Zehn Gründe, warum Pendeln gar nicht so übel ist

 

Berufspendler. Wie das schon klingt! Ich wohne außerhalb der Hamburger Stadtgrenze und fahre jeden Tag zu meiner Arbeitsstelle ins Zentrum. Morgens 25 Kilometer, abends 25 Kilometer. Mal im Auto, mal in der Bahn. Pendeln sei schlimm, habe ich jetzt mehrmals gelesen. Es mache Stress. Jeden Tag im Stau. Oder in der Bahn mit so vielen Menschen. Oh Gott. Und dann die viele schöne Zeit, die man in Fahrzeugen verplempert. So viel Verdruss, und am Ende: sterben Pendler früher. Liebe Mitpendler: Wollen wir das auf uns sitzen lassen?

Zehn Gründe für das Pendeln:

1. Im Auto: Endlich in Ruhe Radio hören: Politik, Gespräche mit spannenden Leuten, Lesungen. Musik, so laut man will, mitgrölen, keiner meckert. Herrlich.
2. Ungestört Gesichts- und Beckenbodengymnastik machen
3. Den Gedanken freien Lauf lassen (geht auch in der Bahn). Wo sonst kann man das?
4. Den Rücken mal so richtig von der Sitzheizung durchwärmen lassen. Jede Faser spüren.
5. Den Wechsel der Jahreszeiten beobachten. Den Himmel, die Wolken, das Licht.
6. In der Bahn: in Ruhe Zeitung lesen oder ein Buch. Bahnfahrer lesen viel!
7. Leute gucken. Gesichter beobachten, es gibt so schöne.
8. Gesprächen zuhören, irren Telefonaten. Nicht ärgern – zuhören! Im Theater bezahlt man Geld dafür.
9. Sich an der Vielfalt der Hautfarben erfreuen. Hamburg ist Weltstadt, darauf sind wir doch stolz.
10. Dem Gegenüber zulächeln, fast alle lächeln zurück. Der Tag ist gemacht.

Lasst uns über ein echt fieses Gefühl reden

 

Im Moment beschäftige ich mit Wut. Beruflich, weil es ein spannendes journalistisches Thema ist. Und privat, weil ich manchmal jemandem gern eine reinhauen möchte. Und dann nicht einmal den Mut finde, Pieps zu sagen. Weil: Man macht das ja nicht. Man ist ja lieb und kultiviert und so ausgeglichen. Und so cool. Ich nicht. Ich bin nicht cool. In mir wühlt manchmal der Ärger, und ich weiß nicht, wohin damit. Ich gehe dann raus, renne durch den Wald, oder gieße mir einen Wein ein und rauche. Ganz schlecht, ganz falsch.

Die Wut, unser stärkstes und, ist ja wahr, potenziell zerstörerischstes Gefühl. Sie ist gar nicht wohl gelitten. Mädchen lernen das früh: Sei lieb, sei brav, passe dich an. Rumbrüllen? Macht man nicht, Türen knallen, fluchen, kreischen – no! Die erwachsenen Mädchen (die Jungs haben immerhin den Fußball) machen dann Achtsamkeits- und Entspannungskurse. Sie üben, ihre miesen Wallungen mit Abstand zu betrachten, wertfrei und freundlich zu beobachten und vorbeifließen zu lassen im Strom des alltäglichen Irrsinns. Ist ja auch sinnvoll. Wäre ja nicht gut, wenn hier jeder, allem, was da gärt, seinen Lauf ließe. Der erwachsene Mensch, vernunftbegabt und diszipliniert, hat sich am Riemen zu reißen, sonst funktioniert das Zusammenleben nicht, siehe Wutbürger, die dann Trumps wählen oder AfD. Nein, ein Wutbürger will ich nicht sein. Aber ein Wutmensch, ein gepflegter, ja, das will ich sein, manchmal.

