MAX BECKMANN. DIE STILLLEBEN

Beckmann12

Max Beckmann (1884-1950), Stillleben mit Cello und Bassgeige, 1950, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden,Smithsonian Institution, Washington, DC, Gift of the Joseph H. Hirshhorn Foundation, 1966, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Max Beckmann war ein Ausnahmekünstler und Einzelgänger, der in seinem Leben viele schreckliche äußere und innere Erfahrungen verarbeiten musste. Weil er sich im Ersten Weltkrieg weigerte auf Franzosen oder Russen zu schießen, wurde er  Sanitätshelfer an der Front bis er einen schweren psychischen Zusammenbruch erlitt. Unter den Nazis galt seine Kunst als entartet und er ging nach Amsterdam ins Exil und zog nach dem Zweiten Weltkrieg nach New York. In diesem Jahr wird mit verschiedenen Ausstellungen seines 130. Geburtstages gedacht. Das Max Beckmann Archiv hat dafür eine virtuelle Sonderausstelllung bereitgestellt. Die Hamburger Kunsthalle zeigt ab 4. September in einer Ausstellung die faszinierenden Stillleben Max Beckmanns. Für die Ausstellung wurden rund 70, zum Teil sehr selten gezeigte Bilder aus der ganzen Welt zusammengetragen. Das hat es in dieser Form bisher weder in Deutschland noch im Ausland gegeben. Die kraftvollen Werke geben einen eindrucksvollen Einblick in Beckmanns Oeuvre mit in seiner ganzen Vielschichtigkeit und stilistischen Breite, denn er spielt darin, wie auch in seinen anderen Bildern, virtuos mit unterschiedlichen Ebenen von Wirklichkeit.

Dazu passt ein Eintrag, den er 1938 in sein Tagebuch schrieb:

Worauf es mir in meiner Arbeit vor allem ankommt, ist die Idealität, die sich hinter der scheinbaren Realität befindet. Ich suche aus der gegebenen Gegenwart die Brücke zum Unsichtbaren – ähnlich wie ein berühmter Kabbalist  es einmal gesagt hat: „Willst du das Unsichtbare fassen, dringe, so tief du kannst, ein – in das Sichtbare.“ Es handelt sich für mich immer wieder darum, die Magie der Realität zu erfassen und diese Realität in Malerei zu übersetzen. – Das Unsichtbare sichtbar machen durch die Realität. – Das mag vielleicht paradox klingen – es ist aber wirklich die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet

HAMBURGER KUNSTHALLE, 4. SEPTEMBER 2014 – 18. JANUAR 2015

Und hier ein Beitrag zur Ausstellung auf Englisch von unserem amerikanischen Gast-Blogger Ryan Gresham.

Max Beckmann’s Not So Still Life
By Ryan Gresham

 

You’re likely to spot something familiar staring at a Max Beckmann. You might, for instance, catch something like Braque’s facets slicing through one of Beckmann’s more drearily hued canvases, giving it that otherworldly look of a church’s stained glass on an overcast day. Or maybe one of Gaugin’s reclining Polynesians seems to peek out at you from behind what could be a palm frond every now and then. Beckmann even packs some of his stuff with enough writhing, elongated bodies in washed-out tones to give them that haunted feel of an El Greco, minus the juicy, religious melodrama. Despite his noted railings against peers and predecessors, Beckmann’s influences are usually tough to miss.

And then there are the famous self-portraits – nearly a hundred in all – with many sporting a dour expression as steely and businesslike as those found in commissioned oil paintings of turn-of-the-century American corporate magnates – a no-nonsense aesthetic that, in fact, the anti-romantic Neue Sachlichkeit movement (which Beckmann was grudgingly linked to) paid homage to.

Which brings us to Beckmann’s still lifes. What about them? Are they just derivative takes on that most fruitful of artistic staples? Do they warrant the wattage of a full exhibition? The Hamburger Kunsthalle has kindly trotted out a nice selection to help you make up your mind. And while many pieces might not, upon first perusal, seem to offer the same aesthetic intrigues as Beckmann’s other work: Keep looking.

