Alles neu macht der Mai

Elbphilharmonie-Hamburg-Wasser-Schiff

Das Elbjazz Festival rückt näher. Vorfreude ist (fast) die schönste Freude. Und wie ließe sich die besser zelebrieren, als mit einer genauen Bewunderung der Künstler. Allein an den beiden Haupttagen werden über 70 Künstler auftreten. Bis zum Beginn des Festivals werden wir also hier und im Mathilde Mag jeden Tag einen oder zwei Künstler vorstellen. Müssen wir, sonst schaffen wir die ganze Vorfreude nicht.

Fangen wir mit Ibrahim Keivo an. Der passt als Syrer ganz gut in den Elbsalon. Schließlich hatte wir erst neulich Syrische Gäste zu Gast.

Geboren wurde Keivo in einem yesidisch-kurdischen Dorf zwischen Euphrat und Tigris. So alt wie die Kulturlandschaft im Zweistromland, so reich ist sie an ethnischen und religiösen Einflüssen. Ibrahim Keivo, dessen Großvater 1915 als Christ aus Armenien ins Dreiländereck zwischen Syrien, dem Iran und der Türkei gekommen war, sog all diese Einflüsse in sich auf, sammelte die Lieder der Region. Heute singt er traditionelle Lieder über Liebe, Freude, Trauer, Ernte. Hochzeitslieder, rituelle Lieder, Mythen genauso wie von ihm komponierte Musik. Keivo singt auf arabisch in verschiedenen Dialekten und begleitet sich selbst auf traditionellen Instrumenten wie Tar, Bouzouk, Saz, Baglama, Oud und Kamanche (Kniegeige). Begleitet wird er von der Bigband der Hochschule für Musik und Theater. 2013 trat Keivo als Gast beim Morgenland Festival in Osnabrück auf. Das Konzert hat der NDR online gestellt. Inzwischen ist Keivo nach Deutschland zurückgekehrt – als Flüchtling. Aleppo, die Stadt in der er einst Musik studiert hat, mag zerstört sein, seine Musik ist es nicht. Am Festival Freitag spielt Keivo gemeinsam mit der HFTM Bigband.

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