Betrachten wir dieses Gefühl. Wütend sind wir, wenn uns etwas gewaltig gegen den Strich geht. Wenn uns einer nervt und piesackt, respektlos und gemein behandelt. Wenn wir uns anstrengen und doch gegen die Wand laufen. Wenn wir kein Gehör finden. Wenn jemand über unsere Grenzen latscht, uns ausnutzt, betrügt, missachtet. Und was ist dann? Wir sind gefrustet, ärgerlich, strunzwütend. Die Wut ist wie ein Wächter am Grenzzaun, der aufpasst und bereit ist, aufzubegehren und Stopp zu schreien: Bis hierhin und nicht weiter. Auch das: Ist doch eigentlich ganz sinnvoll. Warum nur sind wir so darauf getrimmt, diese Impulse wegzudrücken?

Neulich saß ich in einem Workshop über friedliches Reden und die etwa 15 Anwesenden wurden gefragt, über welches Gefühl sie am dringendsten reden wollten. Na, Angst, dachte ich. Irrtum. Bei „Wut“ schossen die Arme in die Höhe: Darüber wollten sie reden, alle. Denn sie schlucken und schlucken, um ja die Wucht zu bezwingen, die da dräut. Wie geht das denn auch, angemessen und gepflegt wütend zu sein? Wir üben es ja nicht. Ich ja auch nicht. Und das Ergebnis ist: kein Mut zur Wut.

Diese schlimme starke Emotion ist gar nicht das Problem, die ist ja da, die haben wir. Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen. Wir wollen authentisch sein, wir wollen Position beziehen, wir wollen rausholen aus dem Leben, was geht. Aber diesen einen Treiber, der uns auf unserem Weg begegnet – Ärger, Frust, Wut –, den drücken und therapieren wir weg. Wir schlucken sie herunter, und je mehr wir davon schlucken, je freundlicher und gelassener wir sein wollen, je intensivier wir atmen und meditieren, desto gefährlicher wird dieses Gebräu. Also noch mehr atmen! Mache ich auch, denn ich habe Angst vor dem Vulkan, der da ausbrechen könnte. Wenn der explodiert, bleibt kein Halm mehr stehen. Denke ich und drücke weg, Techniken gibt es ja zu Hauf. Und verpasse wieder eine Chance, Klartext zu reden, Position zu beziehen: Schluss hier, nicht mit mir! Freundlich bin ich, feige, bin ich. Wut zu zeigen kostet Mut. Wut macht einen nackt. Da fällt die „Ich bin so nett, ich ruhe in mir“-Fassade, plopps, herunter und sichtbar werde: ich. In der Wut zeige ich mich, nicht schön.

Und ich meine nicht diese kleine, sexy Kreisch-Wut der Frauen, sondern dieses ungeschminkte, elementare Aufbegehren aus dem innersten Ur-Sud. Diese Schwester der Zerstörung, die gnadenlos, wild und böse ist. Wir tun anderen damit etwas an, weil wir meinen, dass sie uns etwas angetan haben. Wir reißen etwas auf, weil wir meinen, dass etwas überhaupt nicht in Ordnung ist. Wir sollten ihr einen Platz verschaffen und Pflege und Worte und Rituale. Natürlich haut sie rein, natürlich muss hinterher wieder aufgeräumt werden, entschuldigt, verziehen, geredet, in (neue) Ordnung gebracht werden. Wut schafft Kontakt, Reibung, Berührung. Sie gibt uns die Chance, miteinander zu begradigen, was verrutscht war. Wir Gelassenheits-Atmer verrennen uns in das Paradoxon der Wut: Je doller wir versuchen, sie zu bannen, desto unbeherrschbarer erscheint sie.

Ich plädiere hiermit für die Rehabilitierung der Wut. Für den Mut zur Wut, zur gepflegten, wohlgemerkt. Muss ich lernen, will ich lernen.

Noch eine Zigarette? Ja, aber das ist dann wirklich die letzte.

