ALICE NEEL in den Deichtorhallen

von 21. Oktober 2017 0 Permalink 12
Porträt von Jackie Curtis und Ritta Redd

Alice Neel, eine der bedeutendsten amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts, war Zeugin einer Welt im Wandel, die sie in ihren ausdrucksstarken, psychologisch tiefgründigen Bildern festgehalten hat. Mit ihrem einfühlsamen Blick und virtuosen malerischen Können dringt Neel zum Kern der Person vor.

Alice Neel with lots of Paintings, 1940

In ihrem Frühwerk zeigt sich die Verbindung zum deutschen Expressionismus und zur Neuen Sachlichkeit, während ihr Spätwerk sie zur einflussreichsten Porträtistin der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts macht.

 

Ergänzt durch Stillleben und Stadtansichten zeigt die Ausstellung erstmals in Deutschland einen umfassenden Überblick über das Schaffen dieser Ausnahmekünstlerin. Ihr Hauptwerk entstand in ihrer New Yorker Nachbarschaft, in Greenwich Village, Spanish Harlem und schließlich an der Upper West Side.

Alice Neel hat zahlreiche Mitglieder der Kulturszene New Yorks gemalt, unter anderem den Pop-Art-Künstler Andy Warhol, der dieses Bildnis als das beste von ihm je geschaffene bezeichnete. Darüber hinaus porträtierte sie Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn oder zufällige Bekanntschaften. Neels Aufmerksamkeit galt aber gleichermaßen den Unterprivilegierten, den Armen und Diskriminierten.

Sie führte ein äußerst bewegtes Leben als alleinerziehende Mutter und Mitglied der New Yorker Künstlerszene, – sie engagierte sich Zeit ihres Lebens politisch, sympathisierte mit dem Kommunismus und wurde zum Symbol der Frauenrechtsbewegung.

Mit einem besonderen Feingefühl gelang es ihr immer, den Zeitgeist einer Epoche einzufangen. Das Porträt von Jackie Curtis und Ritta Redd – eines ihrer bekanntesten – fängt in einzigartiger Weise das freie Leben der Mitglieder von Andy Warhols Factory ein.

Die Ausstellung in den Deichtorhallen zeigt frühe Arbeiten aus dem Jahr bis hin zu Werken aus dem Todesjahr der Künstlerin.

Unsere Gastbloggerin Irene Mantel hat sich in New York die Ausstellung mit Arbeiten von Alice Neel in der Gallery David Zwirner angesehen. 

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Stille! Annette Meincke-Nagy & Marc Bronner

Stille! lautet der Titel der Ausstellung mit Werken der in Hamburg lebenden Künstler Annette Meincke-Nagy und Marc Brönner. Die Vernissage in der HOLTHOFF-MOKROSS Galerie war rappelvoll und viele Besucher begeistert von den neuen Werken.

In unserer reizüberfluteten Welt sehnen wir uns ja oft nach Stille und sowohl die Figuren von Annette Meincke-Nagy, als auch die Personen in den Bildern von Marc Bronner, halten inne, schweigen und sinnieren. Die Pappmaché-Büsten der Hamburger Künstlerin wirken ein wenig wie aus der Zeit gefallene Tagträumer, die durch ihre Unaufdringlichkeit und Introvertiertheit und ihre schlichte, schweigende Ästhetik besonders reizvoll wirken.

Interessant ist die Ausstellung auch durch die Kombination mit den neuen Gemälden von Marc Bronner. Die kleinformatigen Öl-Arbeiten greifen den Fotorealismus der 70er Jahre auf. Auch die von ihm dargestellten melancholischen Personen scheinen in Stille erstarrt und die nostalgischen Kulissen, die an alte deutsche Krimiserien erinnern, lassen uns fragen, was sie wohl zu verschweigen haben.

Marc Bronner

Seine typischen Bilder entstehen in einem zeitaufwendigen von minuziöser Präzision geprägten Malprozess die seine Werke sowohl real als auch irreal erscheinen lassen.

Stille – Annette Meincke-Nagy & Marc Bronner in der HOLTHOFF-MOKROSS Galerie – Fischers Allee 70
22763 Hamburg

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. November 2017

GENIUS LOCI – Vom (guten) Geist des Raumes

Copyright Ole Terslose, Genius Loci, Airbrushed 3-D-Print,

91 x 81 x 160 cm, 2017

 

GENIUS LOCI – Vom (guten) Geist des Raumes.