In any potent still life, dull objects yield a hidden, animated existence under the artist’s careful examination. And in Beckmann’s case, this gaze (yes: cast upon fruit, fish, and pipes, among the usual suspects) routinely unearths that special brand of cataclysmic turbulence big in the West near the opening of the 20th century. It’s as if, traumatized by an apocalyptic cynicism – born of witnessing two world wars and the crumbling of the Weimar Republic; being branded a “degenerate artist” by Hitler; fleeing first Germany for The Netherlands and later Europe for America – Beckmann flipped on its head the favorite form of his beloved Cezanne by sandblasting it free of any romantic veneer – ditching any hint of a calming, ethereal sfumato – and rendered his subjects as if under the harsh glare of a military spotlight. Life, sure; but “still” is certainly the wrong word for these.

You’ll spot a lot looking at any Max Beckmann. And if you stare well enough at some of his still lifes, you’ll find more than just a bloodless homage to the form: You’ll catch plenty of the jaded artist himself, as well as his scary time and place – and probably more than a bit of yourself.

Beckmann6

Max Beckmann. The Still Lifes
Hamburger Kunsthalle
5 September 2014 – 18 January 2015

 

 

Die schöpferische Kraft der Ganzheit

4.9.2011
„Anima und Animus“ von Sherin. 40 x 50 cm, Tinte auf Papier.

Das archetypisch Weibliche und Männliche in Frau und Mann bezeichnet der Psychologe C.G. Jung mit den Begriffen Anima und Animus. Doch die Idee, dass der Mensch in seiner Vollkommenheit ursprünglich männlich und weiblich war, hat eine lange Tradition. Es erzählt die Mähr, dass diese androgynen Wesen intelligent, kraftvoll und schön waren. Aus Angst vor der Macht dieser Kreaturen, haben die Götter ihre Eigenschaften auf die Frau und den Mann verteilt. Seither versuchen die Geschlechter, diese Ganzheit wieder zu finden, die ihnen das Gefühl von Vollkommenheit, Bewusstsein ihrer Potenz und Glück beschert.

Auf den Weg zur Selbsterkenntnis ist die Auseinandersetzung mit den weiblichen und männlichen Anteilen in uns ein wichtiger Schritt. In der öffentlichen Diskussion über die Eigenschaften von Mann und Frau vermischen sich oft geschlechterspezifische Merkmale und Fähigkeiten, die sich in Laufe der gesellschaftlichen Entwicklung manifestiert haben. Während in früheren Generationen die Geschlechterrollen noch genau definiert und von allgemeiner Gültigkeit waren (z.B. Dominanz des Mannes), bröckeln diese Bilder zunehmend. Umso dringlicher wird es, zu erforschen, was die eigenen weiblichen und männlichen Anteile sind? Wie definiere ich mich als Mann oder als Frau? Wie finde ich durch das Blendwerk medialer Prototypen zu meiner eigenen sexuellen Identität. Hart, sanft, mit wem? Wie ist der Sex, den wir uns wünschen? Diese Fragen können erst beantwortet werden, wenn wir uns von hergebrachten Klischees befreien, das Archetypische vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen wie der Gleichberechtigung von Mann und Frau neu entdecken. Eine wundervolle Reise zu den eigenen Bedürfnissen und sehr viel Potenzial, Sexualität als schöpferische Kraft zu entdecken. Eine persönliche Bereicherung und auch frischer Wind auf dem Tummelplatz der Liebe.