 

Lasst uns über Depressionen reden

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Es trifft so viele, und nicht immer merkt man es ihnen an, jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Der Mann, der auf jeder Party mit seinem Witz die Leute unterhält, die junge Frau, der im Job keine Aufgabe zu viel erscheint. Nach außen funktionieren, innen die Hölle, und keiner merkt es. Wir denken oft, dass Depressive Menschen sind, die sich die Decke über den Kopf ziehen und kraftlos in der Ecke hängen. Das gibt es auch, aber das ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Junge sind betroffen wie Ältere, Männer wie Frauen. Arme, Reiche, fast jeden kann es treffen.
Und was ist eine Depression eigentlich? Wie grenzt sie sich von der Traurigkeit ab, von der Angst oder dem Ausgebranntsein, sprich Burnout?  Darüber wissen selbst viele Ärzte nicht Bescheid.

Viele Depressive fürchten den Morgen mehr als den Abend, die Lebenslust des Sommers setzt ihnen mehr zu als der Herbst. Sie empfinden keine Freude mehr, wo Gefühle waren, ist Stein.

Noch immer ist die Angst vor der Stigmatisierung groß, die Angst, sich zu „outen“, die Unsicherheit von Angehörigen, Freunden und Kollegen, damit umzugehen. „Reiß dich mal zusammen“, „Mach mal Urlaub“ – wohlgemeinte Ratschläge, die  überhaupt nicht helfen, im Gegenteil.
Und wer sich dann doch aufrafft und Hilfe sucht, einen Arzt, eine Therapie, der wartet oft erstmal ein paar Wochen auf einen Platz, auch so ein schwer fassbares Detail.

Kein heiteres Thema, nein. Aber so verdammt wichtig. Denn Depression ist eine der schlimmsten Krankheiten überhaupt. Auch, weil es so schwer ist, Worte zu finden. Auch weil es so schwer zu begreifen ist, was das genau ist, das sich in der Seele tut. Keine Hoffnung zu haben, im Nichts zu versinken. Depression ist eine tödliche Krankheit, denn eine erschreckend hohe Zahl von schwerst Betroffenen bringt sich um. Und zwar nicht im tiefsten Leidenstal, sondern sobald es ihnen gut genug geht, damit sie die Kraft, den Schritt zu tun. Ein schwer Depressiver, der plötzlich munter sein Leben ordnet – auf den sollte man achten.

Ich habe aus all dem gelernt, dass ich mit meinen Mitmenschen aufmerksamer sein will, hingucken will, wenn ich das Gefühl habe, da ist einer, der keine echte Freude mehr empfindet, der ist richtig einsam oder übernimmt sich permanent  oder lässt  keinen mehr an sich ran. Einen Beinbruch sieht man, für Krebs gibt es einen Namen, die tiefe Verzweiflung einer Depression, die sieht man oft erstmal nicht.

Wie die Stolpersteine in Hamburg legalisiert wurden

Ein Gastbeitrag von Klaus D.

Erinnerungskultur: Das persönliche Engagement des Kunstsammlers Peter Hess

„Es ist das größte dezentrale Kunst-Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus nicht nur in Deutschland, inzwischen in ganz Europa“, stellt der Hamburger Kunstsammler Peter Hess sachlich, aber auch bestimmend fest. „Und alles wurde von Bürgern persönlich finanziert“ fügt er hinzu. Allein in Hamburg wurden von dem Kölner Künstler Gunter Demnig 5.100 seiner Stolpersteine verlegt, europaweit sind es inzwischen über 60.000 dieser 10 mal 10 Zentimeter kleinen Denkmäler in 14 Ländern.  Sie liegen auf den öffentlichen Fußwegen der Häuser, in denen zum Beispiel jüdische Bürger lebten, bevor sie ins KZ abgeholt wurden.

Die Idee für diese Erinnerung an die während der NS-Herrschaft ermordeten Menschen kam 1994 von dem Kölner Künstler Gunter Demnig, der diese konzeptionellen Kunstwerke erfand: Eine soziale Skulptur,  jedes Exemplar selbst von ihm gefertigt und vor Ort eigenhändig verlegt. Anfangs arbeitete der Künstler in Köln und Berlin ohne behördliche Genehmigung, was zu Ärger führte. So wurden diese Stolpersteine anschließend wieder entfernt.

