Lili Reynaud Dewar im Kunstverein

von 19. September 2016 0 No tags Permalink 15
Lili Reynaud Dewar, Performance: Teeth, Gums, Machines, Future, Society, 2016, Memphis

In ihrer ersten großen Einzelausstellung im Kunstverein in Hamburg verknüpft die französische Künstlerin Lili Reynaud Dewar  Science-Fiction mit Rapmusik sowie Diskursen in einer Installation, die gleichsam den Ausstellungsraum füllt und seine Grenzen erweitert. Das Kernstück der Ausstellung bildet eine großformatige Videoarbeit, die das Vor und Während einer Performance in Memphis, Tennessee, zeigt. Auf einer muschelförmigen Betonbühne werden Auszüge aus einem sozialistisch-feministischen Manifest rezitiert, während vier lokale Stand-up-Komiker dazu improvisieren. Dieses Stimmengewirr wird zusätzlich von einem Noise-Musiker untermalt.

Lili Reynaud Dewar hat in den vergangenen Jahren ein komplexes Werk entwickelt, das beständig um die Begriffe der kulturellen, sozialen und auch emotionalen Identität kreist, wobei sie immer wieder auf verschiedene künstlerische und gesellschaftliche Freiheitsbewegungen und Subkulturen des 20. Jahrhunderts zurückgreift. Sie bricht ganz bewusst mit Konventionen und Traditionen, um diese zu untersuchen und einen Denkraum zu erschaffen, in dem die Betrachter sich ihr eigenes Bild machen können und müssen.

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Von Sneaker-Sammlern

von 30. Mai 2016 0 No tags Permalink 1

Fisch1985 ließ sich Joschka Fischer in Turnschuhen zum hessischen Landesminister vereidigen . Dies trug ihm damals noch den Spott-Namen Turnschuhminister ein. Sneaker haben sich still, heimlich und leise vom zweckgebundenen Turnschuh in die Mitte unserer Gesellschaft geschlichen. Rund um die Welt sind sie zu einem entscheidenden Accessoire des modernen Großstadtmenschen geworden.

Etwa ein Dutzend große Marken – und hunderte von kleinen – streiten sich um die Gunst der Käufer, und dies immer weniger mit Preiskämpfen, sondern vielmehr mit coolem Image und hippem Design.

MKG_Sneaker_KOI_Morphing

Die Sneaker Ausstellung im MKG handelt vom erstaunlichen Aufstieg des Turnschuhs in den letzten dreißig Jahren. Als erste größere Schau zum Thema in Deutschland behandelt sie das Phänomen der Sneaker-Kultur aus verschiedenen Blickwinkeln, beleuchtet ihre Bedeutung in der Jugendkultur, das Design, die Marketingstrategien der Hersteller und die Sammlerszene. Gezeigt werden insgesamt rund 280 Exponate, darunter rund 140 Paar Schuhe, historische, von berühmten Sportlern getragene und ausgewählte Preziosen von privaten Sammlern.

Designer und Customizer wie Sebastian Thies oder Henriette Wagener kommen zu Wort und Sammler erzählen Geschichten über ihre Eroberungen.  Sneaker. Design für schnelle Füße entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Sammlern, die sich oft nur ungern von ihren besten Stücken trennen.

MKG_Sneaker_Gebr_Dassler_Olympia-Rennschuh_1936

Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, bis 28. August 2016

Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch

Anlässlich des 500. Todesjahres von Hieronymus Bosch beleuchtet das Bucerius Kunst Forum, wie seine phantastischen Szenerien der Hölle und drastischen Schilderungen des Sündhaften die niederländische Kunst des 16. Jahrhunderts prägten. Gezeigt werden über 90 Arbeiten von Künstlern der folgenden Generation, die Boschs Bildsprache aufgriffen, über die Druckgraphik verbreiteten und weiterentwickelten.

Fünfhundert Jahre nach seinem Tod wird Hieronymus Bosch international in Superlativen geehrt. Seine Heimatstadt ’sHertogenbosch zeigte bis vor wenigen Tagen eine große Retrospektive und Ende Mai eröffnet die Bosch-Ausstellung in Madrid.

Dass Bosch eher als Exzentriker, gar pathologischer Fall oder Vorläufer des Surrealismus galt, lässt leicht übersehen, wie berühmt und einflussreich er bereits zu Lebzeiten und im Jahrhundert nach seinem Tod war. Diesem Aspekt widmet sich Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch.

Die Bildschöpfungen und Sujets von Hieronymus Bosch wurden von Künstlern der folgenden Generation rezipiert und erreichten vor allem über das im 16. Jahrhundert aufblühende Medium der Druckgraphik eine enorme Reichweite.

Sie zeigen die irrwitzigen Monster der Unterwelt, mahnen vor Sünden und Lastern, illustrieren Sprichwörter und ironisieren menschliche Dummheiten. Als um 1600 die Angst vor Verdammnis und Hölle nachlässt, richten sich die moralisierenden Szenen auf das Diesseits, und die erschreckenden Mischwesen wandeln sich zu unterhaltsamen Grotesken.