Digital Love

Sherin, „Digital Love“, 30 x 40 cm, Acryl und Tusche auf Papier

Die rasche Digitalisierung unserer Gesellschaft macht auch vor der Liebe nicht halt. Für die Digital Natives oder Generation Y, die mit den digitalen Technologien, mit Internet und Mobiltelefon aufgewachsen sind, sind digitale Beziehungen ein Standard. 89 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind regelmäßig im Social Web. Aber auch für die Digital Immigrants, die erst als Erwachsener mit den digitalen Medien in Berührung gekommen sind, ist Beziehungsaufbau und –pflege über das Internet mehr und mehr zur täglichen Gewohnheit oder gar zu einem festen Bestandteil ihres sozialen Netzwerkes geworden.

Wie sich unsere Art zu lieben im digitalen Zeitalter verändert hat, ist ein weiter Diskurs, den ich nur kurz ankratzen möchte. Bei der Idee zu meiner Arbeit „Digital Love“ haben mich die Anmerkungen von Matthias Horx in seinem Buch „Wie wir leben werden“ über die Renaissance der romantischen Liebe begleitet. „Der Handel mit dem Versprechen (Ich bin dein Erlöser) ersetzt die alten genetischen oder finanziellen Angebote. Romantik ist das Selektionsmerkmal der Erlebniskultur, Aussteuer und Währung der individualistischen Partnerwelt“, so Horx. Das Internet ist ein perfektes Vehikel, einen Teil oder gar die ganze Liebesbeziehung zu virtualisieren, aus dem realen Leben und seinen Unwegen bis auf den gewünschten Grad auszugrenzen und somit genügend Freiräume für die Idealisierung, für eine Fernverherrlichung der Geliebten/des Geliebten sicher zu stellen. Dabei muss diese, im Liebesrausch verharrende, romantische Online Beziehung nicht auf tiefe Gefühle verzichten. Im Gegenteil. Wie wundervoll nährt sich jenes Flämmchen der Liebe an Worten und Bildern, die wohl ausgewählt und sehnsüchtig erwartet werden. Eine verführerische Variante der traditionellen Liebesbeziehung, die nach Liebe Suchende nicht selten eine Ernüchterung beschert. In „Digital Love“ konzentrierte ich mich auf den Moment der elektrisierenden Begierde, die Worte oder Bilder von/des Geliebten auslösen. Diese Romantik entspringt der eigenen Gedankenwelt, ist ein Konstrukt von Vorstellungen und Idealen – eben eine virtuelle Liebe, die die Protagonisten dieser Inszenierung „wahre“ Gefühle entwickeln lässt.

 

Hamburg im Sommer: Kulturtipps für die beste Zeit, die Stadt zu genießen (No. II)

Hilda Vergara (15 Jahre), o.T., Philippinen/Tacloban/Barangay San Jose 2013

Hilda Vergara (15 Jahre), o.T., Philippinen/Tacloban/Barangay San Jose 2013

So langsam verabschieden sich die meisten Hamburger in die Ferien. Die Stadt leert sich sichtbar. Die beste Zeit, den summer in the city entspannt zu genießen. Der Galerist Georg Molitoris empfiehlt einen Besuch der Outdoor-Ausstellung DIE KINDER VON TACLOBAN
 − 100 KAMERAS FÜR 100 KINDER, die auf dem Deichtorhallen-Platz zu sehen ist.

Herr Molitoris, warum empfehlen Sie einen Besuch der Ausstellung DIE KINDER VON TACLOBAN?

In der Outdoor-Ausstellung »Die Kinder von Tacloban – 100 Kameras für 100 Kinder« werden Bilder von Kinder und Jugendlichen aus dem philippinischen Ort Tacloban präsentiert, die ihre Eindrücke vom Leben nach dem verheerenden Taifun »Haiyan« festhielten“. Der ARD-Fernsehkorrespondent Philipp Abresch berichtet vom ersten Tag an über die Sturm-Katastrophe in Tacloban. Mit einem Experiment, er verteilt 100 Einwegkameras an Kinder und Jugendliche, sollen die jungen Fotografen festhalten, was ihnen nach dieser Katastrophe wichtig ist und was sie gerne anderen Menschen zeigen möchten. Die Bilder der Kinder und Jugendlichen haben eine ganz eigene, anziehende Ästhetik. Sie sind teils verwackelt, ungelenk, amateurhaft. Denn viele der jungen Fotografen haben noch nie in ihrem Leben eine Kamera in den Händen gehalten. Sie probieren und experimentieren – begeistert von der Idee, etwas Bleibendes zu schaffen. Unendlich stolz, sich mitzuteilen und gehört zu werden. Ein sehenswerte Ausstellung. Und dann noch outdoor.