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Da wurde der Hamburger Kaufmann Peter Hess aktiv mit dem Ziel, dieses Einbetten der Stolpersteine in die Gehwege vor den betreffenden Häusern  zu legalisieren – also mit behördlicher Genehmigung zu ermöglichen. Doch wer ist in Hamburg dafür zuständig? Nein, nicht die Denkmalschutz-Behörde. Nein, nicht die Haus-Eigentümer (denn es handelt sich ja um öffentlichen Grund und Boden). Nein, nicht die Hamburger Kultursenatorin. Ja – natürlich: Das Tiefbauamt, denn alles, was öffentlich verlegt wird (wie z. B. Strom- und Wasser-Leitungen), muss vorher genehmigt werden. Dies hatte Peter Hess in seiner hanseatisch-nüchternen Weise festgestellt und fragte nach der Genehmigung.

Die Antwort war einfach: Erbringen Sie den Nachweis, dass die Steine rutschfest sind und keine Unfälle auf dem Gehweg verursachen. Nun denn, Peter Hess zeigte dem damaligen Bezirksamtsleiter Eimsbüttel, Jürgen Mantell, vor Ort,  wie die Messingplatte mit den Daten der jeweiligen Person auf einem Betonsockel fachgerecht einzementiert wird. Und endlich: Die offizielle Genehmigung war da. Genauso wurde dann auch in anderen Städten wie  Köln, Bielefeld, Berlin agiert und  Gunter Demnig konnte damit überall problemlos arbeiten.

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SCHWARZMARKT FÜR NÜTZLICHES WISSEN UND NICHT-WISSEN

Foto: Hannah Hurtzig

Mit ihrem SCHWARZMARKT FÜR NÜTZLICHES WISSEN UND NICHT-WISSEN ist die Kuratorin Hannah Hurtzig am Freitag, den 21.Oktober zum ersten Mal in Hamburg auf Kampnagel. Das Schwarzmarkt-Konzept ist einzigartig und funktioniert wie Wissensvermittlung als Speed-Dating: Insgesamt 100 überwiegend lokale Expert*innen bieten dem Publikum ihr spezifisches Wissen an. Wer mit einem Experten oder einer Expertin für ein 30-minütiges Einzelgespräch zusammenkommen möchte, kann sich diese Person am Veranstaltungsabend für 1 Euro buchen, oder die Sitzung ertauschen, erschachern oder sonst irgendwie ergaunern. Jeweils 30 Gesprächspaare sitzen sich an nebeneinander aufgereihten Tischen gegenüber. Nach einer halben Stunde erklingt ein Gong und die Konstellationen werden gewechselt.  Für alle im Publikum besteht außerdem die Möglichkeit, sich von der Zuschauertribüne aus über das Schwarzmarktradio einzelnen Gesprächen zuzuschalten.
In 14 Ländern und Städten von Nowosibirsk bis São Paulo war Hannah Hurtzig mit dem Schwarzmarkt bereits zu Gast, jeweils mit einem für die Region spezifischen Thema. Auf Kampnagel geht es um „Behinderung, Technokörper und die Frage der Autonomie“. Von Ableism bis Zukunft sind die eingeladenen Expert*innen unterschiedlichsten Themenbereichen zugeordnet. So erklärt der Hamburger Cyborg Patrick Kramer beispielsweise, wie er mit seinem Körper experimentiert, die Soziologie-Professorin Marianne Pieper spricht über Exklusionen und Inklusionen auf dem Arbeitsmarkt und der Schriftsteller Axel Brauns führt in die Welt des Autismus ein.

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Hamburg, Liebe ist pfandtastisch!

Eine Valentinstags-Aktion für Hamburgs Pfandsammler.

Spitzen Aktion für Hamburgs Pfandsammler und Obdachlose von leev, der Made in Hamburg Apfelsaftmanufaktur. Sie haben in ganz Hamburg Buddeln mit einem kleinen Valentinsgruß an über 250 Mülleimern platziert.

Denn „leev“, das bedeutet „Liebe“ auf Plattdeutsch. Ein Share von Euch auch, für die Aktion.

