Hamburgs Kontorhäuser

Fotos: Michael Pasdzior

Hamburgs Kontorhäuser gehören seit 2015 zum UNESCO-Welterbe und sind längst zum Wahrzeichen der Hansestadt geworden. In ihrer Entstehungszeit waren sie vor allem Symbol einer sich dynamisch entwickelnden Metropole. Das Kontorhaus mit all seinen spezifischen architektonischen Facetten, Formen und Besonderheiten spiegelt die Ingenieurkunst und die Bauästhetik dieser Epoche wider.

Verhaltene Eleganz und zurückhaltender Luxus – Charakteristika hanseatischer Kaufleute – zeigen insbesondere die Interieurs der Häuser. Die einzigartigen Treppenhäuser, Eingangshallen und Foyers, die besondere Gestaltung von Stufen und Geländern ziehen Jahr für Jahr Scharen Architekturbegeisterter und Touristen an.

Treppenhaus im Hirschfeld Haus am Neuen Wall 19 im Stadtteil Neustadt, staircase in Hirschfeld House at Neuer Wall 19 in the city-district Neustadt

Eingangshalle im Hapag Lloyd Gebaeude, entrance lobby in Hapag Lloyd builidng

Die vielen Komponenten im Inneren, aber auch die Fassaden der Bürohäuser hat der Hamburger Fotograf Michael Pasdzior in beeindruckenden Bildern in dem schönen Bildband Welterbe  Kontorhäuser  dokumentiert. Der ganze künstlerische Zauber der Kontorhäuser wird mit Hilfe der exakt recherchierten Texte von Autor Bernd Allenstein verständlich. Sie erzählen von der Baugeschichte, vom Charakter der städtischen Umgebung, in denen die Häuser stehen und erinnern aber auch an längst vergessen geglaubte Geschichten.

Die Auswahl der Kontorhäuser bietet dem Leser einen spannenden Einblick in die Entwicklung des Hamburger Kontorhauses von der Jahrhundertwende bis zum Zweiten Weltkrieg und liefert nicht nur Architekturbegeisterten Wissenswertes, sondern lässt auch Hamburg-Kenner Besonderheiten und bisher Unbekanntes entdecken.

 

Das Dienstagram | 21. Juli 2015

#hamburg #stgeorg

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Heute: Hamburgs erste gleichgeschlechtliche Ampeln in St.Georg. Foto von Maximilian Buddenbohm, der auch das lesenswerte und beliebte Blog Herzdamegeschichten führt, Bücher und Kolumnen in gedruckten Zeitungen schreibt. Ein Tausendsassa! Mit Dank für die freundliche Genehmigung!

Jeden Dienstag ein Instagram von Cem und Freunden: Das Dienstagram.

EXIL. Photographien von Antoine Wagner

Fotos: Antoine Wagner

Photographien von Antoine Wagner Der in New York lebende Photograph und Regisseur Antoine Wagner bittet uns zu einer sehr persönlichen Reise durch Zeit und Raum. In seiner Hamburger Ausstellung kombiniert er Lichtboxenfotos, Videos und großformatige analoge Vintage Prints von Schweizer Berglandschaften – einst eine Quelle der Zuflucht und der Inspiration für den 1848 in die Schweiz geflohenen genialen Komponisten und leidenschaftlich engagierten Revolutionär Richard Wagner – mit Photographien von heutigen exilierten Musikern in Deutschland. In jedem Migranten steckt ein förderungswürdiges Potential, lautet die Botschaft, die der geniale, aber widersprüchliche Richard Wagner auch heute noch vermittelt.

 

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EXIL. PHOTOGRAPHIEN VON ANTOINE WAGNER, So 10. Mai bis So 4. Oktober 2015
Museum für Völkerkunde Hamburg, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg

 

Jon und Alex

Jon und Alex. Das sind diese beiden jungen Männer auf dem Photo. Ein Liebespaar, das einen zärtlichen Moment teilt. Aufgenommen in Alex‘ Wohnung in St. Petersburg in Russland – einem Land, in dem der Preis für schwule Liebe oft Ablehnung, Diskrimierung, Bestrafung und Gewalt ist.

Das Bild stammt vom dänischen Photographen Mads Nissen und ist das World Press Photo des Jahres. Die gesamte Ausstellung „World Press Photo“ ist, wie jedes Jahr, für einen Monat im Foyer von Gruner + Jahr zu bewundern. Sie hat gestern eröffnet. Mehr.

Gute Aussichten

Stefanie Schröder: Ein Bild abgeben, 2014. © Stefanie Schröder

Nur weil‘s jeder macht, heißt das nicht, dass es jeder auch gut kann: Die ausgestellten Arbeiten bei „Gute Aussichten“ demonstrieren die Kraft, die nach wie vor in der Fotografie steckt, wenn sie mit Haltung und Neugier, Detailversessenheit und Geschichtsbewusstsein betrieben wird. Der Alltag ist in den Bildern mal zum Greifen nah, dann sehr weit weg, die abgelichteten Szenen erzählen dem Betrachter große und kleine Geschichten. Die Jury wählte im elften Jahr des renommierten Wettbewerbs acht Preisträger aus, eingereicht wurden 115 Arbeiten aus ganz Deutschland. Unter den Gewinnern ist Jannis Schulzes fotografischer Reisebericht „Quisqueya“ von einer geteilten Insel, die halb zu Haiti, halb zur Dominikanischen Republik gehört. In ihrer Serie „Ein Bild abgeben“ dokumentiert Stefanie Schroeder die Jobs, die sie neben ihrem Kunststudium ausgeübt hat, beklemmend und komisch (Die diesjährige Ausstellung der Preisträger umfasst über 300 Motive, zwei Videoprojektionen und drei Künstlerbücher. Wer wissen will, wo die junge Fotografie in Deutschland derzeit steht, der wird in den Deichtorhallen auf den aktuellen Stand gebracht.