Und mit welchem Programm eröffnet Ihre Galerie nach der Sommerpause?

Die georgmolitoris galerie ist zur Zeit auf der Suche nach neuen Standorten, im Raum Hamburg und überregional.
Die Künstlerin Veronica Green, Neuseeland, erarbeitet mit mir ein Projekt für ein dreimonatiges Residenzstipendien für ausländische Künstlerinnen und Künstler, ausgeschrieben von der Kulturbehörde, in der Ateliergemeinschaft Achterhaus in Hamburg – Bahrenfeld für den Zeitraum 1. Januar bis 31. März 2015. Die Projektentwicklung wird dann im September/Oktober 2014 präsentiert!

DIE KINDER VON TACLOBAN
 − 100 KAMERAS FÜR 100 KINDER. Outdoor-Ausstellung auf dem Deichtorhallen-Platz, noch bis 31. August 2014

Tacloban_JOA_8502

Kinder aus der Region Tacloban/Philippinen mit ihren Einwegkameras aus dem Projekt »Die Kinder von Tacloban – 100 Kameras für 100 Kinder«, 2013. (Foto Johannes Anders)

Hamburg im Sommer: Kulturtipps für die beste Zeit, die Stadt zu genießen (No. I)

20140627_Paradise_2-2

„A PARADISE BUILT IN HELL“, Ausstellungsansicht (Foto Fred Dott)

So langsam verabschieden sich die meisten Hamburger in die Ferien. Die Stadt leert sich sichtbar. Die beste Zeit, den summer in the city entspannt zu genießen. Die Galeristin Nanna Preußners empfiehlt einen Besuch in der aktuellen Ausstellung A PARADISE BUILT IN HELL, die noch bis zum 7. September im Kunstverein zu sehen ist.

Frau Preußners, warum empfehlen Sie einen Besuch der Ausstellung A PARADISE BUILT IN HELL?

Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Konzept einer diskursiven Vermittlung filmkünstlerischer Arbeiten. Bettina Steinbrügge, die neue Direktorin des Kunstvereins, ist eine neugierige Frau, die das Geschehen, die Energie der Gegenwart in Kunst und Gesellschaft zu verstehen versucht und den Ausstellungsort als Experimentierfeld versteht. In der eigens für diese Ausstellung konzipierten Architektur werden im Laufe des Sommers über 70 Filme im 16mm-Format gezeigt. Täglich um 18 Uhr wird ein neuer Film gezeigt, beispielsweise am 12.7. STATE LEGISLATURE von Frederick Wiseman, oder am 13.7. IN DIE ERDE GEBAUT von Ute Aurand. Erstaunlich sind Fülle und inhaltliche Tiefe im Umgang mit dieser analogen Filmtechnik in der heutigen Filmproduktion. Als Besucher haben wir die Möglichkeit nach jeder Filmvorführung mit den jeweiligen KünstlerInnen, FilmemacherInnen und TheoretikerInnen zu diskutieren, die über Skype zugeschaltet werden. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes!

Und mit welchem Programm eröffnet Ihre Galerie nach der Sommerpause?

