. Man meint es ganz deutlich zu sehen, wie es in ihr wühlt, wie es nagt angesichts dieser Pracht.

In ihrem berühmten Roman „Der talentierte Mr. Ripley“ beschreibt Patricia Highsmith die zerstörerische Kraft des Neides, und jedes Kind kennt Schneewittchens Stiefmutter, zerfressen von Eifersucht und voll perfider Anstrengung, sich das hübsche Ding aus den Augen zu schaffen.

Neid und Eifersucht sind die Schamteile der menschlichen Seele

Friedrich Nietzsche                                                                                                     

Im Kindesalter fängt es ja schon an, wenn das Geschwister den vermeintlich größeren Nachtisch bekommt. Da können die Eltern messen und abzählen und wiegen – es wird immer der andere sein, der mehr hat. Neid im Büro: Was kann ein Personalchef tun, um das Thema zu entschärfen? Auch darüber redeten Wiedicke und sein Gast Jürgen Werner, Philosophieprofessor von der Uni Witten-Herdecke.
Wäre es hilfreich, mehr Transparenz zu schaffen? Überraschend war, dass verschiedene Kulturen offenbar unterschiedlich mit Neid umgehen. Während die einen (Amerikaner, Italiener) das Bessere des anderen eher als Ansporn nehmen, trachten die Deutschen eher danach, ihm den Vorteil zu vermiesen. Ob man das wirklich so generell sagen kann?
Auf jeden Fall gibt es einen Trick, der hilft: nicht nach oben schielen, sondern sich nach unten vergleichen, also mit denen, denen, die noch mieser dran sind als man selbst.
Ein herrliches Thema also, die Wäsche bügelte sich von selbst.

Hier ist der Link zum Sender. Wenn man den Podcast abonniert, kann man sich aussuchen, worauf man gerade Lust hat.
www.wdr5.de/sendungen/philosophischesradio/

Auch auf der Seite von NDR Kultur lohnt es sich zu stöbern, viele spannende Gespräche und Interviews liegen zum Nachhören bereit. Hier zum Beispiel mit dem Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun.
www.ndr.de/ndrkultur/programm/podcast3032.html

Diffuses Licht

 

9783863001896Der Hamburger Olav Meyer-Sievers arbeitet als Kommunikationsberater,  Redner und Coach und sein weiteres Engagement ist bewundernswert stark: Er engagiert sich nebenberuflich im Kriseninterventions-Team des Deutschen Roten Kreuzes. Er begleitet  die Polizei, wenn sie Todesnachrichten überbringen muss, nach schrecklichen Unfällen, Tötungsdelikten und Selbstmorden. Oder er wird hinzugerufen, wenn plötzlich jemand zu Hause verstorben ist, oftmals Notfälle, bei denen auch Kinder im Spiel sind. Er hilft geschockten Angehörigen, das Unfassbare zu begreifen und bleibt da, wenn die Polizisten und Feuerwehr schon längst gegangen sind. Er gibt in traumatischen Situationen menschlichen Beistand und unterstützt die Betroffenen, die schockierenden Ereignisse zu begreifen.

Das Thema Tod hat Olav Meyer-Sievers schon früh beschäftigt: Seit er acht Jahre alt war, unternahm seine Mutter mehrere Selbstmordversuche. Sie nahm sich das Leben als er nur 17 war. Die Auseinandersetzung mit dem Tod und Selbstmord hat ihn stark genug gemacht, heute Angehörigen beizustehen, wenn sie plötzlich und unvorbereitet mit diesen Ereignissen konfrontiert werden.

Sein neu erschienener Roman „Diffuses Licht“ ist unter anderem geprägt von autobiografischen Erfahrungen, zu denen auch sein Coming-Out gehört.  Am 19. März liest Olav Meyer-Sievers daraus  im „Toom Peerstall“.

