Eine Perle im Portugiesen-Viertel

In Hamburgs Portugiesen-Viertel reiht sich ein Restaurant ans andere und die meisten haben sich auf den großen Strom von Touristen eingestellt, die dort schnell und günstig essen wollen. Darunter leidet manchmal die Qualität.

Eine Ausnahme macht da das NAU. Ein kleines, unauffälliges Restaurant, das zu den besten Adressen in dem belebten Viertel gehört. Portugiesisches Essen gibt es auch hier, allerdings ist das Ambiente eher schlichter und eleganter, statt bunt-rustikal wie bei vielen Nachbarrestaurants. An den Wänden hängen hier Werke von befreundeten Künstlern, statt kitschige Fischer-Folklore. Die traditionelle Küche wird hier raffiniert abgewandelt, dazu gibt es ausgesuchte portugiesische Weine. Saúde!

 NAU, Ditmar-Koel-Str. 13, Hamburg

Mit dem Korb auf den Kiez: Der St. Pauli Nachtmarkt

Foto: Röer

Mit dem Einkaufskorb auf den Kiez und nachts noch frisches Gemüse, Käse oder Fleisch erstehen und danach noch ein Bier trinken: Das geht wirklich nur auf der Reeperbahn. Hier können auch gestresste Berufstätige ganz entspannt ihren Wocheneinkauf erledigen oder Spätaufsteher und Szenegänger sich für die Nacht stärken .

Jeden Mittwoch bieten gut gelaunte Marktfrauen und –männer auf dem Spielbudenplatz in St Pauli von 16.00 h bis 22.00 h Spezialitäten aus der Region und leckere Snacks zu fairen Preisen an. Außerdem gehört zum bunten Markt auch noch ein Biergarten und eine Bühne. Das ganze hat Tradition: Schon vor über 200 Jahren errichteten hier Straßenkünstler und Gaukler hier ihre hölzernen Spielbuden, daher auch der Name. In der Adventszeit findet hier übrigens ein wunderbarer Kiez-Weihnachtsmarkt statt. Dann berichten wir mehr.

St. Pauli Nachtmarkt, Spielbudenplatz, Hamburg; jeden Mittwoch von 16.00 h bis 22.00 h (im Sommer sogar bis 23.00 h)

 

Elbgold

Das Elbgold duftet verführerisch, besonders wenn es gerade frisch geröstet worden ist; denn es handelt sich nämlich bei diesem Schatz um besonders erlesene Kaffeebohnen. Die Betreiber des Cafés Elbgold kaufen im fairen Direkthandel feinsten Arabica aus den besten und nachhaltigsten Anbaugebieten der Welt. Meistens finden sie diese bei kleinen Kaffeebauern und Kooperativen und rösten sie dann im Hamburg selber. Dazu servieren sie Ciabattas, Baguettes oder Bagels, Fruchttörtchen, Käsekuchen und Tarts.

Das Café Elbgold, wo man rund 25 Sorten dieses köstlichen Kaffees kaufen und trinken kann, liegt etwas versteckt in den Schanzen-Höfen, neben der Bullerei von Tim Mälzer. Es hat einen ganz besonderen Charme, da das raue Industrie-Ambiente mit Holz und liebevollen Details viel Wärme bekommen hat.

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Eigentlich sollten die 1896 errichteten Viehmarkthallen in denen auch das Elbgold liegt, abgerissen werden. Zum Glück machte sich aber der Fleischgroßmarkt auf die Suche nach Mitinvestoren und Mietern und sanierte die baufälligen Hallen. Inzwischen ist dort ein einzigartiger Mix an Mietern ansässig und auch das Publikum ist fast so bunt gemischt, wie die Schanze selber.

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Café Elbgold,  Lagerstraße 34c, 20357 Hamburg

Café Leonar zieht wieder an seinen Stammsitz Grindelhof 59 zurück

Genau 90 Wochen nach Abriss des alten  Stammsitzes zieht das Café Leonar von seinem Provisorium am Hallerplatz/Grindelhof  wieder an seine ursprüngliche Adresse am Grindelhof 59 zurück und eröffnet am Sonntag den 5. Oktober 2014 im Neubau frisch wieder seine Türen. Der Übergangsstandort ist ab Montag den 29. September 2014 geschlossen.

Das Café Leonar ist Frühstückscafé, Mittagstisch, Nachmittagstreffpunkt, Abendrestaurant, Nachtbar und literarischer Salon in einem. Es ist sehr beliebt nicht nur im Viertel, sondern auch über Hamburgs Grenzen hinaus. Es herrscht aber immer eine entspannte Atmosphäre, wobei bekannte Gesichter, Künstler, Literaten, Schauspieler und Sänger vom Publikum großzügig nicht besonders beachtet werden… Man ist ja schließlich Hamburger und cool.

Größer und schöner im neuen Haus, aber wie gewohnt mit geschätzter, leicht orientalisch angehauchter Küche und seinem berühmten jüdischem Literatursalon am Grindel einmal im Monat jeweils an einem Sonntag. Als Stammgast der ersten Stunde des Café Leonar freue ich mich auf die Wiederöffnung am kommenden Wochenende!

