Ein Mandala für mehr Mitgefühl

Tibetische Mönche streuen ein Sandmandala im Völkerkunde Museum – Foto: Christoph Spitz

Mandalas sind wunderschöne Schaubilder, die in stunden- oder wochenlanger, meditativer und konzentrierter Arbeit entstehen. Sie können gemalt oder aus feinstem, farbigen Sand gestreut werden. Sie kommen aus der buddhistischen Religion und werden nach ihrer Vollendung zeremoniell wieder aufgelöst. Unter Zuhilfenahme eines Mandalas meditieren Praktizierende über einen Buddha. Durch diese tiefe Meditation können Konzentration und grundlegende Veränderungen, hin zu tiefem Mitgefühl entwickelt werden.

Die spätere Auflösung des Mandalas symbolisiert die Vergänglichkeit von allem Irdischen. Wer Vergänglichkeit versteht, überwindet die Anhaftung an das Ich, die letztlich im Leiden endet.

Die Buddhisten glauben, dass es genügt ein Mandala zu sehen, um viele negative, Leid verursachende geistige Eindrücke aus seinem Inneren entfernen. lassen sich inspirieren, Ihren eigenen Geist tiefer zu erkennen!

Fünf Mönche aus dem Klosters Sera Dsche streuen in diesem Jahr ein Tschenresig-Mandala im Museum und lösen es anschließend rituell wieder auf. Tschenresig ist der Buddha des Mitgefühls und Mitgefühl ist im Tibetischen Buddhismus ein zentraler Wert. Die Betrachter sollen Mitgefühl mit allen leidenden Menschen und Wesen entwickeln.

Sandmandala-L_Ivarsson

Fotografin: L. Ivarsson

Vorführung und Zeremonie im Völkerkunde Museum

Di 15. bis So 20. September | Di–Sa 10–17 Uhr, So 10–16 Uhr

Streuung des Mandalas: Di-So 10 – 17 Uhr

Gemeinsames Gebet: Di-So 10.30 Uhr

Symbolik, Erstellung und Auflösung von buddhistischen Sandmandalas: Do 17.9. | 16 Uhr

Zeremonielle Auflösung: So 16 Uhr

Eine Veranstaltung des Tibetischen Zentrums Hamburg e. V. in Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde Hamburg.

 

Platz im Kopf – Selbstangeleitete Meditation per App

Eine Reise kann ja so bereichernd sein. Für mich war es meine letzte Reise in die USA. Ich wollte schon immer mit selbst-angeleiteter Mediation anfangen. Nicht nur die 5-10 Minuten, die die Yogalehrerin einlegt, bevor es mit der Stunde losgeht. Sondern richtige Meditation, die mir Kraft geben kann wenn ich sie brauche, die ich selbst bestimmen und vor allem an meinen Tagesablauf anpassen kann. Aber wie es so ist: Irgendwas hatte immer Priorität, irgendwie waren da immer vorrangige Themen. Meditation ist schließlich nicht lebensnotwendig.

Dann kam diese Reise in die USA, an die Westküste, dorthin, wo Technologieunternehmen, „Startups“, gerade wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es klingt wie ein Paradox, aber gerade dort hat gefühlt jeder Zweite den ich kennengelernt habe mit Meditation zu tun gehabt. Und jeder zweite von diesen Zweiten benutzt für die selbst-angeleitete Meditation eine App: Headspace.

Die sanfte Stimme von Andy, dem Gründer der App, ent-mystifiziert Mediation zunächst in einer zehn-tägigen, kostenlosen Probesession. Leider kann die App bis jetzt nur Englisch, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie früher oder später auch in anderen Sprachen über den Atlantik, bzw. den Pazifik, schwappt. Die 10 Probetage waren für mich gerade genug um zu merken, dass es dort draußen ein ganzes Universum gibt, das mir guttun könnte, und das ich mir mal genauer ansehen will. Ab dem 10. Tag kostet die App dann ungefähr soviel wie ein Kaffee bei Starbucks – im Monat. Für mich ist es das wert. Meditation ist nicht lebensnotwendig. Aber sie macht mein Leben und das der Menschen um mich herum sehr viel besser.

Der Wert des Scheiterns

Wir, Sabine und Saskia, sind Mutter und Tochter. Manchmal schreiben wir gern zusammen und ergründen die einfachen (und wichtigen) Fragen des Lebens. Zwei Generationen, ein Thema.

Die Tochter. Dieses Video kann man sich kaum anschauen, ohne sich zu verlieben. Es handelt sich um die Abschlussrede der Harvard-Universität 2008, gehalten von J.K. Rowling, Autorin der Harry Potter Bücher. Was für eine starke, kluge, wortgewaltige, charmante Frau!

Diese Rede schickte mir vor sechs Jahren anlässlich unseres Diploms ein Freund von mir per Email. Seitdem höre ich sie regelmäßig bestimmt zweimal im Jahr, und bin jedesmal wieder verzaubert.

Die Rede hat zwei Teile – beide fantastisch, beide hochaktuell – heute spreche ich über den ersten: „the benefits of failure“ – der Wert des Scheiterns. Jeder junge Mensch sollte diese Rede hören. Wäre ich Lehrerin, würde ich sie ins Curriculum aufnehmen.