Damit das Sommerloch nicht zu langweilig wird, zeige ich vom 12. bis 30. August in der Ausstellung WHITE SENSATION ausschließlich weiße Arbeiten meiner drei Galeriekünstler Joe Barnes, Mats Bergquist und Angela Glajcar. Das zentrale Thema der Ausstellung ist es, die unbunte Farbe Weiß in vielen ihrer möglichen Schattierungen, farbigen Nuancen und lichtbedingten Veränderungen als eine Möglichkeit der Kunst in ihren Grundbegriffen zu erleben. Am 22. August öffnen wir drei Galeristinnen im Galeriehaus Klosterwall 13 unsere Türen für ein Sommerfest, zu dem Sie herzlich eingeladen sind! Und am 12. September starten wir gemeinsam mit weiteren Galerien im Kontorhausviertel in die Herbstsaison. Ich zeige erstmalig in einer Einzelausstellung Werke des Bildhauers Jo Schöpfer. Darauf freue ich mich schon sehr!

A PARADISE BUILT IN HELL, noch bis 7. September im Kunstverein, Klosterwall 23 (1. Stock), Di bis So 12 bis 18 Uhr

Ai Weiwei – Evidence

Kopie von mgb14_p_ai_weiwei_portrait_2012_c_gao_yuan

Portrait Ai Weiwei, 2012, © Gao Yuan

Trotz aller unfassbaren Anfeindungen in seinem Land hat sich Ai Weiwei entschlossen, seine weltweit größte Einzelausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin durchzuführen. Auf 3000 qm in 18 Räumen und im spektakulären Lichthof zeigt er Werke und Installationen, die eigens für den Martin-Gropius-Bau entstanden oder noch nie in Deutschland gezeigt wurden.

„Evidence“ nennt er seine Ausstellung, nach jenem Wort, welches uns aus amerikanischen Krimiserien bekannt ist: der Beweis, möglichst gerichtsfest. Es ist eine politische Ausstellung, die Ai Weiwei für Berlin in seinem einfachen und schönen Studio am dörflichen Stadtrand von Peking entwarf.

Ai WeiWei ist Künstler, Architekt und Politiker. Kaum eines seiner Werke kommt ohne versteckte Anspielungen aus, sei es auf die binnenchinesischen Verhältnisse, sei es auf ads große Thema „China und der Westen“. Man muss die historischen und politischen, oft ironischen Botschaften in seinen Werken lesen, die er gleichsam wie eine Flaschenpost in die Welt schickt.

Die Ausstellung Ai Weiwei – Evidence im Berliner Martin-Gropius-Bau ist ein großer Erfolg: Grund für die Ausstellungsmacher die Schau um eine Woche zu verlängern. Sie ist nun noch bis zum 13. Juli zu sehen. Nichts wie hin.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin

Kopie von mgb14_p_ai_weiwei_02_stools

Stools (Hocker), 2014 6000 hölzerne Hocker aus der Qing Dynastie (1644-1911), unterschiedliche Größen © Ai Weiwei

Bildhauerklasse von Ayşe Erkmen zu Gast in Hamburg

Noch wird für die Eröffnung am 7. Juli, 19:00 Uhr aufgebaut

Noch wird für die Eröffnung am 3. Juli, 19:00 Uhr aufgebaut

Am Donnerstag, den 3. Juli um 19:00 Uhr (Achtung: spielfreier Tag!) eröffnet die Ausstellung „Diamonds & Pearls“ und 22 Studentinnen und Studenten der Bildhauerklasse von Ayşe Erkmen (Professorin an der Kunstakademie Münster, Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Biennale di Venezia-Teilnehmerin) haben mit dem Aufbau ihrer Arbeiten begonnen. Es wird ausgepackt, genagelt, angeschraubt, gemalt, genäht, geklebt, getackert und aufgehängt.

Was für ein Auftrieb und die künstlerische Energie ist überall spürbar. Eingeladen wurde die Klasse von der Galeristin Evelyn Drewes, die damit ihre großzügigen Räume gegenüber vom Chile-Haus für die jungen Künstlerinnen und Künstler öffnet. Ein Experiment, denn liegt der Programmschwerpunkt der Galerie sonst eher bei Einzelaustellungen mit Künstlern der zeitgenössischen Malerei, werden nun in einer großen Gemeinschaftsausstellung skulpturale Arbeiten gezeigt.