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Jannis Schulze, Quisqueya, 2013/14. © Jannis Schulze
GUTE AUSSICHTEN − JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE
noch bis zum 8. MÄRZ 2015 IM HAUS DER PHOTOGRAPHIE

 

Augen auf! Meisterwerke der Fotografie

Foto: 1995  Jeff Mermelstein -Sidewalk

Oskar Barnack, Entwicklungschef bei Leitz in Wetzlar, entwickelte in seiner Freizeit in den Jahren 1913/1914 die erste Kleinbild-Fotokamera. Wegen des ersten Weltkriegs kam sie allerdings erst 1925 auf den Markt und leitete einen Paradigmenwechsel in der Fotografie ein. Plötzlich konnten nicht nur Fotografen mit großen, schweren Plattenkameras, sondern auch Amateure und Quereinsteiger professionelle Bilder schießen. Die Leica eröffnete einen ganz neuen dynamischeren Blick auf die Welt und löste eine visuelle Revolution in der Fotografie aus. Weltberühmte Ikonen der Fotografie, wie Henri Cartier-Bresson und Robert Capa nahmen damit Bilder auf, die sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen geprägt haben. Im Haus der Photographie werden ab kommenden Freitag unter dem Titel „Augen auf! 100 Jahre Leica Fotografie“ rund 550 Aufnahmen von mehr als 14o Künstlern gezeigt, darunter auch beeindruckende Werke von Oskar Barnack.

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1920 Oskar Barnack, Flut in Wetzlar

Augen auf! 100 Jahre Leica, Deichtorhallen, Hamburg

Vier Schwestern, 40 Jahre: So schön sind die Spuren des Lebens

Nicholas Nixon, 1975

Nicholas Nixon, 1975, New Canaan, Connecticut

Eines Tages, es ist fast 40 Jahre her, fragte der amerikanische Fotograf Nicholas Nixon seine Frau, ob er sie und ihre drei Schwestern fotografieren dürfe. Er durfte, und daraus entstand ein Projekt, das ihn ein Leben lang begleitete. Jedes Jahr fotografierte er die Schwestern seitdem, 40 Bilder. Immer in der selben Reihenfolge stehen sie und schauen mit dem gleichenpräsenten Blick ins Bild. Es ist, als  schauten sie einen direkt an: Hallo, hier sind wir, Heather, Mimi, Bebe und Laurie. Bebe, die Zweite von rechts, ist die Frau des Fotografen. 40 Bilder: Es ist faszinierend, die Entwicklung dieser Gesichter zu sehen, in den ersten Jahren verändern sie  sich kaum, nur langsam weicht der Schmelz; man schaut zu, wie  das Leben sich eingräbt, und dann kommen die Spuren des Alters plötzlich ganz schnell, wie im Zeitraffer. Was beeindruckt, über all die Jahre, ist die Schönheit dieser Frauen, die Klarheit und Intensität ihres Blicks. Und die Verbindung, die aus jedem Foto spricht: Wie sie dastehen, sich beiläufig anfassen, das zeugt von einer lebenslangen Intimität, die neidisch macht. Aber wer sagt, dass es wirklich so ist. Was ihnen im Leben widerfahren ist, ob sie geliebt, gelitten, ihr Glück gefunden haben, darüber sagen die Fotografien  nichts. Und auch ihre wahren Gefühle zueinander – da halten die vier Schwestern dicht.

Im November stellt Nixon seine Serie im MoMa in New York aus (liebe Hamburger, gerade im November lohnt sich ein Trip nach NY…)

Diese beiden Fotos stammen von der Website des New York Times Magazine www.nytimes.com. Alle 40 sind hier zu sehen, inklusive der  letzten Aufnahme, die Nicholas Nixon zum ersten Mal präsentiert.

Nicholas NIxon, 2014

Nicholas Nixon, 2014, Wellfleet, Massachussets

Die Vergänglichkeit Venedigs

Venedig – Stadt am Wasser © Oliver Jockers

Melancholisch, morbide und mondän, Venedig ist eine Stadt faszinierender Gegensätze. Der Hamburger Fotograf Oliver Jockers hat in seinen schwarzweiß Fotografien die Serenissima von San Marco ohne Klischees portraitiert. Die Ausstellung „Venedig – Stadt im Wasser“ wird  passend in den Luken 1 und 2 des Museumsfrachters Cap San Diego gezeigt.

Cap San Diego, Überseebrücke, 20459 Hamburg http://www.capsandiego.de