Hier ein Auszug, frei übersetzt (jedem, der Englisch versteht empfehle ich das unübertreffliche Original, s.o.)

“Ich habe nur sieben Jahre nach meinem Abschluss, an jedem normalen Maßstab gemessen, auf gigantische Weise versagt. Eine sehr kurze Ehe ist gescheitert, ich war arbeitslos, musste alleine für ein Kind sorgen und ich war so arm, wie es im modernen Großbritannien möglich ist, ohne obdachlos zu sein. Die Befürchtungen, die meine Eltern meinetwegen hatten und die ich auch selbst hatte, waren wahr geworden – ich war in jeder Hinsicht die größte Versagerin, die ich kannte.

Ich werde hier aber nicht stehen und Ihnen erzählen, dass das Versagen Spaß macht. Dieser Abschnitt meines Lebens war düster. Ich hatte keine Ahnung, wie weit sich der Tunnel hinziehen würde, und für eine lange Zeit war jedes Licht am Ende  mehr eine Hoffnung als die Wirklichkeit.

Warum spreche ich also über die Vorteile des Versagens? Ganz einfach deshalb, weil Versagen bedeutet, dass man sich von allem Unwichtigem löst. Ich machte mir nicht mehr vor, jemand anderes zu sein, als ich war, und ich begann, meine ganze Energie in die einzige Arbeit zu stecken, die mir wirklich wichtig war. Wenn ich irgendwo anders Erfolg gehabt hätte, dann hätte ich vielleicht niemals die Entschlusskraft gefunden, in dem einen Gebiet erfolgreich zu sein, wo ich meiner Meinung nach wirklich hingehörte. Ich war frei, denn ich meine größte Angst war Wirklichkeit geworden, und ich war immernoch am Leben, hatte immernoch eine Tochter, die ich über alles liebte, und ich hatte eine Schreibmaschine und eine große Idee. Und so wurde der Tiefpunkt zu dem festen Grund, auf dem ich mein Leben wieder aufgebaut habe.

Sie werden vielleicht niemals so sehr versagen wie ich, aber bis zu einem gewissen Grad ist es unvermeidlich. Ein Leben, in dem man niemals versagt, ist unmöglich. Außer man lebt so vorsichtig, dass man auf das Leben gleich hätte verzichten können – und in diesem Fall hat man ohnehin versagt.”

Erstmal sacken lassen. (Über den zweiten ebenso hochaktuellen, Teil „the importance of imagination“ – die Wichtigkeit der Vorstellungskraft, sprechen wir vielleicht ein andermal…)

Die Mutter. Warum sollte nur jeder junge Mensch diese Rede hören? Scheitern ist ein Thema, das sich durchs ganze Leben zieht. Was ist Scheitern? Versagen. An seinen Zielen vorbeischrammen, und zwar total. Mit dem, was man wollte, in einer Sackgasse enden. Erwartungen enttäuschen, fremde wie eigene. Man schämt sich, nicht mehr so toll dazustehen, wie man sich gern sehen würde. Man schämt sich, dass andere einen sehen und denken könnten: du Wurm. Es gibt so viele, die aus dieser Angst heraus an falschen Jobs oder unglücklichen Beziehungen festhalten. Man könnte denken, sie seien gescheitert, wenn sie sagen, dass sie so nicht mehr leben wollen oder dass sie sich geirrt haben oder dass dies der falsche Weg war. Außerdem können sie ja nicht wissen, ob ein anderer Weg/Job/Beziehung nicht auch im Unglück endet – auch da lauert die Angst vorm Scheitern. Wenn man ganz dicht mit der Lupe dort heran geht, sieht man, dass es die Angst ist, aus allem herauszufallen,  was einen hält; dieses Stück Sicherheit, das man selbst im unglücklichen Leben verspüren kann, das hätte man dann nicht mehr. Wir denken, wir fallen ins Nichts, wenn wir scheitern.

Das Wunderbare an Rowlings Rede ist, dass sie in dieses Nichts hineinleuchtet und beschreibt, was sie damals darin  fand: nicht nichts, sondern sich selbst. Den unverstellten Blick darauf, wer sie war, was sie konnte, was sie hatte. Da war ein Boden, auf dem sie anfangen konnte. Diese Rede sollte jeder lesen, der davon träumt, neue Wege zu beschreiten und Angst davor hat, sich in Ungewisse zu wagen. Viele, die sich in ihrem Job, ihrer Beziehung, ihrem alltäglichen Leben gefangen fühlen, könnten Mut daraus schöpfen, ihr Leben zu verändern. Jeder Burnoutkandidat sollte sie lesen. So gesehen ist diese Rede hochaktuell.

Imkern in der Großstadt. Rauf auf’s Dach!

Bienenstöcke auf dem Dach in Brooklyn, New York

Das Imkern in der Stadt wird im häufiger und soll auf die Not eines der wichtigsten Tiere der Welt aufmerksam machen. 2006 wurde erstmals über eine neue Art des Bienensterbens berichtet, den „Colony Collapse Disorder“, bei dem Bienenvölker auf mysteriöse Weise aus ihren Stöcken verschwinden.