Installation von Stephanie Regenbrecht

Installation von Stephanie Regenbrecht

Dies ist für die Studentinnen und Studenten eine großartige Gelegenheit, „Ausstellungserfahrung“ zu sammeln und für die Besucher ist es die Möglichkeit, Einblick in die Qualität und Vielfalt noch ganz junger Kunst zu bekommen.

„Die Klasse von Ayşe Erkmen fällt mir schon seit Jahren auf“, so Evelyn Drewes. „Bei jedem Rundgang an der Kunstakademie Münster überzeugen sie mit ihren reifen Einzelarbeiten einerseits und der gelungen Gesamtdarstellung andererseits.“

Relief "TRaum 1" von Sun-Hwa Lee

Relief „TRaum 1“ von Sun-Hwa Lee

Zu sehen gibt es das gesamte Spektrum rund um Skulpturen, Raum- und Wand-Installationen, Reliefs und das Ganze unter Verwendung der unterschiedlichsten Materialien und Techniken. Dazu kommt auch noch Sound. Die Künstler sollen genannt werden, auch wenn es 22 sind. Daher: Nicht verpassen wie Melanie Bisping, Stephanie Gudra, Jiwon Han, Jonas Hohnke, Anselm Kotschi, Jaroslaw Kudla, Sun-Hwa Lee, Esther Mittermeier, Yoora Park, Nadia Pereira Benavente, David Rauer, Stephanie Regenbrecht, Kachina Schanz, Alexandra Searle, Denis Shankey-Smith, Ji Young Son, Jihun Song, Anne Staab, Dino Steinhof,

Skulptur von Nadia Pereira Benavente

Skulptur von Nadia Pereira Benavente

Samuel Treindl, Birgit Wichern und Sophie Wilberg-Laursen den Titelsong des Anfang der 1990er-Jahre erschienenen Prince-Albums „Diamonds & Pearls“ als Gäste in Hamburg interpretieren und bis zum 15. August die Evelyn Drewes Galerie rocken!

 

 

Diamonds & Pearls“ in der Evelyn Drewes Galerie, Burchardstr. 14, Eröffnung 3. Juli um 19:00 Uhr, zu sehen bis 15. August

Wandinstallation von Dino Steinhof

Wandinstallation von Dino Steinhof

 

Art Brut in Hamburg

Die Galerie der Schlumper

Ausstellungseröffnung in der Galerie der Schlumper

Die Hamburger Künstlergruppe „Die Schlumper“ hat eine neue eigene Galerie eröffnet. In der Eröffnungsausstellung „Blick zurück nach vorn“ werden sowohl die beeindruckenden Werke von jungen Künstlern wie Rohullah Kazimi als auch von Gründungsmitgliedern wie Werner Vogt und Klara Zwick gezeigt. Die Galerie liegt in der Marktstraße im Karoviertel, ganz in der Nähe des großzügigen Ateliers Der Schlumper, das sich in der alten Rinderschlachthalle befindet.

Die Gruppe wurde 1984 von dem Hamburger Künstler und Kunstdozenten Ralf Laute zusammen mit Menschen mit geistigen Behinderungen gegründet. Ihr Name wurde von der Lage des erstendes ersten Ateliers inspiriert, das am Schlump lag. Heute wird die lebhafte Ateliergemeinschaft von Anna Pongs-Laute mit großem Engagement geleitet.

Die ausdrucksstarken und künstlerisch wertvollen Werke der bekannten Gruppen finden weltweit Beachtung. Die autodidaktische Kunst von Menschen mit geistigen Behinderungen wird auch als Art Brut oder Outsider Art bezeichnet und von vielen Anhängern und Sammlern hoch dotiert.

GALERIE DER SCHLUMPER
Marktstr. 131, 20357 Hamburg
Tel: 040-43092198