Alle Infos zur Aktion und Interviews mit Hamburger Pfandsammlern findet Ihr hier.

Wie man ein selbstbestimmtes Leben führt

Woran liegt es, dass wir häufig unsere Wünsche und Ziele nicht verwirklichen, obwohl wir es könnten? Warum begnügen wir uns mit Kompromissen, auch wenn diese uns nicht glücklich machen? Oft sehen wir die Schuld in äußeren Umständen, anstatt nach Lösungen zu suchen.

In dem Workshop SELBST! Gehen die beiden erfahrenen Coaches Hendrik Rabbow und Tatiana Schildt diesen wichtigen Fragen nach.

Aus über 20 Jahren Erfahrung haben die beiden Trainer Strategien für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben eintwickelt. In dem Workshop werden aber nicht nur wichtige Inhalte, Theorien und Modellen vorgestellt, sondern für jeden Teilnehmer wird eine ganz persönliche Erfolgsstrategie entwickelt.

Hendrik und Tatiana gehen mit den Teilnehmern auf die Suche nach der ganz persönlichen Wirkkraft, denn Selbstwirksamkeit ist der Schlüssel für ein erfolgreiches und gesundes Leben: wer ausreichend davon Gebrauch macht, hat die besten Voraussetzungen seine Ziele zu erreichen. Die gute Nachricht: Selbstwirksamkeit lässt sich trainieren. Dadurch können wir wieder entdecken, was für uns als Kinder ganz selbstverständlich war: nämlich der freie und ungebremste Entwicklungswillen. Das ist unsere Kernenergie. Ohne diese wäre Stillstand.

Tatiana Schildt

Tatiana Schildt

Der Workshop SELBST! findet am 29./30. Januar 2016 im schönen Hotel Genueser Schiff statt – in Hohwacht an der Ostsee, mit weitem Blick über Meer und Landschaft, inmitten unberührter Natur. Entspannung, Inspiration und Tiefgang inklusive.

Hotel Genueser Schiff

Es gibt nur wenige Plätze und einen davon habe ich schon belegt. Ich kenne Hendrik und Tatiana gut und schätze sie sehr. Hendrik ist studierter Theologe und ein erfahrener Trainer. Er und Tatiana sind systemische Coaches und beide sind warmherzige, positive und sympathische Menschen und es macht großen Spaß mit ihnen zu arbeiten.

Anmeldung und weitere Informationen beim coaching &  consulting institute.
Email: info@coachingandconsulting.de;  Tel: 040. 42 10 45 56 Isestrasse 27 20144 Hamburg
Termin 29./30./(31.) Januar 2016, Hotel Genueser Schiff, Hohwacht an der Ostsee
Basis Workshop A 29./30. Januar 2016. Übernachtung mit Vollpension im Einzelzimmer
Individual Training B 31. Januar 2016. Übernachtung mit Vollpension im Einzelzimmer

ART TEA SHOP No.9 in der Bel Étage

Zum 9. Mal lädt das Künstlerpaar Lili Nalŏvi und Jesko Willert zum ART TEA SHOP in der Bel Étage ein. Die Ausstellung ist ein Gesamtkunstwerk aus Gemälden, Wandbehängen und Objekten, eine stimmungsvolle Inszenierung von MOODS ENVIRONMENTS PAINTINGS, die den Besucher, wie in einem Salon der Jahrhundertwende, zum Verweilen einlädt. Und das auf 230 Quadratmetern. Überall auf den Tischen stehen alte asiatische Thermoskannen gefüllt mit Green Rose Bud Tea. ART TEA SHOP – inspiriert durch ihre erste Burma Reise 2004 und die burmesischen TEA SHOPS, in denen grüner Tee gratis gereicht wird, ließen die Künstler sich bei einem fliegenden Schildermacher auf der Strasse ein burmesisches TEA SHOP Schild zu ihrem ART TEA SHOP Schild umwandeln.