Selbst in der Megastadt New York werden jetzt mit großem Erfolg Bienen gezüchtet. Bei meinem letzten Besuch habe ich mir die Bienenstöcke auf dem Dach der Brooklyn Waldorf School angesehen, wo die Bienen prächtig gedeihen.

Zum Glück machen sich  immer mehr Organisationen weltweit für die Honigbienen stark. Eine von ihnen ist die Gruppe „Hamburg summt“.

Das Ökumenische Forum HafenCity und die Initiative „Hamburg summt! “ laden am 30. August im Rahmen von „Sommer in der Hafencity“  ein: „Rund um die Biene“ heißt das Programm, das  in Kooperation mit Greenpeace präsentiert und erlebbar gemacht wird. Für die Ökumenische Hausgemeinschaft ist die Bienenkiste auf der Dachterrasse ein Symbol zur Bewahrung der Schöpfung. Bienen, Blumen, Pflanzen auf der Dachterrasse können am Tag der offenen Tür in begleiteten Führungen besichtigt werden (16:30, 17:30, 18:30 Uhr), denn es ist wichtig, dass Städter ihr Herz für Bienen entdecken. So können auch mehr Menschen den Ökolandbau unterstützen, denn meisten Verbraucher leben in der Stadt.

Das Imkern in der Stadt hat inzwischen Kultstatus und hat sogar viele Vorteile. In der Stadt gibt es weniger Pestizide als auf dem Land, die Tiere finden viel länger Nahrung und es ist allgemein wärmer. Über Abgasrückstände im Honig muss man sich angeblich keine Sorgen machen müssen, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bienen die Schadstoffe abbauen können. Mehr kann man beim „Bienentalk“ am 30.8. um 16.15 Uhr mit den Imkern Gunnar Weidt und Erhard Klein erfahren.

Das Weltcafé ElbFaire im Ökumenischen Forum bietet an dem Tag übrigens leckere Honig-Spezialitäten an.

i18npic.C225x150.13Café Elbfaire

Auch Kinder können bei dieser Veranstaltung alles rund um die Bienen erfahren, einen Schleier aufsetzen und auch mal Honigbienen aus der Nähe betrachten.

Imkern in der Großstadt -Eine Veranstaltung  in Kooperation mit Hamburg summt! , Greenpeace e.V., dem Imkerverein Kiekeberg und Hamburger Imkern  im Rahmen von „Sommer in der HafenCity“
Sonntag, 30. August 2015,  16.00-19.30 Uhr im Ökumenischen Forum Hafencity, Shanghaiallee

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Was wir weitergeben

von 17. August 2015 0 No tags Permalink 18

Ich finde, Dove macht ganz tolle Sachen. So wie dieses Filmchen, das ich mir immer mal wieder anschaue, und immer ein paar Tränen verdrücken muss. Natürlich macht das auch der dramaturgische Gänsehautfaktor, aber vor allem die wichtige Botschaft dahinter. Wichtig genug, wie ich finde, um sie hier und überall zu teilen: Wie unser Selbstbild das Selbstbild unserer Kinder prägt.

Zum Glück ist inzwischen ja hinreichend bekannt, dass wir unseren Kindern sagen sollen, dass wir sie dufte finden und sie sich selber auch gut finden sollen.

Aber leben wir ihnen das denn auch vor? Man kann Kindern viel erzählen, eintrichtern, verbieten, vorbeten, erklären. Fakt bleibt, dass sie sich vor allem Dinge bei uns abgucken. Wie wir leben, wie wir handeln, wie wir streiten, wie wir lieben – andere und uns selbst.

Leider finden sich ja gerade Frauen häufig selbst nicht schön. Für ein kleines Mädchen jedoch ist die Mutter die non-plus-ultra-Frau. Unweigerlich schön, unweigerlich nachahmenswert und unweigerlich der Kompass für’s eigene Frauwerden. In einem Blog las ich neulich den schönen Satz (sinngemäß): „für mich war der Bauch meiner Mutter als Kind das Schönste der Welt. Warm, weich, tröstend. Erst mit der Zeit lernte ich von ihr, dass dieser Bauch offenbar zu fett und nicht gut ist.“ Ich wette, diese Mutter hat das nicht gemerkt oder gewollt. Sowas passiert, schnell und unbewusst. Und umso wichtiger ist es, es nicht zu übersehen: Lasst uns unseren Kinder erlauben, sich zu mögen, indem wir es ihnen vorleben. Das stärkt sie mehr als jede Vitaminbombe, verhilft ihnen mehr zu einem zufriedenen Leben als jede Freizeitgestaltung, wappnet sie mehr für Krisen als jeder Selbstbehauptungskurs.

So viele Mütter zermartern sich den Kopf, wie sie eine stets bessere Mutter sein können. Und wie sie als Frauen noch schöner sein können. Mögt euch selbst, und ihr habt eurer Tochter (und euch) bereits einen riesigen Gefallen getan.

Dasselbe gilt natürlich auch für Väter und Söhne.