Wir berichten demnächst ausführlich über den jüdischem Literatursalon am Grindel und die neuen Räumlichkeiten.

Café Leonar, Grindelhof 59, 20146 Hamburg, (ab Sonntag den 5. Oktober 2014!)

Mo-Do: 08:00 – 00:00 Uhr
Fr: 08:00 – 01:00 Uhr
Sa: 09:00 – 01:00 Uhr
So: 09:00 – 22:00 Uhr

Pastrami Lovers aufgepasst!

Wer einmal ein echtes Pastrami Reuben Sandwich in New York gegessen hat, dem wird jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich selber habe fast acht Jahre lang im Big Apple gelebt und das war mein absolutes Lieblings-Sandwich. In Brooklyn oder Williamsburg gibt es diese und andere leckere Sandwiches jetzt in der LUNCHEONETTE.

Lunchbars sind in Amerika Nachbarschafts-Treffpunkte für zufällige Begegnungen und entspannte Gespräche. Als Christopher Garrison und seine Frau Ariane nach Hamburg zogen, fehlten ihnen die köstlichen Sandwiches, die sie früher selbst in Williamsburg/Brooklyn hergestellt und verkauft haben. Mit ihren beiden Partnern Albrecht von Ruffer und Tobias Haack haben sie jetzt das Konzept über den großen Teich gebracht und ein Pendant im multikulturellen Ottensen eröffent. Die vier Betreiber sehen sich als kreatives Kollektiv. Ihr Motto: “slow food”, klassisches Gerichte mit erstklassigen Zutatetn, schnell zubereitet, kam vom ersten Tag gut an. Natürlich gibt es auch Hamburger und viele andere amerikanische Klassiker. Yummy.

 

LUNCHEONETTE Bahrenfelder Str. 175 22765 Hamburg

Landpartie: Vom Genueser Schiff ins Hessenstein

Wenn uns der Sinn nach Natur, Strand und Wellenrauschen steht, fahren wir manchmal am Wochenende ins Genueser Schiff. Der ungewöhnliche Name dieses kleinen Hotels, ist übrigens einem Gedicht von Friedrich Nietzsche entnommen. Den mochte nämlich die Gründerin dieses Hauses, Gräfin von Waldersee, besonders gerne, die 1950 am Rande des Fischerdorfes Hohwacht eine schlichtes Sommerhotel eröffnete. Inzwischen ist das romantische, reetgedeckte Haus generalsaniert und modernisiert und um das nahe dahinter gelegene „Genueser Landhaus“ erweitert worden.

Das Beste: Es liegt direkt am Meer und man kann hier lange ausschlafen, denn bis Mittags wird das Fühstück direkt an die hauseigenen Strandkörbe serviert, wenn man eine kleine Fahne hisst. Dort kann man dann gemütlich lesen, dösen oder einfach die Seele baumeln lassen. Natürlich kann man hier auch schwimmen, stundenlang am Strand spazieren gehen oder sich mal im Fliegenfischen versuchen.

Mittages kann man in das nahegelegene wunderschöne Dorf Gut Panker gefahren und dort im gemütlichen Restaurant Ole Liese essen.

Ole Liese

Abends gehen wir dann meist ins Forsthaus Hessenstein, eins meiner Lieblingsrestaunts.

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Das Restaurant hat eine wirklich exzellente Küche und wird seit 25 Jahren von Peter Marxen bewirtschaftet, der lange den legendären Jazz Club Onkel Pös Carnegie Hall betrieben hat. Daher wird auch im Hessenstein wird nachts oft klasse Musik gespielt. Keep Jazzin’ heißt dann das Motto.

Ja, das Leben ist schön.

Genueser Schiff, Seestraße 18, 24321 Hohwacht

Forsthaus Hessenstein, Gut Panker, 24321 Panker

Hamburgs chillige Gondel

Was für eine perfekte Chill-Out-Plattform! Sie liegt mitten im Wasser, hat bequeme Liegestühle, eine venezianische Gondel und wird gerne von Schwanfamilien umkreist. Zu bewundern ist dieses Idyll vom Café und Restaurant Zur Gondel IMG_4208am Osterbekkanal aus. Das ist der gastronomische Ableger der Bootsvermietung Dornheim am Kaemmererufer in Winterhude. Richtig, das ist die mit dem aufrecht stehenden Schiffsrumpf und der urigen Kajüte, in der das Geschäftliche für die Kanu-Anmietung geregelt wird.

Früher war die Gondel ein besserer Imbiss mit entsprechendem Angebot, aber das hat sich deutlich geändert. Mittlerweile bekommt man hier einen leckeren Mittagstisch zu moderaten Preisen. Auf der kleinen Karte kann man montags bis freitags zwischen sechs meist internationalen Gerichten wählen. In den 7,50 bis 9,20 Euro sind ein kleiner gemischter Salat und ein Glas Rot- oder Weißwein (oder Wasser) schon mit drin. Beim Essen sitzen wir auf einer sonnigen Terrasse mit Blick aufs Wasser – und eben auf diese Lifestyle-Plattform. Nach dem Paddeln hat die Gondel natürlich auch geöffnet und bietet eine große Abendkarte.