Bel Etage -  Ausstellung Künstler Nalovi-Willert

4. Bel Étage – Ausstellung des Künstlerpaares Lili Nalovi und Jeske Willert

Auf den Besucher warten unter anderem auch Kuriositäten, wie das kleinste Separé Kino der Welt, dessen Wände mit Kamasutra-Malereien ausgekleidet sind, recycelte Vintage Sarees verhüllen wie kleine Negligés die delikaten Details. Eine Video-Installation in einem alten Holzkoffer zeigt Impressionen von Nalŏvis und Willerts Reisen – Impressionen, die den Besucher zu einer unendlichen Reise einladen, bei der das Zusteigen und Aussteigen jeder Zeit möglich ist. Die kurzen, aneinander gereihten Sequenzen sind verbunden durch Zugfahrten in alten Zügen auf historischen Zugstrecken oder durch Bootsfahrten in alten offenen Holzbooten.

Bel Étage

6. Bel Étage – Ausstellung des Künstlerpaares Lili Nalovi und Jeske Willert

Jeder meiner Besuche in der Bel Étage hat mir reiche Eindrücke beschert. Ein visuelles, ein sinnliches Erleben einer Ausstellung.

 

Das Künstlerpaar Lili Nalŏvi und Jesko Willert, ist zur Zeit mit einer raumfüllenden Installation noch bis zum 22. November 2015 im Palazzo Bembo in Venedig vertreten.

Jesko Wildert und Lili Nalovi auf dem Opening der Biennale in Venedig. 2015.

Jesko Willert und Lili Nalovi auf dem Opening der Biennale in Venedig. 2015.

 

Lili Nalŏvi und Jesko Willert

Ort:
Bel Étage
Hochallee 106, 20149 Hamburg

 Ausstellungsdauer:
30. Oktober – 1. November 2015
6. November – 8. November 2015

Öffnungszeiten:
Immer von 15:00 – 24:00 Uhr

Ein Mandala für mehr Mitgefühl

Tibetische Mönche streuen ein Sandmandala im Völkerkunde Museum – Foto: Christoph Spitz

Mandalas sind wunderschöne Schaubilder, die in stunden- oder wochenlanger, meditativer und konzentrierter Arbeit entstehen. Sie können gemalt oder aus feinstem, farbigen Sand gestreut werden. Sie kommen aus der buddhistischen Religion und werden nach ihrer Vollendung zeremoniell wieder aufgelöst. Unter Zuhilfenahme eines Mandalas meditieren Praktizierende über einen Buddha. Durch diese tiefe Meditation können Konzentration und grundlegende Veränderungen, hin zu tiefem Mitgefühl entwickelt werden.

Die spätere Auflösung des Mandalas symbolisiert die Vergänglichkeit von allem Irdischen. Wer Vergänglichkeit versteht, überwindet die Anhaftung an das Ich, die letztlich im Leiden endet.

Die Buddhisten glauben, dass es genügt ein Mandala zu sehen, um viele negative, Leid verursachende geistige Eindrücke aus seinem Inneren entfernen. lassen sich inspirieren, Ihren eigenen Geist tiefer zu erkennen!

Fünf Mönche aus dem Klosters Sera Dsche streuen in diesem Jahr ein Tschenresig-Mandala im Museum und lösen es anschließend rituell wieder auf. Tschenresig ist der Buddha des Mitgefühls und Mitgefühl ist im Tibetischen Buddhismus ein zentraler Wert. Die Betrachter sollen Mitgefühl mit allen leidenden Menschen und Wesen entwickeln.

Sandmandala-L_Ivarsson

Fotografin: L. Ivarsson

Vorführung und Zeremonie im Völkerkunde Museum

Di 15. bis So 20. September | Di–Sa 10–17 Uhr, So 10–16 Uhr

Streuung des Mandalas: Di-So 10 – 17 Uhr

Gemeinsames Gebet: Di-So 10.30 Uhr

Symbolik, Erstellung und Auflösung von buddhistischen Sandmandalas: Do 17.9. | 16 Uhr

Zeremonielle Auflösung: So 16 Uhr

Eine Veranstaltung des Tibetischen Zentrums Hamburg e. V. in Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde Hamburg.