Bruegel, Pieter (1525–1569)(Invnetor), Heyden, Pieter van der (1530–15729(Stecher) zugeschrieben: Das Schlaraffenland; Kupferstich und Radierung auf Bütten, 210 x 283 mm (beschnitten), SKD Kupferstich-Kabinett Dresden A 30294 Bastelaer 147, Hollstein Dutch ]Flemish III.283.147 ? Foto: Herbert Boswank

Bruegel, Pieter (1525–1569)(Invnetor), Heyden, Pieter van der (1530–15729(Stecher) zugeschrieben: Das Schlaraffenland; Kupferstich und Radierung auf Bütten, 210 x 283 mm (beschnitten), SKD Kupferstich-Kabinett Dresden A 30294 Bastelaer 147, Hollstein Dutch ]Flemish III.283.147 ? Foto: Herbert Boswank

Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch vom 4. Juni bis 11. September 2016 im BUCERIUS KUNSTFORUM
Etwa 80 Kupferstiche und Radierungen. Diese werden ergänzt durch rund 15 Gemälde und geschnitzte Architekturelemente, die zum Teil erstmals öffentlich gezeigt werden.

soirée und salon

von 2. Mai 2016 0 No tags Permalink 6

Die totale Abstraktion der Kunst, das ist die Musik

Für die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven war Musik ebenso wichtig wie die übrigen Kunstgattungen. Ab 1980 schuf sie musikalische Kompositionen, indem sie die in ihren Werken enthaltenen Datumsangaben in Musik umwandelte.

Als Hanne Darboven damit anfing, ihre Kalenderdaten in Musik zu verwandeln, entwickelte sie dafür eine ganz spezielle Art der Notation: Sie verknüpfte jede Ziffer von 0 bis 9 mit einer Position im musikalischen Fünfliniensystem (wobei von unten nach oben gezählt wird) und wandelte so die Ziffern jedes Datums in Noten um. Dabei überließ sie die Ausarbeitung von vielen Details dieses Prozesses anderen, denn sie verzichtete auf die Angabe von Notenschlüsseln und ließ die Tonhöhe der Halbtöne offen. So entstanden aus den übertragenen Daten repetitive Melodien, die sich jedoch in Tempo, Lautstärke und Artikulation entsprechend der Interpretation des Musikers unterscheiden.

Das Ensemble Resonanz spielt zu Hanne Darbovens 75. Geburtstag ihr Streichquartett op. 26.

Hanne Darboven

Gespräch und Führung: Dr. Reinhard Ermen, SWR Musikredakteur, und Dr. Petra Roettig, Einführung und Moderation: Dr. Stefan Brandt

Fr 06. Mai 18:30 Uhr 
Kunsthalle im Lichthof der Galerie der Gegenwart.

 

KLUB DER KÜNSTE: LATE NIGHT

von 12. April 2016 0 No tags Permalink 11

Kunst meets Klub: Offene Workshops • Tanzen in den Deichtorhallen 

Die erste »Late Night« des »Klub der Künste« der Deichtorhallen startet am 15. April . Der »Klub der Künste« der Deichtorhallen wurde für junge Menschen von 16 bis  23 Jahren gegründet, um eine künstlerische Grundbildung als Sprungbrett in kreative Berufsfelder zu ermöglichen.
Am 15. April diskutieren prominente Gäste wie Michel Abdollahi (Gewinner Deutscher Fernsehpreis 2016, Performance-Künstler, Literat, Journalist und Moderator des Kampf der Künste), unter der Überschrift »Perspektive Kunst: Freie Kunst als Berufsfeld« über persönlichen Misserfolge und Höhenflüge als Künstler. Der Star des Hamburger Poetry-Slams David Friedrich tritt, die Street Art School Hamburg »Stencil art on vinyl« bietet Worksshops, und ab 21 Uhr ist die Tanzfläche für den DJ Line Up mit JC Ravenport, Neal Porter und Mingo Starr. Junge deutsche Fotografie ist in der Ausstellung »gute aussichten« zusehen und Eindrücke von der bisherigen Workshops und Veranstaltungen des  Klub der Künste werden präsentiert.

PERSPEKTIVE: KUNST?

Die Late Night des KLUBs DER KÜNSTE
Fr, 15. April 2016, ab 18 Uhr
Special Guests: Michel Abdollahi und David Friedrich
DJ-Line Up: Mingo Starr, Neal Porter, JC Davenport
Freier Eintritt

Michel Abdollahi Presse

PROGRAMM

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Lange Nacht der Museen

von 9. April 2016 0 No tags Permalink 6

Heute öffnen bei der 16. Langen Nacht der Museen in Hamburg 60 Häuser von 18:00 bis 02:00 Uhr wieder die Türen zu ihren Sammlungen und Ausstellungen. Rund 800 Veranstaltungen stehen auf dem spartenübergreifenden Programm: Führungen, Musik, Tanz, Theater, Filme, Lesungen, Vorträge und unterschiedlichste Mitmach-Aktionen. Ob mitreißende Trommel-Performances mit Einstürzende-Neubauten-Drummer N.U. Unruh im Museum für Kunst und Gewerbe, Schokoladenverkostung im Speicherstadtmuseum, norddeutsche Barmeisterschaften im Kunsthaus Hamburg oder Urwal-Forschung im Geologisch-Paläontologischen Museum – das inspirierende Programm wendet sich an alle, die gerne auf Entdeckungstour gehen.