Kunst und Design aus Dänemark: 10. September – 15. Oktober 2017

Vernissage am Sonntag, 10. September 2017, 11.30 Uhr

 Stiftung Landdrostei, Dingstätte 23, 25421 Pinneberg,

geöffnet: Mi-So 11-17 Uhr, www.drostei.de

Kuratorin: Dr. Barbara Aust-Wegemund, ahc projects Hamburg

 

Anlässlich des 250jährigen Jubiläums beleuchtet die Drostei erstmals die zeitgenössische Kunst-und Designszene aus Dänemark. Enge kulturelle Verflechtungen zwischen Deutschland und Dänemark existieren seit Jahrhunderten. Die Kuratorin und Kunsthistorikerin Dr. Barbara Aust-Wegemund hat das Konzept zur Ausstellung entwickelt mit dem Titel, „Genius Loci – Vom (guten) Geist des Raumes“ und dänische Kreative aus den Sparten Bildende Kunst und Design eingeladen, die Drostei als Ausstellungsort zu bespielen. 

In der römischen Mythologie bezeichnete der GENIUS LOCI die Schutzgottheit eines Ortes oder eines Tempels, die auf Menschen und Orte positiv wirkte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo der GENIUS LOCI heute in Zeiten der Globalisierung zu finden ist, ob in virtuellen, realen, kollektiven Räumen, im Rückzugsraum des Privaten, im öffentlichen, urbanen oder natürlichen Raum einer gewachsenen Landschaft.

Copyright Mads Dahl Pedersen,

Nature Hand Made, Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm

Copyright Tine Bay Lührssen

Detail aus der Installation Focusing Something

 

Zu den Exponaten gehören Raumbezogene künstlerische Projekte, die in der Drostei entstanden sind und auf den Raum Bezug nehmen sowie Arbeiten aus den Ateliers von Ivan Andersen (Malerei), Claus Bjerre (Design), Nynne Faerch & Majken Mann (Design), Lise Harlev (Concept Art), Tine Bay Lührssen (Installation), Mads Dahl Pedersen (Malerei), Kirsten Schauser (Malerei), Hartmut Stockter (Installation), Ole Terslose (Computer/ Multimedia).

 

                                  Copyrights Design Duo Nynne Faerch/ Majken Mann,

                     RUGchair, Ahornholz, Wollfilz

Das unbekannte Kapitel. Wolfgang Herrndorfs Bilder

von 23. August 2017 0 No tags Permalink 1

Der Autor Wolfgang Herrndorf (1965 bis 2013) wurde mit seiner Ausreißergeschichte Tschick weltberühmt und erhielt für seine Bücher, u. a. für den Roman Sand renommierte Auszeichnungen.

Dass er jedoch vor seiner Schriftstellerkarriere ein Kunststudium abgeschlossen hatte und als Maler und Zeichner für verschiedene Verlage und Magazine arbeitete, ist weniger bekannt. Er war Illustrator zahlreicher Bücher und arbeitete als Karikaturist für die Satiremagazine Titanic und Eulenspiegel sowie für den Tagesspiegel.

Als Karikaturist hielt Herrndorf mit seiner Spottlust der Gesellschaft den Spiegel vor. Es ist Herrndorfs unbestechlicher Blick gewesen, der die Schönheit der Natur, aber auch die Skurrilität des Lebens und die bizarren Facetten der menschlichen Gesellschaft aufdeckte. Er war nicht nur als Autor, sondern auch als bildender Künstler ein Beobachter, Gestalter und Erzähler.

Eine aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Stade zeigt über 140 Arbeiten von Herrndorf, um den Bestsellerautor als bildenden Künstler zu präsentieren.

Kunsthaus Stade, Wasser West 7, 21682 Stade – Die Ausstellung im  läuft noch bis zum bis 3. Oktober 2017.

Max Pechstein

von 27. Juli 2017 0 No tags Permalink 8

In der wunderbaren Ausstellung Max Pechstein zeigt das Bucerius Kunst Forum bis zum 3. September Werke des deutschen Expressionisten in einer Einzelschau.