Restaurant Zur Gondel, Bootsvermietung Dornheim, Am Kaemmererufer 25, 22303 Hamburg, Tel.: 040 2794184

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Alle Fotos: Rainer Thide

Die Weine vom Witwenball

In den 20er Jahren unterhielt eine gewisse Elfriede in den Räumen in der Weidenallee in Eimsbüttel ein schräges Tanzlokal namens Elfriedes Witwenball, das es bis in die 80e Jahre gegeben hat. Den zweiten Teil des Namens dieser Institution haben die neuen Betreiber Julia und Axel Bode beibehalten und haben nun in diesen ehrwürdigen Räumen ihren Traum verwirklicht. Sie betreiben dort eine Weinbar mit Restaurant. Das Ganze wurde mit architektonischem Know-How von dem Restaurantplaner  Giorgio Gullotta im Art Deco Look eingerichtet

Weinliebhaber können sich über eine Auswahl von tatsächlich 150 ausgesuchten Weinen freuen, von denen mehr als 30 offen ausgeschenkt werden. Axel Bode ist geprüfter Sommelier und legt seinen Schwerpunkt auf junge, exzellente deutsche Winzer. Dazu gibt es ein kleines, sehr feines Angebot an Speisen.

Außerdem werden im Witwenball auch regelmäßig Weinproben und Vorträge gehalten und man kann die Weine dann auch gleich im Restaurant kaufen. Da das Leben ja bekanntlich zu kurz ist, um schlechten Wein zu trinken: Also, auf in den Witwenball!

Witwenball, Weidenallee 20, 20357 Hamburg

 

HEIMAT

HEIMAT heißt das Restaurant mit Bar im 25hours Hotel. Das ganze Hotel, samt Lobby und einer Etage zum Relaxen und Musikhören, ist lässig und unprätenios und ist daher tatsächlich zu einer Art Wohnzimmer für Gäste und Nachbarn geworden. Das Hotel hat Hafenambiente und  erinnert ein bisschen an ein originelles Seemannsheim .

In der Mitte des Restaurants liegen zwei Stapel mit Teppichen, auf denen man beim Essen sitzen kann, eine Reminiszenz an die Teppichhändler der Speicherstadt. Die Gerichte sind meist regionale Spezialitäten, wie friesisches Lamm. Besonders beliebt ist der Hamburger mit knusprigenPommes Frites aus der Zeitungstüte. Morgens gibt es ein reichliches Frühstück oder in der Lobby Kaffee mit Croissants und einer besonders guten Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften im mare Kiosk. Donnerstagsabends legen im Restaurant DJs auf und an der Bar gibt es natürlich den guten Hamburger Gin Sul. Na dann, Prost!

Heimat Küche Bar, Überseeallee 5 ,22297 Hamburg

 

Shukran Hanna SALIBA

Der Syrer Hanna Saliba, ein ehemaliger Seemann und Kapitän, ist einer von Hamburgs Kultgastronomen. Schon vor 30 Jahren hat er in seiner Wahlheimat Hamburg sein erstes Restaurant aufgemacht und es folgten etliche weitere, alle mit exquisiter syrischer Küche und Mazza, den unwiderstehlichen syrischen Vorspeisen, für die er auch berühmt ist. Von seinem kleiner Restaurant-Imperium ist nur noch das schöne SALIBA in den Alsterarkaden geblieben, denn Hanna ist ein Abenteurer, der das Reisen liebt und in den vergangenen Jahren hat er viele ungewöhnliche Reisen in seine alte Heimat Syrien organisiert. Dort hatte er auch ein Hotel eröffnet das aufgrund des Krieges aber leider wieder geschlossen werden musste. Aber auch andere Reisen in den Orient hat er begleitet und kulinarisch bereichert, zuletzt auf einen großen Kreuzfahrtschiff. Hanna ist nicht nur ein begnadeter Gastronom, sondern auch ein guter Geschichtenerzähler. In seinem Restaurant SALIBA in der Alsterarkaden kocht er oft noch selbst und kreiiert köstliche Gerichte mit Zutaten und Gewürzen aus arabischen Ländern. Die Rezepte hat er in einem kunstvoll gestalteten Buch MAZZA veröffentlicht für das der Hamburger Hans Hansen die Fotos gemacht hat. Seine Abenteuer auf hoher See kann man in dem Buch WELLENBRECHER nachlesen. Aber nicht nur Hanna ist Autor, sondern  auch sein Sohn Ilyas Saliba. Er ist Doktorand am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und schreibt unter anderem auch für DIE ZEIT und auf einem eigenen Blog über Demokratie und politische Themen in den Arabischen Staaten.

Saliba Kochbuch

SALIBA, Alsterarkaden, Neuer Wall 13, 20354 Hamburg