 

 

ALLE ART AN DECK! Auf dem Museumsfrachter Cap San Diego

Poppig & verfremdet, abstrakt & stilisiert – die Werke von Nele Köhler aus Berlin, die der Hamburger Künstler Heike Baltruweit, Ute Bresch, Günter Marnau, MicArt63 und  Inka Uzoma werden an Bord der Cap San Diego zu sehen sein.

Inka Uzoma, %22Artistic flight%22, 2009 Auflage 2v.10 Bronze,24x50cm

Das Ambiente eines Museumsfrachters ist für diese Ausstellung ebenso ungewöhnlich wie ausdrucksstark. Der Schiffsbauch aus Stahl und Holz; Planken und Spanten ist immer präsent, tritt aber gleichzeitig in den Hintergrund, um für Farben & Flächen, Inhalte und Interpretationen der Werke Licht und Raum zu schaffen.

Die Verkaufsausstellung Alle Art an Deck! verspricht außergewöhnliche Eindrücke – auch während der Langen Nacht der Museen am 9. April und am Hafengeburtstag vom 5. bis 8. Mai.

MicArt63, digital naive (Andy Warhol), 2015, 50 x 70 cm, Airbrush

8. April bis 16. Mai 2016 täglich 10-18 Uhr in den Ladeluken 1+2 •

Nele Köhler, „Reporter“, 2015, Acryl auf Leinwand, 156 x156 cm
Vernissage am Donnerstag, den 7. April 2016 um 19:00 Uhr.

Hamburger Künstler für die Flüchtlingshilfe

Sieben Altonaler Künstler spenden ihre Werke für die  Flüchtlings-Notunterkunft in Osdorf, Altona.

Christiane Maria Luti, Astrid Krüger, Anna Hohlmeier, Volker Burk, Peter Märker, Julia Waller, Gabriele Wening

Die Werke werden in einer Benefiz-Auktion versteigert.
Im Rahmen der Auktion können dank der teilnehmenden Künstler hochwertige und zeitgenössische Kunstwerke der hamburger Künstler zu attraktiven Preisen ersteigert werden.

Die Versteigerung findet in der Gemeindehalle der St. Petri Kirche in der Schmarjestrasse am Sonntag den 03.April um 15.00 Uhr statt.
Der erzielte Auktionserlös geht als Spende an den Malteser Hilfsdienst für Flüchtlinge, der die Notunterkunft betreut.

Versteigert werden 40 unterschiedliche Werke.

Freuen Sie sich auf einen spannenden Sonntag für einen Guten Zweck und entdecken Sie interessante Künstler von neben an!

Wir freuen uns, wenn Sie mit Ihrem Dabeisein die Notunterkunft unterstützen und diese Information weiterleiten.

 

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HOMO AMERICANUS

von 20. März 2016 1 No tags Permalink 17

Auf vier Stockwerken der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg bis 11. September 2016 die größte jemals präsentierte Ausstellung des Werkes des amerikanischen Künstlers Raymond Pettibon (geb. 1957). Zu sehen sind 1200 Arbeiten, Zeichnungen, Flyer, Plattenhüllen und Fanzines sowie Filme, Malereien und Wandzeichnungen. Die Ausstellung zeigt Raymond Pettibon als Mythologen, der die prägenden Narrative der amerikanischen Kultur von Woodstock über die Präsidentschaften bis zum Krieg gegen den Terrorismus aufgreift und unterläuft. Sein Mittel sind Zeichnungen, in denen er Bild und Text uneinheitlich miteinander verbindet. Seit Ende der 1970er Jahre dürfte er etwa 20.000 Werke geschaffen haben.

In den 1980er Jahren sind Pettibons Themen der Verfall der Hippie-Kultur sowie die Repression der etablierten Gesellschaft. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Familien-, Rassen- und Geschlechterbeziehungen, Religiosität und dem Krieg in Vietnam. In den frühen Zeichnungen arbeitet er mit bitteren, präzise gesetzten Pointen. Später erreicht sein Werk einen neuen Höhepunkt in großformatigen farbigen Zeichnungen, in denen er, desillusioniert und wütend, scharfe Kritik an der Politik von George W. Bush und dem amerikanischen Krieg im Irak übt.

RAYMOND PETTIBON – HOMO AMERICANUS, BIS 11. SEPTEMBER 2016
SAMMLUNG FALCKENBERG, HAMBURG-HARBURG