Die Schau präsentiert in fünf Kapiteln, wie sich Pechsteins Stil mit jedem Aufenthaltsort veränderte und weiterentwickelte, darunter Paris, Berlin und Dresden, Monterosso in Italien und Palau in der Südsee.

Max Pechstein rezipierte als einer der ersten deutschen Künstler die Ausdrucksmittel des französischen Fauvismus und wandelte sie in einen eigenständigen expressionistischen Stil um. Nach einem künstlerisch prägenden Parisaufenthalt war er in Dresden und Berlin maßgeblich an der Bildung des „Brücke“-Stils beteiligt. Später fanden auch Elemente des Kubismus Eingang in sein Werk. Neben dem Großstadtleben war es insbesondere die unberührte, einsame Natur, die Pechstein immer wieder inspirierte: zunächst in Nidden, später in seinen „pommerschen Paradiesen“ in Leba und Rowe.

 

Auf der Südseeinsel Palau fand er für kurze Zeit den vollkommenen Einklang mit der Natur. Geprägt von seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg malte er zu Beginn der 1920er Jahre vermehrt Landschaften, Stillleben und Portraits. Seine farbintensiven expressionistischen Bilder gehen auf seinen Aufenthalt im italienischen Monterosso zurück.

Die Erfahrungen, unter dem NS-Regime als „entarteter“ Künstler diffamiert zu werden, prägten sein Spätwerk, das häufig menschenleere, dramatische Landschaften zeigt.

Bucerius Kunstforum, Rathausplatz, Hamburg

ANDREAS MÜHE – PATHOS ALS DISTANZ

von 29. Juni 2017 0 No tags Permalink 4

Das Haus der Photographie der Deichtorhallen zeigt erstmals das junge, vielversprechende Œuvre des Fotografen Andreas Mühe vor, dessen ästhetische Wahrnehmung von der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung geprägt ist.

Die Ausstellung »Pathos als Distanz« zeigt den Versuch eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes kommen in einer einzigartigen Inszenierung zusammen.

Mühes Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Jenseits von Heldenposen entsteht dabei bildnerisch geheimnisvolle Präsenz, so etwa in den Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen , dem italienischen Botschafter in seiner Vertretung oder den akribisch choreografierten Portraits von Künstlern und Politikern.

Die Fotografie wird bei Mühe zum Werkzeug, das einerseits geheimnisvolles »Pathos« und andererseits »Distanz« evoziert, um solch etablierte Bildformeln des Übertriebenen und der Distinktion zugleich aufs Korn zu nehmen. Formal ein Konzeptfotograf, der mit Bezug auf die Kunstgeschichte Sujets auflädt, ist Andreas Mühe doch inhaltlich ein Archäologe, der oftmals das, was unser kollektives Bewusstsein ausmacht, freilegt.

Totilas II, 2013

Der historische Kontext der Bilder verwischt, die Frage nach der Wiederholbarkeit des Momentums – wird in seinen Arbeiten sichtbar. Mühes Arbeiten verführen zu einem spontanen Urteil. Erst der genaue Blick verifiziert, ob es sich um eine subjektive Wirklichkeit handelt. Dass Andreas Mühe dabei aus seiner Biografie essentielle Wahrnehmungen schöpft und in Bilder umsetzt, steht dabei in keinem Widerspruch: Das Schöne, das Nähe schafft, wird gefüllt mit Inhalten, die innehalten lassen und Distanz schaffen. So entstehen Bilder aus einer rotierenden Gegenwart mit dem Blick zurück nach vorn.

ANDREAS MÜHE – PATHOS ALS DISTANZ
Ausstellung läuft bis zum  20. AUGUST 2017
HAUS DER PHOTOGRAPHIE, Deichtorhallen, Hamburg

MASTERPIECES Mashup IV

von 26. Juni 2017 0 No tags Permalink 4

Für die Ausstellung „Masterpieces – Mashup IV“ hat die Kuratorin Molina Ghosh Kunstwerke von 32 Künstlern versammelt. Im Vorfeld besuchte Ghosh alle Künstler in ihren Ateliers. Im persönlichen Gespräch über das jeweilige Schaffen und die künstlerische Arbeit, bat sie die Künstler, ihr das jeweilige Masterpiece für eine Ausstellung in der Barlach Halle K anzuvertrauen.  In der Kunstgeschichte machen andere die Werke anderer zu Meisterwerken. In dieser Ausstellung geht es um die eigenen, ganz persönlichen Favoriten der Künstler, welche sie in der Ausstellung präsentieren.