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Portraitfoto: © Linus Krebs

Lesung von Olav Meyer-Sievers – DIFFUSES LICHT , 19. März 2015 Beginn 20 Uhr, Toom Peerstall, Clemens-Schultz-Str. 43,  Eintritt frei

 

ePhil: Kangding Ray

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Der Elektronik-Künstler Kangding Ray kommt am 19. März für ein Konzert im KörberForum nach Hamburg. Der in Berlin lebende Franzose begreift Musik als Architektur. Ambient-Soundgebäude wandeln sich langsam, düstere Bass-Fundamente verschieben sich, Technobeats lösen sich in irreguläre rhythmische Zellen auf, Rave-Hymnen zerbröseln zu Melodiefetzen. Begleitet wird dieses »ePhil«-Konzert durch eine Installation von Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die im Foyer bereits ab 20 Uhr Musikvermittlung zum Anfassen bietet.

 ePhil: Kangding Ray,Elbphilharmonie Konzerte, Do 19.03. / 21.00 Uhr / KörberForum / Kehrwieder 12

Eintritt frei / Freitickets erhältlich ab dem 5. März auf www.elbphilharmonie.de (max. 4 Tickets pro Person buchbar)

Die Kraniche sind wieder da

 

 Foto: Carsten Linde

Sie sind wieder da, die großen Stelzvögel mit dem Puschelschwanz. Jedes Jahr lässt sich ein Kranichpärchen zwischen Volksdorf und Ahrensburg nieder.  Sie kommen aus ihrem Winterquartier aus Spanien oder Nordafrika angeflogen und bleiben. Zwei erhabene graue Gesellen, die stets synchron, als hätten sie es geübt, über die Wiesen schreiten und sich  ebenso synchron in die Lüfte zu erheben mit dem typischen Schrap-schrap ihrer Schwingen. Ihren trompetenartigen Radau hört man weit, meist sonntags frühmorgens um 5. Vor wenigen Tagen müssen sie angekommen sein, und wer sie sieht, bleibt stehen, und grinst. Endlich wieder Frühling. Na ja, bald.

Und hier ist sie für alle, die mal wieder ordentlich auswendig lernen wollen: Friedrich Schillers Ballade  Die Kraniche des Ibykus

War and Peace

Wladimir Klitschko raises the Ukrainian flag in Hamburg

Autor: Ryan Gresham. Wladimir Klitschko’s brisk dismantling of Kubrat Pulev at Hamburg’s 02 World arena Saturday night was like a rerun we had seen many times before. Pulev pawed, ducked, and plodded for a handful of clumsy rounds as he tried to dodge Klitschko’s onslaught, but the previously undefeated Bulgarian finally crumbled under a stealthy left cruise missile in the fifth, ending up twisted and glassy-eyed on the canvas while many in attendance pelted him with whistles and jeers.

Every fan of heavyweight boxing knew the routine – and all of them know that Wladimir Klitschko truly is a force. The Ukrainian pugilist has more belts than Karl Lagerfeld, and only the great Joe Louis now has more heavyweight title bouts to his credit.

But the drama Saturday transcended the relatively small confines of boxing. In his post-fight interview mid-ring, Klitschko first warmly thanked his fans in Hamburg – his adopted home of nearly two decades – before solemnly addressing the large Ukrainian contingent watching. He began, in German, by dedicating the fight to the people of Ukraine, noting what a difficult time it was for the country. But he finished the soliloquy (which had the unnerving ring of a eulogy) in his native Ukrainian – to the cheers of many on hand, and despite the admonition from his interviewer to keep his comments in ratings-friendly German. It was clear that Klitschko had fought for more than just a few division belts.

By boxing standards the post-fight scene wasn’t that weird. In fact, Klitschko’s behavior was understandable and even expected. For a brief moment Saturday night Ukrainians were on top and in control. But standing there in the safety of Hamburg after his performance, the great Klitschko clearly knew that while one battle had been won, tougher ones outside the ring awaited.