​David Borgmann – Strainger Things 1

Über Mashup:

Mashup ist seit 2014 eine temporäre Leipziger Galerie ohne festen Standort, die jungen, professionell arbeitenden, aber bisher noch unbekannteren Künstlerndie Möglichkeit bietet, mit international etablierten Künstlern auszustellen, darüber hinaus in den Austausch zu treten und sich zu vernetzen. Motte von Mashup: „Einer ist keiner, zwei sind mehr als einer. Sind wir aber erst zu dritt machen alle anderen mit“.

Rayk Goetze –Heil (Detailansicht)
Barlach Halle K – Klosterwall 13 – 20095 Hamburg -Vernissage: 30.06.2017, Fr., 18:Uhr, Laufzeit: 29.06 bis 01.07.2017 -Öffnungszeiten: Fr-Sa. 10:00 – 20:00 Uhr
Fragen oder Terminvereinbarung für eine Führung: Molina Gosh, Tel. 0176 8 300 42 04

Erotische Kunst und Literatur in der Boutique Bizarre

Erotische Auftragsarbeiten und Burlesque Art der Künstlerin Sherin L’Artiste bilden die Schwerpunkte der kommenden Ausstellung in der Galerie der Boutique Bizarre, die am 8. Juni 2017 um 19.00 Uhr zur Vernissage einlädt. Passend zum Thema Erotik und Leidenschaft liest die Berliner Autorin Theresa S. Grunwald aus Ihrem Buch „Die Bändigung des Biestes“.

Ausstellungsdauer
8. Juni bis 24. Juli 2017

Boutique Bizarre. Reeperbahn 35. Hamburg. Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 02.00 Uhr

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Die Bändigung des Biestes – Lesung

Theresa S. Grunwald, Autorin des Luxury Kink Blogs www.coeurdumal.com, wird mit Ihrer Präsenz und einer Lesung aus ihrem Buch „Die Bändigung des Biestes“ den Abend bereichern.


Erotik im Auftrag

Diese Ausstellung zeigt die intimsten Exponate, die Sherin auf ihrer Reise durch das Land der Erotik und Fantasie gesammelt habe. Aufträge erotischer Kunst führen sie nicht selten zu Bildideen, die ihr vormals fremd waren und eine außerordentliche Bereicherung ihrer Bilderwelt sind. Zum ersten Mal stellen ihre Kunstmäzene die Originale der Auftragsarbeiten zur Verfügung.


Burlesque Art

Burlesque ist eine ihrer liebsten Inspirationsquellen geworden. Neben einigen Arbeiten des Burlesque Kalenders 2018 werden einige Skizzen, die während des Hamburger Burlesque Festival 2017 entstanden sind, zu sehen sein. Ein wunderschönes Potpourri verschiedenster Charaktere und Darbietungen. Zeichnungen unserer lokalen Größen Belle La Donna, Eve ChampagneHedo Luxe, Golden Treasure, Nathalie Tineo (The Sinderellas) u.a. sind auch dabei. In diesen Arbeiten zeigt Sherin ihre ganz persönliche Wahrnehmung dieser Welt des Glamours und unendlicher Fantasie.

 

 

IMPERFECT CHAOS // OPENING NIGHT


Die Hafen City lockt mit einer neuen Topadresse. Und heute ist die perfekte Gelegenheit, I raum I, das kreativ schaffende Kollektiv, in all seinen Facetten kennen zu lernen. Denn I raum I öffnet heute Abend ab 18 Uhr die Türen für ROCKET_0027 und seine Raketenwerke. In Schwarz und Weiß, in allen Formaten, bis zu drei Meter Höhe, beeindrucken die Grafiken mit Details und Raffinesse. Mal mehr, mal weniger abstrakt drehen sich alle Werke um – wie könnte es anders sein – Raketen und die Fahrt ins All. Dazu gibt es Musik von Clashes, die Zwillinge von Art & Brothers, Hamburgs unaufhörlich brodelndem Veranstalter-Kollektiv.

Wir dürfen uns also auf eine Abend nicht von dieser Erde freuen.

I raum I bittet um Anmeldung unter rsvp@raum-hamburg.com.

 

Shanghaiallee 18
20457 Hamburg